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Skilehrer- Klischee oder Wahrheit?

  • Ersteller Ersteller Anonymous
  • Erstellt am Erstellt am
Interessanter Punkt @GIFWilli59
Um das vorab klarzustellen: das hat mMn wenig mit dem von mir genannten Aspekt der Mindestanforderung skifahrerisches Können bei Skilehren zu tun, das wovon wir hier reden geht weit darüber hinaus; aus Freude an der Diskussion möchte ich trotzdem das Argument aufgreifen.
Ob man in seinem (skifahrerischen) Können ein Plateau erreicht, ist von viel Umständen abhängig. Ich sage es mal so: Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es passiert, bei individuell idealen Bedingungen (z.B. Skischule, Skiclub, Trainer, Eltern, Freundeskreis, Kader(?), persönlichem Ehrgeiz, verletzungsfrei) könnte es aber auch quasi stetig nach oben gehen. Das sind aber Einzelfälle. Wie beim Erlernen vermutlich aller anderen Fähigkeiten auch, sind die letzten paar Prozent oder Promille die schwersten und darauf sehe ich die Aussage von @Carlos23 bezogen. Wenn man zu den top 1% der Skifahrer in AUT zählt (und das tut Herr Baetz definitv bzw. meine Wenigkeit mit sehr sehr hoher Wahrscheinlichkeit), dann geht es ab einem gewissen Level "über die Kilometer". Da muss man dann einfach raus bei allen Bedingungen. Und wenn man die Möglichkeit hat in jungen Jahren schon viel auf den Ski zu stehen (und ich meine richtig viel), dann bringt das einfach unglaubliche Vorteile mit sich. Das sind dann eben die "Kilometer" die sich andere hart erarbeiten müssen oder aus geografischen Gründen nie erreichen können, denn das geht sich mit 2-3 Wochen Skiurlaub im Jahr nicht aus. Und hier trennt sich dann oft, trotz großem Talent, Ehrgeiz, körperlicher Vorrausetzungen, etc., die Spreu vom Weizen.

PS: ich persönlich sehe die Lernkurve beim Snowboard lernen eher als konkav, beim Skifahren eher als konvex- jetzt wieder auf Könnerebene des Gastes gesprochen.
 
Nachdem jetzt alle hier wissen was für ein guter Skifahrer du bist und das du holländische Skilehrerinnen doof findest (wobei, zählen die nicht auch zum klassischen Beuteschema ??) würde ich nach drei Seiten doch nochmal nachfragen WAS GENAU du jetzt eigentlich mit dem Thread bezwecken willst ?
 
Wooly schrieb:
Nachdem jetzt alle hier wissen was für ein guter Skifahrer du bist und das du holländische Skilehrerinnen doof findest (wobei, zählen die nicht auch zum klassischen Beuteschema ??) würde ich nach drei Seiten doch nochmal nachfragen WAS GENAU du jetzt eigentlich mit dem Thread bezwecken willst ?

Habe ich bereits beantwortet, und ich freue mich über die verschiedenen Aspekte der Diskussion. Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
 
Guest schrieb:
Ob man in seinem (skifahrerischen) Können ein Plateau erreicht, ist von viel Umständen abhängig. Ich sage es mal so: Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es passiert, bei individuell idealen Bedingungen (z.B. Skischule, Skiclub, Trainer, Eltern, Freundeskreis, Kader(?), persönlichem Ehrgeiz, verletzungsfrei) könnte es aber auch quasi stetig nach oben gehen.
...

Wenn ich das so und alles was darauf folgt lese, bist du noch nicht so alt oder?
Irgendwann bist du halt froh, wenn es das Plateau ist und irgendwann lässt es sich auch nicht mehr verhindern, dass es wieder bergab geht.
Was du da schreibst, passt auf Leistungssportler bis vielleicht 40 Jahre, danach, bei verdammt guten Genen vielleicht ein paar Jahre später, übernimmt der alternde Körper leider, auch wenn die Erfahrung vielleicht immer weiter steigt...
 
chatmonster schrieb:
Wenn ich das so und alles was darauf folgt lese, bist du noch nicht so alt oder?
Irgendwann bist du halt froh, wenn es das Plateau ist und irgendwann lässt es sich auch nicht mehr verhindern, dass es wieder bergab geht.
Was du da schreibst, passt auf Leistungssportler bis vielleicht 40 Jahre, danach, bei verdammt guten Genen vielleicht ein paar Jahre später, übernimmt der alternde Körper leider, auch wenn die Erfahrung vielleicht immer weiter steigt...

Das würde ich mal bestätigen, wenn auch nicht mehr der jüngste. :wink: Wie bereits erwähnt, bin ich seit über 10 Jahren berufstätig. Rest kann man schätzen.
Was du sagst ist absolut richtig- ab 30 beginnt der Körper abzubauen. Und ja, die getroffene Aussage bezieht sich auf Leistungssportler, sei es EC/WC Rennfahrer, Buckelpistenfahrer, Freestyler, Ausbildner der Staatlichen Skilehrerausbildung, you name it. Das war aber auch der Anstoß durch @Carlos23 bzw. @GIFWilli59, Hr. Baetz ist der Hirscher/ Odermatt unter den Skilehrern, das kann man nicht mit dem durchschnittlichen Skilehrer oder durchschnittlichen Skifahrer/ Gast vergleichen.
 
Wooly schrieb:
Nachdem jetzt alle hier wissen was für ein guter Skifahrer du bist und das du holländische Skilehrerinnen doof findest (wobei, zählen die nicht auch zum klassischen Beuteschema ??) würde ich nach drei Seiten doch nochmal nachfragen WAS GENAU du jetzt eigentlich mit dem Thread bezwecken willst ?

Darzustellen, dass er der zweitbeste Skilehrer der Welt ist. Der Rest ist seinerseits m.E. überwiegend "BlaBla"
 
Frankenstephan schrieb:
Wooly schrieb:
Nachdem jetzt alle hier wissen was für ein guter Skifahrer du bist und das du holländische Skilehrerinnen doof findest (wobei, zählen die nicht auch zum klassischen Beuteschema ??) würde ich nach drei Seiten doch nochmal nachfragen WAS GENAU du jetzt eigentlich mit dem Thread bezwecken willst ?

Darzustellen, dass er der zweitbeste Skilehrer der Welt ist. Der Rest ist seinerseits m.E. überwiegend "BlaBla"

Oh, vielen Dank für die Blumen. Kennen wir uns? Warst du schon mal bei mir als Gast? :biggrin:
So ernst auf ernst, könnt @Wooly @Frankenstephan auch etwas Sachliches zu dem Thema beitragen oder bleibt ihr bei personenbezogenen Aussagen und Quertreibereien??!!
Man möchte meinen, dass 3 Seiten zusammenzufassen eine machbare Aufgabe ist. Vielleicht ist das aber nicht jedem gegeben. Schade. Wenn ihr freundlich fragt, kann ich das auch gern machen; so ihr beschließt bei eurer Hauptsache-gegen-alles-Linie zu bleiben, dann schweigt bitte laut.
Ganz vorsichtig wäre ich ja, wenn der Name auf die Herkunft schließen lässt- da suchen wir dann doch besser weiter nach dem Außenski und lassen den Vorderbakken wo er ist.
 
Guest schrieb:
Ganz vorsichtig wäre ich ja, wenn der Name auf die Herkunft schließen lässt- da suchen wir dann doch besser weiter nach dem Außenski und lassen den Vorderbakken wo er ist.

Es dürfen jetzt auch nur noch Österreicher hier posten? Das wird dem Chef nicht gefallen .... :biggrin:
 
Wooly schrieb:
Guest schrieb:
Ganz vorsichtig wäre ich ja, wenn der Name auf die Herkunft schließen lässt- da suchen wir dann doch besser weiter nach dem Außenski und lassen den Vorderbakken wo er ist.

Es dürfen jetzt auch nur noch Österreicher hier posten? Das wird dem Chef nicht gefallen .... :biggrin:

Solange Innenski und Hinterbacken funktionieren, dürfen sicher alle Mitglieder (m/w/d) hier schreiben. Aber natürlich nur, solange es dem zweitbesten Skilehrer der Welt in sein Schema passt. Guest, du bedienst hier mit deiner überheblichen Schreibweise ein wunderbares negatives Klischee, welches Skilehrer/innen, egal welcher Herkunft, ganz sicher nicht gerecht werden.
 
Guest schrieb:
@Toposlopos : Ich sehe in meiner Aussage absolut keinen Widerspruch. Deine Aussage stellt Punkt in Gegensatz, in denen wir uns doch eigentlich einig sind (Fähigkeiten Skilehrer, individuelle Stärken, Kommunikation und Sprachen, Beruf Skilehrer mit Skills für andere Jobs, skifahrerische Mindestanforderungen). Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass dein letzter Abschnitt einen noch optimistischeren Blick auf den Beruf Skilehrer wirft, als ich das tue. Wenn die Holländerinnen tatsächlich an ihren Sprachfähigkeiten arbeiten würden und die kurzen und langen Radien mir keine Sorgen mehr bereiten müssen, dann bräuchte es mein Plädoyer nurmehr in viel abgeschwächter Form und wir könnten gemeinsam das Glas Skiwasser auf die Skilehrer erheben.

Das könnten wir doch in der Tat zu Recht. Ich habe nämlich gar nicht den Eindruck, dass besonders viele Skischüler aufgrund mangelnder Qualität des Lehrpersonals in D oder Ö schlecht wegkämen, im Gegenteil.
Nur ginge das an deinem Anliegen völlig vorbei. Welches da war, dass du dir mehr Protektion für deinen Berufsstand wünscht. Das ist sehr verständlich, wünschen sich alle Marktteilnehmer. Dein Pech besteht leider darin, ein Ösi zu sein. Denn Ösiland, genauso wie das Piefkereich, sind ziemlich kapitalistisch gestrickt (nicht so sehr wie die USA freilich, da hoppelt der Hase nochmal ganz anders). Protektion greift daher erst auf Ebene des Kapitals: du brauchst den (oder: einen; d.i. in der Praxis aber wenig realistisch) Staatlichen, um eine Skischule betreiben zu dürfen. Die Angestellten gucken indes in die Röhre - das darf jeder und dementsprechend groß ist das Angebot. Ganz anders bspw. im wesentlich sozialistischer aufgestellten Frankreich, wo das Skischulwesen von altersher quasibehördlich organisiert ist (erst in jüngster Zeit auf dem Umweg über die EU ganz leicht im Wandel begriffen), und die ursprüngliche, zentrale Triebfeder des ganzen Skizirkus nicht zuerst in der Gewinnmaximierung bestand, sondern in der Bereitstellung von auskömmlichen Verdienstmöglichkeiten für die im Winter darbenden Bergbauern und somit der Prävention der Landflucht. Dementsprechend brauchst du dort wenigstens den Eurotest, d.i. so ein Mittelding aus unserem Anwärter und dem ersten Modul, nämlich mehrtägig, und - jetzt kommt es - er inkludiert einen sehr harten RTL. Letzterer bildet die Klippe, Flachlandlümmel wie meinereiner fernzuhalten - und nicht nur die. Das Angebot an Lizensierten bleibt dadurch vergleichsweise klein. In der Folge läuft's dann nach Tarif.

Nun willst du da vermutlich nicht rübermachen. Auf der anderen Seite bleibt das Problem, dass die große Kohle im Kinderland und insgesamt mit Anfängern gescheffelt wird. Und diesbezüglich besteht aus deiner Perspektive numal das Problem, dass die Kursentgelte sich nicht nach dem Qualifizierungsschein des Unterrichtenden staffeln. Daher ergibt sich für die AG keine Motivation, mehr zu zahlen und es wäre auch gegenüber den Kollegen ungerecht, welche für die exakt gleiche Arbeit weniger Geld erhalten sollen.
Als einzigen Ausnahmetatbestand von relevantem Umfang sehe ich selbstständig organisiertes Freeride-Guiding. Da wäre jetzt sehr interessant zu erfahren, was man in Ö als Staatlicher darf. Da müsstest du doch jetzt auf dem neuesten Stand sein? Gefühlt erschien mir das immer großzügiger als in D. Kann aber auch sein, dass ich mich täusche. In D ist die Sache glasklar: nix. Obwohl die Ausbildung Lawinenkunde und ein ganzes Modul Tiefschneefahren enthält, erlischt die Berechtigung am Pistenrand. Damit wird der Bergführer zum Universaljoker auch in Sachen Skiunterricht. Das ist eine Qualifikation mit echtem Mehrwert, wenn man selbst im Schnee arbeiten und dabei nicht auf Escobars Spuren wandeln möchte.
 
Danke @Toposlopos. In AUT gibt es sowohl beim Landeslehrer als auch beim Staatlichen je 1 Woche Alpinkurs (Inhalte u.a. Schnee- und Lawinenkunde, Off-Piste-Guiding etc.), damit darf man alles mit dem Lift Erreichbare führen, auch schon ab dem Landes-Alpinkurs. Oder mit anderen Worten, man darf mit dem Gast nicht aufsteigen. Dafür gibt es dann den Skiführer (in Summe 3-4 Wochen Ausbildung, Tourengehen, meist am Gletscher), der steht sozusagen zwischen Staatlichem und Bergführer, da Bergführer auch das ganze Thema Klettern dabei hat.

Betreff Qualität: In der Tat, die Zufriedenheit beim Gast ist nach wie vor hoch. Das führe ich persönlich primär auf gutes Management (Skischulleiter, Chefskilehrer etc.) zurück, sekundär auf die Qualität der Ausbildung und tertiär möglicherweise auch auf die Unerfahrenheit bzw. Alternativlosigkeit beim Gast. Letzteres erlaube ich mir in den Raum zu werfen, denn a) woher hätte der Gast denn einen Vergleichswert ob in seiner Kurszeit mehr gegangen wäre, und b) wo soll er denn hin, wenn eine Skischule benötigt wird, in den meisten Ortschaften gibt es nicht mehr als eine Handvoll. Das soll alles nicht die erbrachte Qualität schmälern, könnte aber deren Resonanz begründen.
Und selbstredend gibt es gesamtgesehen qualitativ zwischen den Betrieben eine Streuung, wie in allen anderen Bereichen wohl auch.

Betreff Entgelt: Ich kann deinen Ansatz nachvollziehen und danke für die Hinweise für meine persönliche Situation (soweit hier gezeichnet; natürlich schaut die Realität anders aus :wink: ). Mir ging es jedoch um die ganze Branche und den Appell, ob es nicht angebracht wäre das gesamte Gefüge anzuheben, um den Beruf für Einheimische wieder attraktiver zu machen oder zumindest für (Winter-)Saisonarbeiter. Auch erwähnt dein Ansatz nur die Ausbildungsstufe, nicht jedoch andere Faktoren wie Trainer-Ausbildung, Kindergärtner/Lehrer, Erfahrung usw.

PS: Ich würde es nie im Leben als Pech oder Problem bezeichnen, dass ich Österreicher bin. :respekt:
 
Guest schrieb:
Betreff Entgelt: Ich kann deinen Ansatz nachvollziehen und danke für die Hinweise für meine persönliche Situation (soweit hier gezeichnet; natürlich schaut die Realität anders aus :wink: ). Mir ging es jedoch um die ganze Branche und den Appell, ob es nicht angebracht wäre das gesamte Gefüge anzuheben, um den Beruf für Einheimische wieder attraktiver zu machen oder zumindest für (Winter-)Saisonarbeiter. Auch erwähnt dein Ansatz nur die Ausbildungsstufe, nicht jedoch andere Faktoren wie Trainer-Ausbildung, Kindergärtner/Lehrer, Erfahrung usw.

Sei es wie es sein, ich sehe für dein Anliegen eigentlich nur zwei Lösungsansätze:

1. Du setzt durch, dass wie in Frankreich wie beschrieben der Staat eingreift und die Ausbildung/Betrieb der Skischulen stärker reglementiert, incl. Tariflöhnen & Co., und reglementierten Kosten für Kurse etc. ..... Ob das bei den aktuellen politischen Verhältnissen in Österreich möglich wäre sei dahingestellt. Als "Skination" durchaus ein Planspiel.

2. Oder du gründest deine eigene High-End Skischule, mit top geschulten Skilehrern, gerne auch beworben mit den "Einheimischen"-Faktor (also quasi nachhaltig...), mit Themen wie Freeride & Touren im Portfolio, und natürlich auch perfekte Tages-Kinderbetreuung, dazu mehrsprachiges Personal. incl. Kooperation mit gehobener Hotellerie & Gastronomie, um Komplettpakete im Premium Segment anzubieten.

Bei den Verschiebungen, was die Gäste angeht, würde ich persönlich auf zweite Lösung als erfolgversprechender ansehen, allerdings wahrscheinlich nur von einem Sport-Konzern leistbar ....also entweder Zermatt, Ischgl & Co gründen eine "Premium-Skischulen GmbH" oder es steigt gleich Vail Resorts o.Ä. ein ... ich denke wir werden da in den nächsten 30 Jahren noch einige massive Veränderungen haben. Und wir dürfen nie vergessen, dass wir hier ein Forum voller Skinerds sind, die zum Großteil ihre Skikarriere in den 70/80/90er Jahren begonnen haben, wo viele Dinge noch komplett anders aussahen ... von daher ist unsere Einschätzung der Lage wahrscheinlich nicht immer ganz realistisch für die heutige Zeit.
 
Wooly schrieb:
2. Oder du gründest deine eigene High-End Skischule, mit top geschulten Skilehrern, gerne auch beworben mit den "Einheimischen"-Faktor (also quasi nachhaltig...), mit Themen wie Freeride & Touren im Portfolio, und natürlich auch perfekte Tages-Kinderbetreuung, dazu mehrsprachiges Personal. incl. Kooperation mit gehobener Hotellerie & Gastronomie, um Komplettpakete im Premium Segment anzubieten.

Das wundert mich jetzt allerdings, dass das in AT unbekannt sein soll?

Du könntest dich zB beim Suvretta-House bewerben. Im Falle der scheinbar höchsten Ausbildungsstufe in AT könnte die dann evtl. auch in CH anerkannt werden...
 
Also ich find den Thread ja durchaus interessant, schade nur, dass das schon wieder teilweise so ausfällig wird. Wie immer in solchen geschriebenen Beiträgen ist in den Buchstaben keine Nuance wie Ironie oder gar Humor zu erkennen und man kann Sachen sehr schnell in den falschen Hals bekommen. Ich mach einfach mal weiter und gebe zwei, drei Punkte zum Besten:

Ein staatlich geprüfter Skilehrer ist, glaube ich, skifahrerisch über jeden Zweifel erhaben. Wer das in Frage stellt, hat sich noch nicht mit dem Ausbildungsprogramm und der Abnahme in der Praxis befasst und ist vor allem wohl auch noch nie mit einem solchen Ski gefahren :zustimm: . Das ist auch eh klar, insofern habe ich das hier jetzt nicht als Angeberei empfunden, wenn man so einen Thread postet.

Insgesamt halte ich es schon für möglich, dass dieses Ansehen durch "Fun-Skilehrer" verwässert werden kann. Gleichzeitig kann ich mich erinnern, dass meine Kinder im Grundschulalter auch von netten Mädchen betreut wurden, die keine begnadeten Skifahrer waren, die denen aber erst im Kinderbereich Pizza-Pommes und viel Spass gezeigt haben und dann ging es aber auch schon hoch auf den Berg. Die haben da riesen Fortschritte gemacht und im nächsten Jahr dann gleich zwei Stufen höher nach dem Vorfahren und so weiter...

Meiner Tochter -wie gesagt 22/23 Skilehrer-Anwärterin in Warth gewesen- habe ich zum Ende der Saison gesagt, sie solle doch gleich noch den Landesskilehrer machen, dann könne sie bei der nächsten Saison vielleicht mehr Geld verlangen. Da hat sie gesagt, sie würde für die kurze Zeit in der Hauptsaison, wo sie dann neben dem Studium noch als Skilehrer jobben könne, minimal mehr Geld bekommen. Das würde Jahre dauern, bis sie dann die Kosten für den Landesskilehrerkurs wieder raus hätte. Sie setzt da mehr auf Trinkgeld.

Thema Einheimische: In Österreich klagen sie ja selbst, dass immer weniger Österreicher Skifahren, Gründe wurden hier im Forum schon diskutiert. Ich bestreite aber vehement, dass Einheimische per se besser fahren. In dem Skilehrerkurs meiner Tochter, den ich gesehen habe, waren zwei Einheimische und zwei Deutsche (und ein paar andere). Beide Deutschen fuhren um Längen besser als die beiden Einheimischen, sowohl bei Carving als auch bei allen anderen Schwungarten. Die ganzen Jahre über habe ich eigentlich nie Einheimische Kinder gesehen, die besser fuhren als meine (jetzt mal den Rennclub ausgenommen). Das waren meistens dann doch ziemliche Bolzer, am Pistenrand springen und wieder zurück :repeat: Da ist irgendwie das feeling und der St.Anton-Stil verloren gegangen. Und doch stimmt aber auch ein anderes Phänomen: Es ist Mode geworden. Z.B. hier im feinen Hamburger Westen und Alsterbereich gilt es als schick, so mal eben Skilehrer zu sein. Das ist schon etwas inflationär geworden, wer sich da jetzt alles zum Skilehrer berufen fühlt. In dem Skilehrerkurs meiner Tochter konnte ich auch ein paar solche Fersendrücker beobachten, die sind dann allerdings auch in der Prüfung durchgefallen.

Ich kann mir schon vorstellen, dass diese Jungspunds den Markt verwässern und die Qualität darunter leidet. Die bleiben aber auch nicht dabei, werden also im kommenden Jahr durch neue ersetzt. Wie es mit dem staatlich geprüften Skilehrer weiter gehen wird, kann ich nicht abschätzen. Wie sieht es denn bei Dir @Guest aus, was machst Du denn im Sommer? Hattest Du das schon geschrieben?
 
Und tatsächlich habe ich heute beim Plausch doch noch ein paar Infos bekommen, nach denen ich meine bisherigen Posts etwas relativieren muss. Der Sohn von Freunden von uns arbeitet diese Saison in Tirol als Skilehrer und da ist es wohl so, dass man als Anwärter schon ziemlich ausgebeutet wird. Da gibt es auch so viele Skilehrer auf Wartezeit, das nicht jeder immer arbeitet und dann auch nicht bezahlt wird. Das erscheint mir arbeitsrechtlich mehr als fraglich. Zusätzlich ist aber Unterkunft teuer, Parkplatz extra Kosten hier, Spesen dort, am Ende bleibt eigentlich vom Verdienst nix übrig.

Das war in Warth bei meiner Tochter deutlich anders. Unterkunft war zwar nur JuHe-Standard und Mehrbett aber sehr günstig. Es gab auch ein Grundgehalt und die Anzahl der Skilehrer war immer so bemessen, das es für niemand einen echten erwerbslosen Leerlauf gab.

Dem Sohnemann in Tirol hingegen wurde nun tatsächlich geraten, er möge doch den Landeslehrer machen, dann würden im nächsten Jahr bestimmte Kosten wie Parkplatz oder Leerläufe wegfallen. Dadurch würde er also erstmals in die Gewinnzone fallen. Dann sieht das natürlich anders aus und dann würde sich die Zusatzausbildung viel eher lohnen. Und dennoch: das finde ich ehrlich gesagt ziemlich schäbig von der Skischule.
 
Halte ich auch für ein absolutes No-Go von Skischule, ist aber ein gutes Beispiel wie es eben auch zugehen kann. Wie bei jedem anderen Arbeitgeber auch, sagt es etwas über die Firma aus, wenn man mit den Mitarbeitern so umgeht. Wobei ich persönlich den Fall, dass eine Skischule zu viele Skilehrer hat noch sehr selten gehört habe (Ausnahme extreme Nebensaison).
Inwieweit der Landeslehrer hier weiterhelfen soll, erschließt sich mir nicht ganz, würde mich aber in diesem konkreten Fall dennoch interessieren. Meine Bedenken hierzu gehen in viele verschieden Richtungen, aber das wäre gefährliches Halbwissen.
 
Moin zusammen,

kann das eigentlich sein, dass das mit den Aushilfsskilehrern (ob nun Anwärter, Landeslehrer oder was auch immer), egal nun ob aus den Niederlanden, Deutschland oder woanders her, eine speziell Österreichische Frage darstellt? Zumindest in Altabadia gibt es so etwas nicht, zumindest ist es mir nicht bekannt. Und ich kann mich ganz dunkel an Frankreich erinnern (Rainbow Tours), wo uns damals offiziell gesagt wurde, das wir keinen Skiunterricht geben durften, ob nun mit Schein oder ohne. Auch habe ich ein paar Dokumentationen gesehen, die waren alle in Österreich, teils unter Umständen wie sie @Kreon100 bei seinem Sohn beschrieben hat.
 
Ohne hier päpstlicher sein zu wollen als der Papst denke ich, dass es wichtig wäre zu definieren was mit dem Begriff "Aushilfslehrer" gemeint ist: In meinem persönlichen Sprachgebrauch (und ziemlich sicher auch in den meisten Skischulen in AUT) ist eine "Aushilfe" ein qualifizierter Skilehrer egal welcher Ausbildungsstufe (qualifiziert heißt Anwärter oder aufwärts) der nicht die ganze Saison sondern nur zu bestimmten Zeiträumen, z.B. Weihnachtsferien, in der Skischule arbeitet, also sozusagen zu Spitzenzeiten "aushilft". Diejenigen die die ganze Saison da sind wären dann die "Saison-" oder "Stammlehrer".

@haderer Dass das ein rein österreichisches Phänomen ist würde mich wundern, möchte es aber nicht ausschließen. Was ich jedoch für möglich halte, ist, dass je stabiler die Nachfrage bekannt ist, desto weniger "Aushilfen" braucht es, denn man hat ja den "Stamm". Zumindest in AUT und ITA, würde ich meinen, geht das oft mit Exklusivität einher- Skischule Zürs hat viel weniger "Aushilfen" als Skischule Serfaus oder Skischule(n) Maria Alm. Ob das in SUI und FRA auch so ist kann ich nicht beurteilen, vielleicht hat es aber mit dem vorhergehenden Satz zu tun (?). Und die Zustände in AUT wären dann eher dem Faktor Massentourismus zuzuordnen.

Darüber hinaus gibt es sicher noch zig andere Verwendungsformen des Terminus "Aushilfe", sei es in der Skischule aber unqualifiziert oder zu jung (dann meist "Praktikant") über im Zuge eines Vereins (z.B. NF Skikurs - "Vereinsskilehrer" bzw. bei denen intern glaub ich "Instruktor") bis hin zu Schul-Lehrern oder Begleitpersonen bei Schulskikursen oder Skiferien ("Begleitlehrer").
 
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