Im Block vier des ukrainischen Atomkraftwerks will die Betriebsmannschaft ein Experiment durchführen. Eine Verkettung ungünstiger Umstände führt jedoch dazu, dass der Reaktor instabil zu werden droht. Der Computer warnt. Doch die Operateure ignorieren den Alarm, weil sie das Experiment nicht gefährden möchten und schalten ein weiteres Notkühlsystem ab. Sie drohen die Kontrolle über den Reaktor zu verlieren. Und jetzt zeigt sich ein Fehler in der Konstruktion, den man zuvor nie bemerkt hatte – mit fatalen Konsequenzen: Während der Notabschaltung schnellt die Leistung in die Höhe statt zu sinken. Jetzt gerät der Reaktor ausser Kontrolle – er beginnt zu schmelzen, der Grafitkern explodiert. Die Geräte spielen verrückt. Der Chefingenieur steht daneben und wiederholt stereotyp: «Wir haben alles richtig gemacht...das kann nicht sein ... wir haben alles richtig gemacht.» Er schickt zwei junge Operateure in den Zentralsaal, um nachzusehen, was los ist. Sie finden einen brennenden Krater und über ihnen den Sternenhimmel – um die gigantische Strahlung, die ihnen entgegenschlägt, kümmern sie sich nicht. Die beiden kehren in den Kommandoraum zurück und berichten, es sei alles zerstört. Der Chefingenieur weigert sich, ihnen zu glauben. Er befiehlt, der Kern müsse gekühlt werden: Siebzehn Stunden lang wird Wasser in den längst nicht mehr existierenden Reaktor gepumpt. Die Atomexperten, die am nächsten Morgen aus Moskau eingeflogen werden, glauben, was man ihnen sagt: Es gebe Schwierigkeiten, aber der Strahlenpegel sei normal. Es geht eine Weile, bis sie realisieren, was passiert ist – der Super-GAU. 31 Menschen sterben sofort. Eine radioaktive Wolke breitet sich über ganz Europa aus. Noch heute ist im Tessin radioaktives Cäsium aus Tschernobyl nachzuweisen (Pilze, Wild). Ansonsten werden die Folgen der Atomkatastrophe verharmlost und vertuscht: Der ukrainische Professor Bandazhevsky beispielsweise, der die Auswirkungen von Tschernobyl vor allem bei Kindern erforscht hat und von sehr hohen Opferzahlen ausgeht, sitzt seit Jahren im Gefängnis.