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Neues im Oberengadin

  • Ersteller Ersteller Anonymous
  • Erstellt am Erstellt am
Ich bin Ende Februar diesen Jahres dort gewesen.
Landschaftlich ausgesprochen schön, aber man kennt das Gebiet nach einem Tag.
Der Gletscher Sessel ist der einzige Lift für den man die Ski nicht abschnallen muß.
Natürlich ist auch die 10 KM Gletscherabfahrt ein Erlebnis, selbst wenn sie 8 KM aus "Schiebestücken" besteht.
Der gebotene Komfort ist in diesem Skigebiet jedoch überschaubar.
Was mich vor allem entsetzt hat war der Publikumszuspruch.
Ende Februar war ich gefühlt fast alleine im Skigebiet, und zwar im ganzen Umfeld von St. Moritz.
Anderseits, ich fahre auch nicht wieder hin.
Ich habe direkt an der Signalbahn gewoht, für die Konditionen die dort aufgerufen werden bin ich in Zermatt aber deutlich besser aufgehoben, so mein persönliches Fazit.
 
Damit sprichst du wohl das große Problem der Region an, man bekommt andernorts einfach mehr fürs Geld. Ich habe das Gefühl, man hat in der Vergangenheit das Schigebiet mehr als Kulisse für gut betuchtes, am Schisport aber eher nebensächlich interessiertes Publikum benutzt. So schön die Landschaft dort oben auch ist, aber die Gebiete sind eben doch recht kleinteilig verglichen mit den Top Destinationen in der Schweiz, Österreich oder erst recht Frankreich. Wenn man schon so viel Geld ausgibt, dann will man eben auch etwas geboten bekommen. St Moritz ruht sich da viel zu sehr auf seinem Namen und seiner Geschichte aus.
 
Es gibt doch schon einen Kleinbusshuttle zwischen den Talstationen Diavolezza und Lagalb. Hat auch ganz gut funktioniert.
Der müsste zum Ende der Morteratsch ausgedehnt werden.

Mir hat es da oben super gefallen,war aber auch im April da, Lagalb ist ein schöner Skiberg, und das Wettfahren mit der Gondel hat immer Spass gemacht.

Ist denn der Betrieb EINER Gondelbahn so teuer ?
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Ich habe das Gefühl, man hat in der Vergangenheit das Schigebiet mehr als Kulisse für gut betuchtes, am Schisport aber eher nebensächlich interessiertes Publikum benutzt. .
Das ist definitiv so.
Ein Verleih für Pelzmäntel und teure Ski (für Nichtskifahrer) füllt kein Skigebiet.


Gruß!
der Joe
 
Schade gibts keine Tunnel unter der Forcla durch nach Livigno ... dann wäre Livigno easy per Skibus erreichbar und das Oberengadin um ein gut erreichbares Skigebiet reicher....
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Damit sprichst du wohl das große Problem der Region an, man bekommt andernorts einfach mehr fürs Geld. Ich habe das Gefühl, man hat in der Vergangenheit das Schigebiet mehr als Kulisse für gut betuchtes, am Schisport aber eher nebensächlich interessiertes Publikum benutzt. So schön die Landschaft dort oben auch ist, aber die Gebiete sind eben doch recht kleinteilig verglichen mit den Top Destinationen in der Schweiz, Österreich oder erst recht Frankreich. Wenn man schon so viel Geld ausgibt, dann will man eben auch etwas geboten bekommen. St Moritz ruht sich da viel zu sehr auf seinem Namen und seiner Geschichte aus.

Das sehe iuch auch so. Vor fünf Jahren war ich eine Woche im Engadin (Celerina). Das Teilgebiet Corviglia/Celerina hatten wir in zwei Tagen komplett abgegrast. Dann einen Tag Corvatsch und einen Tag Diavolezza/Lagalb. Die Anfahrt im knallvollen Skibus hat uns so gereicht, dass wir kein zweites mal fahren wollten. Und nur für Diavolezza wären wir wohl garnicht in die Richtung gefahren.
Der Urlaub war schon schöm, die Aussicht super, vor allem die Mittagspause bei Furcla Surlej, aber insgesamt wars einfach nicht genug, um nochmal hin zu fahren, da gibts andere interessante Orte, wo ich dann auch noch bessere Bahninfrastruktur zu günstigeren Preisen bekomme...
 
Naja, du hättest ja auch mit dem Zug zur Diavolezza fahren können. :wink: Das wäre eigentlich (neben der Bergkulisse) auch eines der Werbeargumente für die Region (was die RhB ja auch zu vermarkten versucht) aber für den durchschnittlichen Pelzträger ist das natürlich nichts, der entscheidet sich nicht zwischen Zug und Bus sondern höchstens zwischen Taxi, eigenem Auto und Limosinenservice. Oder er lässt sich zum Heliskiing direkt vor dem Hotel mit dem Heli abholen. :lol:
 
Ich hab da irgendwo im Hinterkopf noch die Erinnerung, dass es mit der Lagalb-Bergstation zunehmende geologische Probleme gibt, kann sein, dass das früher in diesem Thread behandelt wurde, und dass deshalb möglicherweise eine gröbere Sanierung fällig wäre, das ist natürlich auch ein Argument für eine Schließung. Ich war ja schon mehrmals dort und mir hat es in St. Moritz immer gut gefallen, gewohnt haben wir meistens im Hospiz am Berninapass, das ist durchaus preiswert und gut. Allerdings ist man in der Region auf ein Auto angewiesen, das stimmt, hat mich aber bisher nicht gestört. Ich denke, ich muss wohl nächstes Jahr noch einmal hin um Abschied zu nehmen.....
 
Nur mal als Alternative zur vollständigen Schließung: Lässt das Schweizer Recht eigentlich zu, Betrieb oder gar Eigentum der Lagalb-Bahnen komplett an ein italienisches Unternehmen zu vergeben? Die Veltliner könnten am Erhalt des Skigebiets Lagalb stärker interessiert sein als die Engadiner und es sicherlich noch kostengünstiger betreiben - auch wenn dort heute schon einiges italienisches Personal im Einsatz ist.
 
Harzwinter schrieb:
Nur mal als Alternative zur vollständigen Schließung: Lässt das Schweizer Recht eigentlich zu, Betrieb oder gar Eigentum der Lagalb-Bahnen komplett an ein italienisches Unternehmen zu vergeben? Die Veltliner könnten am Erhalt des Skigebiets Lagalb stärker interessiert sein als die Engadiner und es sicherlich noch kostengünstiger betreiben - auch wenn dort heute schon einiges italienisches Personal im Einsatz ist.

Gute Idee, Diavolezza und Lagalb an Livigno abgeben - die sollen einen Tunnel bauen und dann das Ganze aus IT betreiben - schon würde es - die gleichen IT Preise vorausgesetzt - laufen und die Saison künftig länger. Leider Utopie :P
 
Ach was, einfach den Pass etwas länger/früher räumen und das Skigebiet als Vor-/Nachsaisongebiet von Livigno nutzen. :P

Übringens: Auf Google Maps sind die einst geplanten Erweiterungen der Diavolezza bereits eingezeichnet.
 
gerrit schrieb:
Ich hab da irgendwo im Hinterkopf noch die Erinnerung, dass es mit der Lagalb-Bergstation zunehmende geologische Probleme gibt, kann sein, dass das früher in diesem Thread behandelt wurde, und dass deshalb möglicherweise eine gröbere Sanierung fällig wäre, das ist natürlich auch ein Argument für eine Schließung. Ich war ja schon mehrmals dort und mir hat es in St. Moritz immer gut gefallen, gewohnt haben wir meistens im Hospiz am Berninapass, das ist durchaus preiswert und gut. Allerdings ist man in der Region auf ein Auto angewiesen, das stimmt, hat mich aber bisher nicht gestört. Ich denke, ich muss wohl nächstes Jahr noch einmal hin um Abschied zu nehmen.....
In den letzten Jahren musste die Bergstation wegen des schwindenden Permafrostes neu verankert werden.

Harzwinter schrieb:
Nur mal als Alternative zur vollständigen Schließung: Lässt das Schweizer Recht eigentlich zu, Betrieb oder gar Eigentum der Lagalb-Bahnen komplett an ein italienisches Unternehmen zu vergeben? Die Veltliner könnten am Erhalt des Skigebiets Lagalb stärker interessiert sein als die Engadiner und es sicherlich noch kostengünstiger betreiben - auch wenn dort heute schon einiges italienisches Personal im Einsatz ist.
Wäre möglich die Savognin Bergbahnen AG gehört z.B. der Schröcksnadel-Gruppe die andere Frage ist. Auch eine Italienische Gruppe von Investoren ist an einem Rentablen Betrieb Interessiert was leider aus Naturlandschaftlichen Gründen nicht mehr machbar ist. Somit wird die strategische Entwicklungsvarianten der Diavolezza Bahn AG von der Seite 38 zutreffen.

Dok:Richtplanung Graubünden Intensiverholungsgebiete in Tourismusräumen und Landschaftsschutz Anpassung Diavolezza http://www.richtplan.gr.ch/files/11_FS10_Diavolezza_Bericht.pdf
 
ski-chrigel schrieb:

Wenn Lagalb geschlossen wird, dann steht in absehbarer Zeit auch der Skibetrieb auf Diavolezza zur Disposition, das dürft wohl klar sein?
Die St. Moritzer müssen ihre Skipässe ja jetzt schon "verschenken", ich habe als Hotelgast gut 30 Euro pro Tag bezahlt.
Das ist weniger als das heimische Sauerland aufruft, ob da die Schließung eines offensichtlich beliebten Berges der richtige Weg ist?
Das Problem liegt nicht bei den Bahnen sondern im Ort.
In St. Moritz stehen 90 Prozent der privaten Häuser 90 Prozent der Tage im Jahr leer.
Und die Hotels rufen Preise auf, die sich weder mit deren Ausstattung noch mit dem Skigebiet rechtfertigen lassen.
Das kann nicht gut gehen :sleep:
 
Sauerland_6_CLD schrieb:
Die St. Moritzer müssen ihre Skipässe ja jetzt schon "verschenken", ich habe als Hotelgast gut 30 Euro pro Tag bezahlt.
Den Rest hast du beim Hotelpreis dazu bezahlt. Geschenkt hat dir da niemand etwas :wink:

Als ich im Februar in St. Moritz war habe ich den reduzierten Skipass nicht bekommen (weil ich nur 1 Nacht übernachtet habe), trotzdem habe ich 160 CHF plus Kurtaxe für ein Einzelzimmer gezahlt, was ohne St. Moritz Zuschlag vielleicht 70-90 CHF wert gewesen ist.
Die Tageskarte hat dann noch mal mit 75 CHF plus 3 CHF für den Skibus zu Buche geschlagen.
Zu allem Überfluss habe ich während des Skitages (ein Sonntag im Februar) mindestens 1,5 Stunden unproduktiv mit Warten in PBs und SSBs verbracht weil man sich strikt an den Takt gehalten halt und nicht bei z.B. 3/4 gefüllter Gondel schon vorher gefahren ist.
Dass ich nach St. Moritz nicht noch mal hin muss versteht sich von selbst. Da kann die auch das tolle Panorama (das sich an meinem Besuchstag vorwiegend in den Wolken versteckte) nichts ausrichten.
Das für viele Mitarbeiter Service und Kundenfreundlichkeit nur rudimentäre Bekannte waren, hat sich durch das ganze Wochenende bei Personal von Bergbahnen, Busfahrer, Hotelangestellten und Bergrestaurants hin durchgezogen.
Fairererweise muss ich aber auch zugeben, dass es auch positive Ausnahmen gab. So z. B. In einem Restaurant im Ort (bei entsprechenden Preisen) und einer Autowerkstatt, deren Mitarbeiter mir halfen mein Auto wieder für die Abreise flott zu bekommen.
Einen Tag später in Lech genau das Gegenteil: Freundliche Servicemitarbeiter überall, PBs die bei halber Füllung permanent fuhren etc.
 
missyd schrieb:
Schade gibts keine Tunnel unter der Forcla durch nach Livigno ... dann wäre Livigno easy per Skibus erreichbar und das Oberengadin um ein gut erreichbares Skigebiet reicher....
Braucht man nicht, es würde ja schon reichen den Pass einfach auch im Winter freizuräumen. Leider sind die Schweizer Leute, die Pässe sehr gerne nicht freiräumen, obwohl es möglich wäre, um einen zu teuren Tunneln zu zwingen. Der Flüelapass wurde ja auch freigehalten, bis sie den Autoverlad Vereina gebaut haben...
 
Unser j-d-s wiedermal :D
Anscheinend hast Du nichts von dem Lawinenunglück gehört.
Am 1. Mai 1992 kommen vier Menschen ums Leben, als eine Lawine am Flüelapass einen Reisebus in die Tiefe reisst. 16 Personen werden teils schwer verletzt
Den Vereinatunnel hat man gebaut, weil man ziemlich viel Geld in die Strasse hätte investieren müssen, und sie dann immer noch nicht Lawinen sicher gewesen wäre.
 
... und die Forcola di Livigno ist im Winter kaum kostengünstig zu räumen, die führt grösstenteils durch Lawinenhänge, da wären Sprengungen, Galerien und Tunnels nötig, übrigens auch auf italienischer Seite. Und wirklich nötig ist eine Räumung auch nicht, es gibt zwei wintersichere Zugänge nach Livigno, über den Foscagno und durch den Tunnel.
 
Dann sperrt man die Straße halt dann, wenn wirklich Lawinengefahr ist. Ist ja auch nicht durchgehend der Fall. Zumal der Flüelapass ja inzwischen bis zur Passhöhe von Davos aus wieder freigeräumt wird, nur auf der Engadiner Seite nicht...

Was ich mich aber grade noch frage: Gibt es in St. Moritz wirklich keine Tagesskipässe? Ich meine, einen Tag nur Corvatsch oder Corviglia oder Diavolezza ohne wechseln zu können ist schon recht wenig, und wenn man dann noch 75 Franken dafür zahlen soll wird es unverschämt. Oder hab ich da die Informationen auf deren Webseiten falsch verstanden?
 
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