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Gletscher-Abschmelzung

Der Link von der ETH Zürich ist ganz interessant. Leider sagen die Zahlen nur etwas über die Länge aus, nicht aber ob die Gletscher volumenmäßig zugenommen haben oder nicht. Diese Zahl wäre viel interessanter (aber wohl auch schwierig zu messen).
 
Das Thema wurde einige Seiten vorher schon mal behandelt. Die Volumina werden nur von ganz wenigen Gletschern erfasst (z.B."Aletsch")
 
Es gibt neues vom Heinz Slupetzkys Gletschertagebuch

http://science.orf.at/science/slupetzky/156383

Kernaussagen:
- Die Eisschmelze an den Gletschern begann 2009 später als in den vergangenen Jahren.
- Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist zu erwarten, dass es keinen heuer größeren Massenverlust gibt.
- Es besteht die Chance, dass die Gletscher heuer eine positive Massenbilanz haben werden.
- Selbst bei einem günstigen weiteren Verlauf des Sommers für die Gletscher und einer damit verbundenen deutlich positiven Massenbilanz kann man nicht von einer Wende sprechen, da nur ein minimaler Teil des Massenverlustes der letzten drei Jahrzehnte kompensiert werden kann.


Heinz Slupetztkys Aussagen beziehen sich auf die Gletscher in den Hohen Tauern. Ich denke aber, dass man seine Aussagen mehr oder weniger auf die Gletscher der Ostalpen übertragen kann, wobei bei den großen Talgletschern mit niedrig gelegenen Gletscherzungen, wie sie in den Ötztaler Alpen häufiger vorkommen, eine positive Massenbilanz weniger wahrscheinlich sein dürfte als bei kleineren Gletschern, die höher liegen.
 
Nicht gerade der Zeitraum von 1982 bis heute, aber ich möchte einen Beitrag aus einem Sommerbericht auch hier reinstellen.

Ich hab jetzt mal vier Bilder hier vom Großglockner. Einmal zwei Aufnahmen von mir aus dem Sommer 2003 und zwei vom User ETT aus diesem Jahr.

Pasterze 2003
b46kwqgh.jpg


Pasterze 2009
hwt79iw2.jpg


Auf diesen beiden Bildern sieht man die Pasterze in voller Pracht, insbesondere sieht man aber, wie im Jahr 2009 die Höhe und Breite des Gletschers abgenommen hat. Auch möchte ich auf die "Flüsse" vom oberen Gletscherteil zur unteren Pasterze aufmerksam machen (ganz hinten halbkreisförmig). Während bei mir 2003 noch im Hintergrund beinahe 4 Einflüsse zu sehen sind, sind es 2009 definitiv nur noch 3, im Hintergrund der breite gletscherfreie Teil.

Glocknermassiv 2003
k8lg9fq3.jpg


Glocknermassiv 2009
jfpm28ao.jpg


Diese Bilder habe ich dann noch gewählt, um auf die Mächtigkeit der hängenden Gletscher direkt am Großglocknermassiv aufmerksam zu machen. Man muss schon genau hingucken, weil der frische Schnee vom Jahr 2009 etwas verwirrt, aber wenn man nur auf die Gletscherbrüche achtet, sieht man auch hier den massiven Verlust.
 
War viele Jahre nicht mehr im Großglocknergebiet und war schon ein wenig schockiert von den Bildern.
Der Johannisberg im Hintergrund wo die Pasterze quasi entspringt, war ein gigantischer Eisfall und ist jetzt teilweise eisfrei.
 
Die beiden kleineren Zuflüsse auf den Photos links wird es sicher bald auch nicht mehr geben.
Ansonsten scheint der Gletscherfluss auch extrem verlangsamt bzw. im Zungenbereich in zunehmender flächiger Ausdehnung zum Stillstand gekommen zu sein, so wie das aussieht.
Die auf dem Photo linke, schuttbedeckte Hälfte der Zunge wird sich dann wohl tendenziell noch etwas länger halten.

Apern die Gletscher weiter oben heutzutage "normaler Weise" auch so weit aus, wie 2003 zu sehen?
 
Nicht vergessen, 2003 war der Rekorsommer schlechthin!
 
Fab schrieb:
Nicht vergessen, 2003 war der Rekorsommer schlechthin!
jup, in dem Sommer, als die Bilder entstanden, war ich mit einem Renault Twingo ohne Klimaanlage in Ungarn und Österreich unterwegs. Und selbst auf der Franz-Josef-Höhe war es gerade mal so zu ertragen. Kein Wunder, dass kein bischen Restschnee mehr auf den Gletschern lag
 
Wenn es die Zuflüsse im Hufeisenbruch dahin geschmolzen sind, dann wird der untere pasterzeboden schnell weg sein. So lange das noch nicht passiert, gibt es immer noch nachschub.

Woo, auch der Gletscher direkt unter dem Glocknerwand ist stark abgeschmolzen. Aber auch hier ist es schwierig zu sehen. An der seite der Grossglockner gibt es imo noch viel Gletscher unter dem geröll.
 
So wie das aussieht, könnten die Zuflüsse ja tatsächlich in den nächsten zehn Jahren verschwunden sein. Dann wird zwar noch etwas unterer Pasterzenboden vorhanden sein, aber spätestens fünf Jahre später ist der dann ja auch weg. Tja und dann hat man ein "ausgetrocknetes" Tal da unten :(
 
Echt ein guter Vergleich. Die beiden Zuflüsse hinten werden sich wirklich nicht mehr lange halten.

Auch der Hängegletscher an der Seite hat viel Masse und Länge verloren. Nur der Schnee täuscht heuer ein bisschen. Beachtet den umrahmten Ausschnitt genauer!

 
Ganz so schnell dürfte es nicht gehen. Der rechte Zufluss am hufeisenförmigen Gletscherbruch ist noch bedeutend größer als die beiden linken Zuflüsse und dieser Teil dürfte schon noch deutlich über ein Jahrzehnt hinaus existieren.

Richtig ist aber, dass der untere Pasterzenboden im Verhältnis zu seiner Größe inzwischen viel zu wenig Eisnachschub bekommt und deshalb stetig absinkt wie das Wasser in einer Badewanne, aus der man den Stöpsel gezogen hat.
 
Das sehe ich ähnlich, allein wenn man sich die Mittelmoränen anschaut dürfte der rechte (nördliche) Zufluss bei weitem der Größte sein. Ich schätze mal das aktuell mer als 2/3 des Eisnachschubs über diesen Zufluss die Zunge speisen. Auch die größe des Einzugsgebietes ist größer das das der beiden anderen Zuflüsse zusammen.
Auf dem 2003er Bild kann man auch noch einen kleineren Zufluss unterhalb des Großglockners erkennen. Dieser ist auf den Bildern bei Google Earth noch knapp 60m Breit, in 2009 verschwunden.
 
bitte,bitte, lasst sofort alle Gletscher schmelzen und dann gibs ne Klimakatastrophe !! Bitte ! Ganz like the Day after tomorrow !


Oder was passiert wenns auf der Erde keine Gletscher mehr gibt ?
 
Was sollte dann passieren? Es wird wärmer sein als jetzt, der Meerespiegel ca. 70-80m Höher als heute und der Golfstrom wird ohne Gletscher erst recht wie eh und je seine Runden drehen.
 
ja aber zu viel süßwasser und so....

man ich will 2m schnee zu hause vor der haustür haben !
 
Wenn keine Gletscher mehr da sind dann kann auch nich mehr so viel Süßwasser in den Nordatlantik gelangen. Der schwächelnde Golfstrom ist nur eines von hunderten möglichen Szenarien, wie bei im Film wird es sicherlich niemals passieren.
 
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