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Gletscher-Abschmelzung

F. Feser schrieb:
ein Wort liebe ich in jedem Bericht:

"Spekulation"

es gibt einfach keine hundert prozentig belegbaren Fakten (und kommt mir nicht mit eindrucksvollen Bildern von Al Gore oder Studien oder sonst was...). Es ist einfach für die Wissenschaft nicht belegbar bzw. vorhersehbar, zu sagen: so wird das Klima.

Ich hab mir dieses für und wieder jetzt so lange angeschaut, Studien studiert, Filme angeschaut, Dokumente gelesen. Es kann heute keiner sagen wie das Wetter in 3 Tagen ist. Woher wollen unsere verehrten Wissenschaftler denn dann die genaue Klimaentwicklung vorhersehen? Klar kann man sagen dass es voraussichtlich wärmer wird... Aber wie warm? Wie kalt? Mit welchen Folgen?
nein, das kann man nicht....

Basta!

hab mal folgende recht witzige metapher für den unterschied klima wetter gehört/gelesen (weiß auch nicht merh), warum's schwierig ist das wetter in einer woche exakt vorherzusagen (3 tage sind mittlerweile schon rel. gut verhersagbar!) beim klima jedoch aussagen für jahrzehnte gemacht werden können:

du wirst in deinem leben im schnitt ca. 8 stunden pro tag schlafen , falls du im großen und ganzen ein "durchschnittsmensch" bist, hierzu gibt's entsprechende zahlen/ untersuchungen etc. (=klima)

jedoch kann dir keiner mit einer hohen wahrscheinlichkeit sagen wie lange du in drei tagen schlafen wirst, da es hier zu viele unbekannte/ zufälle (stichwort chaotisches system) gibt (vielleicht triffst du deine traumfrau, da schläfst wahrscheinlich die ganze nacht nicht, saufst mit freunden am nachmittag, dann schläfst wahrscheinlich die ganze nacht durch etc.) (=wetter)
 
F. Feser schrieb:
es gibt einfach keine hundert prozentig belegbaren Fakten (und kommt mir nicht mit eindrucksvollen Bildern von Al Gore oder Studien oder sonst was...). Es ist einfach für die Wissenschaft nicht belegbar bzw. vorhersehbar, zu sagen: so wird das Klima.
Das ist von der Logik her völlig falsch. Natürlich kann niemand sagen, um wieviel Grad Celsius sich das globale Klima erwärmt, und zwar, weil niemand weiss, wieviel antrhopogenes CO2 in Zukunft in die Atmosphäre gelangt. Je nachdem, wie gross man diesen Wert annimmt, ist man in einem anderen Szenario, in welchem die Wissenschaft sehr wohl weiss, wie gross die Erwärmung sein wird. (Stichwort CO2-Sensitivität...)

Es kann heute keiner sagen wie das Wetter in 3 Tagen ist. Woher wollen unsere verehrten Wissenschaftler denn dann die genaue Klimaentwicklung vorhersehen?
Immer wieder liest man dieses Scheinargument.
Beide Sachen können zwar die gleichen physikalischen Modelle beinhalten. Doch sind die Vorgehen prinzipiell völlig unterschiedlich. Beim Wetter handelt es sich um ein Anfangsproblem, beim Klima um ein Randwertproblem. Bei Anfangsproblemen wird ein komplexes Gleichungssystem schrittweise in die Zukunft gerechnet, wo wegen mathematischen Problemen bei der Lösung der exorbitanten Differentialgleichungen Ungenauigkeiten entstehen können.
Beim Randwertproblem wie dem Klima wird völlig anders, prinzipiell unterschiedlich vorgegangen.
Es gibt Dutzende von Analogien, die zeigen, dass dieses Argument nicht einfach pauschal verwendet werden kann.
Ein weiteres Mal weise ich daraufhin, dass die Klimaentwicklung bis heute in den 90er-Jahren eben richtig vorhergesagt wurde.

Um zurück zu den Gletschern zu kommen: Wie stark ein Gletscher abschmilzt, hängt natürlich mit seinem Mikroklima ab, da wird es sofort entscheidend, wieviele Schnee noch im Frühling fällt und das Eis vor der Sonne schützt, etc. Doch im Durchschnitt ist es eben leider klar, dass die Gletscher weiterschmelzen werden, einige mehr, andere weniger.
 
Was ist denn nun sooo schlimm, wenn die Gletscher schmelzen ? Wird irgendein Menschenleben bedroht ? Für uns Skifahrer bedeutet das eben, dass wir - in vielleicht 50 - 100 Jahren - nicht mehr im Oktober oder Mai Ski fahren können.
Sicher gibt es noch andere Auswirkungen, wie z. B. der erwartete Anstieg des Meeresspiegels. Aber vielleicht wird der auch überschätzt. Wenn die Atmosphäre sich erwärmt, kann sie auch mehr Wasserdampf aufnehmen.
 
Rüganer schrieb:
Was ist denn nun sooo schlimm, wenn die Gletscher schmelzen ? Wird irgendein Menschenleben bedroht ?
Gletscher speichern weltweit 70 Prozent des Süsswassers - also unser Trinkwasser. Ohne Gletscher wäre die Wasserversorgung gerade in den Alpenländern alles andere als gewährleistet.
 
Ja sicher, aber auch jetzt gibt es in den Alpen gletscherfreie Gebiete, wie z.B. die Ostalpen (ausser Kitz und Mölltaler) . Haben die denn große Probleme mit dem Trinkwasser ?
 
Eine Gefährdung der Trinkwasserversorgung sehe ich nicht, denn im Alpenraum gibt es viele Niederschläge. Die muß man dann halt zwischenspeichern.
Will aber die Probleme eines möglichen totalen Gletscherverlustes nicht kleinreden.
Das gravierendste Problem wäre die Schiffahrt. Ohne sommerlichen Gletscherabfluß würden die (jetzt noch) schiffbaren Ströme ohne Zweifel zu wenig Wasser führen.
 
Rüganer schrieb:
Ja sicher, aber auch jetzt gibt es in den Alpen gletscherfreie Gebiete, wie z.B. die Ostalpen (ausser Kitz und Mölltaler) .
Hehe, ja ausser dieser zwei enormen Eisflächen gibt's ja nur die unwesentliche Gletscher um der Venediger, Glockner, Wiesbachhorn, Hochalmspitze usw. :-)

Tatsächlich wird sich der Vegetation ändern in Täler/Regionen wo Gletscher verschwunden. Daneben hat es sicherlich Einfluss auf Landwirtschaft, Tourismus und Energieerzeugung.
 
^^Na gut, eben die östlichen Ostalpen :wink: . Gibt es z.B. in den Julischen Alpen oder den Karawanken noch Gletscher ? In den Dolomiten gibt es ja auch nur noch ein Gletscherchen.
Und was sind nun die konkreten Auswirkungen ? Wird nicht jetzt schon ein großer Teil des Wassers in Stauseen zwischengespeichert ?
Für die Landwirtschaft sehe ich nur Vorteile - man kann auch höhere Gebiete nutzen. Tourismus - ja die Faszination der Gletscher würde fehlen, aber im Sommer sehen die oft nicht so besonders gut aus.
 
Rüganer schrieb:
Und was sind nun die konkreten Auswirkungen ? Wird nicht jetzt schon ein großer Teil des Wassers in Stauseen zwischengespeichert ?
Und die Stauseeen werden meist mit Schmelzwasser von Schnee und Gletscher gefüllt. Übrigens habe ich vor allem die Kleinkraftwerken gemeint, die es mittlerweile zahlreich gibt.

Für die Landwirtschaft sehe ich nur Vorteile - man kann auch höhere Gebiete nutzen.
In inneralpine trockentäler wie z.B. das Ötztal, das oberen Iseltal und das Mölltal ist man für die Wasserversorgung im Sommer für ein grosses Teil auf Schmelzwasser von Gletscher angewesen. Ich habe keine Ahnung wie das Netto-Effekt aussieht, das sich was ändere wird ist aber schon klar, ob es schlimm ist, kann ich nicht beurteilen.

Tourismus - ja die Faszination der Gletscher würde fehlen, aber im Sommer sehen die oft nicht so besonders gut aus.
Wie du findest... Warten wir mal ab was die Touristen machen werden.
 
Nuno schrieb:
Wie du findest... Warten wir mal ab was die Touristen machen werden.
Na , die Touristen kommen alle zu uns an die Ostsee - die klaren Gewinner des Klimawandels :D
 
Rüganer schrieb:
... Na , die Touristen kommen alle zu uns an die Ostsee - die klaren Gewinner des Klimawandels :D
Nix Ostsee! Bin bekennender Nordseefahrer. 8)
 
wenn ALLE Gletscher (! Arktis & Antarktis ;)) abgeschmolzen sind, kann Chasseral getrost seine Kneipe als "Küstenrestaurant" vermarkten, dann is nix mehr mit Rügener Kreidefelsen....

:Sarkasmus:
 
Hehe, unser höchster Berg ist 161 m hoch ! :wink:
Von dem hat man eine super Ausssicht. Die wird noch wesentlich besser, wenn man sich am Gipfel auf einen Stuhl stellt.
@Chasseral - naja, man kann nicht nur Spass im Leben haben, man muss auch leiden können.Aber deine Ski-Berichte sind schon Spitze.
 
Rüganer schrieb:
Was ist denn nun sooo schlimm, wenn die Gletscher schmelzen ? Wird irgendein Menschenleben bedroht ? Für uns Skifahrer bedeutet das eben, dass wir - in vielleicht 50 - 100 Jahren - nicht mehr im Oktober oder Mai Ski fahren können.
Sicher gibt es noch andere Auswirkungen, wie z. B. der erwartete Anstieg des Meeresspiegels. Aber vielleicht wird der auch überschätzt. Wenn die Atmosphäre sich erwärmt, kann sie auch mehr Wasserdampf aufnehmen.

wenn die gletscher schmelzen bedeutet dies ua. auch dass die temperaturen zunehmen, die (schnee)niederschläge zurückgehen - und nicht nur im gletscherbereich sondern auch darunter.

d.h. auch das "normale" ski fahren wird es, wenn mit dem klimawandel so weitergeht, in der form in der es in der vergangenheit bzw. derzeit noch möglich ist, nicht mehr geben.

kleine skigebiete werden zusperren müssen, da sie die teuren investitionen in schneeanlagen finanziell nicht bewältigen können bzw. die temperaturen eine beschneiung mit vertretbaren kosten nicht zulassen.

ist ja jetzt schon zu beobachten dass sehr viele kleine skigebiete in ö, ch und d zusperren (siehe z.b. http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=25866 oder http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=20699, ist ja bestens dokumentiert hier im forum)

und "nur" auf weißen kunstschneebändern herumzurutschen ist halt auch nicht jedermanns sache.

nehm mal an dass ski fahren in mitteleuropa vom massensport zum vergnügen für eine nicht ganz arme minderheit werden wird. die tendenzen in diese richtung gibt's ja bereits.

schulskikurse wie früher in ö gang und gebe sind es z.b. in osten (wien, nö,b) nicht mehr!

daher find ich's sehr wohl schlimm wenn die gletscher abschmelzen, weil sich dadurch einigeis mehr verändern wird als "nur" das verschwinden der weißen spitzen...
 
Wie seht Ihr den diesjährigen Winter? Meint Ihr nicht, der ein oder andere Gletscher könnte sogar wieder etwas wachsen? *hoff*
 
@MarkA

Gletscherwachstum bedarf einer Vorlaufzeit von ca. 15 Jahren.
Das Verhältnis von gefallenem Schnee/ Eis ist ca. 80 : 1 Das heißt 80 cm gefallener Schnee im Nährgebiet ergeben 1cm Eis.
 
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