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Neues am Grossglockner Heiligenblut

Aus meiner Sicht ziehen die Verantwortlichen in Heiligenblut den Karren mit der aktuellen Teilschließung und dem Erwägen des Verkaufs von Anlagen nur tiefer in den Dreck. Bevor man dort schließt oder abschraubt, muss Intelligenz in eine deutliche Änderung der Gästeausrichtung investiert werden: Weg von deutschen und niederländischen Gästen, hin zu Wiener, Linzer und osteuropäischen Gästen, die eine weniger umständliche Anreise haben (siehe mein Post von S. 8 dieses Topics). So lange es kein entsprechendes Konzept und entsprechende Maßnahmen gibt, ist jede Diskussion um die Lift-Infrastruktur ein Sargnagel für die Weiterexistenz des Skitourismus in Heiligenblut.
 
Schade um das Gebiet, das geht meiner Meinung nach den Bach runter...

Vorallem die Sesselbahn abreisen zu wolllen - naja....
 
das Thomas Seitlinger (Tomas Group) einer dieser Investoren ist verwundert jetzt nicht, schließlich investiert die Gruppe gerade ordentlich in die bekritelte Bettenzahl.
 
Eine neue Bürgerinitiative zur Rettung der Fleiss wurde gegründet, außerdem scheinen Gespräche mit den Investoren Zustande zu kommen:
https://www.krone.at/3314051
 
Es gibt zwei große Kategorien dieser Tage in Heiligenblut, dem kleinen Dorf am Fuße des Großglockners.
Die Gewissheit und Ungewissheit.
Gewiss ist: Am Ostersonntag werden die Fleissbahnen, von den Einheimischen "Fleiss" genannt, ein letztes Mal heuer für den Skibetrieb geöffnet sein. Ungewiss ist: Ob die Lifte nicht wie durch ein (Oster)Wunder kommendes Jahr doch wieder öffnen.
"Wenn die Fleiss zu bleibt, ist dass das Ende des Wintertourismus in Heiligenblut", bringt es der Obmann des Tourismusverbandes, Erhard Trojer, auf den Punkt.
In der Saison 2008/09 nächtigten 160.000 Personen in Heiligenblut. Sogenannte Skier Days (Ersteintritt eines Skifahrers in den Lift pro Tag) gab es 193.000.
2022/23 waren es 100.000 Nächtigungen und 111.500 Ersteintritte. Die Logik der Bergbahnen: Mehr Betten, bedeuten mehr Skifahrer.
Spricht man mit Heiligenblutern wird die Ausgangslage erst gar nicht schön geredet. Zu sehr habe man sich auf die Großglockner Hochalpenstraße verlassen. Zu sehr darauf, dass die Gäste beim Vorbeifahren Richtung Großglockner auch in den Ort "fallen" würden. "Nur das haben halt die wenigsten getan und darauf haben sich viele Hoteliers ausgeruht", sagt ein Heiligenbluter, den man im Ortszentrum trifft.
Gewiss war durch dieses Hin und Her, dass in Heiligenblut den gesamten Winter über Ungewissheit herrschte. "Was soll man den Stammgästen denn sagen, wenn man selber nicht weiß, wie es weitergeht?", fragt Claudia Brandstätter, die gemeinsam mit ihrem Mann Klaus das Hotel Landgasthof Sonnblick betreibt.
Selbst Einheimische würden bei Fragen, etwa zu Investitionen, die Antwort erhalten: „Jetzt wart ma mal, ob der Lift aufsperrt.“
Der Plan, den Tellerlift für Kinder am Fallbichl wieder aufzubauen, löst nur Kopfschütteln aus. Viel ungeschützter seien die Kleinen dort, ganz abgesehen vom Wind.
Quelle: Wo trotz Schneesicherheit bald kein Skilift mehr fahren soll
 
Ich trau mich zu sagen das die Fleiss auch nächstes Jahr wieder in Betrieb gehen wird, der Imageschaden war heuer groß genug.
Ich hoffe ich täusch mich nicht. Ich vermute dem Schröcksnadel Clan geht es einzig und allein darum noch soviel Kohle wie möglich rauszupressen
 
Harzwinter schrieb:
..., muss Intelligenz in eine deutliche Änderung der Gästeausrichtung investiert werden: Weg von deutschen und niederländischen Gästen, hin zu Wiener, Linzer und osteuropäischen Gästen, die eine weniger umständliche Anreise haben (siehe mein Post von S. 8 dieses Topics). So lange es kein entsprechendes Konzept und entsprechende Maßnahmen gibt, ist jede Diskussion um die Lift-Infrastruktur ein Sargnagel für die Weiterexistenz des Skitourismus in Heiligenblut.

Diese Einschätzung teile ich nicht
1. Der deutsche Markt ist so groß, dass er nicht von anderen Märkten überwiegend ersetzt werden kann
2. Deutschland besteht nicht nur aus dem Westen sondern auch aus einem östlichen Teil, und von dort aus ist es nicht so viel umständlicher nach Heiligenblut als z.B. ins Tiroler Oberland, womöglich sogar schneller
3. Die Geographie hat sich nicht verändert und vor 20 Jahren waren es noch ca. 60% mehr Gäste. Also liegt das Problem nicht in der Erreichbarkeit, die früher auch so wie heute war, sondern in der Attraktivität im Vergleich zu andern Gebieten. Da hat Heiligenblut verloren durch unterlassene Investitionen.
4. Die Erreichbarkeit spielt bei genügend Wochengästen nicht die zentrale Rolle bei der Gebietsauswahl. Wenn doch wären Gebiete in Südtirol (Hochpustertal, Sulden, Ahrntal, Arabba etc.) nicht deutlich erfolgreicher.

Also muss das Gebiet wieder attraktiver werden, und hat durch seine Höhenlage im Klimawandel einen großen Vorteil. Während es in den Kitzbüheler Alpen an Weihnachten öfters regnet schneit es dort oder bleibt trocken. Das nutzt aber nichts, wenn die Pisten überwiegend wegen Schneemangel geschlossen sind. Liftkapazität und Pistenfläche sind zunächst ausreichend aber müssen voll nutzbar sein in der Saison. Das muss als erstes sichergestellt werden.

Dann sollte eine Verbesserung der Pkw-Erreichbarkeit hergestellt werden. Das alte (zu) enge Parkhaus ist zu weit weg von der Gondel, die Parkplätze an der Mittelstation nicht für jeden eine attraktive Alternative und das Bussystem nur für die Hauptortsteile brauchbar. Bei der dispersen Siedlungsstruktur dort kann nicht alles per Bus erschlossen werden.
 
Der Vergleich der Erreichbarkeit mit Tirol geht vielleicht von Passau aus zu Gunsten von Heiligenblut aus, aber die Masse der Deutschen kommt über München oder westlich davon, da funktioniert das nicht. Und außerdem, mit welchem Skigebiet im Tiroler Oberland kann Heiligenblut denn mithalten? Das ist einfach kein passender Vergleich.

Was Südtirol angeht, natürlich fahren da auch viele Deutsche hin, aber auch hauptsächlich in die großen Gebiete, aber von Italien aus ist das nicht so schlecht erreichbar.

Dass nicht viel investiert wurde stimmt sicher, aber was hätte man den noch groß machen können. Klar, die Schareckbahn hätte längst ersetzt werden müssen, und der Viebühel Lift auch, aber größer würde das Gebiet dadurch auch nicht. Das Hauptproblem ist die Größe, die für halbwegs anspruchsvolle Wochengäste nicht ausreicht gepaart mit der isolierten Lage. Das nächste Skigebiet dürfte Lienz sein, und das ist erstens auch sehr klein und zweitens schon wieder 45 min Autofahrt. Wenn ich das jetzt mit Lienz vergleiche (was aber auch nicht gerade der topp Skiort ist), dann ist man von dort aus halt auch in einer halben Stunde in Matrei oder Sillian. Matrei ist sogar mit dem Bus ganz gut zu erreichen. Das alles geht von Heiligenblut aus nicht, obwohl es im gleichen Ticketverbund drin ist.
 
Welcher Ticketverbund ist das denn eigentlich, wo die drei drin sind?
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Dass nicht viel investiert wurde stimmt sicher, aber was hätte man den noch groß machen können. Klar, die Schareckbahn hätte längst ersetzt werden müssen, und der Viebühel Lift auch, aber größer würde das Gebiet dadurch auch nicht. Das Hauptproblem ist die Größe, die für halbwegs anspruchsvolle Wochengäste nicht ausreicht gepaart mit der isolierten Lage. Das nächste Skigebiet dürfte Lienz sein, und das ist erstens auch sehr klein und zweitens schon wieder 45 min Autofahrt. Wenn ich das jetzt mit Lienz vergleiche (was aber auch nicht gerade der topp Skiort ist), dann ist man von dort aus halt auch in einer halben Stunde in Matrei oder Sillian. Matrei ist sogar mit dem Bus ganz gut zu erreichen. Das alles geht von Heiligenblut aus nicht, obwohl es im gleichen Ticketverbund drin ist.

Ebenfalls noch im Mölltal und damit nicht allzu weit entfernt (unter 1h Fahrtzeit) liegen das gleichnamige Gletscherskigebiet (45 Min), der Ankogel, und weitere Tallifte. Eine knappe Stunde braucht man nach Spittal an der Drau (Goldeck), zum Weißensee (Naggler Alm) oder nach Kötschach-Mauthen. Ja, das sind alles keine Wintersportdestinationen a la Kitzbühel oder zumindest a la Turrach/Nassfeld, um im Kärntnerland zu bleiben, aber für Tagesausflüge gibt es genug Ski-Örtchen rundherum. Und wie du selbst gesagt hat, gibt es in Lienz und Umgebung ebenfalls noch Alternativen. Der Punkt ist eher, dass Heiligenblut allein für viele Gäste nicht genügend bietet - seien es Pistenkilometer, moderne Aufstiegshilfen oder sonstige Zusatzangebote. Viele fragen sich: "Warum beispielsweise eine Woche Skiurlaub in Heiligenblut buchen und dann an jeden zweiten Tag ein anderes Skigebiet in der Umgebung besuchen (weil das Angebot in Heiligenblut nicht ausreicht) und nicht gleich eine Woche am Nassfeld/auf der Turrach/am Katschberg/in BKK/oder in einer zentral gelegenen Stadt wie Villach nächtigen und halt einmal einen Abstecher nach Heiligenblut machen?"
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Der Vergleich der Erreichbarkeit mit Tirol geht vielleicht von Passau aus zu Gunsten von Heiligenblut aus, aber die Masse der Deutschen kommt über München o

Ab München (A9 und östlich) sind die Unterschiede so klein, dass sie bei einer Woche nicht mehr entscheidend sind.

Seilbahnjunkie schrieb:
Klar, die Schareckbahn hätte längst ersetzt werden müssen, und der Viebühel Lift auch, aber größer würde das Gebiet dadurch auch nicht. Das Hauptproblem ist die Größe, die für halbwegs anspruchsvolle Wochengäste nicht ausreicht
Nein, die Lifte sind nicht das Problem. Die Kapazität reicht derzeit locker und sie funktionieren halbwegs zuverlässig. Ich habe auch nie jemanden gehört, der sich über die Lifte beklagt hätte.
Das Problem ist, dass an Weihnachten fast immer und auch danach die Hälfte der Pisten am Schareck nicht offen sind und danach auch die unbeschneiten Pisten Schareck - Rossbach teils in einem grenzwertigen Zustand sind. Hochfleiß öffnet(e) meist erst Ende Januar obwohl die Skiroute dort in der Mulde Schnee hat. An der Skiroute Kasereck gibt es eine Stelle da fehlt es fast immer an Schnee. Fleiss unten ist auch nur eine Piste beschneit und an Weihnachten offen. Die andere kann auf Naturschnee fahrbar sein da in Muldenlage aber nicht für regulären Pistenbetrieb. Würde man das alles von Weihnachten bis Ostern bei guten Bedingungen geöffnet kriegen wären die Gäste wieder deutlich zahlreicher da.
Und dann noch die Erreichbarkeit per Pkw zu verbessern würde es attraktiver machen, in den Weilern und Gemeinden außerhalb zu wohnen so dass auch damit mehr Übernachtungsgäste angezogen werden. Und Tagesgäste ebenso.
 
Das war ja genau mein Punkt. Ich fahr doch nicht in den Skiurlaub um dann wieder fast jeden Tag 1,5 - 2 h im Auto zu sitzen. Klar, ich fahr noch viel länger, aber dafür zahl ich keine Unterkunft.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Dass nicht viel investiert wurde stimmt sicher, aber was hätte man den noch groß machen können. Klar, die Schareckbahn hätte längst ersetzt werden müssen, und der Viebühel Lift auch, aber größer würde das Gebiet dadurch auch nicht. Das Hauptproblem ist die Größe, die für halbwegs anspruchsvolle Wochengäste nicht ausreicht gepaart mit der isolierten Lage.
man hätte einiges machen können, siehe mein vorposting
https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5436897#p5436897
 
Ein paar aktuelle Infos:
https://www.krone.at/3428478
Anscheinend befindet man sich jetzt doch in Gesprächen mit der Investorengruppe und hofft noch auf eine Lösung, den Skibetrieb MIT der Fleiß fortführen zu können.
 
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