Stadler setzt sich weiter für Pitztaler Talabfahrt ein
Eine positive Bilanz zieht die Pitztaler NR Astrid Stadler. Doch die größte Enttäuschung war das Nein zur Talabfahrt.
Sommerpause, das gibt es für die Pitztaler Parlamentarierin nicht: Über die ansonsten freien Sommermonate sitzt sie als Stellvertreterin dem Bawag-Untersuchungsausschuss vor. Es gelte, die Chronologie der Ereignisse aufzuarbeiten. Und dann im Herbst - "im Oktober wäre es sinnvoll" - solle der Nationalrat gewählt werden.
Am Freitag legte Stadler Bilanz über das vergangene Halbjahr im Nationalrat und des EU-Vorsitzes. Eine positive, wie sie überzeugt ist: von der Dienstleistungs-Richtlinie über den Post-Börsegang, Anti-Doping-Gesetz und Zivildiener-Verpflegung bis hin zum Spatenstich für den Erkundungsstollen des Brennerbasistunnels.
Entwicklung im Pitztal
Landespolitisch liegt der Arzlerin natürlich das Pitztal am Herzen und das Nein zur Talabfahrt im Magen. Wobei sie auch mit Kritik an den eigenen Regierungskollegen in Tirol nicht hinter dem Berg hält: "Alle zuständigen Regierungsmitglieder haben sehr, sehr positive Signale ausgesandt." Für sie selbst sei das wieder eine Verzögerung, aber noch nicht das Ende der Pläne am Gletscher: "Man muss jetzt alles daransetzen, Möglichkeiten zu schaffen, damit es doch noch eine Talabfahrt gibt."
Diese sei nicht nur für den Sicherheitsaspekt wichtig, sondern auch für die künftige Entwicklung des gesamten Tales: "Der Zusammenschluss und die Talabfahrt sind wichtig, damit das Pitztal am Tourismusmarkt bestehen kann." Außerdem werde die Talabfahrt auch für den Baustellen-Verkehr gebraucht, wenn es zu einem Zusammenschluss mit den Ötztaler Gletscherbahnen kommen sollte.
"Nicht zweierlei Maß"
Es sei "eine schwierige Argumentation", ist Stadler überzeugt: "Die Erweiterung im Skigebiet wird negativ beurteilt, aber für den Speicher im Taschach wäre man bereit, ein Gesetz zu ändern." Sie habe das Gefühl, "dass die Grundeinstellung im Tal zum Taschachspeicher nicht negativ ist. Aber man muss überall das gleiche Maß ansetzen." Das Wirtschaften müsse in allen Bereichen noch möglich sein.
In Sachen Talabfahrt "hätte man das Projekt besser begleiten sollen. Aufzeigen, was möglich ist und was nicht." Nun sei der Ärger groß. Ob man für ein neues Projekt das Gesetz wiederum ändern müsste, bezweifelt die Parlamentarierin.