Wer ist schuld ist in Eschede und in Kaprun die eine Frage. Die andere Frage ist wie man dafür sorgen kann das so etwas
NIE WIEDER geschieht. Wo sind die Denkfehler in den Entscheidungsketten gewesen? Warum wurden die Türen hydraulisch und nicht pneumatisch gesteuert? Und der Heizlüfter wurde nicht nachträglich eingebaut:
Spiegel 09.11.09 Nr 46 Seite 42 ff
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Muhr (der Gutachter) ließ die Züge nach Linz bringen, in eine Halle, und er bekam endlich den Heizlüfter aus dem "Gletscherdrachen", Modell Fakir Hobby TLB. Einen gewöhnlichen grauen Heizlüfter, der schon beim Bau der Züge 1994 ins Bedienpult montiert wurden, damit die Zugführer nicht froren. Fest stand: Der gleiche Heizlüfter hatte in der "Kitzsteingams" gebrannt, das Inferno ausgelöst.
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Also hat die Bahn neue Wagen bekommen von denen einer nach sechs Jahren in Rauch aufgegangen ist. Und der Heizlüfter war nach dieser Schilderung schon montiert.
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...Nach der KTZ (Kriminaltechnische Zentralstelle des Wiener Innenministeriums) nahm auch Muhr den Lüfter auseinander. Schon außen fand er etwas Rotes, Schmieriges, und innen das Gleiche: einen rötlichen Sirup Darin zahlreiche Fusseln, offenbar von der Mineralwolle, mit der Gletscherbahn-Techniker Hohlräume des Zuges ausgestopft hatten.
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Für Muhr keine Frage: Das Öl im Lüfter kam von den Leitungen; sie hatten geleckt, wahrscheinlich an den Anschlussstücken, .... Und deshalb war der Lüfter auch nicht in Flammen aufgegangen weil er Vielleicht einen Defekt hatte,....... Sondern weil von oben Öl hinein gelaufen war. ...
Das verwendete Hydrauliköl der Sorte Mobil Aero HFA wird Heute noch gerne für Schneekatzen genommen da es biologisch abbaubar ist. Es greift jedoch die Dichtungen an, hat jeder schon mal gesehen, die rosa bis roten Eisstücke auf der Piste. Des weitern ist dieses Öl in der Luftfahrt wegen seiner leichten Entzündbarkeit seit Jahrzehnten verboten! Verwendet wurde es angeblich wegen der hohen Temperaturunterschiede. Tal-Berg 10-15 Grad Differenz? Mehr wird es nur in den seltesten Fällen gewesen sein. Aber wenn der Flieger in Dubai bei +45 Grad im Schatten abhebt, auf 12000 Metern bei einer Außentemperatur von -45 Grad auf dem Weg ist und bei -20 in Moskau landet geht hier die Hydraulik auch noch. Es hat als andere Lösung gegeben.
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.....Tropfendes Öl also: Das währe ein Wartungsfehler der Gletscherbahn gewesen,... Ein Konstruktionsfehler .... , weil... den heissen Lüfter ausgerechnet unter den Ölleitungen montiert..... Ein Kontrollfehler des TÜV. Und ein Genenmigunsfehler des Wiener Vehrkehrsministeriums, zuständig für Seilbahnen. Tropfendes Öl: Das wäre ein Debakel für Österreich gewesen.
Aber genau das schrieb Muhr in sein Gutachten.
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(Es geht dann weiter im Text wie mit diesem Menschen umgegangen wurde. Er hat die Sache dann aufgegeben und sich in psychologische Behandlung begeben)
... Helmut Prader, damals Chef der Tiroler Landesstelle für Brandverhütung der Muhr als Hauptgutachter für die Brandursache ersetzte. Außerdem drei Professoren: Udo Gaishofer, Spezialist für Elektronik, Karl-Leopold Maurer, der sich um das Kunststoffgehäuse kümmern sollte, und Georg Wagner, Fachmann für Hydraulik.
Zunächst Wagner: Richter Seiss entnahm seinem Bericht, nichts spreche dafür, dass solche Ölleitungen undicht würden, Maurer wiederum, der Mann für Kunststofffragen, bescheinigte dem Lüfter feine Risse in der Rückwand - angeblich ein krasser Produktionsfehler bei Fakir. Deshalb sei auch die Aufhängung des Heizsterns gebrochen, der 600 Grad heiß werden kann. Und Gaishofer und Prader machten dann Versuche, bei denen heraus kam, dass der Heizstern bei gebrochener Aufhängung durchs Gehäuse torkeln kann. Angeblich so, dass er an die Rückwand schlug und der Lüfter feuer fing. Freispruch Österreich.
Es geht dann weiter wie das Öl noch vollständig entsorg wurde und der Feststellung das der Hersteller des Heizlüfters den Einbau in Fahrzeugen verboten hatte. Die Wagen der Standseilbahn wurden zu Fahrbetriebsmitteln erklärt. Das Urteil von Richter Seiss ist 372 Seiten lang und er soll darin auf keinen einzigen Fehler der Angeklagten eingegangen sein. Die Salzburger Staatsanwältin sagte zu den Freisprüchen:" Der liebe Gott hat das Licht nicht im tunnel ausgemacht, sondern als das Urteil verkündet wurde." Im September bestätigte das Oberlandesgericht Linz die Freisprüche.
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Damit hätte der Fall Kaprun am Ende sein können,.....
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155 Tote, ein tragischer Unfall, die Winterspiele in Kaprun müssen weitergehen.
Doch die Gletscherbahn machte einen Fehler: Sie zeigt Fakir an,.... Und womit offenbar keiner gerechnet hatte: Diesmal ging der Fall nicht vor ein österreichisches Gericht. Die Salzburger Staatsanwaltschaft,..., gab den Fall nach Deutschland ab.... Die Heilbronner Staatsanwaltschaft übernahm im November 2005 den Fall, das LKA (Landeskriminalamt) Begann mit den Ermittlungen. ...
Die Zweifel kamen schon mit dem Wichtigsten Beweismittel, dem Heizlüfter aus dem zweiten Zug. Als die Österreicher ihn rausrückten fehlte genau das Stück, an dem sie die angeblichen Schwachstellen gefunden hatten.
Ja wie geht das denn? Jemanden nach Hörensagen strafen wollen? Und weder Zeugen noch Beweise liefern? Und darüber hinaus sind durch den Einbau der mit einer Manipulation des Gerätes einher ging, alle Prüfzeichen erloschen. Das muß jeder Elektriker wissen! Und nur ein Elektriker darf elektrische Einbauten in solchen Fällen vornehmen wenn es nachträglich war oder wenn es, wie hier angenommen, beim Hersteller war, jeder Ingenieur. Und das VDE-Sigel, auf das sich berufen wurde, wird nie für Fahrzeuge vergeben. Und so wird die ganze Sache noch mal neu aufgerollt und festgestellt das in den Gutachten einig Fehler sind.
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....2007 stellten die deutschen Ermittler das Verfahren gegen Fakir ein; mit ihrem letzten Satz schickte das LKA zornige Grüsse nach Österreich: Vor dem Hintergrund der neuen Erkenntnisse "wäre ein andere Ausgang des Prozesses zu erwarten gewesen". So wie behauptet, könne es wohl kaum zur Katastrophe gekommen sein; dagegen sei durchaus "eine Brandentstehung möglich, wenn sich Hydrauliköl im Heizlüfterinneren befand".
Es folgten darauf Anzeigen gegen die oben genannten Gutachter an denen jetzt keiner mehr vorbei konnte. Herr Maurer, der Kunststoffspezialist gab an, seit 11 Jahren nicht mehr richt sehen zu können. Herr Wagner hatte dann nie behauptet das Hydraulikleitung immer 100% dicht sind, und Herr Geishofer hat die Beschriftung NICHT FÜR DEN EINBAU IN FAHRZEUGEN einfach übersehen. Und Herr Prader geht immer noch davon aus das für Fahrzeuge die gleich Regeln für die Elktoinstalation gelten wie für fest Bauten. Richter Seiss ist im Übrigen in seiner Freizeit in Salzburg Fremdenführer.
Und jetzt noch eine Anmerkung zu Eschede: dort wurde ein Vergleich geschlossen mit teilweise saftigen Geldstrafen. Aber nicht um die Sache aus der Welt zu schaffen sondern weil hier die Gutachter gesagt haben es gibt einen Fehler in der Konstrktion aber um diesen Fehler zu beweisen können bräuchten sie zwei bis drei Jahre.
de.wikipedia.org/wiki/ICE-Unglück_von_Eschede