Den Wert der Immobilie kann ich nicht beurteilen; ich denke aber, dass deren Wert entscheidend davon abhängt, ob ein Skiliftbetrieb vor Ort stattfindet oder nicht. Was will man denn sonst noch da oben in Hundseck, Schwarzwaldhochstraße hin oder her.
Was Deine Einschätzung des Werts von Lift und Maschinenpark anbelangt, bin ich gänzlich anderer Ansicht. Das Pistenfahrzeug ist (für Schwarzwaldverhältnisse) fast noch neu, die Beschneiungsanlage mehr oder weniger nagelneu, ebenso die Gastronomie mit zugehöriger Infrastruktur. Dazu kommt noch, dass dieser Betrieb nicht nur technisch, sondern (gerade im Vergleich zu anderen) auch optisch bestens dasteht und von der Atmosphäre her (für mich zumindest) der schönste Liftbetrieb im Nordschwarzwald ist.
Ich bleibe deshalb bei meiner Einschätzung, dass dieser Kaufpreis (sofern darin wirklich alles enthalten ist) äußerst gering anmutet.
Sollte sich niemand finden, der diesen Betrieb ernsthaft weiterführen will und vor allem kann, dann wäre das wirklich eine Tragödie und ein weiterer riesengroßer Sargnagel für den Wintersport im Nordschwarzwald. Wenn ein so gut gepflegter Betrieb keine Zukunft hätte, ja welcher denn dann?
Irgendwann werden auch die größten Nationalparkgegner dem Land noch auf Knien für dessen Einrichtung danken, weil das in nicht allzu ferner Zukunft der einzige Tourismusmagnet (neben Mummelsee vielleicht) im Nordschwarzwald sein wird. Ich wage mal die Einschätzung, dass der Langlaufsport auch schon längst gestorben wäre, hätte nicht der Nationalpark die Pflege der Loipen übernommen.
[Das alles ist für jemanden, der das Glück hatte, Mitte bis Ende der Achtziger die letzten "richtigen" Wintersaisonen im Nordschwarzwald erlebt zu haben, unglaublich traurig. Ich habe auf auf ca. 700 müM (!) das Skifahren in aller Ruhe von der Pike auf lernen können, Skikurse fanden jeden Winter regelmäßig statt. Die Landschaft war meistens tief verschneit, es gab noch viel mehr Liftanlagen als heute, und nach dem regelmäßigen Flutlichtfahren war in den damals noch bewirtschafteten Hütten auch immer gut Betrieb. Doch schon bei meinem Bruder, der nur ein paar Jahre jünger ist, war der Spaß langsam vorbei. Die Winter wurden immer schlechter, Skikurse fanden, wenn überhaupt, nur noch sehr unregelmäßig statt und die ersten Liftanlagen wurden stillgelegt. Mit der abnehmenden Zahl der Lifttage ging es dann auch mit der Bewirtschaftung mancher Hütten oder Gastronomiebetriebe zu Ende. Und nun sind wir schon so weit, dass nicht einmal eine zeitgemäße Beschneiungsanlage noch weiterhelfen kann. Dies hat dem Skisport an sich schon massiv geschadet und diese Entwicklung wird auch weitergehen; denn wer nicht das Glück hat, dass die Eltern sich einen Urlaub samt Skipass und Skikursen für die Kinder in den Alpen leisten können, der wird nie und nimmer ernsthaft zum Skisport kommen.]