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Neues am Pitztaler Gletscher

Hmm, eine weitere Folge unserer spannenden Fortsetzungs-Tragikkomödie.

Ich weiß zwar nicht, warum der Wiener Umweltsenat ausgerechnet jetzt dem Tiroler Landesumweltanwalt Recht gibt - der arme Herr Riccabona wird hier in eine Rolle versetzt, die ihm, glaube ich, gar nicht zukommt: als Alleinverhinderer großartiger Maßnahmen, denen er sich als einzelner, bureaukratischer, weltfremder Paragraphenreiter entgegensetzt, während alle anderen dafür sind und alles für soweit gut befinden. :D

Warum wird hier nicht der folgende Fall in Erwägung gezogen? Die nachträgliche UVP ergibt, dass die Eingriffe möglicherweise so schlimm doch nicht sind, wie einige Augenzeugen das bereits angedeutet haben, und die rein rechtliche Genehmigung wird ex-post erlassen. Ende der Fahnenstange.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es weder einen Betriebsstopp für die neuen Bahnen (warum egtl. gerade für die?), noch eine Renaturierung des "Notwegs", und schon gar keinen Rückbau der neuen Anlagen geben wird. Das ist übertriebene Panikmache, um berechtigten Gegenargumenten das Wasser abzugraben.

Was die 2000 Personen-Beschränkung betrifft, so ist diese doch nicht sicher auf dem Mist des Umweltanwalts gewachsen und tangiert das Öko-Argument ja in keiner Weise. Wenn ich als Betreiber mit dem Sicherheitsargument meine Talabfahrt, 2. Zubringerbahn und Skigebietserweiterung durchsetzen möchte, sollte ich mich nicht wundern, wenn die Gegner dieser Vorhaben eben dort mit ihrer Kritik ansetzen. Wenn es nur um die Sicherheit ginge und - wegen mir - um die Erhöhung der Zubringerkapazitäten hätte man sich doch möglicherweise auf die angedachte Seilbahntrassierung aus dem Jahr 1979 einigen können (oberirdische Bahn über den Mittagskogelgrat). Damit wäre das Griestal aus dem Spiel gewesen.
Wie GMD aber oben richtig festgestellt hat, hat man eben gepokert, in der Hoffnung das Gesamtpaket der Erweiterung und des Zusammenschlusses mit Sölden in einem Aufwasch durchsetzen zu können - unter zu Hilfenahme des seit Kaprun ja durchaus virulenten Sicherheitsgedankens.

Einig sind wir uns hier über den farceartigen Charakter dieses Endlos-Rechtstreits, bei dem egtl. keiner der Akteure gut aussieht.
Was uns hier in der Forums-Gemeinschaft eher trennt sind Grundsatzfragen, wie:
- sind skitechnische Erschließungen immer und überall an jedem Standort wünschenswert und sinnvoll?
- soll und muss es Endausbaugrenzen geben (z.B. allein als Begrenzung ungesundenen Wettbewerbs)?
- wie weit dürfen Gesetze und Vorschriften gebeugt werden, wenn es um Projekte geht, an denen - reell oder vermeintlich - die wirtschaftliche Prosperität ganzer Talschaften oder die Sicherheit tausender Gäste hängen?
- brauchen wir in den Alpen überhaupt irgendeine Art von Raumordnung mit Verordnungscharakter? Werden Schutzbestimmungen nicht konsequent umgesetzt ist sofort wieder das "Papiertiger"-Totschlagsargument zur Hand...
- wie können tragfähige Kompromisse zwischen touristischen Erschließungen und Ruhezonen aussehen, die ihrerseits durch eben diese Unerschlossenheit Werte und Potenziale für andere Erholungsformen darstellen? (diese Kompromisse werden erschwert, wenn in Salami-Taktik immer wieder Ruhegebiete, Schutzzonen etc. "abgesäbelt" werden, wenn es für ein "extrem wichtiges" Projekt mal wieder unabänderlich notwendig ist - wenn die Raumzuweisung für beide Seiten verbindlich wäre, könnte die intensive Nutzung mancher Räume von der "grünen Seite" vielleicht leichter/eher akzeptiert werden...)

Und diese Grundsatzfragen bedingen dann die jeweiligen Sichtweisen der Detailfragen.
 
Gibst es neben der Standseilbahn eigentlich eine Treppe auf der man theoretisch auch bei einem technischen Gebrechen der Bahn ins Tal laufen könnte? :roll: ich war leider noch nie dort!

Klar ist es keine schöne Vorstellung auf einer engen Metalltreppe ins Tal laufen zu müssen aber besser als gar nix! Ich gehe mal davon aus, dass der Tunnel beleuchtet ist!

Man müsste eben 3000 Schuhe an der Berstation deponieren für diesen Fall! 8O 8O
 
snowworld schrieb:
Gibst es neben der Standseilbahn eigentlich eine Treppe auf der man theoretisch auch bei einem technischen Gebrechen der Bahn ins Tal laufen könnte? :roll: ich war leider noch nie dort!

Klar ist es keine schöne Vorstellung auf einer engen Metalltreppe ins Tal laufen zu müssen aber besser als gar nix! Ich gehe mal davon aus, dass der Tunnel beleuchtet ist!

Ähm...das scheidet schon mal aus. Wenn die Treppe als Fluchtweg für zig Tausend Leute genutzt werden sollte, müssten Geländer montiert werden, und alle 18 Stufen ein Podest von mindestens 1 Meter Länge. Das ist Vorschrift. Weiters wird der Tunnel für ne Notstiege nicht ausreichend beleuchtet sein.
 
Zum Thema "Tunnel": ich dachte der Pitz-Express wurde als Sofortmaßnahme nach der Kaprun-Katastrophe noch im Herbst 2000 auf den letzten Stand der Sicherheitsvorkehrungen gebracht, oder?
 
Die Treppe ist für einen Stillstand der Bahn irgendwo im Tunnel gedacht, alos für die Evakuation von max. 360 Personen.
Aus dem Loch 360 Personen raus zu kriegen dürfte schon ein paar Stunden dauern, alles andere kann man sowiso vergessen.
Ich arbeite an einer Tunnel-SSB, glaub mir ich weis vovon ich rede.

Eine absurde Theorie wurde allerdings noch nicht genannt, nämlich die Unterbringung von 6000 Personen im Schichtbetrieb 3 x 2000.
2 Stunden aufwärmen und schlafen, nacher wieder 4 Stunden raus an die frische Luft.

Warum wird hier nicht der folgende Fall in Erwägung gezogen? Die nachträgliche UVP ergibt, dass die Eingriffe möglicherweise so schlimm doch nicht sind, wie einige Augenzeugen das bereits angedeutet haben, und die rein rechtliche Genehmigung wird ex-post erlassen. Ende der Fahnenstange.

Das ist genau das wovor sich einige wahrscheinlich mehr fürchten als der Teufel das Weihwasser.
Wenn es schlusendlich keine UVP gibt können einige noch behaupten auf die UVP sei nur verzichtet worden da der Schaden eh schon entstanden und nicht mehr rückgängig zu machen sei, aber einer UVP hätte dieses Projekt eh nie stand gehalten. Diese Variante wird wohl von den Meisten bevorzugt, auch von denen welche die UVP verlangen.
Wenn aber dieses Projekt eine UVP besteht ( ohne Sonderbehandlung da schon gebaut ) könnten einige Stellen ganz schön in Bedrängnis geraten und hätten zweifelsohne einigen Erklärungsbedarf.
 
wie wär's mit einer (aufblasbaren) Notrutsche? So'was wie's bei Flugzeugen gibt (?)
 
Die Treppe ist für einen Stillstand der Bahn irgendwo im Tunnel gedacht, alos für die Evakuation von max. 360 Personen.
Aus dem Loch 360 Personen raus zu kriegen dürfte schon ein paar Stunden dauern, alles andere kann man sowiso vergessen.
Ich arbeite an einer Tunnel-SSB, glaub mir ich weis vovon ich rede.

Ja, das ist völlig klar und unstrittig. Ich habe das nur betonen wollen, weil hier vorhin durchgeklungen war, dass man an der SSB noch etwas machen könnte, was bisher noch nicht umgesetzt sei. Ich sehe das eben nicht so.
 
Mandarfen: Für den Pitztaler Notweg wird's eng

Das Land dürfte die Bewilligung für den oberen Teil des Notwegs am Pitztaler Gletscher versagen. Das Land Tirol dürfte für den oberen Bereich des Notwegs am Pitztaler Gletscher die Bewilligung versagen.

Nachdem der Umweltbundessenat in Wien dem bereits errichteten Notweg am Pitztaler Gletscher eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vorgeschrieben hat, musste das Land jetzt handeln.

In einem gemeinsamen Schreiben informierten LR Anna Hosp (Naturschutz) und LR Hans Lindenberger, der zuständig für die Umweltverträglichkeitsprüfungen ist, die vom Verfahren betroffenen Parteien über die mögliche weitere Vorgangsweise.

Der vom Land in II. Instanz erteilte Bescheid für den Mittelbergweg 1 vom Gletscher Stübele bis zur Gletscherzunge wird vorerst wohl nicht behoben werden.

Das Land dürfte abwarten, ob den Pitztaler Gletscherbahnen während ihres Beschwerdeverfahrens gegen die UVP-Pflicht beim Verwaltungs- bzw. Verfassungsgericht erlaubt wird, den Notweg bis zu einer Entscheidung der Höchstgerichte weiterhin zu benützen (aufschiebende Wirkung).

Keine Bewilligung
Für den oberen Teil des Notwegs im Bereich des Gletschers sieht es allerdings schlecht aus.
Schließlich wurde dieser Abschnitt erst in I. Instanz von der BH Imst bewilligt. Hier wird das Land in den nächsten Wochen die Bewilligung versagen. Welche Konsequenzen das hat, hängt letztlich von der Seilbahnbehörde ab.

Denn sie verlangte den Notweg als Teil des Sicherheitskonzepts. Darf der obere Teil nicht mehr präpariert bzw. im Notfall benützt werden, könnte dies eine Kapazitätsbegrenzung auf 2800 Skigäste pro Tag zur Folge haben.

Gutachten vorbereitet
Die Gletscherbahnen bauen ihrerseits auf ein Privat-Gutachten, das im Gegensatz zum Umweltbundessenat keine Notwendigkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung für den Notweg sieht. Genaueres werde man erst kommende Woche hören, so Willi Krüger.
Quelle: TT
 
Pitzaler Bauertheater, die nächste Runde...

Ich hoffe mal, dass Herr Krüger sehr intensiv an der Fernkogelbahn arbeitet und das dieser ganze Spuk dann ein Ende findet. Lächerlich war die Situation ja letztes Jahr schon...! Aber es geht wohl noch doller.

Obwohl 2800PErsonen am Pitztaler: mhh dann fahre ich da auch mal wieder hin, denn Wartezeiten gibt es dann bestimmt keine mehr :wink:
 
Wenn der Pitztaler auf 2800 Tagesgäste beschränkt wird, also 2800, die da mit der "U-Bahn hochfahren dürfen, dann liegt es wohl sehr nahe, dass man sich endültig mit dem Ötztal verbindet, möglich wäre hier auch Verbindung mit Kaunertal, nur dann nicht mit einem Lift, sondern mit 2 oder 3en, aber da gäbe es genug Möglichkeiten.

Irgendwas müssen sie dann tun, sonst wären ja die Anschaffungen der beiden neuen Bahnen für die Katz :?
 
Die Verbindung würde der Beschränkung warscheinlich eh entgegenwirken, da man dann eine zweite Entleerungsmöglichkeit hätte.
 
Na denn: Also Sch...auf den "Sicherheitsweg" und Fernkogelbahn und Verbindung zum Rettenbach her...!
 
DAB schrieb:
Na denn: Also Sch...auf den "Sicherheitsweg" und Fernkogelbahn und Verbindung zum Rettenbach her...!

Hab ich irgendwo überlesen, dass die Pitztaler im Lotto gewonnen haben und weiters eine abgeschlossene, positive UVP für die neuen Bahnen schon in der Tasche haben?!

Ihr stellt euch das schon alles ziemlich einfach vor, kommt mir manchmal vor...

Wie ja inzwischen bekannt ist, muss das Pitztal 4 neue Bahnen zur Verbindung ohne Unterstützung durch die BB Sölden finanzieren!!!
 
DAB schrieb:
Na denn: Also Sch...auf den "Sicherheitsweg" und Fernkogelbahn und Verbindung zum Rettenbach her...!

Sehr geehrter Herr DAB,

mir ist schon in mehreren Topics aufgefallen, dass du denkst, hier unten leben nur Millionäre, die ihr gesamtes Geld nur in die Skigebiete stecken, die andererseits Geld ohne Ende haben, und jede Bahn innerhalb von Tagen bauen können.
Wenn das Pitztal Geld/Planung und Genehmigung für die Bahn hätten wär se schon gebaut.

Und jetzt fang nicht damit an, Sölden sei Schuld , dass das Pitzal noch keine Bahnen rüber gebaut hat.

Sölden wird der Konkurrenz keinen müden Cent geben, da sonst die Auffahrt über die Fernerkogelbahn wesentlich einfacher ist, als die Lange Gletscherstrasse raufzufahren. Weiters dürfte das Pitztal wesentlicht günstiger von Hotels und co sein. -> Mit der Verbindugn gewinnt Sölden nur Piste, von dem se eh genug haben, und verlieren Gäste an die günstigere Konkurrenz.
 
^^ hmmm, ich glaub nicht das Sölden dann billiger werden soll. Eher wird das Pitztal teurer.
 
Meines Wissens wurde für den kompletten Sicherheitsweg eine UVP durchgeführt. Die war negativ.
Die jetzige "Genehmigung" ist umstritten, da sie eigentlich nur für den unteren Teil des Weges gilt.
Der obere Teil über den Mittelbergferner wurde im nachhinein irgendwie gutgeheißen - wie ist mir schleierhaft nachdem er mal eben so präpariert wurde.
Wenn jetzt im Nachhinein so manchem etliches komisch an dieser Geschichte vorkommt pflichte ich ihm bei. Ich sag nur Tiroler "Spezelwirtschaft". Am wenigsten jammern sollten aber die Pitztaler. Was wollen sie denn noch mehr - bis jetzt ist doch alles was sie gefordert haben irgendwann-wie auch immer- Realität geworden.
Die beste Lösung ist meiner Meinung nach die eines Paralleltunnels zur Standseilbahn oder eine Umlaufbahn über den Mitagskogel.

Zum Thema Raumordnung und Gesetze kann ich nur sagen. Was hilft das beste Gesetz wenn nicht kontrolliert wird, oder es nicht umgesetzt wird.
 
@ Af: Da bin ich mal gespannt, in welchen Topics du sowas von mir gelesen hast.

Mir geht bei diesem Eintrag ausschließlich darum, dass es fürs Pitztal vermutlich besser sein wird, sich schnell um diese Variante, Fernkogelbahn, zu bemühen, als dass durch eine Niederlage beim Sicherheitsweg tatsächlich nur eine kleine Gruppe Menschen hoch darf. Das die ganze Geschichte nicht auf Bäume wächst, na sie mal einer an, wer hätte das gedacht...!
 
Mir geht bei diesem Eintrag ausschließlich darum, dass es fürs Pitztal vermutlich besser sein wird, sich schnell um diese Variante, Fernkogelbahn, zu bemühen

Nageh, das machen die Pitztaler ja schon seit 2001 (mindestens).
 
@ lanschi: Wenn ich zwei Projekte gleichzeit verwirklichen will, steht immer eines im Mittelpunkt. Und ich bin deiner Meinung, das Projekt Sicherheitsweg angesichts des Kaspertheaters was da lief bzw. läuft hinter die Fernkogelbahn zu stellen. Das die Fernkogelbahn teuer wird, ist doch wohl klar, aber das wußten die Pitztaler sicherlich auch schon, als sie mit ihrem 3.Stufen-Projekt an die Öffentlichkeit gingen. Also was solls, am Ende sind wir alle der gleichen Meinung, nämlich für Sicherheitsweg und Fernkogelbahn!
 
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