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Diavolezza-Seilbahn evakuiert

mg85

Massada (5m)
Heute gabs kostenlose Heli-Freiflüge auf der Diavolezza :D . Zumindest für die Passagiere, die in der Gondel steckengeblieben waren :-? . Aber mal im Ernst, weiss jemand etwas Genaueres darüber? Ab 13 Uhr bin ich auf der Lagalb gewesen. Die eine Gondel verharrte etwas über der untersten Stütze, die andere war etwas über der obersten Stütze. Gegen 16 Uhr sind die Gondeln wieder in den Stationen gewesen. Gerüchteweise soll es Probleme mit einem Seil gegeben haben, es soll irgendwo aus der Führung gesprungen sein. Heute war es zeitweise sehr windig, allerdings habe ich die Bedingungen nicht als sehr extrem erlebt. Ein Skifahrer sagte, dass im letzten Jahr schon mal so etwas passiert sei. So oder so finde ich das Ganze schon etwas peinlich für eine neue Bahn. Und dann auch noch zu Ostern. Zwei Tage früher bin ich selber das erste Mal mit der Diavolezza-Bahn gefahren. Eigentlich war ich etwas enttäuscht. OK etwas moderner sehen die Gondeln ja schon aus, dafür gehen aber nicht mehr so viel Leute hinein. Die ersten Kratzer waren auch schon in den Scheiben. Hätte aber schon erwartet, dass die Funktion und Sicherheit zumindest auf dem letzten Stand der Technik wäre.
 
Was genau passiert ist, weiss ich auch nicht. Kann nur bestätigen das es im Oberengadin böenartig gestürmt hat heute. Auf Corviglia waren viele Sesselbahnen geschlossen. Auf Corvatsch hat es uns regelrecht "sandgestrahlt". Ich könnte mir schon vorstellen dass es das Zugseil wiedermal auf das Tragseil geworfen hat, wie auch schon. (Nur Vermutung meinerseits). Denn für weniger gravierende Sachen gibts ja noch den Dieselmotor um die Kabinen in die Stationen zurück zu fahren.

http://www.suedostschweiz.ch/boulevard/dutzende-aus-diavolezza-seilbahn-evakuiert
http://www.blick.ch/news/schweiz/graubuenden/rega-muss-75-menschen-mit-helis-evakuieren-id1838968.html
 
Ist schon bekannt, wie es zum Überschlag des Seiles kommen konnte?
 
Schon noch krass!! Aber ich bin zumindest froh das niemand verletzt wurde und das so etwas mir noch nie passiert ist.

Grüsse aus der Schweiz
 
Hallo

bestimmt hat die mehrheit schon in den Nachrichten gehoert,dass es bei der Diavolezzabahn zu einem technischen Defekt kam.?


Was meint ihr dazu? :wink:

Gruss

DS 215

Beitrag verschoben und im passenden Thread hinzugefügt.
Gruss TPD
Moderator Medienberichte
 
Martino schrieb:
Schon noch krass!!
Hä, das gehört zu den anzunehmenden Unfällen und muß laut Vorschrift beherrschbar sein; sprich: Bahn vor kritischer Situation in kontrollierbaren Zustand bringen! Und solange nicht weitergefahren wird, ist die Situation nicht kritisch. Und wenn das Wetter sogar eine Heli-Evakuation zulässt - in der vorgesehenen Zeit - spricht das nur für das System.

DS 215 schrieb:
Bestimmt liegt das an der Modernisierung, die vor ein paar Monaten stattfand. :|
Jaja, immer feste druff auf die Erneuerer ... wo ist der Prügel-Smilie? :irre: ... nein sorry, aber: prindsätzlich und grunzipiell gibt's bei Erneuerungen immer zu bedenken, dass der Fortschritt eben auch mit sich bringt, daß die bekannten Limiten auch genutzt werden . Und zu weit vor dem Limit schon haltzumachen hieße, später bei jeder Fahrt unnötig Energie zu verschleudern o.ä. - und da kann es eben mal sein, daß ein Limit eben nicht so sehr ausreizbar ist, wie es eben erst errechnet und umgesetzt wurde. Klar sollte das (resp. darf das eigentlich) nicht passieren. Solcherart "Probleme" sind meist sogar mittels technischer Nachrüstungen (der kleineren Art - Seilreiter anders plazieren, damit nicht zu nahe bei einem Schwingungsknoten, sondern näher an einem Schwingungsbauch, oder was auch immer) durchaus in den Griff zu kriegen und stellen die Zuverläßigkeit des Transportmittels "Seilbahn" per se überhaupt nicht in Frage!

Beitrag verschoben und im passenden Thread hinzugefügt. Gruss TPD
Ach, hier ist das ... hab' mich schon gewundert, daß da eine eMail-Reinkam, und der angeklickte Link landet auf Forenebene oben ... :/
 
ok, ja, Wörgl ist recht weit weg. Aber bei uns auf 500m flog gestern der Schnee fast senkrecht vorm Fenster vorbei (kam von Osten). Da kann ich mir schon vorstellen dass es oben am Berg noch stärker windete, da kann ein Zugseilüberwurf schon vorkommen - egal ob bei einer alten oder neuen Bahn...
 
Ja ja der gute Blick, bekannt für die Serie: Unseren täglichen Lacher gib uns heute.
Jetzt mal vorausgesetzt dass die Zahlen stimmen, nach 50 Minuten 10 Personen evakuiert ist doch eine anständige Leistung. Bis man in einem solchen Fall das Problem genau analysiert hat, die Entscheidung des weiteren vorgehens getroffen hat und schliesslich Personal auf Platz hat um sich mal ein zu richten sind doch schon locker 30 Minuten rum. Die von den Gesetzgeben vorgesehene Bergezeit hätte hier doch locker eingehalten werden können, ausserdem war von der Stelle wo die Leute zu Boden kamen die Piste reletiv einfach erreichbar.
Wieso man hier auf eine medienwirksame Helibergung umdisponiert hat bleibt wohl ein kleines Geheimnis.
 
Anfangs wurde gesagt, dass abgeseilt werde.
Aus dem Blick Artikel könnte man interpretieren, dass die Helokopter hinzugezogen wurden, um die Bergungszeit zu verkürzen.
Keine Ahnung, ob so Heli und Abseilen parallel überhaupt durchgeführt wird.

Laut diesem seriöseren Artikel hat man von Abseilen auf Helibergung gewechselt.
http://www.tagesschau.de/ausland/seilbahn110.html
Vielleicht hätte das Abseilen deutlich länger gedauert?

Sofern der Wind das Seil überworfen haben sollte, muss es eine starke "plötzliche" Böe gewesen sein, denn eine Kabine zuvor war die Bergfahrt zwar windig, aber nicht besorgniserregend. Bin in der Diavolezzabahn schon bei stärkerem Wind unterwegs gewesen. Auch die Einfahrt in die Bergstation war geradezu kommod.
Allerdings schaukelt die neue Kabine nach der letzten Stütze, wo es auch zum Stillstand gekommen ist, deutlich stärker als die Alte.
Ist das vielleicht auch etwas, wofür die Gondelführer erst das genaue Fingespitzengefühl entwickeln müssen, wenn eine Bahn neu oder erneuert ist?

Bis kurz vor dem Vorfall lief übrigens sogar noch die KSB, wurde dann aber wenige Minuten vor dem Stillstand der PB wegen Wind abgestellt.
Meine Begleitung wäre gern mit der KSB gefahren. Ich hatte ein etwas mulmiges Gefühl, wäre aber mitgefahren. Als der Liftwärter dann dicht gemacht hat, kam mir das sozusagen gerade Recht. Wir sind dann abgefahren und sahen einige Minuten danach, noch bevor wir unten waren, die untere Kabine stehen.


DS 215 schrieb:
Hallo

bestimmt hat die mehrheit schon in den Nachrichten gehoert,dass es bei der Diavolezzabahn zu einem technischen Defekt kam.?
Bestimmt liegt das an der Modernisierung, die vor ein paar Monaten stattfand. :|

Was meint ihr dazu? :wink:
Wenn dieser Vorfall passiert wäre, ohne dass die Bahn modernisiert wurde, hätte es vermutlich sofort geheißen, dass man mal dringend modernisieren müsse :lach:
 
Wer hat eigentlich den Quatsch vom "Tragseil über Zugseil" in die Welt gesetzt? Ließe sich das zurückverfolgen? Nicht, daß ich da einen Bölimaa aufhängen will - aber der Gang der Informationsflüsse ist manchmal noch ganz interessant, v.a. dann, wenn es sich um technisches Unverständnis handelt, das einfach blind abgeschrieben und weiterverwendet wird - und das könnte hier ziemlich an der Quelle schon gewesen sein; daß man die Medien prüfen will (wer was mitschleppt und von wem den Quatsch kopiert) dürfte das ja wohl kaum sein - oder doch? :D
 
Wir waren in der Gondel, hier die Facts:

10.30 Uhr eine heftige Windböe wirft das Zugseil aus einer Zwischenführung oberhalb der Tal- Station. Grund unbekannt. Der Ruck in der Kabine war deutlich zu spüren das führte zur automatische Abschaltung der Bahn, die Bergkabine stand zu diesem Zeitpunkt nahe über Talstation der 4er- Sesselbahn ca. 100 m neben der Piste. Das Wetter ist stark windig. Die Kabine war mit 75 Personen zu ¾ besetzt. Der Kabinenführer versuchte entsprechende Informationen zu erhalten und weiter zu geben, leider sprach er nur Italienisch.
10.55 Uhr Beginn der Vorbereitung zur der Evakuation mittels Abseilen durch die Bodenlucke.
Das Rettungsmaterial in dem Behälter unter der Bodenlucke war in einem desolaten Zustand.
Teile für das Geländer um die Bodenöffnung fehlten, Seile waren total vereist, das 200 m lange Hauptseil lag unaufgeschossen in der Kiste, der oberste Tritt der Leiter zur Dachluke konnte nicht ausgezogen werden. Geländerteile waren mit Schnüren so verknotet, dass sie nur mit dem Taschenmesser aufgetrennt werden konnten. Der Kabinenführer wirkte sehr nervös und war der Situation absolut nicht gewachsen. Seine persönliche Sicherungsleine verankerte er an den Plastikgriffen der Gondeltüre, das Seilknäuel bemerkte er nicht, Aluteile des Geländers welche nicht montiert werden konnten blieben lose 5 cm. Neben der Bodenöffnung liegen und bildeten eine akute Gefahr für das Boden Personal. In der Bedienung der Seilbremse war er nicht geübt. Ein zufällig anwesender Bergführer und weitere Passagiere bekamen dann die Situation soweit in den Griff , dass um 11.20 Uhr mit dem Abseilen der Passagiere begonnen werden konnte. Bis um 12.00 Uhr die Helikopter kamen (3 Stk. Der Heli Bernina + die Augusta der Rega.) konnten 15. Personen abgeseilt werden. Mit dem Eintreffen der Heli’s wurde es sehr professionell. 4 Retter landeten auf der Gondel und brachten 50 Stk. Rettungs „Gstältli“ sogenannte Pampers mit. Die Passagiere wurden nun in 3-er oder 4-er Gruppen ohne Begleiter in das Rettungsseil der Helis eingehängt, aus der Türe gezogen und auf der nahen Piste abgesetzt. Um 13.10 Uhr waren alle Passagiere auf der Piste und um14.15 Uhr auch alle Skier und Boards welche in Materialsäcken aus der Kabine geflogen wurden.
Die Passagiere wurden zu einem Getränk in das Restaurant in der Talstation eingeladen. Leider war dieses schon am Vorbereiten des Saisonabschlusses und so hatte es kaum mehr genügend Essbares und auch zuwenig Geschirr oder Tablare.
Seitens der Bahn war niemand kompetenter aus der Geschäftsleitung anwesend. Man musste selbst auf die Idee kommen, das Geld für die Tageskarte zurückzufordern. Saisonkarten Inhaber bekamen überhaupt nichts.

Gruss Herbert
 
Danke für den Augenzeugenbericht!
Sehr interessant. Vor dem Hintergrund Deiner Informationen drängt sich der Eindruck auf, dass die Helikopterbergung wegen der unprofessionellen Umstände des Abseilens aus der Kabine erforderlich wurde. Es erscheint tatsächlich so, als habe man sich auf eine solche Situation absolut unzureichend vorbereitet.
Erstens müssten der Gondelführer entsprechend kompetent und das Rettungsequipment absolut perfekt sein! - und man müsste eine klare Vorgehensweise zum Umgang mit den betroffenen Kunden haben (zB Rückerstattung Abo, Gutschein freie Tageskarte und Restaurantbesuch oÄ), was automaisch in die Wege geleitet wird.
Gerade bei der neuen Gondel wundert es mich schon sehr, dass nicht alles Equipment perfekt vorhanden zu sein scheint. Sowas muss doch sicher genauestens abgenommen werden?!
Bin gespannt, welche Fakten noch zu Tage treten werden.
 
@Herbi: das ist ja schon krass, gerade von der Schweiz hätte ich da mehr Gründlichkeit bei der Prüfung und Wartung des Rettungsequipment erwartet.
 
Will Herbis Ausführungen nicht als unwahr bezeichnen aber doch anzweifeln, trotzdem mal 2-3 Bemerkungen meinerseits.

Wie immer müssen bei grösseren Umbauten und Neubauten sämtliche Eventualitäten durchgespielt werden vor den Augen des Inspektors des Bundesamtes für Verkehr. Dies wurde z.B im 2008 bei der Abnahme der Corvatschbahn durch das BAV vom Schweizer Fernsehen dokumentiert: http://www.videoportal.sf.tv/video?id=caccadc5-bb08-4d33-a11f-5d58d90007a2
Die Geländer, Leitern, etc werden dann alle auf ihre Funktionstüchtigkeit getestet und kann mir absolut nicht vorstellen dass diese bei einer brandneuen Bahn nicht funktionstüchtig sind.

Bei der Diavolezzabahn wurden solche Bergeübungen zu 100% vor der Inbetriebnahme am 11. Februar 2012 auch ausgeführt, denn ohne Diesen wäre noch niemand von uns mit der neuen Bahn gefahren. Diese Übungen werden wie man auf dem Video der Corvatschbahn sieht, mit dem Personal der Bergbahnen durchgeführt. Deswegen kann ich mir nicht vorstellen dass der Gondelführer inkompetent ist. In einem Ernstfall reagiert jeder anderst als wenn man weiss dass es sich um eine Übung handelt. Vermutlich wird jeder nervös und beherrscht das nötige "Handling" erst verlangsamt. Ist bei mir nicht anderst.

Das das Rettungsequipment "in einem desolaten Zustand sei" bezweifle ich. War es vielleicht nur mit Fett verschmutzt und wirkte deshalb "desolat"?

Ich finde es seitens der Bergbahnen eigentlich schon "freundlich" das man wenigstens alles gegeben hat um die Gäste danach im Restaurant zu versorgen, auch wenn dies wegen Saisonschluss nicht ganz geklappt hat. Man hätte auch sagen können "tschüss und auf wiedersehen, wie anderorts geschieht. Das nicht "offen komuniziert" wurde dass man den Skipasspreis zurückerstattet bekommt, verstehe ich. Das ganze Skigebiet wäre sonst angesemmelt, auch jene die nix davon bemerkten weil sie auf der Terasse lagen oder auf der Lagalb Ski fuhren.

Eigentlich finde ich es schade, dass man versucht aus solchen Situationen immer einen Profit daraus zu machen und solche Vorfölle die in Skigebieten pro Winter x-Mal geschehen seitens der Medien oder von der Materie keine Ahnung habende (nicht gegen dich Herbi oder 3303 gerichtet) so aufgepuscht werden.
 
Vadret schrieb:
Eigentlich finde ich es schade, dass man versucht aus solchen Situationen immer einen Profit daraus zu machen und solche Vorfölle die in Skigebieten pro Winter x-Mal geschehen seitens der Medien oder von der Materie keine Ahnung habende (nicht gegen dich Herbi oder 3303 gerichtet) so aufgepuscht werden.
Deswegen verstehe ich nicht, dass solche Vorfälle so breit diskutiert werden. Als Laie bekommt durch diese Diskussion den Eindruck als wären Bergbahn total unsicher und dem ist meiner Meinung nach nicht.
 
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