vhaemmerli
Vogelsberg (520m)
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Doping-Razzia bei Österreichern: Keine Festnahmen
Bei der Doping-Razzia in den Olympia-Quartieren der österreichischen Biathleten und Langläufer in San Sicario und Pragelato hat es keine Festnahmen gegeben. Dies teilte die italienische Polizei mit.
Allerdings wurden Sportler zur Doping-Kontrolle nach Sestriere gebracht und eine Reihe von Dokumenten sichergestellt. Rund 30 Polizisten hatten die angemieteten Häuser der Österreicher durchsucht. Die Aktion wurde durch ein Hinweis der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ausgelöst.
Das österreichische Nationale Olympische Komitee kündigte an, gegen diese bei Olympischen Spielen einmalige Polizeiaktion offiziell protestieren zu wollen. Weitere Einzelheiten sollten auf einer Pressekonferenz mitgeteilt werden. 'Wir stehen alle unter Schock. Ich habe nicht begriffen, was sie gesucht haben', sagte Markus Gandler, Technischer Direktor der nordischen Skiläufer Österreichs.
Das IOC war von der WADA darüber informiert worden, dass sich der Langlauf-Trainer Walter Mayer im Quartier der österreichischen Langläufer bei den Winterspielen in Turin aufhält. Der Coach von Christian Hoffmann war vom IOC wegen seiner Verstrickung in die Doping-Affäre um die österreichischen Langläufer 2002 in Salt Lake City bis zu den Spielen 2010 gesperrt worden.
Im Quartier der Sportler waren nach den Spielen vor vier Jahren Blutbeutel und Injektionsnadeln gefunden worden. Nach einer Klage vor Gericht war Mayer erst kürzlich freigesprochen worden und arbeitete seitdem wieder für den Österreichischen Skiverband. Mayer war schon vor der Razzia von den Winterspielen wieder zurück in die Heimat gefahren.
GMD schrieb:Gehört das Topic nicht eher zu "Alpinsport"?
Klarer geht's eigentlich nicht.Alpinsport
Hier besteht die Möglichkeit, sich über Alpinsportaktivitäten im Sommer- (Wandern, Klettern, Biken, Sommerodeln, etc.) und im Winter- (Eislaufen, Wandern, Langlaufen) sowie die Geschehnisse in den internationalen Wintersport-Wettbewerben (FIS, Olympia, etc.) austauschen.

Was gefunden wurde
"Fakt ist, dass einer der beiden Burschen den Plastiksack aus dem Fenster geworfen hat", erklärte Biathlon-Trainer Eder der dpa.
Über 100 Spritzen, 30 Schachteln mit Medikamenten (Asthma-Mittel und Anti-Depressiva), diverse Apparate für Bluttests und Transfusionen haben die italienischen Ermittler bei der Razzia Samstagnacht im Olympia-Quartier von Österreichs Biathleten und Langläufern gefunden.
Das erklärte der Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello in einem Gespräch mit ORF-Italien-Korrespondent Andreas Pfeifer.
Razzia am Samstagabend
Die italienische Justiz war mit rund 30 Beamten eingeschritten, nachdem der wegen der Blutbeutel-Affäre bis 2010 für Olympia gesperrte ehemalige ÖSV-Biathlon-Trainer Walter Mayer in Turin aufgetaucht war.
Mayer wurde am Sonntagabend, nachdem er sich einer Polizeikontrolle in Kärnten durch eine erfolglose Flucht zu entziehen versucht hatte, vorübergehend festgenommen.
Justiz weist Vorwürfe zurück
Die österreichischen Proteste gegen das Vorgehen der Carabinieri bei der Hausdurchsuchung wurden am Montag von der Turiner Justiz zurückgewiesen.
Die Aktion sei mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und den Dopingbehörden abgestimmt gewesen, heißt es. In Italien drohen Sportbetrügern bis zu sechs Jahre Haft.
Wo sind Perner und Rottmann?
Dieser Umstand könnte auch der Auslöser für die Abreise der beiden Biathlethen Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann aus San Sicario gewesen sein. Weil die beiden ohne sich abzumelden von den Olympischen Spielen abgereist waren, wurden sie am Sonntagabend aus dem ÖOC-Team ausgeschlossen.
Wo die beiden Biathleten sind, ist vorerst unklar.
Während der ÖSV laut Langlauf- und Biathlon-Direktor Markus Gandler noch nicht über den Aufenthaltsort der beiden Biathleten Bescheid weiß, findet sich auf der Website von Perner der Hinweis, dass der 38-Jährige auf Grund seiner Nicht-Nominierung für die Staffel aus Turin abgereist sei.
Angst vor Festnahme
Biathlon-Cheftrainer Alfred Eder war schon am Sonntag vorsichtig in einer Beurteilung der Lage. Er bestätigte, dass es in den Einzelzimmern der zwei Athleten zur Beschlagnahme von "Produkten" gekommen sei. "Man kann nur hoffen, dass nichts Verbotenes drinnen ist, eine kleine Hoffnung besteht", so Eder in seiner ersten Stellungnahme.
"Die beiden haben nach den chaotischen Kontrollen das Schlimmste befürchtet. Wir wollten sie umstimmen, dass sie abwarten sollen, bis alles geklärt sei, aber in ihrem Alter sind sie für sich selbst verantwortlich", erklärte der Cheftrainer.
"Fakt ist, dass einer der beiden Burschen den Plastiksack aus dem Fenster geworfen hat", sagte Eder am Montag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Schröcksnadel: "Sollen sich stellen"
ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel bezeichnete am Sonntagabend dann auch die Anwesenheit Mayers im Haus der österreichischen Athleten als "äußerst dumm".
"Ich bin tief enttäuscht, aber ich stehe zu meiner Verantwortung als ÖSV-Präsident. In ein faules Obst Geld zu geben ist aber natürlich keine schöne Sache."
Mit einer Vorverurteilung müsse man vorsichtig sein, "aber wenn bei der Razzia wirklich unerlaubte Mittel gefunden wurden, sind sie weg", machte Schröcksnadel am Sonntag klar und sagte: "Sie sollen sich melden und zu den Dingen stehen, die sie gemacht haben."
Hinterher klüger
Bezüglich Mayer gelte, dass man hinterher immer klüger sei. "Wir hätten ihm klar sagen sollen, dass er daheim oder wenigstens auf der Tribüne bleiben soll." Fehler seien rundum passiert, auch vom an sich für Biathlon und Langlauf zuständigen Gandler, gab Schröcksnadel zu.
Quelle:http://sport.orf.at/spiele06/060220-344/index.html
Quelle: http://sport.orf.at/spiele06/060220-344/346bigstory_txt.htmlAmokfahrt nach Polizeikontrolle
Walter Mayer, der einen Alko-Test verweigerte, drohen bis zu drei Jahre Haft.
Den noch in der Nacht auf Montag fristlos entlassenen österreichischen Biathlon-Trainer Walter Mayer erwartet nun ein Strafverfahren. Ihm werden Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung vorgeworfen.
Der 48-jährige Salzburger wurde bei seiner Kollision mit zwei Polizeiautos Sonntagabend in Paternion in Kärnten leicht verletzt.
Die fatale Geschichte hatte in Feistritz/Drau im Bezirk Villach-Land ihren Ausgang genommen. Eine Feistritzerin rief bei der Polizei an und meldete, dass seit längerer Zeit ein Pkw mit laufendem Motor und eingeschaltetem Licht vor dem Feuerwehrhaus stehe. Es befinde sich eine Person im Fahrzeug, sagte sie.
"Starker Alkoholgeruch"
Beamte der Polizeiinspektion Feistritz fuhren zum Feuerwehrhaus und fanden das Auto des Salzburgers vor. Sie klopften mehrmals gegen die Seitenscheibe, Mayer reagierte jedoch nicht.
Daraufhin öffnete ein Polizist die Fahrertür, laut Polizeibericht nahm er dabei "starken Alkoholgeruch" wahr. Der Trainer stellte den Motor ab, die Beamten kontrollierten Papiere und Fahrzeug.
Völlig überraschend griff Mayer dann plötzlich zum Zündschlüssel und startete sein Auto wieder. Mit der linken Hand gab er dem kontrollierenden Beamten einen kräftigen Stoß, dieser wurde dadurch zurückgeworfen.
Filmreifer Fluchtversuch
Mayer trat mit geöffneter Fahrertür aufs Gas und fuhr davon, die Tür prallte gegen einen Baum und knallte zu. Ohne Licht raste Mayer mit seinem Auto über eine Blumenrabatte und den Gehsteig auf die Kreuzner Landesstraße und fuhr anschließend ohne Licht in Richtung Paternion davon.
Die Polizisten nahmen die Verfolgung auf und verständigten ihre Kollegen in den benachbarten Dienststellen. Mayer reagierte weder auf Blaulicht noch auf Folgetonhorn oder Lichthupe. Nach einigen Kilometern Fahrt schaltete er das Licht wieder ein.
Ungebremst in Polizeisperre
Im Ortsgebiet von Paternion war schließlich Endstation, die Polizei hatte die Straße mit zwei quer gestellten Polizeiautos blockiert.
Trotz des eingeschalteten Blaulichts verringerte Mayer sein Tempo nicht, zwei Beamte sprangen im letzten Moment von ihren Fahrzeugen zur Seite, dann krachte Mayers Fahrzeug ungebremst in die Sperre.
Ein Versuch des 48-Jährigen, zu Fuß zu flüchten, blieb erfolglos, Mayer wurde festgenommen und zur Polizeiinspektion Paternion gebracht.
Alko-Test verweigert
Dort verweigerte er den Alko-Test, womit er laut Gesetz als mit mindestens 1,6 Promille alkoholisiert gilt.
Der Salzburger wurde in den Nachtstunden auf freien Fuß gesetzt, den Posten verließ er durch einen Hinterausgang, da vor der Tür zahlreiche Medienvertreter und Schaulustige warteten.
Ob er heim nach Salzburg gefahren oder zunächst in Kärnten geblieben ist, war vorerst nicht bekannt. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren, die Höchststrafe beträgt drei Jahre Freiheitsentzug.
Fristlose Entlassung vom ÖSV
Noch am Sonntagabend wurde Mayer, der sportliche Leiter für Langlauf und Biathlon im Österreichischen Skiverband (ÖSV), fristlos entlassen. Das gab ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel nach Bekanntwerden der Amokfahrt Mayers in Sestriere bekannt.
Für Schröcksnadel war alleine der Autounfall nach verweigertem Alko-Test Grund, um eine sofortige Entlassung anzukündigen. "Das ist unentschuldbar. Wer so etwas tut, kann kein Vorbild mehr sein", sagte der ÖSV-Chef.
Mayer war schon nach der Blutbeutel-Affäre in Salt Lake City vom ÖSV fristlos entlassen worden, hatte nach einer einstweiligen Verfügung aber wieder eingestellt werden müssen. Die Affäre von 2002 war auch der Grund, wieso Mayer bis 2010 von Olympischen Spielen ausgeschlossen wurde.
Razzia förmlich provoziert
Mit seiner Anwesenheit in Turin hatte der Salzburger am Samstagabend eine Dopingrazzia der italienischen Behörden förmlich provoziert.
"Man kann ihm die Anwesenheit bei Olympia als Privatperson nicht verwehren, und wir haben das auch nicht so tragisch eingeschätzt", gestand Schröcksnadel.
Hinterher sei man immer schlauer. "Es war aber auch nicht sehr schlau von ihm, sich dabei in den Vordergrund zu spielen", sagte der ÖSV-Präsident.
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