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Sesselgaragierung

Hallo Leute,

waren heute bei herrlichem Wetter aufm Feldberg. Nach Betriebsende beobachtete ich, wie die Sessel rückwärts in der Station geparkt wurden. Meine Frage: Wird das überall so gemacht? Ich fahr zwar erst seit zwei Jahren zum Wintersport in die Berge, das ist mir bisher aber nicht aufgefallen. Und vor allem: Was hat das für einen Zweck?

ich geh jetzt ins Bett und freu mich über eure Beiträge. :?

eine gute Nacht


MfG Bernhard

Edit: Zwei Beiträge zu einem zusammengefasst
GMD, Moderator Alpinforum
 
Hm, was ist denn nun genau die Frage? Warum überhaupt garagiert wird? Oder warum rückwärts garagiert wird?
Zum Thema rückwärts: Es gibt im Prinzip zwei Arten von Garagierung, Stichgleis und Schleife. Es gibt auch noch Stationsgaragierung, aber das lassen wir hier mal außen vor. Bei der Schleife führt das Gleis in die Garage, macht dort - wie der Name schon sagt - eine Schleife und führt wieder nach draußen. So kann man die Betriebsmittel (Sessel, Gondeln) abends vorwärts eingaragieren und morgens auch wieder vorwärts rausfahren, was als erstes eingefahren wird kommt auch als erstes wieder raus.
Beim Stichgleis dagegen gibts eben irgendwo in der Garage einen Endpunkt, vergleichbar dem Prellbock an einem Abstellgleis bei der Eisenbahn. Was als erstes reinfährt, kommt am nächsten Morgen als letztes wieder raus. Und das erklärt auch, warum die Sessel am Feldberg rückwärts eingefahren werden. Es gibt innendrin keine Wendemöglichkeit, also muß man sie, wenn man morgens vorwärts beschicken will, nachmittags rückwärts einfahren. Oder umgekehrt, das ginge natürlich auch.
 
Guten Morgen allerseits,

Danke für die technische Erklärung zur Garagierung. Zwei Fragen hab ich da noch. Zum einen weshalb wird das denn aber gemacht? Ich kann das wetterbedingt verstehen, dies sollte gestern am Feldberg jedoch kein Grund gewesen sein. Zum anderen, wird dies bei allen Sesseliften so gehandhabt oder ist das vom Betreiber oder Typ der Bahn abhängig?

Einen schönen sonnigen Tag wünscht euch Bernhard
 
^^
Interessante Frage. Mir ist in Alta Badia aufgefallen, dass viele Bahnen (z.B. Boébahn in Corvara) nicht garagiert wurden.
Ich dachte, das müsse immer gemacht werden. Von was ist das denn abhängig?
 
Muss man nicht!

Wovon abhängig? Ob man ne Garage hat oder nicht :D


Ich glaub in Österreich muss man garagieren wenn man Bubbles hat wie es in den anderen Ländern ist weiss ich nicht
 
...genauso könnte man fragen warum fahren die Leute ihre Autos in Garagen. Die können doch auch draußen stehen.
Im Moment sollten in dem Alpen nachts noch Temperaturen unter 0C° sein. Da ist am Morgen der Sessel ev. schon mal "vereist". Dann gibt es noch das Thema Regen und Wind!
Außerdem ist es für alles besser wenn es "unter Dach" und sonnenfrei steht egal was es ist.
 
Es wird auch je nach Land unterschiedlich gehandhabt. In Österreich und der Schweiz ist Garagierung Standard (möglicherweise vorgeschrieben), in Frankreich dagegen haben Sesselbahnen oft nicht einmal eine Sesselgarage. Allerdings sind dort auch kaum Bubbles verbreitet.
Grund für die Garagierung dürften in allererster Linie mögliche äußere Einflüsse sein, wie bereits gesagt.
 
Soweit ich weiss ist es nur Vorschrift bei Bubbles zu garagieren. Ich weiss einige KSBs wo nicht garagiert wird und es nichtmal die Möglichkeiten dafür gibt auch in Österreich.

Zum versetzen der Klemmen am Seil, das liegt soweit ich weiss weniger daran, dass die Klemmen Schäden am Seil verursachen könnten, als am Drall des Seils. Es gibt eine Vorschrift, dass die Klemmen der fixen Bahnen alle X Betriebsstunden (weiss die Zahl nicht mehr) versetzt werden müssen, weil das Seil sich durch den Drall dreht. Um diese Verdrallung, die Spannungen verusacht, zu entlasten werden die Klemmen versetzt.
Edit: Bei den Fixen bahnen wird im Sommer die Klemme auch nur zur Revision gelöst und das ned wegen dem Seil sondern um die Klemme zu checken, habe eben auch mal nachgefragt da gibt es scheinbar auch keine Vorschrift zu. So wie mein Kollege sagte hängt das einzig und alleine mit dem Drall zusammen, dass die Klemmen versetzt werden müssen.
Das ist aber kein Problem in Stillstand der Bahn sondern im Betrieb. Bei Kuppelbahnen tritt das Problem natürlich nicht auf weil die ja nach jeder halben Runde vom Seil genommen werden

Denke was die statische Belastung angeht reicht es die Bahn ab und an anzustellen, damit das Seil sich angewissen Stellen nicht aushängt. So kenn ichs zumindest aus dem Kranbau und auch von den Kollegen, die vom Seilbahnbau zu uns gewechselt sind.
 
Am Feldberg hat die Garage noch eine weitere Aufgabe. Die Bahn wechselt nämlich im Sommer ihre FBMs auf 8er Gondeln, aber das hat natürlich nichts mit der täglichen Garagierung zu tun.
In Ischgl hat mir übrigens mal einer erklärt, dass sie ihr Funitel nur bei angekündigter schlechter Witterung garagieren.
 
In Flauchau werden die Sessel auch Rückwärts garagiert.

Das gibt es also öfters und nicht nur Ausnahmsweise.


Fixe Sessel werden in einigen österreichischen Skigebieten den Sommer über vom Seil genommen.
Diese liegen dann meist auf der Wiese rum und werden von den Kühen zuge.....en. ;-)
 
Ram-Brand schrieb:
...


Fixe Sessel werden in einigen österreichischen Skigebieten den Sommer über vom Seil genommen.
Diese liegen dann meist auf der Wiese rum und werden von den Kühen zuge.....en. ;-)

Das stimmt nicht, die werden in den meisten Gebieten nur zu Revisonszwecken vom Seil genommen, den rest des Sommers hängen die am Seil. Zunmindest in Vorarlberg ists sicher! Da bin ich seit JAhren im Somemr unterwegs und es waren fast nie die Sessel abgenommen, ausser an den Liften wo revision gerade lief
 
Ob die FBMs vorwärts oder Rückwärts garagiert werden hat nicht mit einem Schleifenbahnhof oder Stichgleisbahnhof zu tun, sonder ist technisch bedingt.
Und zwar, ob der Bahnhersteller ein Doppelweichensystem verwendet oder nicht.
Bei Doppelweichen kann ich die Bahn immer vorwärts beschicken und entleeren.
Bei einer einfachweiche muss man zwangsläufig einmal Rückwärts fahren, ob bei beschicken oder leeren.

Haubensessel sollten eigentlich immer Garagiert werden, da sie hauptsächlich EXTREM WINDANFÄLLIG sind und grosse schädeb bei kleinsten Lüftchen verursachen können.
Nicht so bei Gondeln, aber wenn es nicht absolut Windstill ist sollte man auch Gondeln ausfahren.
Wobei in der gesammten Sella Ronda auf das garagieren verzichtet wird.
Die Piz Boe lässt die FBMs eigentlich immer am Seil.
Dadurch verringert man das Risiko der nichtverfügbarkeit in der Früh, falls es Probleme beim einschieben geben sollte.

Gesetzlich ist das aber von Bahn zu Bahn bei der abnahmeverhandlung auszuhandeln wie verfahren wird.
Da gibt es keinen direkten allgemeinbefehl.

Mit dem Seilschonen hat das ganze überhaupt nichts zu tun, sondern eher mit den Klemmen. Insbesondere die alten DM Klemmen durfen nicht über nacht am Seil bleiben.
Bei den Girak Klemmen und auch bei Leitner ist das überhaupt kein Problem.-

Ich hoffe es einigermassen verständlich rübergebracht zu haben.
 
seilbahner schrieb:
Ich hoffe es einigermassen verständlich rübergebracht zu haben.

Super sogar. Danke.
Dachte früher auch das in Österreich garagiert werden muss. In Sillian zB werden jeden Tag die FBMs der 6EUB reingeholt, in Vierschach wenns hoch kommt 1 Mal in der Woche. Sind dann in der Früh auch manchmal ganz schön vereist.
 
seilbahner schrieb:
Ob die FBMs vorwärts oder Rückwärts garagiert werden hat nicht mit einem Schleifenbahnhof oder Stichgleisbahnhof zu tun, sonder ist technisch bedingt.
Und zwar, ob der Bahnhersteller ein Doppelweichensystem verwendet oder nicht.
Hm, aber wie werden dann die Sessel bei einem Stichgleisbahnhof gedreht? Macht das die Doppelweiche? Denn wenn ich vorwärts reinfahre muß ich ja meine Sessel genau in umgekehrter Reihenfolge rückwärts wieder rausholen oder nicht?
 
seilbahner schrieb:
Ob die FBMs vorwärts oder Rückwärts garagiert werden hat nicht mit einem Schleifenbahnhof oder Stichgleisbahnhof zu tun, sonder ist technisch bedingt.
Und zwar, ob der Bahnhersteller ein Doppelweichensystem verwendet oder nicht.
Bei Doppelweichen kann ich die Bahn immer vorwärts beschicken und entleeren.
Bei einer einfachweiche muss man zwangsläufig einmal Rückwärts fahren, ob bei beschicken oder leeren.
Das finde ich unklar. Bedingt nicht das eine automatisch das andere?

Was soll ich mit einer Doppelweiche, wenn die Sessel in einen Stichbahnhof geparkt sind?
Was bringt mir eine Einfachweiche, wenn ich einen Schleifenbahnhof habe?
Ist die Entscheidung für ein bestimmtes Weichensystem nicht automatisch an den Bahnhoftypus gekoppelt?
Was baue ich mir einen Schleifenbahnhof, wenn ich ihn nur als Stichbahnhof nutze?

Man kann dein Argument genausogut umdrehen und behaupten, der Hersteller richtet sich in seiner Entscheidung für das Weichensystem nach dem Bahnhofstypus.
 
seilbahner schrieb:
Mit dem Seilschonen hat das ganze überhaupt nichts zu tun, sondern eher mit den Klemmen. Insbesondere die alten DM Klemmen durfen nicht über nacht am Seil bleiben.
Bei den Girak Klemmen und auch bei Leitner ist das überhaupt kein Problem.
Dann muss mir aber mal jemand erklären warum die Sessel der alten Valfagehrbahn über Nacht nicht in die Garage kamen und die der Schindlergratbahn schon. Beide Anlagen waren vom Typ gleich, beim Baujahr bin ich nicht ganz sicher.
In Lech wurde die Trittalpbahn auch nicht garagiert bevor sie mit Hauben nachgerüstet wurde.
 
Bei uns auf Corviglia werden die 3 Sesselbahnen von LEITNER vorwärts eingaragiert und rückwärts ausgaragiert.
Die beiden Doppelmayr-UNI-G`s garagieren rückwärts ein und vorwärts aus.
Die 4 Anlagen von vonRoll garagieren ein und aus vorwärts.
Dies auch bei den beiden Garaventa-Anlagen.

Was noch anzumerken ist, im Frühjahr, wenn die Temperatur nachts am Berg kaum unter Null Grad sinkt, werden die Sesselbahnen nicht oder nur die neusten ;-) Anlagen eingaragiert. Ausser die EUB, die wird immer eingaragiert.
 
Das ganze ist ohne Bilder sehr kompliziert zu beschreiben.
Ich habe schon sehr viele Bahnen montiert, mit schleifen, mit stichgleisen ...
Ich rede jetzt mal von Leitner.
Bei einem Schleifenbahnhof von Leitner wird im Bahnhof eine schleife mit mehreren kurven gefahren und die Sessel werden von einer Kette vollautomatisch z.B. vorwärts aus der Bahn in das Magazin reingefahren,von der Kette übernommen und der bahnhof wird so befüllt.
Wenn ich die Bahn befülle, schalte ich die Bahn rückwärts ein, und der Bahnhofsförderer läuft auch rückwärts und bringt die FBMs rückwärts in die Bahn.
Wenn ich eine Schleife habe das ich die Bahn vorwärts Beschicke und vorwärts entleere brauche ich eine Doppelweiche die mir die FBMs richtig abzeigt so das ich sie richtig in die Bahn reinbringe.
Z.b. Hochalmbahn in Saalbach, oder Cabrioflitzer in Achenkirch.

Die einfache vollautomatik mit schleife und vor-rück habe ich z.B. in Fieberbrunn an der Lärchfilzalm,Expo Doischberg,Weinbergbahn in Landeck,Kreuzwanklexpress Garmisch.....
Diese bauweise ist bei Leitner sehr beliebt und wird auch gut angenommen.

Dann gibt es die Stichgleise(bei Leitner) die meist händisch sind oder Teilautomatik haben. Die gehen ausschliesslich für vor und rückwärts garagierung, da eine doppelte Drehweiche sehr aufwändig und Teuer ist.
Z.B. 4er Speedy Gerlosplatte,Neukirchen am Grossvenediger,Rossalmbahn Winklmoos.
Diese Anlagenbeispiele habe ich montiert, und ihr könnt mir glauben dass ich keinen Blödsinn verzapfe.

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber ich habe den regelfall erklärt.

Und gebaut wird, was der Kunde wünscht und das ist dann wieder eine Preisfrage, da die Drehweichen Doppeltechnik sehr aufwändig und teuer ist und man verschieden Ketten, antriebe und steuerelemente benötigt.
Leider kann ich euch das nicht besser erklären, da ich techniker und kein schriftsteller bin.
Falls noch fragen offen sind vesuche ich euch das zu erklären, aber besser ist es wenn Ihr euch das mal selber anseht bei obegenannten bahnen.
Es gibt natürlich noch mehr Beispiele.

Zu der DM Klemme und warum die vom Seil runter muss.
Wegen der eindringenden Feuchtigkeit und der gefahr der vereisung und Schwergängigkeit am nächsten Morgen, und weil das federpaket nicht permanent unter spannung stehen soll, dass es ja am Seil tut.
 
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