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Seilbahn Weissenstein will Gondelbahn bauen

Immer locker bleiben, die gestern von Pro Sesseli verschickte Mail zeigt klar, dass der Fall überhaupt nicht so klar ist wie du das hier darstellst:

Pro Sesseli schrieb:
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Alles logo….………oder was?
Wenn in der Stadt, in der Region Solothurn, die meinungsbildene Zeitung, respektive das stimmungsmachende Blatt, die Solothurner Zeitung schreibt, mag man kaum noch lesen…..

Wir möchten Heute aber nicht über die Zeitung schimpfen und um den guten Journalismus weinen, wir möchten nur einige Aussagen klarstellen, Stellung nehmen zu bereits Gedrucktem, um euch Mitglieder zu versichern und zu beruhigen.

Den Ablauf eines Plangenehmigungsverfahrens kann auch die Solothurner Zeitung nicht ändern und beeinflussen, auch wenn sie dies womöglich möchte…..alles Logo*?

*Erläuterung im Kommentar


Wenn Mücken Elefanten werden …....

Text / Kommentar von Heinz Rudolf von Rohr

Wenn aus Mücken Elefanten werden oder Wunschdenken nach az-Manier
Ein angebliches Gutachten des Bundesamts für Justiz hat die Solothurner Zeitung derart uminterpretiert, dass es nach dem definitiven Out des historischen Sessellifts aussieht. Damit wurde einmal mehr die Bevölkerung von den Promotoren einer neuen Gondelbahn verunsichert und hinters Licht geführt.

Die Solothurner Zeitung, neuerdings mit neuem Erscheinungsbild und der blauen Farbe im Kopf der Zeitung (wohl, weil die Journalisten immer wieder das Blaue vom Himmel herunter schreiben), hat in der vergangenen Woche mit Schreckensmeldungen für uns aufgewartet.
Der Zug fürs Sässeli ist abgefahren posaunte die blaue az-SZ in die Welt hinaus.
Es ist die Rede von einem Gutachten des Bundesamts für Justiz, welches klar aufzeige, dass die neue Bahn beschlossene Sache sei.
Dies entspricht dem Wunschdenken der SZ und nicht der Realität.
Dazu meinen die zuständigen Stellen: Das angebliche Gutachten entspricht einer normale Rechtsauskunft zwischen Bundesämtern, wie dies der täglichen Routinearbeit entspricht.
Von einem Gutachten also keine Spur!
Dies bedeutet, dass das ordentliche Plangenehmigungsverfahren wie vorgesehen weiter geht. Dabei muss das Bundesamt für Verkehr entscheiden, ob die historische Bahn abgebrochen und an ihrer Stelle eine neue Bahn erstellt werden darf.

Gegen diesen Entscheid können der Schweizerische Heimatschutz und die Stiftung Landschaftsschutz beim Bundesverwaltungsgericht Einspruch erheben.
Wir warten nun auf den Entscheid des Bundesamts für Verkehr und hoffen, dass dieser möglichst bald vorliegt.

Im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens hat das Bundesamt für Verkehr nach dem Seilbahngesetz vor allem auch zu beurteilen, ob die neue Bahn keine wesentlichen öffentlichen Interessen, namentlich der Raumplanung, des Natur- und Heimatschutzes oder des Umweltschutzes entgegenstehen ... (Art. 9 Seilbahngesetz).

In diesem Zusammenhang geht es um den Schutz des BLN-Gebiets Weissenstein und dem Schutz des Sessellifts, dem Denkmal von nationaler Bedeutung, wie die eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission sowie die Kommission für Denkmalpflege in ihrem Gutachten auf der Grundlage des Natur- und Heimatschutzgesetzes unmissverständlich dargestellt haben.
Dieses Gutachten wurde von den Verantwortlichen des Baudepartements von allem Anfang an nicht beachtet, weil es ein Hindernis für das Vorhaben der Seilbahn Weissenstein AG darstellte. Nach der Seilbahnverordnung muss das Bundesamt für Verkehr zudem die Wirtschaftlichkeit der neuen Bahn beurteilen. Wie es um diese Wirtschaftlichkeit bestellt ist, dazu können Sie sich im Dokument "Fakten zur Wirtschaftlichkeit des Gondelbahnprojekts auf den Weissenstein" selber ein Bild machen (www.prosesseli.ch, Dokument vom 8. September 2010).

Für uns hat sich grundsätzlich nichts geändert an unserem Einsatz für den historischen Sessellift. Was wir in diesem Zusammenhang erneut mit allem Nachdruck festhalten wollen, ist die Tatsache, dass es wegen unserem Einsatz zu keinen Verzögerungen gekommen ist.
Der Zeitbedarf für das Bewilligungsverfahren stand von allem Anfang an fest. Leider haben sich weder das Baudepartement, noch die Seilbahn Weissenstein AG die Mühe genommen, einen realistischen Zeitplan zu erstellen und diesen gegenüber der Bevölkerung zu kommunizieren.

Wir lassen uns nicht die Schuld in die Schuhe schieben für Versäumnisse, für die andere verantwortlich sind.

Übrigens: der Schweizer Heimatschutz wurde bereits 2005 erstmals beim Baudepartement vorstellig wegen dem Erhalt des "Sässel".

Halten wir uns an den Grundsatz: Was lange währt wird endlich gut!

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………..müde Mücke auf Sofa

Zitat Ende!!!
 
@Pro Sessli: Sehr cool! Die lassen sich nichts gefallen.

mfg Meteorus
 
Fassen wir mal zusammen:

Was hat Pro Sesseli eigentlich begriffen?
Nicht viel, es hat lange gedauert, bis der Verein endlich begriffen hat, dass er zu keinerlei Rechtsmittel legitimiert ist, er hat in keinem der relevanten Verfahren etwas zu melden. Pro Sesseli wurde also nur gegründet um dem ganzen Spektakel zuzusehen und um ein für das Verfahren belangloses "Gegränne" besser orchestrieren zu können. Die hätten besser einen "Verein für schöneres Wetter" gegründet, das wäre erfolgversprechender gewesen.

Was hat Pro Sesseli noch immer nicht begriffen?
Die alte Sesselbahn steht unter keinerlei Schutz! Diese Tatsache will einfach nicht in von Rohr's Köpfchen einfliessen. Wenn irgend ein Parteigutachten behauptet, die alte Sesselbahn sei ein Denkmal von nationaler Bedeutung, so kann man dies zur Kenntnis nehmen - mehr ist damit aber noch nicht erreicht. Die alte Bahn geniesst rechtlich absolut keinen Schutzstatus, ein Objekt wird nicht einfach so zu einem geschützten Denkmal, nur weil dies in irgendeinem Gutachten verlangt wird. Es ist nicht mehr als logisch, dass für die rechtliche Unterschutzstellung eines Objektes auch entsprechende Bedingungen erfüllt werden müssen sowie ein rechtliches Verfahren ablaufen muss. Solch einfache Sachverhalte überfordern den Verein.

Völlige Überforderung zeigt sich auch, wenn es darum geht die Richtplananpssung zu verstehen und dieses raumplanerische Instrument richtig einzuordnen. Dabei hat es doch sogar der Moritz nochmals in aller Deutlichkeit erklärt.
 
Wenn es keinerlei rechtliche Mittel gäbe, dann wäre die neue Bahn ja wohl längst gebaut!
 
wasserfäller schrieb:
... Wenn irgend ein Parteigutachten behauptet, die alte Sesselbahn sei ein Denkmal von nationaler Bedeutung, so kann man dies zur Kenntnis nehmen - mehr ist damit aber noch nicht erreicht. Die alte Bahn geniesst rechtlich absolut keinen Schutzstatus, ein Objekt wird nicht einfach so zu einem geschützten Denkmal, nur weil dies in irgendeinem Gutachten verlangt wird. ...

Warum sollte nicht? Immerhin muss einer mal anfangen ein Veto für den Schutz zu geben vielleicht kommen noch weitere dazu.

mfg Meteorus
 
Pilatus schrieb:
Wenn es keinerlei rechtliche Mittel gäbe, dann wäre die neue Bahn ja wohl längst gebaut!
Um festzustellen, das sie dazu eben nicht befugt sind, braucht es auch Gerichte.
 
Pro Sesseli schrieb:
(...)
Dies bedeutet, dass das ordentliche Plangenehmigungsverfahren wie vorgesehen weiter geht. Dabei muss das Bundesamt für Verkehr entscheiden, ob die historische Bahn abgebrochen und an ihrer Stelle eine neue Bahn erstellt werden darf.

Gegen diesen Entscheid können der Schweizerische Heimatschutz und die Stiftung Landschaftsschutz beim Bundesverwaltungsgericht Einspruch erheben.
Wir warten nun auf den Entscheid des Bundesamts für Verkehr und hoffen, dass dieser möglichst bald vorliegt.

Im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens hat das Bundesamt für Verkehr nach dem Seilbahngesetz vor allem auch zu beurteilen, ob die neue Bahn keine wesentlichen öffentlichen Interessen, namentlich der Raumplanung, des Natur- und Heimatschutzes oder des Umweltschutzes entgegenstehen ... (Art. 9 Seilbahngesetz).
(...)

Leider bin ich nicht so gut im Tiere zeichnen, wie ganz offensichtlich der von-Rohrsche Hausgrafiker - und meine Kinder wollte ich damit grad nicht bemühen. Deshalb halte ich mich an das geschriebene Wort:

Selbstverständlich geht das Plangenehmigungsverfahren weiter, wie man hört. Weshalb denn auch nicht? Auch die Solothurner Zeitung hat nicht geschrieben, dass in diesem Verfahren schon ein Entscheid gefallen wäre. Ausser einem Zwischenentscheid, nach welchem das Verfahren nach einem Ausstandsbegehren des Heimatschutzes - welches inhaltlich so untauglich, wie zeitlich effektiv (Verzögerung: 1/2 Jahr) war - wieder aufgenommen worden war. Das Thema der Berichterstattung der Solothurner Zeitung (und anderer Medien) war das amtsinterne Gutachten des Bundesamtes für Justiz sowie eine Frage in der Fragestunde des Nationalrats. Beides wiederum betraf die Genehmigung des kantonalen Richtplans durch den Bundesrat im Frühling 2010. Wenn man die ganze Richtplanvorlage mitsamt Prüfbericht des ARE liest (und nicht bloss den formalen Beschluss des Bundesrates, welcher ebendiesen Richtplan als solchen genehmigt), wird das klar, was das Bundeamt für Justiz in seinem Gutachten, Amtsbericht, Brief, Stellungnahme, Vernehmlassung - oder wie man der Depesche auch immer sagen möge - dargelegt hat.

Statt also Rüsseltiere zeichnen zu lassen, mediale Berichterstattung zu beweinen und sich um Nichtigkeiten wie die Benennung eines Schreibens eines Bundesamtes zu kümmern, sollte Pro Sesseli lieber Folgendes zur Kenntnis nehmen:
Der Bundesrat hat mit der Genehmigung der Anpassung des kant. Richtplans behördenverbindlich entschieden, dass auf den Weissenstein eine neue Bahn erstellt werden kann.
Was heisst das nun? Behördenverbindlich bedeutet, dass sich alle Behörden - und zwar mit der bundesrätlichen Genehmigung auch Bundesbehörden - an die Verlegungen des Richtplans zu halten haben. Hier bedeutet es nichts anderes, als dass die Bundesämter für Verkehr, für Kultur, für Umwelt und Raumentwicklung die Frage "alte oder neue Bahn" gar nicht mehr zu klären haben, weil sie behördenverbindlich schon geklärt ist. Dies gilt auch für die nach NHG vorzunehmenden Abwägungen - in den Worten von BR Moritz Leuenberger: "Wir haben die sich entgegenstehenden Interessen anlässlich des Richtplanentscheides eingehend gewürdigt und auch eingehend diskutiert."

Das Verdikt: das Plangenehmigungsverfahren wird wohl in Bälde in einem Genehmigungsbeschluss münden. Dann wird es am Heimatschutz und - im Seitenwagen - an Stiftung Landschaft Schweiz liegen, Grösse zu zeigen und sich wieder um ihre Kernaufgaben zu kümmern, statt mit einer Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht für weitere Verzögerung zu sorgen.

Noch ein Wort zu Pro Sesseli: Es ist immer sympathisch, wenn solche Privatinitiativen sich für einen guten Zweck einsetzen. Pro Sesseli überschätzt indessen seine Bedeutung masslos. Was die formelle Bedeutung anbelangt, pflichte ich Wasserfäller zu. Was die Bedeutung in der betroffenen Region anbetrifft, muss festgehalten werden, dass der Verein "Pro Flims Cassons" in Flims dem Vernehmen nach in einem Viertel der Zeit doppelt so viele Mitglieder "rekrutiert" hat - und Pro Sesseli ausser viel Staub und Wirbel nichts, aber auch gar nichts erreicht hat. Komisch, dass mir hierbei auch grad Mücke und Elefant in den Sinn kommen - und noch ganz andere Tiere, die hier unerwähnt bleiben dürfen...
 
Entschieden wird darüber, ob das Neubauprojekt die raumplanerischen, umweltschützerischen und bautechnischen Vorgaben erfüllt.
Dann wünsche ich der SWAG viel Spass !
Was ist wenn die neue Bahn die Vorgaben nicht erfüllt ?

Denke diese Entscheidung wird am Schluss das Bundesgericht fällen...
 
Wenn die ganze Angelegenheit so klar scheint wie oben dargelegt, frage ich mich schon, weshalb denn die neue Bahn nicht schon längst gebaut ist! Fakt ist, dass der Richtplan lediglich die Voraussetzung für den Neubau darstellt. Bis aber eine neue Bahn auch bewilligt und gebaut werden kann, muss sie wesentliche Kriterien wie Rentabilität, Landschaftsverträglichkeit, öffentliches Interesse, etc. erfüllen. Und hier hat das Neubauprojekt ganz gewaltige Defizite! Es wäre mehr als befremdend, wenn das BAV ein solch schludriges Projekt einfach so bewilligen würde.
Dass Pro Sesseli keine Einsprachemöglichkeit hat, ist auch dem Verein bekannt. Gerade deswegen kann er ja auch nicht für die Verzögerungen verantwortlich gemacht werden, denn die haben einzig und alleine die SWAG und die Planerfirma zu verantworten. Dass ein Plangenehmigungsverfahren seine Zeit braucht und eigentlich bei jedem Projekt mit Einsprachen zu rechnen ist (speziell in einem BLN-Gebiet), darf als bekannt vorausgesetzt werden. Aus diesem Grund ist es als grob fahrlässig zu bezeichnen, dass sich die SWAG nicht frühzeitig um eine Verlängerung der Betriebsbewilligung der Sesselbahn bemüht hat!
Die Behauptung, dass der Verein Pro Sesseli nichts erreicht hat, ist geradezu lächerlich! Weshalb denn bitteschön spricht bald die ganze Schweiz vom Debakel am Weissenstein? Weil die SZ immer so "differenziert" darüber berichtet? Durch die kritische Öffentlichkeitsarbeit des Vereins wurden vielen Bürgern die Augen geöffnet, und deshalb weht dem Neubauprojekt nun ein derart steifer Wind entgegen.
Und der Heimatschutz konzentriert sich lediglich auf seine legitime Kernaufgabe, dem Schutz und dem Erhalt von wertvollem Kulturgut von nationaler Bedeutung. Ich wünsche ihm viel Erfolg dabei!

Der Vergleich mit dem Fall Cassonsbahn hinkt übrigens gewaltig! Dort wollte der Bahnbetreiber die Bahnen Naraus und Cassons ersatzlos abbrechen (aus Rentabilitätsgründen), was am Weissenstein nicht der Fall ist. Bei der Cassonsbahn geht es nicht um die historische Bahn an sich (obwohl diese meiner Meinung nach ebenfalls unbedingt erhaltenswert wäre), sondern um die zukünftige Sicherung der Erschliessung des Gebietes, während am Weissenstein "nur" der Schutz der historischen Sesselbahn und der heute noch intakten Landschaft im Vordergrund steht.
 
Ach herr je. Winige hier könnte man auch gut für S21 Gegener gebrauchen.
Das Problem ist doch hier schon seit Jahren nicht mehr die Bahn, sondern das es massenweise Personen und Organisationen mit richtig viel Geld gibt die dieses dann einsetzen um einen bisher halbwegs anständig funktionierenden Rechtsstaat zu untergraben. Ob damit Firmen in den Ruin getrieben werden weil ihnen dass zustehende recht verweigert wird und ob es dadurch Arbeitslose gibt ist offensichtlich scheissegal. Hauptsache: Je grösser das Chaos und Unrecht, desto besser.
Fakt ist doch schlicht und einfach dass ein Neubau einer Gondelbahn auch ohne diesen Bundesratsentscheid möglich gewesen wäre. Aber kein Wunder läuft sovieles falsch in diesem Land wenn sich die Landesregierung um jede Kleinigkeit selber kümmern muss.
Weiter ist Fakt dass ein Konzessionsgesuch für eine Gondelbahn im Herbst 09 eingegeben wurde und dass ein Konzessionsverfahren laut dem neuen Seilbahngesetz max. 180 Monate dauern darf. Im Frühjahr 11 muss also ein Entscheid des BAV her und es gibt absolut keinen rechtlichen Grund dieses Konzessionsgesuch abzulehnen.

Dass in diesem Spielchen diverse Organisationen wo gar keine Bahn wollen beteiligt sind werden manche wohl erst in 20 Jahren ( wenn immer noch keine Bahn steht ) glauben. Dann kommen sie dann alle und jammer wie sie damals hintergangen worden seien und wie ungerecht die Welt sei und jammern weiter wie schön und wichtig diese Gondelbahn doch wäre. Dann sag ich dann nur: Selber schuld.
 
C. Gentil schrieb:
Bis aber eine neue Bahn auch bewilligt und gebaut werden kann, muss sie wesentliche Kriterien wie Rentabilität, Landschaftsverträglichkeit, öffentliches Interesse, etc. erfüllen.

Theo schrieb:
Im Frühjahr 11 muss also ein Entscheid des BAV her und es gibt absolut keinen rechtlichen Grund dieses Konzessionsgesuch abzulehnen.

Irgendwer MUSS hier unrecht haben. Wer und wieso das wird offensichtlich bis zum Frühjahr 2011 entschieden.
 
Da hat eigentlich keiner von uns Unrecht. Was C. Gentil da aufgelistet hat sind ja alles Sachen wo in einem Konzessionsgesuch geprüft werden, wobei manche Kriterien ( Rentabilität ) bei einer komplett neuen Bahn wohl intensiever geprüft werden als bei einer Ersatzanlage. Das aber nur ein Bewilligungsverfahren notwendig ist und nicht 10 verschiedene wie früher und wie lange das zu dauern hat hat das Parlament erfunden und nicht ich.
 
Das heisst aber trotzdem dass es Gründe geben könnte, das Konzessionsgesuch abzulehnen - weil eben gewisse rechtlich gegebene Voraussetzungen nicht garantiert sind.
 
Die Seilbahn AG wird ja wohl kaum ein Plangenehmigungsgesuch einreichen, das Aspekte enthält, die nicht bewilligungsfähig sind. Besonders drollig sind ja die ganzen Hilfs-, Ersatz- und Hobbyökonomen, die sich um die Finanzierung des Projekts sorgen machen...

Diese ganzen Aspekte wie Finanzierung, Freizeitnutzungen, Landschaftsverträglichkeit usw. sind, wie ich es einschätze, lediglich Hilfsargumente für die Verfechter der alten Bahn. Ich glaube kaum, dass sich jemand von ProSesseli oder dem Heimatschutz noch dafür interessiert, wenn die alte Bahn zum Abbruch freigegeben ist. Wobei ja die Frage bereits entschieden ist - nicht zum Gefallen von ProSesseli, wie der Schockstarre nach Publikation, mit täubig-infantilen Reaktionen im Gefolge unschwer zu entnehmen ist.

Also: die Schmerzen abklingen lassen, auch die letzten Schübe noch ertragen - und dann gibts wohl bald einen Baubeginn zu verzeichnen. Denn angesichts der Aussichtslosigkeit des Ansinnens - und der öffentlichen Meinung in der Region, die inzwischen (ob mit oder ohne Solothurner Zeitung) recht klar zugunsten der neuen Bahn auszufallen scheint - wird wohl kaum der Schweizerische Heimatschutz Beschwerde gegen die dereinstige Plangenehmigung anheben wollen. Es sei denn, der Organisation wäre daran gelegen, dass der kantonale Ableger, der Solothurnische Heimatschutz, noch mehr an Akzeptanz verlieren wird (bei seiner - notabene - überwiegend durchaus ehrbaren Tätigkeit).
 
Diese ganzen Aspekte wie Finanzierung, Freizeitnutzungen, Landschaftsverträglichkeit usw. sind, wie ich es einschätze, lediglich Hilfsargumente für die Verfechter der alten Bahn. Ich glaube kaum, dass sich jemand von ProSesseli oder dem Heimatschutz noch dafür interessiert, wenn die alte Bahn zum Abbruch freigegeben ist.
Einverstanden ProSesseli kann beim Abbruch der Bahn aufgelöst werden. Jedoch der Heimatschutz könnte durchaus noch das Ziel verfolgen dass der Weissenstein gar nicht mehr erschlossen wird.

Abgesehen davon möchte ich gerne in Erinnerung rufen dass es ja kürzlich eine Abstimmung zur Abschaffung des Verbandbeschwerderechts gab. Und ich denke das deutliche Ergebnis ist nicht so ausgefallen, wie es sich Wirtschaft gewünscht hat...
Von dem her haben diese Verbände bestimmt keine schlaflosen Nächte, wenn sie sich in einer Region unbeliebt machen.
 
Was ich wohl schade finde, ist dass scheinbar aus dem Bereich von Seilbahnverbänden- und Herstellern gar kein Signal, aber wirklich gar nichts, für den Erhalt dieses historischen Zeitzeugens signalisiert wird. Ditto von Verbänden des Tourismus, aus der Regionalregierung, aus dem Schweizer Verkehrsministerium....

Scheinbar ist den Professionisten auch ihre eigene Technik- und Berufsgeschichte ziemlich wertlos. Dies ist ziemlich eigenartig, werden doch in anderen Bereichen des Transports Infrastrukturen und Fahrzeuge mit tw. hohem Aufwand erhalten. Schiffe, Züge, Strassenbahnen, Standseilbahnen, Busse sind in Betrieb. Verkehrsflugzeiuge älter als die Weissensteinbahn fliegen noch regelmäßig.

Diese verschiedensten Infrastrukturen und Verkehrsmittel werden vom zugehörigen Berufsstand mit viel Stolz in Erinnerung gehalten. Es wird wohl kein Flugkapitän einer modernen Linienmaschine geben, der nicht mit funkelnden Augen von den Veteranen seines Fluggerätes erzählen kann (DC3, Ju52 etc...) und die Kollegen die die Maschinen erhalten hoch schätzt.
Oder man denke an die Energie, die über Jahrzehnte in die DFB reingesteckt wird, anfangs belächelt. Dagegen wäre der Erhalt der Weissensteinbahn von der Schwierigkeit her geradezu eine unsichtbare Ameise.

Beim Weiossenstein heisst es von den Professionisten unisono: Nein das geht nicht, darf nicht, soll nicht (vgl. auch hier im Forum).

Dies ist vielleicht nicht zuletzt auch ein kulturelles Problem der Art, daß die Erfordernisse der modernen Tourismusindustrie seine eigenen Protagonisten entscheidend prägt...
Es wirft für mich jedenfalls kein besonders gutes Licht auf diese Branche als Ganzes...
 
Kris schrieb:
Was ich wohl schade finde, ist dass scheinbar aus dem Bereich von Seilbahnverbänden- und Herstellern gar kein Signal, aber wirklich gar nichts, für den Erhalt dieses historischen Zeitzeugens signalisiert wird.

Naja, die Hersteller wollen damit Geld verdienen, was bei einer Anlage, die nicht abgerissen wird, nicht der Fall ist.

Scheinbar ist den Professionisten auch ihre eigene Technik- und Berufsgeschichte ziemlich wertlos. Dies ist ziemlich eigenartig, werden doch in anderen Bereichen des Transports Infrastrukturen und Fahrzeuge mit tw. hohem Aufwand erhalten. Schiffe, Züge, Strassenbahnen, Standseilbahnen, Busse sind in Betrieb. Verkehrsflugzeiuge älter als die Weissensteinbahn fliegen noch regelmäßig.

Fa irrst du gewaltig. Die ÖBB betreiben gerade an ihrem Nostalgiestand einen radikalen Kahlschlag sondersgleichen. Auch die DB hatte mal einen größeren Nostalgiefahrpark, die SBB macht löblicherweise eine Ausnahme. Im Grunde bleibt alles mehr oder weniger an privaten Vereinen hängen, die teilweise mit viel Liebe und Enthusiasmus die Fahrzeuge versuchen, betriebsfähig aufzuarbeiten (was leider nicht immer geling...). Einzig in Wien gibt es einen umfangreichen Nostalgiefahrpark der Verkehrsbetriebe, aber auch hier stellt sich die Frage, wie lange man sich diesen Luxus leisten will oder kann.
Und gerade in der Flugzeugbranche schauts auch mau aus... Die Lufthansa hat wieviele Traditionsflugzeuge? Gut, dass es Museen gibt, die sich drum kümmern - aber meistens auch wieder von Privat (z.B. Messerschmitt Stiftung) finanziert und unterstützt...

Oder man denke an die Energie, die über Jahrzehnte in die DFB reingesteckt wird, anfangs belächelt. Dagegen wäre der Erhalt der Weissensteinbahn von der Schwierigkeit her geradezu eine unsichtbare Ameise.

Leider ist eine Seilbahn technisch weit anspruchsvoller als eine Eisenbahn. Eine Lok kann man, wenn sie irreperabel ist, auf den Denkmalsockel stellen. Eine Seilbahn aber? 2 Kilometer Denkmalsockel werden wohl schwer... ;) Dann ist die Seilbahn problembehaftet: Materialwerte beispielsweise: was machst du, wenn dir die Materialwerte (Rissbildungen in Fundamenten und Metallteilen) dermaßen nachlassen, dass du keinen Fahrbetrieb mehr anbieten kannst? Eine Achse bei einer Lok kann ich auswechseln, oder neu anfertigen lassen. Eine ganze Stütze neu aufzubauen als Replika aber wird eher schwer. Dann die Probleme mit der Konzession - technisch immer auf neuestem Stand zu sein um eine Konzessionsverlängerung zu bekommen ist eben ein Problem... Neue Steuerung geht ja noch halbwegs, aber die Brandschutzvorkehrungen für die Stationsbauten? Oder neue Technik in eine Altanlage einzubauen ist immer problembehaftet, wird aber vom Gesetzgeber gefordert.... usw...

Dies ist vielleicht nicht zuletzt auch ein kulturelles Problem der Art, daß die Erfordernisse der modernen Tourismusindustrie seine eigenen Protagonisten entscheidend prägt...
Es wirft für mich jedenfalls kein besonders gutes Licht auf diese Branche als Ganzes...

Sicher da hast du recht. Wobei ich der Meinung bin, dass mit dem Erhalt von Seilbahnen viel früher angefangen hätte werden müssen, um der Gesetzgebung zu signalisieren, ihre Gesetze so zu machen, dass es eben geht. Jetzt ist es (leider) zu spät.

MFG Dachstein
 
Meines Erachtens ist die Pflege der "Pionierleisungen" der Vergangenheit, wie sie in anderen Branchen betrieben wird, ganz eindeutig Ausdruck des eigenen Qualitätsanspruches, über lange Zeiträume zeitgemäße bzw fortschittliche Lösungen anzubieten.
Audi macht heute noch gelegentlich Werbung mit dem Ur-Quattro, BMW pflegt und versorgt die Fahrer klassischer Fahrzeuge, der Fahrradhersteller Bianchi bietet Restaurationen alter Rahmen in Originallackierung an etc.. Man pflegt quasi seinen Mythos und den Qualitätsvermutungsgedanken der Kundschaft, indem man Neues konsequent modern entwickelt und gleichzeitig den Fortschritt der Vergangenheit in die Erinnerung ruft.
Dies dürfte zwar wohl nicht ohne Hintergedanken hinsichtlich Kundenbindung und Umsatzsteigerung für Neuprodukte passieren, ist aber mE eine wohltuende Philosophie als kleiner Kontrapunkt zur Wegwerfgesellschaft. Ich würde das als positive Marketingstrategie bezeichnen.
Kris schrieb:
....
Es wirft für mich jedenfalls kein besonders gutes Licht auf diese Branche als Ganzes...
Sehe ich ähnlich. In erster Linie dürfte es eine Frage des Selbstverständnisses einer Firma oder in diesem Falle einer Branche sein.
Die Staubsaugerbranche wird da beispielsweise anders veranlagt sein, als ein traditioneller, italienischer Fahrradhersteller.
Wie versteht sich die Seilbahnbranche heutzutage?
 
3303 schrieb:
BMW pflegt und versorgt die Fahrer klassischer Fahrzeuge, der Fahrradhersteller Bianchi bietet Restaurationen alter Rahmen in Originallackierung an etc..

Es sollte aber schon vor Augen geführt werden, dass ein Auto ein Massenprodukt ist und die Ersatzteilhaltung demnetsprechend einfach, was bei einer Seilbahn (teilweise Einzelanfertigungen oder Kleinstserien - für ZUBs von Wallmannsberger bekommt man nahezu keine Ersatzteile mehr, du musst dir alles anfertigen lassen - das kostet!) nicht der Fall ist. Und ob ich ein altes Teil neu lackiere, oder ob ich ein altes Teil nachbauen muss, da ist schon ein kleiner Unterschied vorhanden.

MFG Dachstein
 
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