Ich find es schade, wie es in der Partei abläuft - derartige Dinge so nach außen zu tragen und insbesondere die Nachfolgefrage öffentlich zu diskutieren, finde ich ziemlich unseriös - und ist etwas, was meines Wissens bei der CSU auch neu ist und mich etwas erschreckt. So etwas traue ich eher unseren KleinLinken hier oben im Norden zu! Ich habe übrigens den Eindruck gehabt, dass Stoibers Rede und seine etwas wendehalsige politische Natur so ein bisschen Ergebnis seines großen Medienmakeupprofilings (oder wie man es nennen will

) für die Wahl 2002 war. Ich hatte den Eindruck, dass er sich früher wesentlich besser und klarer ausgedrückt hat - und v.a. mit wesentlich weniger Umschreibungen aus Angst jemandem auf die Füße zu treten. Aber vielleicht täuscht das auch.
Auch wenn ich es von außen nur sehr eingeschränkt beurteilen kann, kann ich nicht behaupten, jemals den Eindruck gewonnen zu haben, Stoiber hätte innerhalb seines Zuständigkeitsbereiches eine schlechte Politik gemacht. Ich tendiere zu der Annahme, dass das jetzt enstandene Vakuum sich für das betroffene Bundesland mittelfristig als deutlich schlechter herausstellen könnte, als ein erneuter Amtsantritt Stoibers. Im übrigen: Beckstein hin oder her - wenigstens keine Schmidt oder von der Leyen (*würg*). Ich hoffe jedenfalls, dass sich jetzt nicht irgendeine Umbruchsstimmung mit kruzgedachtem Modernisierungswahn ergibt, wo man die Chance nutzen will, bei dieser Gelegenheit gleich mal alles neu zu machen. Halte ich zwar für unwahrscheinlich, wär aber sehr ärgerlich.
Was man wohl sagen kann, ist, dass wenn Stoiber Kanzler geworden wäre, in Deutschland einiges anders gelaufen wäre. Ob es besser gelaufen wäre, ist eine andere Frage, in jedem Fall halte ich ihn persönlich für einen Mann, der fähig ist die richtigen Dinge zu tun und nicht nur drüber zu reden. Dass er es in letzter Zeit mit dem Reden nicht so hatte, mag dieses Bild in der Öffentlichkeit nicht gerade gefördert haben. Leider ist in einer Mediengesellschaft ja mitunter wichtiger, wie man sich und seine Politik verkauft, als was man damit erreicht.
P.S. Mir wär es lieber die ostdeutsche Protetantin mit ihren bescheuerten Gesundheits- und Familienministerinnen würde endlich mal zurücktreten. Ich hatte ja viel Stillstand und gescheiterte Reformen von einer großen Koalition in dieser personellen Besetzung erwartet - aber
DAS übertrifft alles. Neuestes Ergebnis zur Untersuchung der Wirkungen der Förderalismusreform: quasi Null (was die Gesetzgebungskometenzen, die ja Kern waren, angeht). Hm, schade. Na gut, dann reformieren wir doch einfach die Reform. Übrigens: ich kenne jemand, der kennt sich gut aus mit Reformen reformieren - ich fürchte nur, der verkauft derzeit gerade in Osteuropa Pipelines....
In diesem Sinne, hoffen wir für alle das beste - zumindest in diesem Punkt dürften wir uns ja alle einig sein! (Ein Statement, das hervorragend in die heutige Politik passen würde, übrigens!

).