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Overtourism in den Dolomiten

Nun aber komplett Südtirol auszuschließen wegen einer Handvoll Ecken,die voller sind,ist aber auch maßlos übertrieben. Südtirol ist gross genug.Da gibt's wahrlich genug Plätze,Wege und Gipfel,wo kaum einer hinaufgeht und die genauso schön sind wie seceda etcpepe.Nur in allen Fällen einen Tick umständlicher zu erreichen
 
Ich spreche ja nur für mich. Klar solche Ecken gibts sicherlich, aber die besonderen Reiseanreize, die Südtirol nunmal von anderen Alpenregionen absetzen (die ich in der Hälfte der Fahrzeit erreichen kann), sind für mich verbrannt. In den 90ern zum Beispiel war ich gerne in Pfelders in der Texelgruppe. Das war damals noch ein echter Geheimtipp. Heute komplett kaputtmodernisiert und überlaufen...Und ich hoffe du hast das mit dem Benehmen in der Seilbahn nicht ernst gemeint, wenn ich solche Leute treffen würde wärs sowieso mein letzter Urlaub dort gewesen.
 
Re: Villnöss

Wir (die beste Ehefrau von allen und ich) waren am Dienstag vergangener Woche (22. Juli) mit dem MTB's im Villnöss. Von Lajen kommend durch die Wälder unterhalb der Raschötz. Kurz vor St. Magdalena sind wir ins Tal abgefahren und im Chaos gelandet. Ich war zuletzt 2022 dort, da war es noch (relativ) ruhig. Aber irgendetwas muss in den vergangenen drei Jahren geschehen sein, was einen Irrwitz sondersgleichen ausgelöst hat. Insta-Mist? TikTok-Müll? Ich weiß es nicht.

Das Tal war am Vormittag um kurz nach 10.00h Ortszeit zwischen St. Peter und St. Magdalena von endlosen Auto- und Busschlangen verstopft. An den Bushaltestellen für den Zanser-Alm-Zubringer waren die Schlangen >100M lang. Im Bereich der Kirche St. Johann (die berühmte mit den Geislern im Hintergrund) war kaum ein Durchkommen. Trotz mehrsprachiger Schilder (incl. Japanisch und Koreanisch), dass Drohnnenflug in dem Bereich verboten ist, schwirrte es ständig über unseren Köpfen. Wir haben dann wie bekloppt in die Pedale getreten, um schnellstmöglich auf die Zanser Alm zu kommen (der Kaisschmarrn ruft...). Dort ging es freilich auch schon zu wie vor 'nem Apple-Store, wenn's was Neues für die nimmersatten Kommerz-Deppen gibt.

Dort traute ich meinen Augen nicht: an der Stelle kurz vor der Zanser Schwaige, an der bis vor einem Jahr noch ein kleines und heruntergekommenes Hotel stand: eine riesige Baustelle incl. Höllenlärm und Spektakel, weil sie dort Bodenanker in den Grund rammen. Mit dem Wirt der Schwaiger Hütte und einem Bergführer aus Pardell habe ich mich dann lange und ausführlich unterhalten. Wie es denn möglich sei, wollte ich wissen, dass mitten im Unesco-Welterbe-Gebiet, das zudem unter strengem Naturschutz steht, ein Hotel in die sensible Landschaft geknallt wird? Ja....das geht, weil es ja nur ein Ersatz sei, hat die Landesregierung in Bozen gesagt. Ersatz für die vergammelte Ruine, die abgerissen wurde.

Der Ersatz (sic!) wird ein 5 (!!)-Sterne-Schuppen vom Feinsten, für zahlungskräftige Klientel vor allem aus dem asiatischen Raum. Alleine die Gründung des Gebäudes auf dem schwierigen Boden kostet > 1 Mio. €!! Da kein Krümmel und Staubkorn abgelagert werden darf (Naturschutz), muss der Aushub mit rund 6.000 LKW-Fahrten von der Zanser hinunter ins Eisacktal abgefahren werden. Das alles geschieht übrigens ohne Umweltgutachten - weil - ist ja nur Ersatz....

Aha, hab ich mich gefragt, wer im Villnöss hat denn die Kohle, um solch einen Wahnwitz zu finanzieren? Antwort: Niemand, gebaut wird von einem zahlungskräftigen Konsortium aus Gröden mit besten Kontakten nach Bozen. Dass in diesem Konsortium u.a. auch die Leute sitzen, die die Seceda-Bahn kapazitätsmässig für die Insta-Idioten aufblasen wollen, ist natürlich reiner Zufall. Und dass mit dem Projekt auf der Zanser kein Cent im Villnöss hängen bleiben wird, trägt auch nicht eben zur Beruhigung der aus gutem Grund erhitzen Gemüter im Villnöss bei.

Merke: der Teufel scheisst immer auf den größten Haufen.

K.
 
Noch so einer der meint die Berge sind nur für ihn da und die anderen sollen sich schleichen. Bravo.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Noch so einer der meint die Berge sind nur für ihn da und die anderen sollen sich schleichen. Bravo.

Wenn du mich damit meinst: Jeder kann doch machen was er will, wegen mir "soll" keiner irgendwas tun oder lassen, wo hab ich denn gesagt dass sich die anderen schleichen sollen? Mein gutes Recht ist es aber fernzubleiben wenns mir nicht passt. Nicht mehr und nicht weniger hab ich geschrieben. Wer den Trubel haben will, nur zu, viel Spaß dabei.
 
hegauner schrieb:
Weil es gerade zum Thema passt:

Re: Netflix-Touristen stürmen die Alpen - Die ganze Doku | ARTE https://share.google/hepVKmZuOBI4ODZgI

Gerade auf Arte gesehen.

Zum Glück für Südtirol werden asiatische Serien und Filme meistens in der Schweiz gedreht wenn die Alpen als Kulisse dienen.

Wahnsinn...
Ich kannte ja schon das mit den Bollywood-Filmen am Titlis, dass die Inder extra dahin reisen um das zu sehen. Aber das sich das so ausbreitet kannte ich nicht.

Aber: Wie kommt man auf die Idee, eine Koreanische Serie (die ja offenbar auch asiatisch produziert ist) in der Schweiz zu drehen? Berge gibt es doch in Asien auch?
 
Spezialwidde schrieb:
Seilbahnjunkie schrieb:
Noch so einer der meint die Berge sind nur für ihn da und die anderen sollen sich schleichen. Bravo.

Wenn du mich damit meinst: Jeder kann doch machen was er will, wegen mir "soll" keiner irgendwas tun oder lassen, wo hab ich denn gesagt dass sich die anderen schleichen sollen? Mein gutes Recht ist es aber fernzubleiben wenns mir nicht passt. Nicht mehr und nicht weniger hab ich geschrieben. Wer den Trubel haben will, nur zu, viel Spaß dabei.

Nein, ich meinte nicht dich.
 
Downhill schrieb:
Die Bahn, um die es hier geht, läuft diesen Sommer vom 23.05. bis zum 02.11.
Was willst du denn da noch ausweiten? Irgendwann muss ja auch noch Revision gemacht werden.
Und sie ist an jedem Tag am Anschlag?
Und wie sieht es mit den anderen Attraktionen in der Region aus? Haben die auch eine solch lange Sommersaison?
 
Meiner Meinung nach reicht ein einzelnes Drehkreuz nicht aus: Es würden sich Schlangen bilden, die eines Stadionkonzerts würdig sind. Stattdessen sollte man weite Auflaufflächen anlegen, um Touristen ordentlich in Warteschlangen zu kanalisieren. Je nach Andrang könnten von einem bis zu zehn parallele Drehkreuze geöffnet werden. Hierzu folgende Betrachtung:

Rechnen wir kurz nach: Wenn jeder Tourist im Durchschnitt eine Minute braucht, um das Drehkreuz zu passieren (zwischen dem Kramen in den Taschen nach Kleingeld, dem Versuch, zu verstehen, wie das Ganze funktioniert, dem Aufheben der heruntergefallenen Münze oder dem Drücken von C1 anstelle von C2, während die Taste „Customer Support (by OpenAI)“ natürlich nicht funktioniert), schafft ein Drehkreuz etwa 60 Personen pro Stunde. Mit zehn Drehkreuzen kämen wir somit auf hinreichende 600 Touristen pro Stunde. An Regentagen reicht natürlich eines völlig aus – man will ja keine Ressourcen verschwenden.

Um das Ganze etwas „smarter“ zu machen, würde ich über jedes Tor Ampeln anbringen, die anzeigen, ob der Durchgang geöffnet oder geschlossen ist. Und die ganz linken Drehkreuze könnten sogar mit Telepass funktionieren.

So hätte endlich niemand mehr etwas zu beanstanden: Alle würden sich von Systemen und Abläufen empfangen fühlen, die sie ohnehin schon aus ihrem Alltag kennen.
 
Beim Beitrag von Kapi merkt man doch, dass das Problem ist, dass jeder, auch und gerade die Leute die gegen "zu viel" Tourismus sind, mit zweierlei Maß messen.

Kapi ist doch selbst dort Tourist, war auch selbst schon mal da, während die meisten anderen wahrscheinlich bisher nicht da waren. Wenn er "zu viel" Tourismus als Problem betrachtet, dann ist er selbst doch auch ein Problem! Aber im dem Text scheint durch, dass scheinbar nur andere Touristen ein Problem sind, er selbst aber natürlich nicht.

Ähnlich ist es mit den Bergbewohnern, die für viele ihrer Besorgungen sicherlich auch nach Brixen oder Bozen fahren. Die Brixner und Bozner haben viel Verkehr und wenig Natur, sollen die jetzt auch Fahrverbote und Preiserhöhungen fordern für die Bergbewohner?

Leider ist es heutzutage, und da sind Tirol und Salzburg besonders schlimm, üblich, für sich selbst immer das Beste zu wollen und sich als Opfer darzustellen, aber das eigene Verhalten dann selbstverständlich trotzdem genau weiter zu betreiben, denn auch bspw. diese Leute die sich als Opfer darstellen gehen doch auch mal Mallorca, Thailand usw. und sind dadurch genau so wie die Leute die zu ihnen kommen.

Wenn man auf so ein albernes Kindergartenverhalten eingehen würde, hätte man bis heute keinerlei Autobahnen oder Fernstraßen, weil in jedem Ort die Bürgerinitiativen Terror machen dass es bei Ihnen gar nicht geeignet sei, die pösen Fremden doch bleiben sollen wo sie sind, denn die sind sowieso Menschen zweiter Klasse und nur Einheimische vor Ort über volle Rechte verfügen sollten, denn Dinge wie Fahrverbote für die pösen Fremden und Einheimischenpreise sind nunmal Sonderrechte, wenn das jeder in jedem Ort so machen würde...
 
j-d-s schrieb:
Leider ist es heutzutage, und da sind Tirol und Salzburg besonders schlimm, üblich, für sich selbst immer das Beste zu wollen und sich als Opfer darzustellen, aber das eigene Verhalten dann selbstverständlich trotzdem genau weiter zu betreiben, ...

Eigentlich bist vor allem du derjenige, der bei jedem Posting immer nur das Beste für sich selbst will und sich als Opfer darstellt, aber sich konsequent weigert, das eigene Verhalten zu hinterfragen.
 
Wer kennt sie nicht... Die Bergbauern die Zeit haben nach Thailand oder Malle zu fliegen.
Vielleicht hab ich nicht die richtigen Leute getroffen aber diese Art seine Freizeit zu verbringen ist meiner Beobachtung nach beim Bergvolk weitaus weniger verbreitet als bei den Sesselpupsern oder Städtern.
Zu behaupten, dass die Einheimischen woanders ebenfalls Teil des Massentourismus sind ist auch mehr oder weniger Whataboutism...
 
Tiroler, Opfer, Salzburger, Bergbauern...ihr könnt sie nennen, wie ihr wollt. Sind alles Menschen und davon gibt's immer mehr. Manche profitieren von den Massen, manche nicht. Das kann man auch auf viele andere Orte übertragen.

Was hingegen völlig anders als vor 30 Jahren ist, ist die Reichweite und Dynamik der Massen durch die Ausbreitung der sozialen Medien.
 
mark13 schrieb:
Wer kennt sie nicht... Die Bergbauern die Zeit haben nach Thailand oder Malle zu fliegen.
Vielleicht hab ich nicht die richtigen Leute getroffen aber diese Art seine Freizeit zu verbringen ist meiner Beobachtung nach beim Bergvolk weitaus weniger verbreitet als bei den Sesselpupsern oder Städtern.
Zu behaupten, dass die Einheimischen woanders ebenfalls Teil des Massentourismus sind ist auch mehr oder weniger Whataboutism...
Der kleinste Teil des " Bergvolks" sind Bergbauern. Und doch: die Mehrheit der Bewohner der Bergregionen macht ganz genau gleich Ferien, wie die Städter, fliegt nach Mallorca, Thailand, Kanada und in die Karibik, fährt an den Gardasee, nach Südfrankreich, etc.
Ich wohne in Graubünden.
 
Dass sich jemand seine Form des Urlaub-Machens nicht so einfach nehmen lassen möchte, kann ich ja noch nachvollziehen. Aber dass es null Verständnis für die Situation der Einheimischen gibt, erschreckt mich.

Das hat etwas von der Denkweise der Kolonialisten.
 
Ich denke, die meisten haben gar nichts gegen Touristen. Sie haben Wohlstand gebracht. Ansonsten sehe es dort sicher anders aus.

Jetzt kommt das aber:
Damals kam eine bestimmte Anzahl an Touristen.
Und sicher war das Verhalten vieler Touristen auch freundlicher.


Wenn jetzt heute auf einmal das 10fache an Leuten kommt. Diese vielleicht noch die Mentalität haben schlimmer als Sattmann. Ich bringe das Geld was wollt ihr noch von mir. Also Parke ich wo ich will, gehe hin wohin ich will. Und den Müll schmeiß ich auch irgendwo hin. Hab ja Kurtaxe bezahlt.
Stellt euch nicht so an.

Dann wäre ich als Anwohner vor Ort auch genervt.

Die Frage ist halt, wie kann man den Tourismus in der Region wieder auf ein vernünftiges Maß senken, so dass den Anwohnern ein normales Leben möglich ist und die Touristen die kommen sich auch als Gast wieder fühlen können.


Kleiner Witz zum Schluss:
Was ist der Unterschied zwischen Terroristen und Touristen?


Terroristen haben Sympathisanten.
😁😗
 
Es gibt noch einen weiteren wichtigen Aspekt. In Tourismusregionen hat man zwar vielfältige Freizeitmöglichkeiten, aber fast alles was mit Kosten verbunden ist, orientiert sich preislich an Leuten die sich das ein oder zwei Wochen im Jahr mal leisten. Das gilt aber natürlich nicht entsprechend für's Lohnniveau und daher können sich viele halt nur begrenzt das leisten was so angeboten wird. Und da die EU die Einheimischenpreise untersagt hat, gibt'S auch keine Rabatte mehr.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Es gibt noch einen weiteren wichtigen Aspekt. In Tourismusregionen hat man zwar vielfältige Freizeitmöglichkeiten, aber fast alles was mit Kosten verbunden ist, orientiert sich preislich an Leuten die sich das ein oder zwei Wochen im Jahr mal leisten. Das gilt aber natürlich nicht entsprechend für's Lohnniveau und daher können sich viele halt nur begrenzt das leisten was so angeboten wird. Und da die EU die Einheimischenpreise untersagt hat, gibt'S auch keine Rabatte mehr.

Hm, und wer sind die Leute die die Preise machen und das Geld einnehmen? Richtig, auch Einheimische!
 
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