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Verschandelung der Alpen

Illhorn schrieb:
@NeusserGletscher
Du beantwortest deine Frage ja selber: Der Massentourismus braucht eine Menge Infrastruktur: Bahnen, Stationen, Masten und planierte Hänge - also intensive Eingriffe in die Landschaft, die auch im Frühjahr, Sommer und Herbst ungenutzt rumstehen. Der Tourengänger braucht das alles nicht - die einzige Hütte oben ist auf einen einzigen Ort beschränkt und fügt sich allermeistens gut in die Landschaft ein.
Oh nein das stimmt nicht, die Ökos wollen nur das Wandern, Skitouren gehen usw. immer als die vermeintlich "besseren" Bergsportarten verkaufen. Aber wenn ich sehe wie im Sommer durch Wanderer viele Pflanzen rücksichtslos zertrampelt werden, oder die Skitourengeher im Winter regelmäßig Wildruhezonen missachten dann muss ich sagen dass diese Sportarten in der Beanspruchung der Alpen dem Abfahrtsskifahren um nichts nach stehen. Der Unterschied ist nur dass das Abfahrtsskifahren punktuell und kontrolliert abläuft während die "Naturnäheren" Sportarten in jedem noch so entfernten Tal die Umwelt belasten.
Der Alpenverein, sowie der SAC sind deswegen zutiefst scheinheilige und widersprüchliche Läden die man nicht ernst nehmen kann. Dem WWF, Mountain Wilderness usw. nehme ich das dann doch eher ab mit dem Natur und Landschftsschutz...
 
Danke tiob.
So siehts nämlich aus.
Verräterisch ist es, mal in den Garten der sogenannten Naturschützer zu schauen.
Kenne da einige, oft mit Beton, Rasen und Thuja.
 
Zum Thema, Reinhold Messner aktuelles Interview:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/reinhold-messner-fordert-sperrung-von-dolomiten-paessen-a-1205935.html

Zu den Bergen gehört eine bestimmte Stille, eine bestimmte Entschleunigung, eine unverbrauchte Landschaft", sagte er. Es gehe langfristig darum, die "Aggression des Tourismus" auszusperren.
Es geht nicht an, dass wir in den Bergen die gleiche Aggression, den gleichen Lärm, die gleiche Luftverschmutzung haben wie in den Ballungszentren. Die Leute kommen aus diesen Gründen aus den Städten zu uns - und dann finden sie es hier noch schlimmer vor. Das ist ja Wahnsinn."
Wo Bergbahnen und andere Infrastrukturen bereits gebaut seien, gebe es kein Zurück mehr. Deshalb müsse jeder Neubau genau überlegt werden
 
Rüganer schrieb:
.......Kenne da einige, oft mit Beton, Rasen und Thuja.
Ich nehme mal an, du als Fischkopp ;D , kennst den Dieter Wieland vom BR nicht. Seine Sendungen wie die Reihe "Topographie" o. der Film "Grün kaputt" sind Legende. Ein unvergessenes Zitat aus "Grün kaputt"
Sehen Sie hier neben dem Eingang die verkrüppelte Konifere aus dem Baumarkt. Da hätte man gleich eine Fernsehantenne pflanzen können
 
Werna76 schrieb:
Zum Thema, Reinhold Messner aktuelles Interview:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/reinhold-messner-fordert-sperrung-von-dolomiten-paessen-a-1205935.html

Es geht nicht an, dass wir in den Bergen die gleiche Aggression, den gleichen Lärm, die gleiche Luftverschmutzung haben wie in den Ballungszentren.

Wieso haben Menschen in den Ballungszentren kein Recht auf Ruhe und saubere Luft? Ich bin im Jahr vielleicht 4 Wochen in den Bergen aber 48 Wochen zu Hause. Wahnsinn ist es, die Menschen 48 Wochen Lärm und Gestank auszusetzen und ihnen nur 4 Wochen im Jahr menschenwürdige Bedingungen zuzugestehen. :wink:
 
Werna76 schrieb:
Zum Thema, Reinhold Messner aktuelles Interview:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/reinhold-messner-fordert-sperrung-von-dolomiten-paessen-a-1205935.html

Zu den Bergen gehört eine bestimmte Stille, eine bestimmte Entschleunigung, eine unverbrauchte Landschaft", sagte er. Es gehe langfristig darum, die "Aggression des Tourismus" auszusperren.

ja wo kommen wir denn da hin wenn 400 andere mit mir den Berg besteigen? Das muss für Auserwählte wie mir erhalten bleiben. Vielleicht noch Königin Diana und Prinzessin Elisabeth. dann ist aber Schluss.

und diese ganzen Massen, die solln doch in Mallorca Urlaub machen da.

Hier hat es nur Platz für mich und ein paar andere Auserwählte.
 
Leute - argumentiert ein wenig mit Verstand.

Es geht Messner nicht um eine elitäre Veranstaltung. Aber im Sommer herrschen auf den Straßen der Sella-Ronda Verhältnisse wie auf der Wiener Süd-Ost-Tangente - und das ist die meistbefahrenste Straße Europas.
 
pardon genau DAS IST seine Intention.

also wenn Herr mesmer

seine ganzen Haken die er in das Herz der Berge getrieben hat entfernt hat,
sämtliche Enziane die er zertrampelt hat wieder eingepflanzt,
sämtliche Sauerstoffflaschen, die er auf den Bergen, die er bestiegen hat, wieder entfernt hat,
sämtliche Gaskocher zurückgeholt,

ziehe ich meinen Kommentar zurück.

Pardon, überlege mit Verstand, wenn Massen die Berge besuchen wollen, wen DU nicht reinlässt? Holländer????
 
Es geht in dem Messnerinterview nicht ums "reinlassen", sondern ob man überall motorisiert rauffahren kann.
So schwer ist der Text nun auch nicht zu verstehen.
 
Wozu sich jetzt noch über Lärm und Abgase von Autokolonnen auf den Pässen aufregen? In 10 oder 20 Jahren fahren überwiegend Elektroautos, die sind leise und emissionsfrei (jedenfalls dort, wo sie fahren).
 
Für diejenigen, welche die Bilderserie des Schweizer Autor Jörg Müller (Alle Jahre wieder saust der Presslufthammer nieder) nicht kennen:

So sieht "Fortschritt" aus

Aus Christoph Roos - Acht Millionen Einwohner. Das Buch ist übrigens wieder verlagsseitig verfügbar.

Man sieht, nicht nur die Alpen werden "verschandelt". Der Mensch neigt generell dazu, seinen Lebensraum zu verschandeln. Wenn man sich die Bilderserie ansieht, werden die meisten Betrachter vermutlich am liebsten in einem der ersten Bilder leben wollen. Aber die Vielfalt bei Einkaufsmöglichkeiten, Kino, Theater, Schulen etc. ist sicher im letzten Bild größer. Obwohl, naja, nach Marx neigt der Kapitalismus am Ende einer Phase immer zu mehr Konzentration, wie wir derzeit auch in den Städten sehen können. Überall setzt sich mittlerweile der gleiche Einheitsbrei durch. Mit der Vielfalt ist es da auch nicht mehr weit her.

Das Grundproblem ist und bleibt halt das ungehemmte Wachstum der vergangenen Jahre und die vorherrschende Meinung, Wachstum sei für unsere Wirtschaft und unseren Wohlstand unabdingbar. Ist es nicht. Aber deswegen breitet sich die "Zivilisation" wie ein Krebsgeschwür immer weiter in die "unberührte" Natur aus. Wobei ich aber die gößeren Probleme eher in den Agglomerationen als in den Alpen sehe.
 
Für die zunehmende Flächeninanspruchnahme ist das Wachstum von Freizeitangeboten aber nur unwesentlich verantwortlich. Viel wichtiger ist die steigende Wohnfläche je Einwohner. Zum einen, weil die Ansprüche an den Komfort steigen. Ich gehe dabei davon aus, dass niemand auf den heutigen Komfort verzichten möchte und bereit ist, zum Wohle der Natur zurück in kleinere Wohnungen zu ziehen. Der andere Grund ist, dass die durchschnittliche Zahl der Personen je Haushalt immer weiter sinkt. Derartige, gesamtgesellschaftliche Entwicklungen lassen sich genausowenig zurückdrehen.

Das "Problem" ist in der Hinsicht übrigens vor allem der ländliche Raum, wo viel mehr Fläche je Einwohner in Anspruch genommen wird als in den Ballungsräumen. Dort kann man tatsächlich darüber streiten, ob es Neubaugebiete mit 700-qm-Grundstücken für Einfamilienhäuser braucht oder ob nicht auch 400 qm ausreichen. Auch der Verkehr lässt sich in den Ballungsräumen viel effizienter abwickeln. Dabei verstehe ich auch deine Kritik an stärkerer Konzentration nicht, denn eine verdichtete Bebauung ist die bste Möglichkeit, um Freiräume zu schützen.
 
Marvin schrieb:
...ob es Neubaugebiete mit 700-qm-Grundstücken für Einfamilienhäuser braucht oder ob nicht auch 400 qm ausreichen.
Wo gibt es denn in den Ballungsräumen oder in deren Einzugsgebieten noch 700 qm Grundstücke für Einfamilienhäuser (für Normalverdiener)? Das, was ich in den letzten 40 Jahren gesehen habe, hatte oft nicht einmal 400 qm.
Marvin schrieb:
denn eine verdichtete Bebauung ist die beste Möglichkeit, um Freiräume zu schützen.
Das ist eine aber nicht die beste von vielen Möglichkeiten. Genau so kann man den ganzen Wachstums-Irrsinn hinterfragen und weniger Menschen mehr Platz einräumen.
 
NeusserGletscher schrieb:
Marvin schrieb:
...ob es Neubaugebiete mit 700-qm-Grundstücken für Einfamilienhäuser braucht oder ob nicht auch 400 qm ausreichen.
Wo gibt es denn in den Ballungsräumen oder in deren Einzugsgebieten noch 700 qm Grundstücke für Einfamilienhäuser (für Normalverdiener)? Das, was ich in den letzten 40 Jahren gesehen habe, hatte oft nicht einmal 400 qm.
Nicht in Ballungsräumen, aber auf dem Land ist das auch heute noch eher die Regel als die Ausnahme.

Marvin schrieb:
denn eine verdichtete Bebauung ist die beste Möglichkeit, um Freiräume zu schützen.
Das ist eine aber nicht die beste von vielen Möglichkeiten. Genau so kann man den ganzen Wachstums-Irrsinn hinterfragen und weniger Menschen mehr Platz einräumen.
Und wie soll das erreicht werden? Die weltweiten Geburtenraten sinken kontinuierlich, aber bis die Weltbevölkerung schrumpft wird es noch etliche Jahrzehnte dauern.
 
........

Die Weltmüllkippe schließt

https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-01/muellexporte-china-plastikmuell-recycling

vielleicht sollten die Alpen ihn nehmen.....




der ganze Tohuwabohu um ein paar Seile in der Landschaft die komplett rückbaubar sind, ist einfach eine Hübschheitsdiskussion.




Sorry Grüne in den Parlamenten , Ihr solltet eure Manpower in die Gifttsunamis der Welt stecken.

oder Teilen des weiblichen Pippi im Trinkwasser

oder den 20 Millionen Menschen die aktuell nicht mal ein Weizenkorn zum beissen haben

nur um ein paar Dinge zu nennen... das Krebsgeschwür Black Rock nenne ich jetzt mal nicht.....
 
Da China aber weiltweit den meisten Plastikmüll exportiert haben sie auch eine moralische Verpflichtung, ihn wieder zurückzunehmen. Zusammen mit den CO2 Emissionen, mit denen China das Weltklima verpestet. :wink:
Marvin schrieb:
Die weltweiten Geburtenraten sinken kontinuierlich
Nein, die Geburtenraten stagnieren nur in westlichen Ländern. Und in Deutschland meint man, einen angeblichen Fachkräftemangel durch Migration beheben zu können anstatt erst einmal dafür zu sorgen, dass die Heerscharen von offiziellen und inoffiziellen Arbeitslosen eine ordentlich bezahlte unbefristete Anstellung finden.
 
NeusserGletscher schrieb:
Marvin schrieb:
Die weltweiten Geburtenraten sinken kontinuierlich
Nein, die Geburtenraten stagnieren nur in westlichen Ländern. Und in Deutschland meint man, einen angeblichen Fachkräftemangel durch Migration beheben zu können anstatt erst einmal dafür zu sorgen, dass die Heerscharen von offiziellen und inoffiziellen Arbeitslosen eine ordentlich bezahlte unbefristete Anstellung finden.
Doch, das tun sie: https://data.worldbank.org/indicator/SP.DYN.TFRT.IN?end=2016&start=1960&view=chart

Im Ergebnis hat sich das Wachstum der Weltbevölkerung in den vergangenen 50 Jahren nahezu halbiert, obwohl die Lebenserwartung stieg: https://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.GROW

Migrations- und Bildungspolitik ist nicht mein Fachgebiet, bei Diskussion dazu bin ich daher raus.
 
Marvin schrieb:
Im Ergebnis hat sich das Wachstum der Weltbevölkerung in den vergangenen 50 Jahren nahezu halbiert, obwohl die Lebenserwartung stieg
Ach so, sag doch gleich, dass Du die im mathematischen Sinn zweite Ableitung meinst. :wink: In absoluten Zahlen hat sich die Weltbevölkerung in den letzten 40 Jahren verdoppelt und der Trend geht unverändert in Richtung 10 Milliarden. Nur gut, dass die nicht alle in den Alpen Skifahren wollen, dann hätten wir wirklich ein Problem :wink:
 
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