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Skipasspreise 2022/2023

Mein Lebenspartner, als gewöhnlicher Handwerker überhaupt kein Grossverdiener, macht es jetzt einfach so: Statt 3x Arosa-Lenzerheide für 79.- geht er nur 2x Engadin für 107.-. An den zwei teuren Tagen hat er viel mehr Spass als an drei eher mittelmässig bis schlechten Tagen. Letztlich zahlt er gleich viel, hat aber mehr davon und ist zufrieden.
Jeder so wie er kann und will.
 
ski-chrigel schrieb:
Mein Lebenspartner, als gewöhnlicher Handwerker überhaupt kein Grossverdiener, macht es jetzt einfach so: Statt 3x Arosa-Lenzerheide für 79.- geht er nur 2x Engadin für 107.-. An den zwei teuren Tagen hat er viel mehr Spass als an drei eher mittelmässig bis schlechten Tagen. Letztlich zahlt er gleich viel, hat aber mehr davon und ist zufrieden.
Jeder so wie er kann und will.

sinnig deswegen war ich heute im Kaunertal
 
molotov schrieb:
ski-chrigel schrieb:
Mein Lebenspartner, als gewöhnlicher Handwerker überhaupt kein Grossverdiener, macht es jetzt einfach so: Statt 3x Arosa-Lenzerheide für 79.- geht er nur 2x Engadin für 107.-. An den zwei teuren Tagen hat er viel mehr Spass als an drei eher mittelmässig bis schlechten Tagen. Letztlich zahlt er gleich viel, hat aber mehr davon und ist zufrieden.
Jeder so wie er kann und will.

sinnig deswegen war ich heute im Kaunertal
Für 29€ :lach:
 
Bemerkenswert finde ich bei der Diskussion, dass diejenigen, die 107 Fr. im konkreten Fall für einen angemessenen Tageskartenpreis halten, gleichzeitig auch diejenigen sind, die sich über das Vorurteil der teuren Schweiz wundern.

Solange wir wählen können, in welchem Gebiet wir skifahren und wo und wann wir die Felle nehmen ist alles gut.
 
powdertiger schrieb:
Solange wir wählen können, in welchem Gebiet wir skifahren und wo und wann wir die Felle nehmen ist alles gut.

genau - und bevor ich mir das oestereichische Geschwätz anhoeren muss, fahr ich lieber in die Schweiz, auch wenn der Skipass dort was mehr kostet.
 
powdertiger schrieb:
Bemerkenswert finde ich bei der Diskussion, dass diejenigen, die 107 Fr. im konkreten Fall für einen angemessenen Tageskartenpreis halten, gleichzeitig auch diejenigen sind, die sich über das Vorurteil der teuren Schweiz wundern.
Dynamische Preise gibt es auch nach unten… Aber das klammern die, die mit den Vorurteilen dann natürlich aus. Dasselbe Ticket gibt es auch für 43.-.
 
ski-chrigel schrieb:
powdertiger schrieb:
Bemerkenswert finde ich bei der Diskussion, dass diejenigen, die 107 Fr. im konkreten Fall für einen angemessenen Tageskartenpreis halten, gleichzeitig auch diejenigen sind, die sich über das Vorurteil der teuren Schweiz wundern.
Dynamische Preise gibt es auch nach unten… Aber das klammern die, die mit den Vorurteilen dann natürlich aus. Dasselbe Ticket gibt es auch für 43.-.

Ja, in absoluten Randzeiten als Sonderangebote.

Wenn man einen Mittelwert der Hochsaison bilden würde, wäre man sicher im dreistelligen Bereich. Also sehr nahe am Maximalpreis, denn genau zur Verschleierung desselben sind "dynamische" Preissysteme ja gedacht.
 
43.- gibt es zB an einem 9.3.. Im Engadin ganz bestimmt keine absolute Randzeit.
Und den ganzen Februar (= Höchstsaison) kann man zZ für um die 80.- kaufen.
Früh buchen lohnt sich. Feriengäste mit fixen Unterkunftsbuchungen profitieren davon (sofern sie nicht sowieso bei Sleep&Ski dabei sind). Der Tagesgast, der halt nur kurzfristig bei schönem Wetter einen Tag gehen und kein Risiko eingehen will, der zahlt mehr als früher. Das macht bezüglich Angebot und Nachfrage auch Sinn. Marktwirtschaft sagt man dem.
 
Wobei mir das Engadin an guten Tagen für den Preis auch zu voll ist...
 
Das muss natürlich jeder für sich entscheiden. Ich kann nur meine Berichte der letzten Tage wiederholen: 79.- für das überfüllte Arosa-Lenzerheide würde ich nicht bezahlen wollen, 107.- für die verhältnismässig leeren Pisten im Engadin aber schon. Siehe auch LGH‘s gestriger Bericht.
 
Oder für 67 Euro nach Samnaun/Ischgl oder 74 Dolomiti Superski. Besser als beide und obendrein günstiger!

Du dagegen zahlst ja im Engadin ohnehin nichts wegen deiner Saisonkarte...
 
ski-chrigel schrieb:
Angebot und Nachfrage sagt man dem. Ich teile Deine Meinung nicht.

Ich würde noch melken/ausbeuten/den Hals nicht voll kriegen ergänzen, denn das beherrscht heute viele unserer Märkte.
Ein Blick zurück über das letzte Jahr zeigt das in sehr vielen Bereichen unseres Lebens. Spritpreise z.B. oder eben diverse Industriezweige in denen Kostensteigerungen mit extrem gestiegenen Rohstoffpreisen und Produktionskosten gerechtfertigt wurden und plötzlich (wer hätte es gedacht) legen diverse Firmen Jahresgewinne in Rekordhöhe vor.
Von Angebot und Nachfrage habe ich im vergangenen Jahr wenig gespürt, die Nachfrage war gleich, das Angebot war gleich, die Preise sind trotzdem explodiert.

Das nur ganz allgemein festgehalten.

Dass der ein oder andere der gut verdient sagt soll der Skipass halt 200€ kosten, wenn ich dafür allein bin ists mir das wert, finde ich sozial und gesellschaftlich fragwürdig. Wir haben 8 Mrd. Menschen auf dem Planeten, nach dem Motto zu leben ist mir doch egal wenn 99% keinen Spaß mehr haben können solange ich zu dem 1% gehöre macht die Welt in meinen Augen nicht unbedingt lebenswerter. Diese Entwicklung zeigt sich ja seit Jahren in vielen Bereichen und ich finde sie ziemlich unsympatisch.
 
Naja, grad im Bereich der Skigebiete spielt der Markt doch ziemlich gut. Sonst gäbe es die grossen Preisunterschiede eben genau nicht. Von anderen Branchen rede ich nicht.
Dass in diesem Forum die Bergbahnen stets als Halsabschneider dargestellt werden, ist bekannt und ätzend. Schaut man deren Jahresergebnisse dann genauer an, sieht man, dass diese Branche alles andere als zu den Grossmargengewinnern gehört. Dein erster Satz stimmt so überhaupt nicht.
 
Das ist richtig.
Die einen wirtschaften aber so, dass sie zum halben Preis die doppelte Skifahrerzahl anziehen und bieten eher ein Angebot das für alle offen steht, die anderen erhöhen halt die Preise und schränken im gleichen Zug das Publikum ein, wollen also nur noch eine elitäre wohlhabende Gruppe.
Mit anderen Worten man bietet ein Angebot nach dem Motto "warum sollen wir uns mit mehr Leuten mehr Arbeit machen, wenn wir mit weniger gleich viel verdienen können".
Ich finde gerade der Skitourismus ist hier das negative Paradebeispiel.

Mit der Hälfte der Personen den gleichen Gewinn zu machen und den Rest einfach auf der Strecke zu lassen ist für mich nichts anderes als melken. Der absolute Gewinn hat hier in meinen Augen wenig Aussagekraft, da Ticketpreis und Besucherzahl gegenläufig skalieren, Ausgaben und Ticketzahl allerdings nur bedingt zusammenhängen.
Wirtschaftlich funktioniert das bis zu einem bestimmten Punkt, sozial und menschlich ist es wie gesagt sehr unsympatisch.

Die Automobilindustrie ist auch ein Paradebeispiel dafür, der Kleinwagen ist es inzwischen nichtmal mehr wert produziert zu werden. Wozu den Aufwand betreiben viele Autos herzustellen wenn man mit 10% teuren Wagen den gleichen Umsatz machen kann. Wer in der Bevölkerung auf der Strecke bleibt und sich einfach keine Mobilität mehr leisten kann, ist dabei gleichgültig.

Das Problem des zu viel, des Überkonsums oder der Überlastung ist in meinen Augen ein Folge des Problems der generellen weltweiten Überbevölkerung. Die Überlastung dadurch zu lösen, dass man das Angebot einfach dahin verschiebt, dass ein großer Teil der Bevölkerung es einfach nicht mehr in Anspruch nehmen kann finde ich falsch.
Das gilt für sehr viele Industriezweige die inzwischen so wirtschaften, wir sind hier aber nunmal in einem Alpinforum und es geht hier primär um die Seilbahnbranche.
 
ski-chrigel schrieb:
Naja, grad im Bereich der Skigebiete spielt der Markt doch ziemlich gut. Sonst gäbe es die grossen Preisunterschiede eben genau nicht. Von anderen Branchen rede ich nicht.
Dass in diesem Forum die Bergbahnen stets als Halsabschneider dargestellt werden, ist bekannt und ätzend. Schaut man deren Jahresergebnisse dann genauer an, sieht man, dass diese Branche alles andere als zu den Grossmargengewinnern gehört. Dein erster Satz stimmt so überhaupt nicht.

Das möchte ich so nicht stehen lassen. Die negative Darstellung macht den Eindruck, zu überwiegen, weil natürlich vor allem Beschwerden genannt werden - und da sind dreistellige Skipasspreise freilich ein gewichtiger Punkt, zumal das nur in St. Moritz und Zermatt der Fall ist, die sogar bei ca. 114 Franken liegen, alle anderen unter 95, und selbst im Bereich 80-95 sinds nur eine handvoll.

Freilich gibt es auch positive Beispiele, und interessanterweise sind das häufig diejenigen, die auch besonders gute finanzielle Zahlen vorlegen können - beispielsweise Ischgl, die 3V, PdS in großen Teilgebieten, die Sellaronda oder ALH.

Wenn man dann aber St. Moritz (jedenfalls die Corviglia-Gesellschaft) oder Zermatt ansieht, sind das ja auch welche der finanziell besser dastehenden Gesellschaften, aber welche die trotzdem extrem hohe Preise aufrufen, anstatt wie die anderen genannten (ich weiß, in den genannten Gebieten sind es meist mehrere verschiedene Gesellschaften) auf "normal-hohe" Preise und dafür mehr Gäste zu setzen.
Eine Hochpreis-Strategie, die aktiv darauf setzt, dass sich weniger Gäste die Preise leisten können, finde ich da in der Tat nicht moralisch richtig.

Nicht zuletzt geht es natürlich auch um das Preis-Leistungs-Verhältnis, verglichen zwischen den genannten Gebieten und deren Preisen, wo dann eben ein Aufpreis von etwa 35 Franken, was mehr als 40% entspricht, kaum gerechtfertigt erscheint.
 
ski-chrigel schrieb:
Naja, grad im Bereich der Skigebiete spielt der Markt doch ziemlich gut. Sonst gäbe es die grossen Preisunterschiede eben genau nicht. Von anderen Branchen rede ich nicht.
Dass in diesem Forum die Bergbahnen stets als Halsabschneider dargestellt werden, ist bekannt und ätzend. Schaut man deren Jahresergebnisse dann genauer an, sieht man, dass diese Branche alles andere als zu den Grossmargengewinnern gehört. Dein erster Satz stimmt so überhaupt nicht.

Der zweite Punkt ist recht interessant, das geht tatsächlich viel zu oft unter. Das Business ist nicht wirklich rentabel, außer bei einigen ganz großen die sehr gut organisiert sind.
Markt ist bei Skigebieten natürlich schwierig, da der Marktzugang für Wettbewerb quasi nicht mehr möglich ist. Sprich Anbieterseitig ist der Markt reglementiert. Ein knappes Gut (Pisten/Berge die verbaut werden dürfen) darf zur privaten Gewinnerzielung genutzt werden und dass ohne Lizenzen an den Staat zu zahlen. Kiesabbau oder ölförderung ist eigentlich ähnlich ;)
 
Eigentlich ist das ja eher wie der Bau von Kraftwerken. Skigebiete haben eine strategische Bedeutung und erhalten deshalb auch bisweilen umfassende Förderungen aus Steuergeldern. Manche sind too big to fail und werden auch mal mit öffentlichen Geldern vor der Pleite gerettet. Denn jeder Euro oder Franke, der für den Skipass ausgegeben wird, erzeugt ja afaik den fünffachen Wert an Gesamtwertschöpfung für alle damit verbundenen Services und Aktivitäten, sodass ohne die Skigebiete ganze Regionen (wie bspw. das Tiroler Lechtal in Ö) sehr wirtschaftsschwach werden mit Abwanderung.

Und in F gehören einige der wichtigsten Skigebiete sowieso mehrheitlich dem Staat (die Compagnie des Alpes mit u.a. Paradiski, Val d'Isere-Tignes, Chamonix und 2 der 4 Gesellschaften der 3V).
 
j-d-s schrieb:
Nicht zuletzt geht es natürlich auch um das Preis-Leistungs-Verhältnis, verglichen zwischen den genannten Gebieten und deren Preisen, wo dann eben ein Aufpreis von etwa 35 Franken, was mehr als 40% entspricht, kaum gerechtfertigt erscheint.
Also 40% Mehrpreis für die Pistenqualität in St.Moritz anstatt auf dem Stubaier Gletscher ist eigentlich noch viel zu wenig. Oder andersrum, der Stubaier ist selbst mit den aktuellen Preisen für die gebotene Leistung noch viel zu teuer. Vermutlich wirst da sogar Du mir zustimmen.

Anyway. Ich habe zu den obigen Argumenten nichts mehr zu sagen. Skifahren ist nunmal nicht für 8 Milliarden Menschen möglich und einige Posts gehen mir zu sehr in eine Neiddebatte. Wenn die freie Marktwirtschaft nicht mehr spielen darf und die Anbieter ihre Preise nicht so festsetzen dürfen, wie sie es für richtig halten, dann endet meine Diskussion hier. Ich und meine Liebsten sind bereit, für top Skigebiets-Qualität diese Preise zu bezahlen, weil es uns das wert ist. Andererseits würde ich niemals ein hochpreisiges Auto kaufen, weil mir es das schlicht nicht wert ist. Dennoch jammere ich nicht über die Preise der Topmarken, die ich mir nicht leisten kann oder will.
 
Falls du mich meinst ich jammere nicht. Mir tut es nicht wirklich weh. Ob ich im Winter 1000€, 2000€ oder 3000€ fürs Skifahren ausgebe und entsprechend weniger zur Seite lege ist mir ziemlich egal. Genauso wie ich auch schon öfter gesagt habe, dass ich auch bei 3€ für den Liter Benzin nicht einen Kilometer weniger Auto fahren werde geschweige denn auf einen Bus umsteige. Wie du auch sagst ist es mir das einfach wert, weil Spaß und Freude in der Freizeit für mich in Form von Geld immer unbezahlbar bleiben werden.

Nur weil ich das so sage heißt das aber trotzdem nicht, dass ich diese Entwicklung allgemein gut finde.
Ich sehe einen Missstand, da ich inzwischen einige Leute/Familien kenne die sagen ein Winterurlaub ist einfach nicht mehr drin weil zu teuer. Und das sind alles Leute die vor 10 Jahren mit Kindern gerne und jedes Jahr beim Skifahren waren. Das ist auch einer der Hauptgründe für rückläufige Skifahrerzahlen.

Kann man gerne auch auf andere Dinge übertragen. Schenk heute mal deinen Kindern ein Fahrrad zu Ostern, für mich das normalste der Welt und vor dem Fahrradboom der letzten Jahre war es auch noch möglich, dass sich zumindest große Teile der Bevölkerung ein Fahrrad leisten konnten.
Heute ist es undenkbar für 200-300€ noch ein vernünftiges Fahrrad zu bekommen und bereits diese Summe ist für immer mehr Menschen sehr viel Geld. Den Luxus beispielsweise in einer Gewerkschaft mit Tariflohn zu sein und einfach mehr Geld zu bekommen, sodass einem die Inflation egal ist hat bei weitem nicht jeder.

Mir gefällt die Entwicklung der letzten Jahre einfach nicht, insbesondere im Tourismus aller Art.

ski-chrigel schrieb:
Wenn die freie Marktwirtschaft nicht mehr spielen darf und die Anbieter ihre Preise nicht so festsetzen dürfen, wie sie es für richtig halten, dann endet meine Diskussion hier.
Das ist auch so eine Aussage, die ich allgemeingültig (jetzt nicht spezifisch auf Skipässe bezogen) niemals so stehen lassen würde. Stichwort Kartellamt.
 
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