LRin Hosp löst Problem Pitztal: Notweg statt Piste
"Wenn alle Gesetze eingehalten werden, ist diese Lösung vorstellbar", sagt der Landesumweltanwalt zum Kompromiss für das Pitztal.
Die unendliche Geschichte rund um die geplante Talabfahrt vom Pitztaler Gletscher neigt sich dem Ende entgegen. Der am Dienstag ausverhandelte Kompromiss soll von den Pitztalern bei der Bezirkshauptmannschaft noch diese Woche eingereicht werden. Es folgt ein naturschutzrechtliches Verfahren, das binnen weniger Tage erledigt sein dürfte.
Auslöser für das plötzliche Tempo war eine Entscheidung der obersten Seilbahnbehörde im Verkehrsministerium. Wie die Tiroler Tageszeitung exklusiv berichtete, drohte die Behörde, die neuen Seilbahnen am Pitztaler Gletscher nicht aufsperren zu lassen, sollte es keine entsprechenden Fluchtwege für die Skifahrer und Snowboarder geben.
Die zuständige Landesrätin Anna Hosp ortete Handlungsbedarf und handelte jetzt einen Kompromiss aus. Demnach wird es keine Talabfahrt in Form einer Skipiste, sondern einen Notweg geben. "Dieser Weg ist weniger breit und steil als die geplante Piste. Er berührt weder Gletscher noch Moränen", erläutert Hosp den Vorschlag gegenüber der TT.
Dieser Weg sei nicht UVP-pflichtig, es brauche ein naturschutzrechtliches Verfahren, sagt die Landesrätin. Vorsichtige Zustimmung zu dieser Variante signalisierten auch der Alpenverein und der Landesumweltanwalt.
"Wenn die Gesetze eingehalten werden, haben wir nichts dagegen. Vorher wird genau geprüft", lautet der Tenor der Naturschutzorganisation und von Sigbert Riccabona.
Die Talabfahrt ist aber nur ein Mosaikstein zu einer Gesamtlösung für das Skigebiet Pitztaler Gletscher. Bekanntlich wollen die Betreiber auch eine neue Bahn auf den Linken Fernerkogel und in weiterer Folge ist auch ein Verbindungslift zum Ötztaler Gletscherskigebiet geplant.
"Diese beiden Vorhaben sind ohne Umweltverträglichkeitsprüfung sicher nicht durchführbar", stellte Naturschutzlandesrätin Hosp klar. Sollte eine solche UVP-Prüfung positiv ausgehen, seien beide Varianten für die Tiroler Politik vorstellbar.