Emilius3557
Shisha Pangma (8013m)
- Registriert
- 20. Sep. 2002
- Beiträge
- 8.193
- Reaktionspunkte
- 371
Hmm, eine weitere Folge unserer spannenden Fortsetzungs-Tragikkomödie.
Ich weiß zwar nicht, warum der Wiener Umweltsenat ausgerechnet jetzt dem Tiroler Landesumweltanwalt Recht gibt - der arme Herr Riccabona wird hier in eine Rolle versetzt, die ihm, glaube ich, gar nicht zukommt: als Alleinverhinderer großartiger Maßnahmen, denen er sich als einzelner, bureaukratischer, weltfremder Paragraphenreiter entgegensetzt, während alle anderen dafür sind und alles für soweit gut befinden.
Warum wird hier nicht der folgende Fall in Erwägung gezogen? Die nachträgliche UVP ergibt, dass die Eingriffe möglicherweise so schlimm doch nicht sind, wie einige Augenzeugen das bereits angedeutet haben, und die rein rechtliche Genehmigung wird ex-post erlassen. Ende der Fahnenstange.
Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es weder einen Betriebsstopp für die neuen Bahnen (warum egtl. gerade für die?), noch eine Renaturierung des "Notwegs", und schon gar keinen Rückbau der neuen Anlagen geben wird. Das ist übertriebene Panikmache, um berechtigten Gegenargumenten das Wasser abzugraben.
Was die 2000 Personen-Beschränkung betrifft, so ist diese doch nicht sicher auf dem Mist des Umweltanwalts gewachsen und tangiert das Öko-Argument ja in keiner Weise. Wenn ich als Betreiber mit dem Sicherheitsargument meine Talabfahrt, 2. Zubringerbahn und Skigebietserweiterung durchsetzen möchte, sollte ich mich nicht wundern, wenn die Gegner dieser Vorhaben eben dort mit ihrer Kritik ansetzen. Wenn es nur um die Sicherheit ginge und - wegen mir - um die Erhöhung der Zubringerkapazitäten hätte man sich doch möglicherweise auf die angedachte Seilbahntrassierung aus dem Jahr 1979 einigen können (oberirdische Bahn über den Mittagskogelgrat). Damit wäre das Griestal aus dem Spiel gewesen.
Wie GMD aber oben richtig festgestellt hat, hat man eben gepokert, in der Hoffnung das Gesamtpaket der Erweiterung und des Zusammenschlusses mit Sölden in einem Aufwasch durchsetzen zu können - unter zu Hilfenahme des seit Kaprun ja durchaus virulenten Sicherheitsgedankens.
Einig sind wir uns hier über den farceartigen Charakter dieses Endlos-Rechtstreits, bei dem egtl. keiner der Akteure gut aussieht.
Was uns hier in der Forums-Gemeinschaft eher trennt sind Grundsatzfragen, wie:
- sind skitechnische Erschließungen immer und überall an jedem Standort wünschenswert und sinnvoll?
- soll und muss es Endausbaugrenzen geben (z.B. allein als Begrenzung ungesundenen Wettbewerbs)?
- wie weit dürfen Gesetze und Vorschriften gebeugt werden, wenn es um Projekte geht, an denen - reell oder vermeintlich - die wirtschaftliche Prosperität ganzer Talschaften oder die Sicherheit tausender Gäste hängen?
- brauchen wir in den Alpen überhaupt irgendeine Art von Raumordnung mit Verordnungscharakter? Werden Schutzbestimmungen nicht konsequent umgesetzt ist sofort wieder das "Papiertiger"-Totschlagsargument zur Hand...
- wie können tragfähige Kompromisse zwischen touristischen Erschließungen und Ruhezonen aussehen, die ihrerseits durch eben diese Unerschlossenheit Werte und Potenziale für andere Erholungsformen darstellen? (diese Kompromisse werden erschwert, wenn in Salami-Taktik immer wieder Ruhegebiete, Schutzzonen etc. "abgesäbelt" werden, wenn es für ein "extrem wichtiges" Projekt mal wieder unabänderlich notwendig ist - wenn die Raumzuweisung für beide Seiten verbindlich wäre, könnte die intensive Nutzung mancher Räume von der "grünen Seite" vielleicht leichter/eher akzeptiert werden...)
Und diese Grundsatzfragen bedingen dann die jeweiligen Sichtweisen der Detailfragen.
Ich weiß zwar nicht, warum der Wiener Umweltsenat ausgerechnet jetzt dem Tiroler Landesumweltanwalt Recht gibt - der arme Herr Riccabona wird hier in eine Rolle versetzt, die ihm, glaube ich, gar nicht zukommt: als Alleinverhinderer großartiger Maßnahmen, denen er sich als einzelner, bureaukratischer, weltfremder Paragraphenreiter entgegensetzt, während alle anderen dafür sind und alles für soweit gut befinden.
Warum wird hier nicht der folgende Fall in Erwägung gezogen? Die nachträgliche UVP ergibt, dass die Eingriffe möglicherweise so schlimm doch nicht sind, wie einige Augenzeugen das bereits angedeutet haben, und die rein rechtliche Genehmigung wird ex-post erlassen. Ende der Fahnenstange.
Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es weder einen Betriebsstopp für die neuen Bahnen (warum egtl. gerade für die?), noch eine Renaturierung des "Notwegs", und schon gar keinen Rückbau der neuen Anlagen geben wird. Das ist übertriebene Panikmache, um berechtigten Gegenargumenten das Wasser abzugraben.
Was die 2000 Personen-Beschränkung betrifft, so ist diese doch nicht sicher auf dem Mist des Umweltanwalts gewachsen und tangiert das Öko-Argument ja in keiner Weise. Wenn ich als Betreiber mit dem Sicherheitsargument meine Talabfahrt, 2. Zubringerbahn und Skigebietserweiterung durchsetzen möchte, sollte ich mich nicht wundern, wenn die Gegner dieser Vorhaben eben dort mit ihrer Kritik ansetzen. Wenn es nur um die Sicherheit ginge und - wegen mir - um die Erhöhung der Zubringerkapazitäten hätte man sich doch möglicherweise auf die angedachte Seilbahntrassierung aus dem Jahr 1979 einigen können (oberirdische Bahn über den Mittagskogelgrat). Damit wäre das Griestal aus dem Spiel gewesen.
Wie GMD aber oben richtig festgestellt hat, hat man eben gepokert, in der Hoffnung das Gesamtpaket der Erweiterung und des Zusammenschlusses mit Sölden in einem Aufwasch durchsetzen zu können - unter zu Hilfenahme des seit Kaprun ja durchaus virulenten Sicherheitsgedankens.
Einig sind wir uns hier über den farceartigen Charakter dieses Endlos-Rechtstreits, bei dem egtl. keiner der Akteure gut aussieht.
Was uns hier in der Forums-Gemeinschaft eher trennt sind Grundsatzfragen, wie:
- sind skitechnische Erschließungen immer und überall an jedem Standort wünschenswert und sinnvoll?
- soll und muss es Endausbaugrenzen geben (z.B. allein als Begrenzung ungesundenen Wettbewerbs)?
- wie weit dürfen Gesetze und Vorschriften gebeugt werden, wenn es um Projekte geht, an denen - reell oder vermeintlich - die wirtschaftliche Prosperität ganzer Talschaften oder die Sicherheit tausender Gäste hängen?
- brauchen wir in den Alpen überhaupt irgendeine Art von Raumordnung mit Verordnungscharakter? Werden Schutzbestimmungen nicht konsequent umgesetzt ist sofort wieder das "Papiertiger"-Totschlagsargument zur Hand...
- wie können tragfähige Kompromisse zwischen touristischen Erschließungen und Ruhezonen aussehen, die ihrerseits durch eben diese Unerschlossenheit Werte und Potenziale für andere Erholungsformen darstellen? (diese Kompromisse werden erschwert, wenn in Salami-Taktik immer wieder Ruhegebiete, Schutzzonen etc. "abgesäbelt" werden, wenn es für ein "extrem wichtiges" Projekt mal wieder unabänderlich notwendig ist - wenn die Raumzuweisung für beide Seiten verbindlich wäre, könnte die intensive Nutzung mancher Räume von der "grünen Seite" vielleicht leichter/eher akzeptiert werden...)
Und diese Grundsatzfragen bedingen dann die jeweiligen Sichtweisen der Detailfragen.