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Neues am Pitztaler Gletscher

Erfreulich, dass die Bauarbeiten und Abnahmen so glatt gegangen sind. Dann haben sie für Abfahrt zum Gletschersee aber noch ordentlich beschneit. Bisher sah es ja nicht so rosig aus, ebenso im Bereich der Mittelbergjochabfahrten.
Ich werde die neuen Bahnen dann April/Mai/Anfang Juni mal testen, dann passts auch mit dem Schnee.
 
Heute ist einem Touristik-Boss mal wieder was rausgerutscht, das den Umweltschützern wieder einiges an Auftritt geben wird... DiePresse.com

"Keine neuen Gletscherskigebiete"
VON GERHARD HOFER (Die Presse) 23.11.2006
Tourismus. Der Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Hans Schenner deklarierte sich als Umweltschützer: Sehr zum Leidwesen der Tourismuswirtschaft, sehr zur Freude des Alpenvereins.

WIEN. "Ich bin dagegen, dass man Gletscherskigebiete neu erschließt." Mit diesem Satz trat Hans Schenner, Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer und Hotelier am Arlberg, am Mittwoch eine kleine Lawine los. Denn in Windeseile hagelte es Kritik von der Wirtschaft: Also jenen, die Schenner eigentlich vertritt. Umgekehrt erhielt der Unternehmer großes Lob von Umweltschützern: Und das passiert einem Tourismus-Funktionär auch nicht alle Tage.

Empört über Schenners Aussage zeigte sich etwa der Geschäftsführer der Pitztaler Gletscherbahnen Willi Krüger. Seine erste Reaktion: "Da fehlen mir die Worte." Krüger äußerte sich schließlich doch unmissverständlich: "Eine derartige Aussage von einem Tourismus-Funktionär ist absolut verzichtbar", sagte er zur "Presse". Für Krügers Unternehmen komme ein Ausbauverbot einer wirtschaftlichen Katastrophe gleich. Denn erklärtes Ziel der Pitztaler Gletscherbahnen ist ein Zusammenschluss mit dem Skigebiet von Sölden. Dafür müssten neue Gletscher erschlossen werden.

Kategorisch gegen das "Anpatzen" neuer Gletscher ist Peter Hasslacher vom Österreichischen Alpenverein. Der Umweltschützer und Raumplanungs-Experte zollt Schenner Lob. "Ich kann dem nur beipflichten", betont Hasslacher. Schenners Aussage zeuge von Weitblick. Schließlich würden die Gletscher im Zuge der Klimaerwärmung ohnehin schwer in Mitleidenschaft gezogen. Eine zusätzliche Belastung durch den Tourismus würde das Problem nur vergrößern.

Doch eben diese Klimaerwärmung ist auch der Grund, warum die Tourismuswirtschaft ihr Heil in den hochgelegenen Gletscherregionen sucht. "Es gibt die Tendenz, in die Höhe zu gehen", sagt Krüger. "Und deshalb muss es für die bestehenden Gletscherskigebiete auch weitere Ausbaumöglichkeiten geben." Schließlich sei man als Unternehmen den Gästen verpflichtet. Und diese würden immer höhere Ansprüche stellen. Ansprüche, denen die Pitztaler Gletscherbahnen heuer mit dem Bau einer modernen Achter-Gondelbahn und eines Sechser-Sessellifts nachkommen möchten. Die 17 Mio. Euro teure Investition sorgte für Riesenwirbel bei Umweltschützern und Politikern. Dabei wurden in diesem Fall nur alte Liftanlagen durch moderne ersetzt. Ursprünglich wollten die Gletscherbahnen auch eine neue Abfahrt errichten. Dies wurde aber vereitelt. Das Projekt bestand die Umweltverträglichkeitsprüfung nicht.

Für Umweltschützer Peter Hasslacher ist der Pitztaler Gletscher nicht der einzige, der touristisch neu erschlossen werden könnte. Er verweist etwa auf den Kaunertaler Gletscher. Auch dort gebe es Pläne, Skifahrern neue Gebiete zugänglich zu machen. Dagegen kämpft der Alpenverein an. Umso erfreulicher sei es, dass ein Wirtschaftskammer-Funktionär nun "im Sinne des Alpenvereins argumentiert", meint Hasslacher.
 
Nee, warum denn? Als ich
(...) Hans Schenner, Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer und Hotelier am Arlberg
gelesen habe, war mir alles klar. Ganz logisch das er der Konkurrez schaden will. Ich glaube das wir alle noch sehr gut in Erinnerung haben, das sich der 'Liftkaiser' von Stubai (Namemomentanvergessen) mehrmals gegen die Wiedererschliessung der Mutterer Alm ausgesprochen hat - warum wohl :wink: ?
 
Dazu der bericht von Tirol.com

Bezirkshauptmannschaft verhängt Baustopp im Pitztal
Die Pitztaler Gletscherbahnen legen sich wieder mit den Behörden an. Obwohl die Genehmigung fehlt, ist im Gletscherbereich gebaut worden.

Per Telefon wurde der Baustopp veranlasst.
Bild: TT/Perktold




Die Ratrakspuren sind deutlich zu sehen. Zwischen den neuen Gletscherliften und dem geplanten Notweg am Pitztaler Gletscher wurde gearbeitet. Genehmigung gibt es dafür keine. Zudem seien Gletscherspalten mit abgesprengtem Felsmaterial gefüllt worden, kritisiert der Landesumweltanwalt.

Beweisfotos liegen vor

Entsprechende Beweisfotos liegen den Behörden vor. Gesternabend trat die BH Imst auf den Plan. Per Telefon wurde der Baustopp verhängt, heute Vormittag der Bescheid zugestellt. Mit bis zu 40.000 Euro Strafe im Wiederholungsfall müssen die Bergbahnen rechnen.

Genehmigung nachreichen

Das dürfte sie wenig beunruhigen. Der Prokurist der Gletscherbahnen, Willi Krüger, gibt zwar zu, dass Gletscherspalten befüllt wurden - allerdings mit Schnee. Man habe mit dem Radrak lediglich die Arbeiter hin und hergefahren.

Von Bauarbeiten im engeren Sinn will Kürger nichts wissen. Die Genehmigung müsse man eben nachreichen.


Von Anita Heubacher
23.11.2006
 
P1110745.sized.jpg


also dabei würde ich auch nicht von Bauarbeiten im engeren Sinn sprechen. Viel eher von Bauarbeiten im ganz weiten Sinn :x

eigentlich könnte man seitens der Pitztaler doch wenigstens mal die Größe besitzen mit dem Leugnen des Offensichtlichen aufzuhören. Sollens doch sagen dass sie ne Talabfahrt bauen. Das Kind ist doch schliesslich eh schon in den Brunnen gefallen.
 
Die 'never ending Story' Talabfahrt Pitztal geht weiter :lol: ! Einige haben wohl wirklich nicht bessers zu tun, oder (und damit meine ich keinesfalls uns hier im Forum)? Und gleich wieder mit zwei klaren Lügen von beiden Seiten:
Zudem seien Gletscherspalten mit abgesprengtem Felsmaterial gefüllt worden, kritisiert der Landesumweltanwalt.
Sagt mal, ist der Landesumweltanwalt wirklich blöd oder tut er nur so? Oder haben die Medien wieder mal was falsch interpretiert? Es ist klar und deutlich zu sehen, das die Spalten mit Schnee und Eis gefüllt worden sind - kein normaler Mensch würde abgesprengte Felsen von unten auf den Gletscher transportieren und sie dort in die Spalten kippen, wenn man einfach Schnee hinen schieben kann.

Andererseits:
Man habe mit dem Radrak lediglich die Arbeiter hin und hergefahren.
- diese Aussage lasse ich lieber unkommentiert. Oder nein, Moment mal, er hat nicht gesagt rauf und runter (etwa zur Baustelle), nein, er sagte hin und her - das trifft eigentlich sogar zu :rofl:
 
Also ich finde die Aufregung mittlerweile auch mehr als peinlich, der Weg wird gebaut, und braucht halt auch einen Zugang, sonst ist er sinnlos.
 
wbiba schrieb:
eigentlich könnte man seitens der Pitztaler doch wenigstens mal die Größe besitzen mit dem Leugnen des Offensichtlichen aufzuhören. Sollens doch sagen dass sie ne Talabfahrt bauen. Das Kind ist doch schliesslich eh schon in den Brunnen gefallen.
Eine Seite weiter vorne bemängelt jemand daß die Pitztaler auf ihrer Webseite nirgends von einem "Notweg" schreiben sondern überall von einer "Talabfahrt"... :roll:

Wenn der Gletscher in besagtem Bereich nicht so großflächig planiert worden wäre würden wahrscheinlich demnächst reihenweise die Skifahrer in die Spalten purzeln, und da wollte ich dann auch nicht den öffentlichen Aufschrei hören daß der Notweg nicht anständig gesichert sei.
 
Gratulation an die PGB, dass sie die zwei Anlagen trotz allen Schickanen rechtzeitig eröffnen konnten.

Der ganze andere Schmarrn der da abgaht ist keines Kommentars mehr würdig.
 
tirol.ORF.at

Wieder Baustopp am Gletscher
Ohne Genehmigung haben die Pitztaler Gletscherbahnen eine Verbindung zwischen dem künftigen Notweg und dem Skigebiet präpariert - mit Pistenfahrzeugen offenbar Spalten zugeschüttet und eine Spur gezogen.

Die Bezirkshauptmannschaft Imst hat die illegalen Arbeiten jetzt untersagt - und eingestellt. Bei den Gletscherbahnen will man jetzt eine naturschutzrechtliche Bewilligung nachholen.


Bauarbeiten ohne entsprechende Genehmigung
Zuerst die Arbeiten durchführen - und dann vielleicht fragen. Das ist offenbar die Devise der Pitztaler Gletscherbahnen. Das neue Sicherheitskonzept sieht ja einen Notweg ins Tal vor - der an sich schon umstritten ist. Für den Notweg haben die Gletscherbahnen aber immerhin eine Bewilligung.

Nicht aber für eine Verbindung zwischen Notweg, der erst unter der Gletscherzunge beginnt, und dem eigentlichen Skigebiet am Gletscher.
Für eine solche Verbindung haben die Betreiber jetzt einfach eine Spur gezogen - mit Pistengeräten. Und auch gleich die Gletscherspalten in dem Bereich mit Eis und Schnee zugeschüttet.

Das ist vollkommen illegal, weil es keine naturschutzrechtliche Bewilligung gibt, wie jetzt die Bezirkshauptmannschaft festgestellt hat. Sie hat weitere Arbeiten per Bescheid am Mittwoch strikt untersagt.

Arbeiten bereits abgeschlossen
Gletscherbahnen-Chef Willi Krüger bestreitet die illegalen Arbeiten am Gletscher heute auch nicht. Man werde jetzt halt im Nachhinein um eine Genehmigung ansuchen. Die Einstellung der Arbeiten sei aber nicht weiter schlimm - die Verbindungsspur sei ja schon fertiggestellt. Die Gletscherbahnen haben also einfach vollendete Tatsachen geschaffen.

Also ich finde für diese Aktionen nicht wirklich Worte... :roll: Sind die Pitztaler wirklich dermaßen blöd, dass sie glauben es kommt eh niemand drauf, oder sind denen die 40.000 oder 100.000 oder 200.000 Euro Strafe einfach egal?? (Ich persönlich glaub eher letzteres, die werden das bei den Baukosten gleich einkalkuliert haben...)

Eine Frage aneventuelle Juristen hier im Board: Haben diejenigen, die diese Bauarbeiten anordnen mit strafrechtlichen Folgen für sich selbst als Person zu rechnen, oder gibt´s da nur die Möglichkeit die Firma zu Geldstrafen zu verdonnern? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich das jetzt immer gefallen lassen wird... ist ja jetzt glaub ich schon das dritte Mal innerhalb von 2 Monaten.
 
Dachstein schrieb:
Ohne Genehmigung haben die Pitztaler Gletscherbahnen eine Verbindung zwischen dem künftigen Notweg und dem Skigebiet präpariert

Imo wurde ein Notweg vom Skigebiet ins Tal genehmigt, und dass man da über den Gletscher muss, sollte eigentlich jedem klar sein. Auch der BH.

MFG Dachstein

^^ Ich glaube, dass das auch keiner bestreitet, das man den Notweg erreichen muss. Aber die Planierungsarbeiten (starlis Bild ist dazu gut zu nehmen) sind schon enorm und gehen m.E. über das eigentliche Maß hinaus, um nur im NOTfall den NOTweg erreichen zu müssen. Oder?

Auf dern ersten Blick sieht das für mich eher dannach aus, als ob man eine stänige Piste provozieren will, koste es was es wolle.
 
Es kann doch nicht im Sinne der Naturschützer sein, daß der Notweg gecancelt wird und dadurch der Skibetrieb oben nicht stattfinden kann. Dem Tourismus geht es mehr oder weniger beschissen und die ganze Region hätte darunter zu leiden, wenn das Pitztal (jetzt mal ganz ganz weit hergeholt) sogar pleite an der Sache gehen würde. Die Lösungen hätten anders gefunden werden müssen. Ich denke mal bis es richtig losgeht wird es wie folgt ausgehen, da die Leute da oben ja nicht doof sind. Der Notweg wird in den nächsten Wochen fertiggestellt, wenn die Pitztaler nicht vollkommen durchdrehen sollten sie auch auf ihrer Homepage und überall sonst auch nur noch davon reden, daß es ein Notweg für Ausnahmesituationen ist. Ich persönlich hätte natürlich nix gegen eine Talabfahrt. Natürlich soll die Natur bewahrt werden, gleichzeitig soll sie auch den Menschen näher gebracht werden. Ist dann eine Piste durch ein einsames Tal denn soooo schlimm??? Btw. gibs was neues wegen dem Zusammenschluss mit Sölden?
 
Ich glaub jemand sollte sich das alles mal notieren und nen Drehbuch draußmachen....
"Das Oberländer Bauerntheater aus dem schönen Tiroler Pitztal"!!!

Und damit dann auf Tournee gehen... Ich sag nur der Herr Schüssel, der seinen Posten nicht loslassen will... Ich könnte mir vorstellen, daß das ein Kassenschlager werden könnte...
Ich müsste mal einen mir gut bekannten Wiener Theater-Regieseur fragen, ob er das nicht inszinieren möchte....

Also ich glaub jedes weitere Wort ist dort zuviel.....
 
Fiescher schrieb:
Ich müsste mal einen mir gut bekannten Wiener Theater-Regieseur fragen, ob er das nicht inszinieren möchte....

mach das, aber lass blos seine frau in ruhe! :wink:

pano_mittelstation_500.jpg


^^ aber fix sind die pitztaler allemal! haben sie doch glatt in ihr "altes" bild die neue mittelstation reingemalt.... :lol: :lol:

quelle: www.pitztaler-gletscher.at
 
Also diese Photomontage ist ja unglaublich! Bei diesem Eisstand hätte man die Bahn wohl gar nicht bauen können...

Zur anderen Geschichte:
die "Notweg"-Genehmiger sind echt seltsam. Irgendwie muss man ja dorthin vom Skigebiet kommen. Das Moränengelände war ihnen ja auch zu wertvoll.
Und wie bereits gesagt wurde: wir wissen ja, wie wenig sich leider viele Skifahrer an Absperrungen auf Gletscherpisten halten - nur, wenn in diese Riesenspalte einer reinfällt, der ist weg. Und sobald so etwas passiert, gibts auch von allen Seiten einen Riesenaufschrei: ihr habt euren "Notweg" nicht gescheid gesichert.

Ansonsten: echt bestes Bauerntheater bzw Satire à la Polt & Co: "Arbeiter hin und her gefahren" ist echt eine geniale Begründung! :D
 
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