dama schrieb:
Ein Tempolimit aus Umweltgründen einzuführen ist doch Quatsch. Wenn man sieht was z.B. bei den Kohlekraftwerken und durch schlechte Motortechnik unnötig an CO2 ausgestoßen wird, dann ist der Anteil des rasenden Verkehrs einfach nur lächerlich.
Was verstehst Du unter schlechter Motortechnik?
Wenn ich beim Golf II das Gefühl hatte, eine Strecke überwiegend Vollgas gefahren zu sein, ist der Verbauch um 0,5-1 Liter gestiegen. Als ich den Ford Focus meiner Eltern mal Vollgas gedroschen habe, hatte ich einen Verbrauch von 12 Litern, normal wären 7-7,5 Liter bei 120-130km/h gewesen.
Die Autos mit 74KW/115PS dürfen alle ähnlich gebaut sein. Vom Hubraum/Motorleistung dürfte der Motor irgendwo zwischen 80-120km/h sein Optimum haben (2000-3000 U/m). Jede Mehrleistung wird mit einen Benzinzuschlag an der Tankstelle bezahlt.
Ich hab für ein Tempolimit von 120km/h gestimmt, Umweltgründe sind mir egal. Ich bin vor 14 Tagen von Frankfurt/M nach Rasen/Südtirol gefahren und gestern wieder zurück (650km).
Auf der Hinfahrt um 8:00 gestartet, um 18:00 angekommen.
Kurz nach Aschaffenburg ein Auffahrunfall mit 8-12 Autos auf der linken Spur, kurz nach Nürnberg eine kurze Vollsperrung wegen eines Auffahrunfalls mit 3 Fahrzeugen (gleichzeitig war die Gegenfahrbahn auch gesperrt, diverse Wracks standen auf der Autobahn rum und die Fahrbahn war mit Krankenwagen zugeparkt), kurz vor München haben die heftigen Windböen ein Wohnwagengespann in den Graben gefegt, dass geborgen wurde. Auf dem Münchner Ring war Tempolimit, dichter Verkehr, aber der Verkehr lief mit den angezeigten 80-120 km/h. Vor Kiefersfelden wieder zäher Verkehr vor geräumter Unfallstelle. In Österreich lief der Verkehr wieder mit den beschränkten 100km/h wegen SMOG oder was auch immer I* bedeutet.
Auf der Rückfahrt um 9:00 gestartet, um 18:00 angekommen.
Da bei Kiefersfelden wieder eine geräumte Unfallstelle gemeldet wurde, bin ich über den Fernpass gefahren. Dichter Verkehr, aber es lief so vor sich hin. Von Kempten bis Würzburg konnte man gemütlich mit 110-130km/h auf der rechten Spur fahren. Nervig wurde es immer nur dann, wenn man tatsächlich mal LKWs oder Gespanne überholen wollte und auf der linken Spur ein endloser Bulk von Autos mit 130-160km/h vorbeizog, der gerade mal 1-2 Autolängen Abstand liess. Typischer Fall von 'eigentlich würde ich ja gerne 170km/h fahren, aber geht ja nicht, also bleibe ich links, bis der vor mir nach rechts fährt und ich endlich überholen kann'. Zwischenzeitig hatte ich das Gefühl, dass es plötzlich sehr viel entspannder auf der linken Fahrbahn zuging, dass war die 120km/h Zone nach Ulm. Und bei Aschaffenburg war die Autobahn wieder in beide Richtungen voll gesperrt, weil ein Auto in der Baustelle über die Mittelleitplanke in den Gegenverkehr gefahren ist.
Ich glaube, wenn man Auto fährt, kann man zu 90-95% der Zeit Entscheidungen treffen, mit denen andere rechnen und die von anderen nicht negativ wahrgenommen werden. die letzten 5-10% sind Entscheindungen, die anderen negativ auffallen, z.B.
- weil man zu spät nach dem Überholen einscherrt,
- weil auf der linken Spur gerade die Lücke zugefahren wird, die man zum Überholen nutzen will,
- weil man eine Lücke auf der linken Spur lässt, in die der PKW auf der rechten Spur nicht einscherrt, der gerade auf den LKW aufläuft,
- weil man auf der rechten Spur das Gas wegnimmt, um das Einscherren zu erlauben, der PKW auf der Beschleunigungsspur aber auch langsamer fährt,
- weil man Gas gibt, um das Einscherren zu erlauben, der PKW auf der Beschleunigungsspur aber das Ziel hat, vor einem noch einzuscherren,
- usw.
Ein generelles Tempolimit schafft eine verlässliche Grösse, die hoffentlich die Anzahl der Fehleinschätzungen verringert.
Andererseits wurden in den 80er mit viel Aufwand überall die SMOG-Schilder aufgestellt und es gab tatsächlich mal SMOG-Alarm und Fahrverbote/Beschränkungen. Ende der 80er ist das Problem irgendwie verschwunden, die SMOG-Verordnung wurde aufgehoben und an die Stelle der SMOG-Klappschilder sind die Zone-30 Schilder getreten. Heute hab ich mal wieder ein Auto mit einem alten G-KAT Aufkleber an der Schreibe gesehen. Jetzt sind die Aufkleber grün/gelb/rot und das ganze wird Umweltzone genannt.
Wird eine neue Kuh die durchs Dorf getrieben wird oder lässt sich die Computergeneration (ich) vom Klimawechsel/-katastrophe genauso überraschen, wie die Ur-/Großelterngeneration von 1./2. Weltkrieg?
Wenn die die aktuellen Themen durchgehen:
- CO2 beim Autofahren: ich liege nur 0,5-1,0 Liter von niedrigsten Verbrauch im Handbuch, Tempolimit stört mich nicht
- Glühbirnen: vermutlich verbrauche ich weniger Strom, ich würde es in der normalen Schrankung der Rechnung aber nicht wahrnehmen
- Stromverbrauch: so gut wie keine Stand-by Geräte, meist Steckerleiste mit Schalter
- Flugreisen: auch nix zu holen, wenn 2 Stunden Flug nicht gegen 8 Stunden Busfahren getauscht werden müssen
- Skifahren: Wieviel CO2 Emissionen erzeugt eigentlich Skifahren? Mit Tourenski oder dem Fahrrad braucht man für denselben Höhenunterschied deutlich länger, also muss da ziemlich viel Energie im Spiel sein, um dieselbe Arbeit in weniger Zeit zu verrichten und die Schneekanonen, Pistenraupen, Lifte, ...

Vielleicht ist ja Skifahren der CO2-Erzeuger auf den ich verzichten könnte, um die Welt zu retten?
/Tibor