Ich schreibe nur von Tirol.
Julian96 schrieb:
Den Tagesgast aus der Region will man ja auch zunehmend gar nicht mehr, der ist ja nur lästig, nutzt die Infrastruktur und lässt nichts liegen. Traurig für die Familien vor Ort die dann lieber immer weiter weg reisen.
Die Preisentwicklung ist soo ätzend... Bloß die armen Kinder vor Ort kannste Dir nicht vor den Karren spannen, denn für die
Familien vor Ort sind Skipasspreise der eher geringere Posten, auf's Jahr gerechnet. Die fahren mit TRC oder FZT, oder eher selten TSC.
Das sah dann zuletzt so aus, dass für zwei Eltern, ein Jugendliches und ein Kind keine fünfzehnhundert Euro per anno fällig werden. Nicht geschenkt, klar, aber wenn man die Karte nur hin und wieder ausspielt, ist der heruntergebrochene "Tageskartenpreis" ein schlichter Witz im Vergleich zum realen Preis für Touristen an der Seilbahnkassa. Außerdem gilt das Teil ein ganzes Jahr mit einem üppigen Sommerangebot. 80€ fürs Kind, 280 fürs Puberdear, fast so etwas wie Jugendsportförderung.
https://tirol-regio.at/tarife/#preise-einzelkarte
Nö, gemolken werden jene, bei denen der Skiurlaub ein Highlight im Jahr sein soll und Saisonkarten (nicht zuletzt aus rechtlichen Gründen) eben keine Option sind. Und sie werden sich melken lassen, weil es ihnen am Ende nicht darauf ankommt, ob sechs Tage BBS mit 360 oder 400 Euro zu Buche schlagen, weil all die anderen Posten dieser Skiwoche eh schon so heftig in Kontor schlagen, dass die vierzig Kröten mehr pro Nase nicht mehr wahrnehmbar schmerzen. Man spürt die Einschläge dank Betäubung nicht mehr. Ist ja die Urlaubswoche und die muss gelingen und drum wird diese bittere Pille einfach geschluckt, gegebenenfalls mit nem Stamperl nachgespült und anschließend kann man endlich die schöne Aussicht genießen.
Oder.. sie werden sich nicht melken lassen und wenden sich vom bergbahngestützten Skisport ab. Dafür braucht es gar nicht mal unmittelbar wirtschaftliche
Zwänge. Es reicht ja auch, zu empört zu sein, um sich melken lassen zu
wollen. Öko- und klimatologische Motive kommen noch hinzu, gut möglich, dass sich die Seilbahner mit ihrer Preisstrategie mittelfristig eben doch ins eigene Knie schießen.
Denn auch wenn die Pisten in der Saison noch gut gefüllt waren: Wer für so ein Skivergnügen, wie beispielsweise rund um's vergangene Weihnachten irgendwo unterhalb der Baumgrenze, für sich und seine drei Mäuler einen stattlichen vierstelligen Betrag hingeblättert hat, stellt sich schon die Frage, ob man damit nicht etwas Sinnvolleres anstellen könnte. Und die sind dann weg und wenn die Alternativen funktionieren kommen die erstmal auch nicht zurück. Und die Kids lernen surfen, oder biken oder Boulespielen, you name it, bloß nicht Skifahren.
Sorry, eher viel Text für meine Feder, das Thema macht mich einfach grantig.
w.
aber TSC '23 ist gesetzt
