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Lawinen 2012/13

Frage: ...to go, or not to go?

comp_img_1655umozt.jpg
 
Wie lange ist denn der Hang insgesamt? Seehöhe,Tageszeit, Exposition? Ist's ein vielbefahrener und von wann ist das Foto?

Etwas anderes, ich und meine Jungs machen zum Abschluss des Tages eigentlich immer ein paar Runden lvs suche. Obwohl es eigentlich immer der gleiche Ablauf ist passieren immer wieder unerwartete Sachen.
Heute zum beispiel waren meine Schnallen vom Rucksack komplett mit Schnee voll und gefroren. Hab da ewig gebraucht um die Dinger wieder aufzubekommen, im Ernstfall kann das böse enden, wenn da auch noch die Hektik usw dazukommt.
Bin nichtmal zum pieps rangekommen weil natürlich der Reißverschluss von der Jacke auch nicht runterging...
Also das Zeug nicht nur kaufen auch damit regelmäßig üben!
 
rush_dc schrieb:
Wie lange ist denn der Hang insgesamt? Seehöhe,Tageszeit, Exposition? Ist's ein vielbefahrener und von wann ist das Foto?

Kurzgesprochern:

Serfaus, Pezid, Seehöhe 2500 bis 2700, Hangexposition Nord. Im Hang selber liegen zwei schwarze Pisten, die von der sichtbaren Sprengbahn gesichert werden.

MFG Dachstein
 
Huppi schrieb:
Frage: ...to go, or not to go?

comp_img_1655umozt.jpg


Die Frage ist ja so nicht ganz zu beantworten, da brauchen wir dann schon nen zugehörigen Lawinenlagebericht.

Prinzipiell könnte man mal folgendes festhalten:
1. Wind hat definitv gearbeitet, aber wenn ich es richtig sehe, geht die Wechte am Grad weg vom Hang, d.h. er dürfte nicht als gesamtes eingweht sein, kleinräumige Triebschneepakete scheinen sich aber trotzdem gebildet zu haben.
2. Wenn das ganze im Einzugsbereich einer Piste ist erfolgt wohl regelmäßig eine Sprengung und man könnte es evtl mit einem ständig befahrenen Hang vergleichen.
3. Sektor Nord ist natürlich die kritsichste Hangexposition (zumindest im Hochwinter)
4. Steilheit des Hanges ist auf nem Bild natürlich schwer zu schätzen, am Rand ist er felsdurchsetzt und damit über 40 Grad steil - ob man den Rand mit in die Bewertung einbeziehen sollte hängt jetzt wieder von der Lawinenwarnstufe ab.

Für ne abschließende Beurteilung bräucht ich den zugehörigen LLB und damit infos zu Schnedecke und Wetter in den vorangegangene agen und auch die Frage was für eine Gruppe den Hang befahren soll müsste man noch beachten.
 
Interessant wäre auch noch ein Foto des gesamten Hangs, insbesondere auch des rechten Teils als möglicherweise (zumindest aus dieser Perspektive) Alternative (also im Bereich der ganz rechten Spur runter).
 
http://www.mittelbayerische.de/region/cham/cham/artikel/ottenzeller-stirbt-durch-lawine/872170/ottenzeller-stirbt-durch-lawine.html
Zwei Mitglieder einer Vierergruppe wurden am Samstag am Ärmighorn verschüttet. Ein 29-Jähriger aus Ottenzell überlebte das Unglück nicht.
http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/29jaehriger-Bergsteiger-von-Lawine-getoetet/story/31866681

http://www.rosenheim24.de/news/rosenheim-land/stephanskirchen/kitzbuehl-stephanskirchen-mann-von-lawine-verschuettet-und-gerettet-rosenheim24-2709068.html
Der Mann war gegen Mittag im Bereich Kuhkaser im Gemeindegebiet Jochberg unterwegs, als er kurz nach Beginn der Abfahrt vom Gipfel von einer Lawine erfasst wurde.
Da er nur etwa 20 Zentimeter unter der Oberfläche lag, konnten seine Begleiterin und zwei zufällig dazugekommene Tourengeher den Verschütteten innerhalb kurzer Zeit aus den Schneemassen befreien. Der Mann blieb unverletzt
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/3222978/toedliches-lawinenunglueck-obersteiermark.story
Ein junger Deutschlandsberger wurde am Freitag auf dem Seckauer Zinken in der Obersteiermark von einer Lawine verschüttet. Sein Begleiter konnte ihn ausgraben, für den 24-Jährigen kam aber jede Hilfe zu spät.

http://www.thelocal.fr/page/view/french-skier-dies-in-alps-avalanche
The man, reportedly from northern France, had been skiing off-piste on Sunday at Valloire in the department of Savoie (Savoy) when an avalanche engulfed him
http://alpes.france3.fr/2013/01/20/des-skieurs-ensevelis-dans-des-avalanches-valloire-savoie-et-auris-en-oisans-isere-184523.html
Sur cinq skieurs hors-pistes, trois ont été pris dans une première avalanche. Deux ont réussi à s'extraire mais le troisième est resté bloqué, ses skis pris dans la neige mais la tête à l'air libre. Une deuxième coulée s'est 'chargée' de l'ensevelir totalement!
Dank LVS recht schnell wieder ausgegraben ...
 
Eine gute und persönliche Stellungsname des Österreichischen Bergrettungsdienst zum Lawinenunglück im Lesachtal:

OFFIZIELLE STELLUNGNAHME des ÖBRD
Der Lawinenwarndienst des Landes Kärnten gab für diesen Tag und besonders für das betroffene Gebiet die Gefahrenstufe 4 (große Lawinengefahr) aus. Die gewählte Aufstiegsroute des Trios führte über nur mäßig steile Geländestufen, wo man bei guter Spuranlage immer unter einer Neigung von 35 Grad bleiben kann. (Wissenschaftlicher Hintergrund: Ein sehr wichtiger Schlüsselfaktor zur Vermeidung von Lawinenunfällen im freien Gelände ist die Steilheit. Generell gilt: Bei erhöhten Warnstufen ist alles mit Vorsicht zu genießen, was steiler ist als 30 bis 35 Grad.) Jedoch ist jener Bereich im Unfallgebiet, wo Lawinen von weiter oben und aus einiger Entfernung die Aufstiegsspur bedrohen, bis zu 42 Grad steil. Diesen ziemlich steilen und dadurch gefährlichen Einzugsbereich müsste man bei Warnstufe 4 berücksichtigen. Und das haben die drei Bergrettungsleute - aus welchen Gründen auch immer - nicht getan. Objektiv - aus der Sicht geltender Lehrmeinungen - haben die Bergretter mit ihrer Spur bei dieser hohen Warnstufe deshalb eine falsche Richtungsentscheidung getroffen, als sie den Nordkessel des Mittagskofel betraten. Diese Fehleinschätzung kostete ihnen schlussendlich das Leben. Von ihrem vermuteten Erfassungspunkt lösten sie ca. 270 Meter (!) oberhalb (mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Fernauslösung) ein Schneebrett aus, das sie alle verschüttete. Es handelte sich um ein sehr großes Schneebrett, das in großer Entfernung vom Standort des Trios abbrach. Sie hatten dennoch keine Chance seitlich zu entkommen, weil sich die Schneemassen mit großer Geschwindigkeit bewegten.

Der bei dem Unfall ebenfalls getötete Ortsstellenleiter der Bergrettung Lesachtal ging im Jahr durchschnittlich mehr als 80 Skitouren - allein in dieser Region- und kannte das Gebiet wie seine Westentasche. Gerade für uns Bergretter soll die Entscheidung unserer drei Kameraden, trotz Lawinenwarnstufe 4 eine solche Skitour in Angriff zu nehmen, eine eindringliche Warnung sein. Profis verlassen sich oft auf ihre eigene Erfahrung und ihr Einschätzungsvermögen. Die Beurteilung der Lawinengefahr ist und bleibt eine Einschätzung. Sie ist immer mit Unsicherheiten verbunden. In diesem Fall endete das mit einer Tragödie. Die Ermittlungen von gerichtlich beeideten Sachverständigen und der Alpinpolizei laufen noch, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist, wenn es in den Bergen Tote oder Verletzte gibt.

In tiefer Betroffenheit und Trauer gilt unser Mitgefühl der Familie, den Angehörigen und Freunden der drei Toten.

APPELL bezüglich Steilheiten, Warnstufen und Notfall-Ausrüstung:
Wir ersuchen die internationale bergsteigerische Community und alle Freerider, Variantenfahrer, Tourengeher (auf Ski, Snowboards oder Schneeschuehen) weiterhin und immer wieder dringend, sich fundiert mit den Grundlagen der Lawinenkunde zu beschäftigen. Ein Schlüsselfaktor ist dabei die Steilheit von befahrenem oder begangenem Gelände, aber auch die Steilheit von Bereichen, die (zum Teil weit) oberhalb von scheinbar sicherer Topografie liegen. Niemand sollte abgesicherte Wintersport-Gebiete verlassen, der/die nicht die empfohlene Sicherheits- und Notfallausrüstung mit sich führt. Unsere nun toten Bergrettungsleute aus dem Lesachtal waren in dieser Hinsicht perfekt ausgerüstet, wie es unseren Normen entspricht.
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Franz LINDENBERG (ÖBRD-Präsident), Otmar STRIEDNIG (ÖBRD-Landesleiter Kärnten),
Mag. Robert WEISS (ÖBRD-Rechtsreferent), Dr. Gernot KOBOLTSCHNIG & Gerald LEHNER (ÖBRD-Referate für Öffentlichkeitsarbeit)
 
An das hab ich auch gedacht, als ich sie mir durchgelesen hab. Generell bin ich der Meinung, dass man bei einer 4er Lawinengefahr alle Hänge oberhalb der Baumgrenze meiden sollte, höchsten ausgesteckte Skirouten sind meiner Meinung nach machbar, da regelmäßig befahren.

Gut war hier so gemeint, dass man einen persönlichen und direkten Schreibstil verwendet und versucht, das Ganze aufzuklären. Außerdem wird die Eigenverantwortung und die Selbstschuld erklärt, so dass es praktisch keine Entschuldigung für das Verhalten der verunglückten 3 Bergretter gibt.
 
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