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Niesenbahn defekt

sheridan schrieb:
Ich habe nie gesagt, dass die Bergbahnen hier etwas falsch gemacht hätten. Mein Punkt ist, dass man sich auch selber zu helfen wissen sollte. Sagen wir mal, es wäre abends noch Nebel aufgezogen und kein Abtransport per Heli möglich gewesen. Was ist dann besser: in der Abenddämmerung selber abzusteigen oder eine unbequeme Nacht auf dem Gipfel zu verbringen?

In diesem Fall wäre es nicht unbedingt besser aber vermutlich angenehmer(Hätte ich selbst vielleicht auch gemacht).
Wenn dies aber bei einer anderen Bahn, in sehr schwer zugänglichen Bereich wäre, wäre dies absolut unverantwortlich.

Abgesehen davon, gab es ja doch die Forststaße, oder? Diese hätte man auch mit Autos oder Bussen, zur Bergung befahren können.
 
Tri_Line schrieb:
Abgesehen davon, gab es ja doch die Forststaße, oder? Diese hätte man auch mit Autos oder Bussen, zur Bergung befahren können.

Es ist zwar schon 24 Jahre her, als ich zu Fuß auf den Niesen gegangen bin, aber soweit ich die Situation noch in Erinnerung habe, kann der LKW nicht ganz bis an die Mittelstation fahren. Die Forststraße endet ca. 50 Höhenmeter und ca. 500 Meter Wegstrecke unterhalb der Mittelstation. Um zum LKW zu kommen müssten die Fahrgäste also über einen Trampelpfad etwa 10 Minuten über eine Wiese laufen, um dann auf die Ladefläche eines LKWs zu klettern.

Die Ladefläche eines kleines LKWs hat ungefähr eine Fläche von 25 m². Auf einem m² können etwa 4 Personen Platz nehmen, d.h. eine LKW-Fuhre kann 100 Personen mitnehmen.
Da am Niesen 150 Personen gerettet werden mussten, hätte der LKW also 2 Mal fahren müssen.

Man hätte also die 150 Personen über die 2. Sektion bis zur Mittelstation gebracht und diese dann über eine Wegstrecke von ca. 500 m über die Wiese geführt, wo sie dann der LKW hätte abholen können.

_______________


Was ich aber beim Niesen nicht verstehe ist, dass man so eine alte Bahn immer wieder repariert. Jetzt aktuell führten vier Störungen zum Bahnausfall.

Irgendwann muss man auch einmal Tabula Rasa machen und eine komplett neue Bahn bauen. Es gibt einen wirtschaftlichen Break Even, bei dem sich einfach eine Reparatur so einer Uraltanlage nicht mehr lohnt. Ersatzteile müssen mühsam in Handarbeit nachgefertigt werden, da etliche Dinge gar nicht mehr lieferbar sind oder die Herstellerfirmen nicht existieren.

Würde man eine komplett neue Standseilbahn mit modernster Technik in einer Sektion bauen und die Linienführung etwas ändern, damit man 12 m/s fahren kann, dann würde sich die Niesenbahn mit Sicherheit einen Gefallen tun.

Da am Niesen - anders als in Lauterbrunnen - keine Bergrutsche zu verzeichnen sind, kann man ja beim Neubau auch bei einer Standseilbahn bleiben, sodass man nicht wie in Lauterbrunnen gezwungen ist auf eine Luftseilbahn umzustellen. Eine neue Standseilbahn in einer Sektion spart zudem auch ganz erheblich bei den Personalkosten. Und bei einem Neubau besteht immer auch die Möglichkeit eine Mittelstation an der Abtschen Weiche zu bauen.
 
Irgendwann muss man auch einmal Tabula Rasa machen und eine komplett neue Bahn bauen. Es gibt einen wirtschaftlichen Break Even, bei dem sich einfach eine Reparatur so einer Uraltanlage nicht mehr lohnt. Ersatzteile müssen mühsam in Handarbeit nachgefertigt werden, da etliche Dinge gar nicht mehr lieferbar sind oder die Herstellerfirmen nicht existieren.

Das mag sein, jedoch wäre es historisch gesehen ein großer Verlust, eine 113 Jahre alte SSB zu ersetzen.
 
ThomasK schrieb:
Was ich aber beim Niesen nicht verstehe ist, dass man so eine alte Bahn immer wieder repariert. Jetzt aktuell führten vier Störungen zum Bahnausfall.

Irgendwann muss man auch einmal Tabula Rasa machen und eine komplett neue Bahn bauen. Es gibt einen wirtschaftlichen Break Even, bei dem sich einfach eine Reparatur so einer Uraltanlage nicht mehr lohnt. Ersatzteile müssen mühsam in Handarbeit nachgefertigt werden, da etliche Dinge gar nicht mehr lieferbar sind oder die Herstellerfirmen nicht existieren.

Würde man eine komplett neue Standseilbahn mit modernster Technik in einer Sektion bauen und die Linienführung etwas ändern, damit man 12 m/s fahren kann, dann würde sich die Niesenbahn mit Sicherheit einen Gefallen tun.
Soviel zur Kenntnis von lokalen Gegebenheiten...

Die obere Sektion hat mittlerweile einen komplett neuen Antrieb samt Steuerung. Diesen herbst dann auch auf der unteren Sektion. Aber zumindest bei der Niesenbahn legt man sonst als weit als möglich wert die entschleunigte Ersterschliessung möglichst lange so beizubehalten. Die Bahn ist von äusseren her auch eine Kultbahn und mittlerweile eine Identität des Berges, der ein Komplettneubau zunichte machen würde. Mit 12 m/s hätte man ja nicht mal den Genuss Vögel auf den Bäumen zu beobachten.
 
Ausserdem ist bei einer reinen Ausflugsbahn (ohne Wintersport und ohne Bikeanschluss) eine hohe Geschwindigkeit eher negativ. Für viele Ausflügler ist die Bahnfahrt an sich das Highlight des Ausflugs und soll darum lange dauern! Da will niemand in 2 Minuten von Mülenen auf den Niesen rasen, da sind 30 Minuten viel beliebter, man will etwas sehen und etwas erleben und nicht möglichst schnell oben sein.
 
Ich bin sehr verwundert, dass ThomasK keine 3S fordert. :roll:
Ansonsten schliesse ich mich den Ausführungen von Tri_Line, Kabinenzug und Wurzelsepp an. Zum Glück gibt es Bahnbetreiber, die historische Werte und das Bedürfnis der Kunden erkennen. Sonst wäre auch die erste Sektion der Stanserhornbahn nicht das, was sie ist (wenn feuerbedingt auch nur ein Replikat).
 
ThomasK schrieb:
Irgendwann muss man auch einmal Tabula Rasa machen und eine komplett neue Bahn bauen. Es gibt einen wirtschaftlichen Break Even, bei dem sich einfach eine Reparatur so einer Uraltanlage nicht mehr lohnt. Ersatzteile müssen mühsam in Handarbeit nachgefertigt werden, da etliche Dinge gar nicht mehr lieferbar sind oder die Herstellerfirmen nicht existieren.

Würde man eine komplett neue Standseilbahn mit modernster Technik in einer Sektion bauen und die Linienführung etwas ändern, damit man 12 m/s fahren kann, dann würde sich die Niesenbahn mit Sicherheit einen Gefallen tun.
Ich habe hier ein Telefon für einen Herr Klugsch. Gibt es hier irgend jemand der Klugsch heisst??

--->https://www.niesen.ch/umbau-antrieb-steuerung/
 
ATV schrieb:


Der technische Defekt trat in der ERSTEN Sektion auf, die zum aktuellen Zeitpunkt noch keinen neuen Antrieb hat.

Außerdem wies ich darauf hin, dass ich eine neue Anlage in nur einer einzigen Sektion gebaut hätte, denn das bringt erst recht Kosteneinsparungen in der Produktion.

In Sierre/Siders - Crans Montana hat man ja auch beide Sektionen der Standseilbahn zusammengelegt. Auch am Stanserhorn hat man zwei Sektionen zusammengelegt.

Die Leute in Crans Montana und Stans sind doch nicht bescheuert. Die können doch rechnen.

Gerade am Niesen, wo man auf Skifahrer überhaupt keine Rücksicht nehmen muss, wäre es erst recht kein Problem gewesen, die Mittelstation etwas talwärts zu verschieben zur Abtschen Weiche. Abgesehen davon ist es so, dass, wenn man eine Anlage für 12 m/s trassiert, es im touristischen Verkehr nicht notwendigerweise so ist, dass man alle Fahrten mit 12 m/s auch ausführt. Selbstverständlich kann man auch z.B. 8 m/s fahren.

Aber eine auf 12 m/s trassierte Anlage hat, wenn man mit 8 m/s fährt, im Vergleich zu einer Anlage, die nur für 8 m/s ausgelegt ist und ebenfalls mit 8 m/s betrieben wird, deutlich weniger Verschleiß an den Spurkränzen und Schienenköpfen, da die Radien viel größer sind.

Und bei Wetterstürzen hat man dann im Notfall eben die Möglichkeit, die Fahrgäste schneller zu evakuieren.

Es mag sein, dass es noch 30 Jahre dauert, aber die wirtschaftswissenschaftlichen Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Nach dem Vorbild von Crans Montana und Stans wird man irgendwann auch am Niesen beide Sektionen zu einer einzigen Anlage zusammenlegen.
 
Stans ist ein schlechter Vergleich. Das war eine ganz andere Zeit damals 1975, als man die PB anstelle der zweiten und dritten Sektion der SSB baute. Diesem Entscheid trauerte man später lange nach und man suchte geradezu verzweifelt nach einer Attraktion, als man die PB ersetzen musste. Mit der Cabriobahn hat man sie gefunden. Es stand aber nie zur Debatte, die erste Sektion der SSB mitzuersetzen. Eben weil man in einer Zeit angekommen ist, in der historischen Werte wichtiger sind als kurze Fahrzeiten und hohe Kapazitäten.
1975 wollte man auch alle Dampfschiffe verschrotten. Heute sind das trotz hoher Betriebskosten Goldgruben. Schon damals gab es zum Glück Leute, die ThomasK‘lern (die selbst heute noch Dampfbahnen durch EUBs ersetzen wollen…🤪) gegensteuerten.
 
ThomasK schrieb:
Außerdem wies ich darauf hin, dass ich eine neue Anlage in nur einer einzigen Sektion gebaut hätte, denn das bringt erst recht Kosteneinsparungen in der Produktion.
Diese Kosteneinsparungen stehen aber den grossen Investitionen eines Neubaus der Standseilbahn gegenüber. Und ich bin gespannt, wie Du die Kosteneinsparungen rechnen willst, damit du einen Break-even ggü. den massiven Investitionen eines Neubaus erreichst. Bei Neubau von 3.5 km Standseilbahn kommen wir da bald mal in den dreistelligen Millionenbereich...
Ebenso bin ich gespannt, wie du beweisen willst, dass der Defekt dem alten Antrieb geschuldet ist.

Crans-Montana ist ein anderer Fall, weil die Bahn dort ganzjährig genutzt wird und so ganz andere Umsätze kreiert. Die Niesenbahn dagegen ist eine reine Touristenbahn, das Umsteigen hat bisher noch niemanden gestört. Und das Refit der Anlage (neuer Antrieb unter Beibehaltung der restlichen Infrastruktur deutet auch darauf hin, dass man nicht die Mittel hatte, um eine neue Bahn zu bauen.

Von wegen Stans:
Der Betreiber hat später den Abriss der historisch bedeutenden oberen beiden Sektionen bedauert; er es so fest bedauert, dass er abklären liess, ob ein Wiederaufbau nicht möglich wäre. Er hat dann zu Gusten der Cabriobahn darauf verzichtet, hat aber gleichzeitig dafür gesorgt, dass die noch vorhandenen Überreste der oberen Sektionen der Nachwelt erhalten bleiben.
 
ThomasK schrieb:
[

Außerdem wies ich darauf hin, dass ich eine neue Anlage in nur einer einzigen Sektion gebaut hätte


Warum haben die deiner Weisung nicht Folge geleistet? Die können doch nicht einfach machen, was sie wollen!
 
oberländer schrieb:
Diese Kosteneinsparungen stehen aber den grossen Investitionen eines Neubaus der Standseilbahn gegenüber. Und ich bin gespannt, wie Du die Kosteneinsparungen rechnen willst, damit du einen Break-even ggü. den massiven Investitionen eines Neubaus erreichst. Bei Neubau von 3.5 km Standseilbahn kommen wir da bald mal in den dreistelligen Millionenbereich...

Ganz und gar nicht.

Als man die Standseilbahn Sierre/Siders - Crans Montana letztes Jahr de facto neu gebaut hat, lag man etwa bei 25 Millionen Franken.

Da hat man den Unterbau komplett neu gebaut, den Oberbau komplett neu gebaut und auch neue Fahrzeuge beschafft. Zudem hat man die Stationen auch barrierefrei gebaut und zwei Zwischenstationen errichtet.

Man hat sogar die Anlage auf Normalspur umgestellt.

Wie gesagt - ungefähr 25 Millionen Franken. Die Bauzeit war ungefähr 9 Monate.

Die Bahn am Niesen ist etwas kürzer und man hätte - wenn überhaupt - nur eine Zwischenstation.
Man hat in Sierre/Siders sogar - weil sich das rechnet - mit dem Performa Zugseil das allerteuerste Zugseil gekauft, das auf dem Markt ist, weil man dann die Lebensdauer vervielfacht. Nun kann man sich darüber streiten, ob das Performa Zugseil am Niesen overkill wäre.

Als wir von den Seilbahningenieuren eine Kostenschätzung für unser eigenes Projekt einer Standseilbahn Siemenswerke - Hellabrunn - Wettersteinplatz erbaten, sagte man uns, dass wir - was die Standseilbahn selbst anbetrifft - bei etwa 35 Millionen € liegen würden. Der Rest waren die Kosten für die Tunnelbauwerke, die komplett neu erstellt werden müssten, nebst dem Neubau zweiter unterirdischer Bahnhöfe, was beim Niesen entfiele.

Die Unterschiede zwischen einer Standseilbahn in München im Vergleich zu einer Standseilbahn am Niesen wären gewaltig.

In München müsste man 16 m/s fahren, 400er Fahrzeuge verwenden und zudem Bahnsteigtüren einbauen. Hinzu käme u.a. ein doppelt redundanter 2 * 4,6 MW-Antrieb nebst einem doppelt redundanten Getriebe.
All das wäre am Niesen gar nicht erforderlich, wenn man am Niesen beispielsweise mit 120er Fahrzeugen und einer Fahrzeit von 8 Minuten rechnen würde, könnte man bei einem 10-Minuten-Takt bereits 720 Personen pro Stunde und Richtung befördern, was mehr als das Doppelte der Leistungsfähigkeit der heutigen Anlage wäre.
Bahnsteigtüren bräuchte man am Niesen auch nicht und einen 4,6 MW-Antrieb erst recht nicht. 16 m/s braucht man am Niesen auch nicht zu fahren, wenngleich die Anlagen in München und am Niesen fast gleich lang wären (München 3512 m, Niesen 3499 m).

Ich schätze mal, dass ein Neubau der Niesenstandseilbahn unter partieller Benutzung der Bestandstrasse in der Größenordnung von maximal 30 Millionen Franken zubuche schlagen würde.

Der Leitzins der Schweizer Nationalbank liegt unter 2 %. Rechnet man mit einer Nutzungsdauer von 50 Jahren und einem Sollzinssatz von z.B. 3 %, dann ergibt sich bei einer Investitionssumme eine jährliche Annuität von 30 * 10^6 * (1,03^50 * 0,03) / (1,03^50 - 1) = 1165964,83 Franken, also weniger als 1,2 Millionen Franken pro Jahr.

Schaut man in den Geschäftsbericht der Niesenbahn, dann stellt man fest, dass der jährliche Personalaufwand bei ca. 1,5 Millionen Franken liegt. Den könnte man auf jeden Fall um mindestens 50 % reduzieren, sodass man alleine schon dadurch mehr als 60 % der Annuität finanziert hat. Hinzu kommt, dass die neue Anlage deutlich geringere Materialkosten verursachen würde. Im Geschäftsbericht ist von einem jährlichen Warenaufwand von ca. einer halben Millionen Franken und von einem übrigen Betriebsaufwand von ebenfalls ca. einer halben Millionen Franken die Rede.

Man müsste jetzt im Einzelnen den Sachaufwand analysieren, aber üblicherweise geht man davon aus, dass sich der Sachaufwand um ca. 30 % reduziert, wenn man auf standardisierte Bauteile nach dem aktuellen Stand der Technik zurückgreift. In dem Fall wären das etwa 300000 Franken jährlich.

Rechnet man all das zusammen, dann hat man gerade noch ein Delta von ungefähr 100000 Franken jährlich.

Allerdings führt so eine topmoderne Bahn, bei der man in 8 Minuten statt in 30 Minuten auf dem Niesen ist, natürlich zu erheblichen Fahrgastzuwächsen.

Die Größenordnung von täglich etwa 25 zusätzlichen Fahrgäste würde ausreichen, um dieses Delta zu schließen. 25 Fahrgäste täglich zusätzlich, das ist ja gar nichts zumal so eine topmoderne Bahn durch intensive Berichterstattung in den redaktionellen Teilen und der sozialen Medien jede Menge kostenloser PR bekäme.

Zitat aus dem Geschäftsbericht der Stoosbahnen bezogen auf die neue Stoosbahn:

Seit der Inbetriebnahme hat das Gästeaufkommen massiv zugenommen.

https://assets.ctfassets.net/7l5wded27svb/6CZR7IWWwjEwN1qVeSXKD6/b544a3f915ec98ec9198deebf7e50f4c/GB-StoB-2017-18-11-Web-Version-2.pdf

auf Seite 28 im ersten Absatz.

Natürlich sind die von mir oben angestellten Überlegungen jetzt nur eine grobe Ad-hoc-Schätzung, aber hier geht es nur darum aufzuzeigen, dass es alles andere als absurd ist, über einen kompletten Neubau/Umbau der Anlage nebst Zusammenlegung beider Sektionen nachzudenken.


oberländer schrieb:
Ebenso bin ich gespannt, wie du beweisen willst, dass der Defekt dem alten Antrieb geschuldet ist.

Dazu muss man nur in die Pressemitteilungen gucken.

https://www.20min.ch/story/thunersee-nach-44-stunden-panne-laeuft-die-niesenbahn-wieder-832198305317

Vier Fehlerursachen:

Kohlestaub und Fett im Motor (der Motor ist nun wieder in einwandfreiem Zustand)
Ein defekter Ventilator
Ein defekter Feldregler
Ein defekter Umrichter/Thyristor

____________


Je älter die Anlagen sind, desto mehr steigt der Unterhaltsaufwand überproportional.
 
ThomasK schrieb:
Ganz und gar nicht.

Als man die Standseilbahn Sierre/Siders - Crans Montana letztes Jahr de facto neu gebaut hat, lag man etwa bei 25 Millionen Franken.

Da hat man den Unterbau komplett neu gebaut, den Oberbau komplett neu gebaut und auch neue Fahrzeuge beschafft. Zudem hat man die Stationen auch barrierefrei gebaut und zwei Zwischenstationen errichtet.

Man hat sogar die Anlage auf Normalspur umgestellt.

Wie gesagt - ungefähr 25 Millionen Franken. Die Bauzeit war ungefähr 9 Monate.
Schön. Crans-Montana ist aber nicht im Gebirge und verfügt auch nicht über Kunstbauten wie die Niesenbahn. Zudem beschränkt sich die Oberbauerneuerung auf die Auswechslung von Gleisen, das Trassee selber hat man von 1997 übernommen. Dass sich die Niesenbahn nicht mit München vergleichen lässt hast du zum Glück selber eingesehen.

Aber wenn wir schon bei Kostenvergleichen sind: Die neue Stoosbahn - etwa halb so lang wie die Niesenbahn - hat 88 Mio. gekostet. Und dort sind wir in etwa im selben Bereich in Sachen Aufwand wie bei einer neuen Niesenbahn. Darum auch meine Schätzung im dreistelligen Millionenbereich.

All das wäre am Niesen gar nicht erforderlich, wenn man am Niesen beispielsweise mit 120er Fahrzeugen und einer Fahrzeit von 8 Minuten rechnen würde, könnte man bei einem 10-Minuten-Takt bereits 720 Personen pro Stunde und Richtung befördern, was mehr als das Doppelte der Leistungsfähigkeit der heutigen Anlage wäre.
Die Kosten im Flachland wie München lassen sich nicht mit Gebirge vergleichen. Siehe Stoosbahn. Ebenso muss die Anlage auf die Nachfrage abgestimmt werden. Auf dem Niesen ist schlicht der Platz nicht da um die aus einer Hochleistungsanlage herausquellenden Touristen aufzunehmen. Darum auch die moderate Modernisierung unter Beibehaltung der bisherigen Kapazität.

Schaut man in den Geschäftsbericht der Niesenbahn, dann stellt man fest, dass der jährliche Personalaufwand bei ca. 1,5 Millionen Franken liegt. Den könnte man auf jeden Fall um mindestens 50 % reduzieren, sodass man alleine schon dadurch mehr als 60 % der Annuität finanziert hat. Hinzu kommt, dass die neue Anlage deutlich geringere Materialkosten verursachen würde. Im Geschäftsbericht ist von einem jährlichen Warenaufwand von ca. einer halben Millionen Franken und von einem übrigen Betriebsaufwand von ebenfalls ca. einer halben Millionen Franken die Rede.
Schön. Erklärst Du den Angestellten, dass aufgrund "Halbierung des Personalaufwandes" die Hälfte aller Bahnangestellten entlassen wird?
Nur für eine topmoderne Hochleistungsanlage, deren Kapazität heute schon nicht gebraucht wird? Mir sind am Niesen keine extremen Kapazitätsengpässe bekannt.

Der Niesen ist ein Ausflugsberg, der für sanften Tourismus steht. Dort geht es nicht darum, möglichst viele Touristen möglichst schnell "hochzuschaufeln". Dort zählt die Bahn mit zum Erlebnis, darum auch die historischen Wagen anstelle Supermoderner Neubauwagen.

Natürlich sind die von mir oben angestellten Überlegungen jetzt nur eine grobe Ad-hoc-Schätzung, aber hier geht es nur darum aufzuzeigen, dass es alles andere als absurd ist, über einen kompletten Neubau/Umbau der Anlage nebst Zusammenlegung beider Sektionen nachzudenken.
Doch es ist absurd. Weil wenn die Betreiber aktuell den Antrieb beider Anlagen komplett neu bauen, dann ist logischerweise ein Neubau mindestens die nächsten 20 Jahre kein Thema.

Und die Stoosbahn hat mehr Gästeaufkommen durch den Weltrekord bei der Steigung (Steillste Standseilbahn der Welt mit zwei Wagen) und nicht, weil dort eine neue Bahn steht. Mit Rekorden kann der Niesen nicht punkten, weder bei der Länge noch der Steigung...


oberländer schrieb:
Ebenso bin ich gespannt, wie du beweisen willst, dass der Defekt dem alten Antrieb geschuldet ist.

Dazu muss man nur in die Pressemitteilungen gucken.
Je älter die Anlagen sind, desto mehr steigt der Unterhaltsaufwand überproportional.
Ich habe nicht gesagt, dass der Antrieb nicht schuld ist, ich habe gesagt, dass das Alter des Antriebes nicht die Ursache für die Störung sein muss. Grosser Unterschied.
Es gibt Standseilbahnen mit 100jährigen Antrieb, die tadellos funktionieren. Ich sage die Namen jetzt nicht, sonst kommen die nächsten Vorschläge, wie man diese historischen Anlagen gefälligst durch Neubauten zu ersetzen hat. ;)
Einmal mehr: Bitte weniger Visionen deinerseits bitte.
 
ThomasK schrieb:
Allerdings führt so eine topmoderne Bahn, bei der man in 8 Minuten statt in 30 Minuten auf dem Niesen ist, natürlich zu erheblichen Fahrgastzuwächsen.
Es könnte aber theoretisch auch sein, dass weniger Leute kommen, da vielleicht viele Leute wegen der Bahn oder dem mix aus Bahn und Panorama kommen. Diese würden dann wegbrechen.
ThomasK schrieb:
Zitat aus dem Geschäftsbericht der Stoosbahnen bezogen auf die neue Stoosbahn:

Seit der Inbetriebnahme hat das Gästeaufkommen massiv zugenommen.

https://assets.ctfassets.net/7l5wded27s ... sion-2.pdf

auf Seite 28 im ersten Absatz.
Das ist aber eine andere Situation, da diese Zubringer in ein Skigebiet ist.
 
ThomasK schrieb:
Schaut man in den Geschäftsbericht der Niesenbahn, dann stellt man fest, dass der jährliche Personalaufwand bei ca. 1,5 Millionen Franken liegt. Den könnte man auf jeden Fall um mindestens 50 % reduzieren


Wie wäre es, wenn du dich mal selbst wegrationalisierst? Nicht genug damit, dass du immer und überall vorschreiben willst, was gebaut werden soll und muss, nun bist du schon der Oberpersonalplaner und willst mal eben die Hälfte der Angestellten entlassen? Entlasse dich mal selber.
 
30 Mio ist auch kein Pappenstiel für eine relativ kleine Regionalbahn. Kapazitätsmässig ist die bisherige Anlage zu Spitzenzeiten schon überlastet. Bei meinem letzten Besuch ist mir noch aufgefallen, dass es kein Licht in den Waggons gibt, das könnte man auch mal modernisieren (falls nicht schon geschehen, war auch schon wieder ein paar Jahre her, als ich das letzte Mal dort war).
 
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