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Gletscher-Abschmelzung

wo ist der link zu dieser zeitungsseite?
warum soll jetzt pause sein?
 
Den Link findest du im vorletzten Beitrag in dem von Fab verlinktem Topic. Dort findest du dann auch die Antwort auf deine Frage.

mfg Andi
 
Heinz Slupetzky schreibt auch heuer wieder im Science-Kanal des ORF-Onlineauftritts sein Gletschertagebuch. Der erste Eintrag des heurigen Sommers ist seit gestern verfügbar: http://science.orf.at/science/slupetzky/151907

Zusammengefasst also eine ähnliche Situation wie in den letzten Jahren - 2007 mal ausgenommen - normale Schneehöhen, alles kommt also auf den weiteren Verlauf des Sommers draufan.
 
Mir fehlen da die Worte!
Das sind Zustände wie in den 70ern oder 80ern. Eigentlich müsste man denken, dass diejenigen, die sich mit einem falschen UNESCO Siegel prüsten, interesse haben sollten am Naturschutz. Wenn man stattdessen den Müll in Gletscherspalten wirft bzw. ihn nicht daraus entfernt, sollte man so ein Skigebiet nicht mehr laufen lassen (auch wenn es noch so schön ist).
Dass heutzutage eine derartige Umweltverschmutzung in einem Land wie Österreich noch gegenwertig ist, hätte ich nie gedacht :aerger: :angry:
 
Hatte den anisa link bereits in 2006 hier gepostet, --> Seite 20
 
Also gefühlsmäßig halten sich die Gletscher diesen Sommer noch recht gut, oder wie sehr ihr das? von einer Zuhname der eismassen dürften wir zwar noch weit entfernt sein, aber immerhin löst sich eis nicht allzusehr auf diesen sommer.
 
In der ersten Sommerhälfte gab es relativ viele kühle Tage und Sommertage mit rekorverdächtigen Plusgraden waren bis jetzt auch Mangelware.
Warten wir mal noch die Hundstage ab.

paul83 schrieb:
von einer Zuhname der Eismassen dürften wir zwar noch weit entfernt sein,
Es braucht ca. 15 Jahre Massenzuwachs in den Nährgebieten bis man das durch ein Vorrücken der Gletscherzunge bemerken kann.
Also Geduld :D
 
Hier noch ein Bild vom Zugspitzplatt, das Mitte der 70er Jahre aufgenommen sein dürfte. Man kann darauf sehr genau, die sehr flache Neigung des nördlichen Schneeferners erkennen. Oberhalb der Bergstation des SL Weißes Tal bedeckt der Gletscher auch noch einige Felsen (links von den Skispuren, die vom Schneefernerkopf herunterführen).
 

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  • Zugspitzplatt 70er Jahre.JPG
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Auch wenn ich mich jetzt vermutlich sehr unbeliebt mache - meiner Meinung nach gehören Geltscherskigebiete im Sommer schlicht und einfach geschlossen. Skifahren ist eine Wintersportart, und ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass man sich einerseits über den Zustand der Gletscher Gedanken macht und andererseits im Sommer bei Temperaturen teilweise weit über dem Gefrierpunkt auf einem Gletscher "rumrutscht". Wenn ich die (weiter vorne verlinkten) Bilder vom Dachstein sehe fehlt mir jegliches Verständnis für eine Nutzung.
Ich weiß, auch Gletscher, die nicht für den Skibetrieb genutzt werden "schmelzen fröhlich vor sich hin" (um das mal salopp auszudrücken), aber trotzdem ist das meiner Meinung nach kein Grund, den Sommerskibetrieb aufrecht zu erhalten.
Es gibt ja noch genügend andere Möglichkeiten, sich im Sommer zu bewegen, und wer unbedingt Ski fahren will soll das dann halt in einer Skihalle machen - zumal da die Bedingungen wesentlich besser sein dürften.
(Und die Vorfreude auf den Winter ist nach der Sommerpause noch mal um so größer... :wink: )
 
Balou schrieb:
Auch wenn ich mich jetzt vermutlich sehr unbeliebt mache - meiner Meinung nach gehören Geltscherskigebiete im Sommer schlicht und einfach geschlossen. Skifahren ist eine Wintersportart, und ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass man sich einerseits über den Zustand der Gletscher Gedanken macht und andererseits im Sommer bei Temperaturen teilweise weit über dem Gefrierpunkt auf einem Gletscher "rumrutscht". Wenn ich die (weiter vorne verlinkten) Bilder vom Dachstein sehe fehlt mir jegliches Verständnis für eine Nutzung.
Ich weiß, auch Gletscher, die nicht für den Skibetrieb genutzt werden "schmelzen fröhlich vor sich hin" (um das mal salopp auszudrücken), aber trotzdem ist das meiner Meinung nach kein Grund, den Sommerskibetrieb aufrecht zu erhalten.
Es gibt ja noch genügend andere Möglichkeiten, sich im Sommer zu bewegen, und wer unbedingt Ski fahren will soll das dann halt in einer Skihalle machen - zumal da die Bedingungen wesentlich besser sein dürften.
(Und die Vorfreude auf den Winter ist nach der Sommerpause noch mal um so größer... :wink: )

volle zustimmung, wobei ich noch einen schritt weitergehe jedweden eingriff (also pistenbau, gletschererschliessung usw.) nicht für gut heiße.
 
volle zustimmung, wobei ich noch einen schritt weitergehe jedweden eingriff (also pistenbau, gletschererschliessung usw.) nicht für gut heiße.

Wieso eigentlich? Was spricht deiner Meinung nach entgegen?
 
Verstehe ich jetzt auch nicht so genau. Die meisten Gletscherskigebiete schützen die Gletscher ja sogar zum Teil. Gut, das machen sie nicht um des Gletschers Willen, sondern um die Saison zu verlängern. Aber wo liegt da das Problem? Ein bisschen Snowfarming hier und ein bisschen Skifahren da. Den Müll schmeißen die Menschen auch im Winter in die Natur. Fällt halt nur dann im Sommer auf wenn wieder alles geschmolzen ist.
 
Also von Schützen der Gletscher kann man hier nicht reden! Das einzige was die machen, ist ein paar Lifttrassen und Pisten mit Vlies auslegen. Das hilft zwar dem Gletscher, dass er nicht so schnell abschmilzt, jedoch nur an den vermatteten Flächen. Da, wo der Skibetrieb weitergeht, schmilzt er dafür umsomehr ab. Außerdem wird an den Flächen, die vermattet wurden, der Skibetrieb teilweise so lange aufrecht erhalten, wie es nur geht, also bis das Gletschereis herauskommt und dann wird vermattet. Bei einem unberürten Gletscher würde da noch eine schneeschicht das Gletschereis schützen.
 
Nehmen wir mal das Beispiel Zugspitze:
1. Findet dort kein Sommerskibetrieb statt
2. Rutscht niemand auf dem Resteis herum
3. Wird vermattet, deutlich bevor die eigentliche Abschmelzung beginnt.

Dieses Jahr z.B. wurde der SKibetrieb am 4.5 bei einer Schneehöhe von 400cm eingestellt. Danach wurden massive Schneeverschiebungen (Snow Farming) durchgeführt um laut Zugspitzbahn "das natürliche erscheinungsbild des Gletschers zu erhalten". Komischerweise kommt jetzt so langsam das Eis zum vorschein, und zwar nur auf den Lifttrassen! Also an den Punkten, die vom Skibetrieb am meisten belastet werden, obwohl dieser bereits Anfang Mai endet.
Also ich sehe das folgendermaßen, entweder man hat den Schnee absichtlich aus den Trassen geschoben (was ich mir irgendwie nicht vorstellen kann), oder der Schnee ist auf den Trassen auf irgendeine Art anfälliger also daneben (wo im übrigens die Pisten sind). Wenn ich mir in den Berichten ansehe welch massive Schneedepots angelegt wurden verstehe ich das ganze nicht so ganz.
 
noisi schrieb:
Komischerweise kommt jetzt so langsam das Eis zum vorschein, und zwar nur auf den Lifttrassen! Also an den Punkten, die vom Skibetrieb am meisten belastet werden, obwohl dieser bereits Anfang Mai endet.

Der Schnee wird in den Schlepplifttrassen ja auch permanent verdichtet. Das ist auf den Pisten sicherlich nicht so extrem der Fall. Folglich bildet sich dort auch schneller Eis. Ein Problem der Lifttrasse ist aber auch noch, dass sich ja noch ein paar Stützen auf Gletschereis befinden. Der untere Teil ist ja wohl nur noch Fels. Von daher könnte ich mir schon vorstellen, dass man je nach Schneelage auch mit Schneeverschiebungen reagieren muss um den Lift überhaupt noch laufen lassen zu können.
 
Also ich habe jetzt von Gletschern MIT Sommerskibetrieb geredet :wink: .
Für das schnellere Abschmelzen in der Lifttrasse habe ich keine Erklärung.
 
Also gefühlsmäßig halten sich die Gletscher diesen Sommer noch recht gut, oder wie sehr ihr das? von einer Zuhname der eismassen dürften wir zwar noch weit entfernt sein, aber immerhin löst sich eis nicht allzusehr auf diesen sommer

Mein Gefühl ist leider etwas weniger optimistisch als deines. Laut ZAMG-Monatsbericht war der Juni im österreichischen Durchschnitt um 3°C wärmer als der langjährige Mittelwert des Referenzzeitraums 1971-2000. Auch aus Prof. Slupetzkys "Gletschertagebuch" vom Stubacher Sonnblickkees kann man ersehen, dass trotz erfreulich großer Altschneemengen aus dem vergangenen Winter die hohen Temperaturen einem allfälligen Massezuwachs den Garaus machen. Welche Witterungsparameter für halbwegs ausgeglichene Massenbilanzen gewisser Gletscher ausreichen, kann man am Bsp. des Vernagtferners nachforschen, bspw. für das Jahr 1978/79, in dem er eine ganz leicht positive Massenbilanz aufgewiesen hat.
Was dieses Jahr bislang weitgehend fehlt sind sommerliche Kaltlufteinbrüche mit ernstzunehmenden Neuschneemengen (Bsp. Vernagtferner-Forscher: "Mitte Juni 1 Meter Neuschnee und Iglo bauen"). Wenn es regnet, sollte es im Idealfall auch kalt genug sein für Schneefall oberhalb von 2600-2700 m.

meiner Meinung nach gehören Geltscherskigebiete im Sommer schlicht und einfach geschlossen. Skifahren ist eine Wintersportart, und ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass man sich einerseits über den Zustand der Gletscher Gedanken macht und andererseits im Sommer bei Temperaturen teilweise weit über dem Gefrierpunkt auf einem Gletscher "rumrutscht".

Deine Meinung in Ehren, aber mit Verlaub: was spricht gegen eine skitechnische Nutzung im Sommer, was nicht auch gegen eine Nutzung von Gletschern in den übrigen Jahreszeiten sprechen würde? Abgase und mögliche Ölverluste von Pistenwalzen und Dieselaggregaten von Liften hat man winters wie sommers. Wenn man bei "Temperaturen über dem Gefrierpunkt" nicht Skifahren sollte, müsste man ab Mitte/Ende Februar untertags zumeist Pistensperrungen aussprechen.

Skifahren ist eine Wintersportart

Skifahren ist eine Sportart, die auf Schnee ausgeübt wird. Wo und warum dieser Schnee liegt ist per se ersteinmal egal. In unseren Breiten liegt nun einmal im kalendarischen Winter am ehesten Schnee, wobei für hochalpine Lagen eher das Frühjahr die höchsten Schneemengen aufweisen kann, auf Gletschern sogar bis in den Frühsommer. Wenn man ein Verächter von technischem Schnee ist, könnte man sogar argumentieren, dass Gletscherskilauf in Juni und Juli "natürlicher" ist, als der alljährliche Start auf "Bozener Pulver" im Spätherbst. Wenn man Deiner Argumentation folgen würde, überspitzt gesagt, könnte man auch sagen: "Weihnachten wird Skigefahren, koste es, was es wolle, her mit Schneekanonen und Skihallen". Man sollte sich danach richten, wann eben Schnee liegt und nicht danach, wann einem eine irgendgeartete gesellschaftliche Konvention sagt "jetzt wird Skifahren und nicht wann anders". Wenn die Sommerskibedingungen der letzten zwei Jahrzehnte besser oder so gut gewesen wären wie in den 1960er und 1970er Jahren, hätte diese Spielart nicht diese großen Rückgänge verzeichnet. Das Angebot und die Bedingungen haben sich in dieser Zeit in vielen Destinationen einfach stark verschlechtert. Aber daraus ein grundsätzliches Verdikt dagegen abzuleiten hielte ich für falsch. Demnach müsste man ja auch sämtliche Eissporthallen im Sommer und alle Hallenbäder im Winter schließen: "Schwimmen ist für mich ein Sommersport".

Also von Schützen der Gletscher kann man hier nicht reden! Das einzige was die machen, ist ein paar Lifttrassen und Pisten mit Vlies auslegen. Das hilft zwar dem Gletscher, dass er nicht so schnell abschmilzt, jedoch nur an den vermatteten Flächen. Da, wo der Skibetrieb weitergeht, schmilzt er dafür umsomehr ab. Außerdem wird an den Flächen, die vermattet wurden, der Skibetrieb teilweise so lange aufrecht erhalten, wie es nur geht, also bis das Gletschereis herauskommt und dann wird vermattet. Bei einem unberürten Gletscher würde da noch eine schneeschicht das Gletschereis schützen.

Wir haben das vor einigen Wochen schon einmal diskutiert, aber nach wie vor fehlt mir für Deine These auch nur irgendein stichhaltiger Beleg. Es kann schon sein, dass wegen mir auf einer Piste von 50-100 m Breite der Firnschnee solange präpariert wird, bis der Gletscher vollständig ausgeapert ist. Nur: durch die Präparation wird der Firn auch verdichtet und nimmt damit nur den natürlichen Prozess in Richtung einer Neubildung von Gletschereis vorweg. Wir befinden uns in diesem Szenario aber sowieso im Zehrbereich der Gletscherzunge, d.h. in diesem Bereich ist die Massenbilanz per se negativ. Wenn an einem heißen Hochsommertag an einem normal großen Gletscher mehrere Millionen Liter Wasser täglich abschmelzen glaube ich nicht, dass da die Präparierung kleiner Teilflächen einen großen Verstärkereffekt bewirkt. Vergleicht mal diese Schmelzwassermengen bitte mit für Skibetrieb notwendigen Wassermengen die bspw. zur technischen Beschneiung auf Gletschern eingesetzt werden. Hier wie dort ist der anthropogene Einfluß relativ gering. Ein Bericht der Stubaier Gletscherbahnen von Ende der 1990er Jahren beschreibt zudem, dass der präparierte Teilbereich des Schaufelferners im Sommer einen mehrere Dutzend Zentimeter hohen Rain zum nicht präparierten Teil bildet.
Insgesamt habe ich trotz intensiver Recherche noch keinen wissenschaftlichen Beleg für den "Schaden" von sommerlichem Skibetrieb für Gletscher gefunden. Ich lasse mich aber sehr gerne um der Sache willen eines besseren belehren.
 
laut Slupetsky gabs am Sonnblickkees sogar im Jahr 2004 einen leichten Massengewinn!
 
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