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Wetten, dass...

Oscar schrieb:
Was ich richtig und gute finde ist die Reaktion von ZDF und Gottschalk gewesen und nicht weiter aufs Spektakuläre draufzuhalten sondern die Sendung abzubrechen und an den Verunglückten zu denken, das hat Grösse gezeigt!
Ich teile Deine Meinung voll und ganz und finde es auch nicht problematisch, wenn unter den Voraussetzungen (freiwillige Aktion einer volljährigen Person) mal in einer Livesendung auch was Schlimmeres passiert - sowas gehört nunmal zum Risiko dem sich der Betroffene in diesem Falle freiwillig ausgesetzt hatte.
Dem ZDF eine Mitschuld anlasten zu wollen wäre für mich nur dann relevant, wenn der Kandidat beispielsweise vom Sender vorher konkrete Sicherheitsvorkehrungen gefordert hätte die ihm verweigert worden wären.
Wenn ich wegen Zeitdrucks ne Treppe so schnell runterhaste das die Füße schneller als der Kopf sind kann ich dafür (falls ich wieder das Bewusstsein erlangte) auch nicht den Vermieter wegen mangelhafter Sicherungsvorkehrungen haftbar machen solange keine Baumängel vorliegen.
 
hanseat schrieb:
@ Oscar: Stimme dir ja im Prinzip zu, nur ist nun mal der Fall eingetreten, dass nach 25 Jahren etwas passiert ist. Und da finde ich, muss sich das ZDF sehr wohl die Frage gefallen lassen muss, ob es gewisse Fehler gemacht hat. Wir sprechen hier ja nicht über strafrechtliche Konsequenzen oder ähnliches, aber bedingt kann man imo dem ZDF schon Vorwürfe machen.
Hättes du die Vorwürfe auch an RTL oder Pro7 gestellt, die hätten dann garantiert 10 Sondersendungen gesendet und irgendeinen daher gelaufenen Gutachter präsentiert, der von nix einer Ahnung hat.
25 Jahre nix passiert und das bei sehr extremen Wetten :ja: , da können die Privaten nicht mithalten siehe Raab und Co :nein:
 
Hallo,
Fab schrieb:
Lebensrisiken sind das eine. Risiken einzugehen um Leute lediglich zu unterhalten was ganz anderes.
was passiert denn in den bereits zitierten fernsehorientierten Sportarten wie Ski alpin, Bob, Formel 1 anderes als (z.T. lebensgefährliche) Risiken zur Unterhaltung des Publikums einzugehen? Daß dort die Akteure höhere Gehälter beziehen als Amateure bei einer "bloßen" Unterhaltungsshow, ist für mich kein entscheidender Unterschied. Auch der genannte Sport wird nicht ohne Grund als "Zirkus" (=Publikumsunterhaltung) bezeichnet.
 
@gfm49
Kann leider nicht viel dagegen sagen. Ist wohl wahr.

Ausser: Bob schaut keiner und Formel1 schau ich nicht :wink:
Beim Skiabfahrtslauf wärs mir pers. lieber wenn die Strecken deutlich langsamer aber technisch schwierigere Stellen hätten.
 
Wiede schrieb:
Es gab in der Vergangenheit übrigens schon einige mindestens genau so riskante Wetten - wenn ich da z.B. nur an den 70-Meter-Sprung mit dem Motocross-Bike von der Olympia-Skischanze in Garmisch denke. Da ist glücklicherweise bisher eben nie was passiert.

Ich glaube nicht, dass der Motocross-Sprung gefährlicher war.
Wenn etwas schief geht, trifft er im flachen Winkel auf den steilen Hang auf und hat dabei wesentlich mehr Protektoren am Körper als ein Skispringer. Das ist wesentlich weniger gefährlich, als wenn jemand aus zwei bis drei Metern Höhe senkrecht unkontrolliert auf den Boden fällt.
Vor einigen Jahren hat sich ein Kunsturner beim Pferdsprung bei einem Unfall eine Querschnittslähmung bekommen, ebenso ein Ringer. Das dürften ähnliche Fälle gewesen sein.

Die Frage, wie lange jemand in der Luft ist, ist eigentlich uninteressant, entscheidend sind nur die Kräfte beim Aufprall. Deshalb ist ja auch dem Hermann Maier in Nagano nichts passiert, weil der Aufprall nach seinem 50 Meter Abflug im Steilen war.
 
ChaosB99 schrieb:
Mhmm...ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen (klar, bin ken Arzt), dass ein flacher Aufprall aus ca. 1,60 m so erhebliche Wirbelsäulenverletzungen verursachen kann.
Für mich sieht es eher so aus, als häbe ihm der Dachholm im wahrsten Sinne des Wortes das Genick gebrochen!?
Es kommen ja noch die Beschleunigungskräfte aus der Vorwärtsdrehung hinzu
 
Ohne Arzt zu sein, kann ich mir schon vorstellen, dass ein Sturz aus 1,60m derart fatale Folgen haben kann.
Allerdings nur dann, wenn die Person bereits zB bewusstlos ist und/oder Reflexe nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr funktionieren.
Normalerweise (ich habs im Sommer bei zwei Fahrradstürzen wieder selbst erlebt) reagiert man ja reflexbedingt mit dem Schutz durch die Arme, erheblichen muskulären Anstrengungen incl. dem fixieren bzw. zurückziehen des Kopfes und der Halswirbelsäule, bevor der aufprallt bzw. um einen Aufprall des Kopfes zu verhindern. So entsteht dann zB ein Schleudertrauma, das durch eine reflexmäßig herbeigeführte Überbelastung der Halsmuskulatur hervorgerufen wird. Eine Schädigung weniger wichtiger Körperteile zu Gunsten des Kopfes und der Halswirbelsäule wird dann automatisiert in Kauf genommen.
[Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich diese Fahrradhelmtests mit der Melone, wo man das Teil wie ein nasser Sack zu Boden fallen lässt, teilweise so verfälschend finde. Erstens die matschige Melone zu nehmen und es dann so darzustellen, als knallte man wie ein Sack zu Boden und der Schädel zerplatzte dann ganz schnell. So ein Unsinn.]
Angenommen, der Artist schlug bereits zuvor am Auto mit dem Kopf an, halte ich es durchaus erstens für möglich, das dabei bereits gefährliche Verletzungen zB der Wirbelsäule aufgetreten sind und zweitens der Sturz auf den Boden entsprechende Konsequenzen hatte, da Schutzreflexe nicht mehr richtig funktionierten bzw. eingeschränkt waren.
Mediziner mögen mich bitte korrigieren, wenn das so nicht stimmt.

Sofern man bei vollem Bewusstsein aus 1,60m vorne herüber zu Boden fällt, könnte ich mir dagegen vorstellen, dass es mit einigen Prellungen oder ggr. Brüchen im Schulter/Arm/Handbereich, einem Schleudertrauma und eventuell Gesichtsverletzungen noch eher glimpflich abgehen würde.

Generell würde ich dem ZDF keine wirklichen Vorwürfe machen wollen.
Dennoch sollte man schon bedenken, dass es bei Sportarten, die solche Stürze bedingen können, in der Regel ensprechende Böden (Sportboden, Matten,Sand etc.) gibt, die das Verletzungsrisiko beim Aufprall teils erheblich reduzieren.
Was ich vollkommen absurd fände, wäre so jemanden dann in irgendwelche Gurte oÄ zu hängen.
Es sollte schon ein freier Sprung sein, nur sollte, wenn etwas schief geht, nicht unbedingt betonharter Boden der Untergrund sein. Auch sollte man erwägen, über nachgiebigere Hindernisse zu springen, als Autos.
 
In der Arbeitssicherheit sagt man, das gerade die Stürze aus geringen Fallhöhen oft die schlimmsten Konsequenzen haben, da sich der Körper (durch die geringe Fallstrecke) nicht in eine optimale Position für den Aufschlag begeben kann.
 
Hmm. Wer weiß ob die Fotos echt sind. Die Matte könnte auch rein retuschiert worden sein. Sehen im Foto irgendwie anders aus als der Rest vom Bild.

Also erst mal abwarten bis genaueres klar ist.
 
^^Das wird sich bei den Thema sicher ein Redaktionsteam trauen. Und die DPA oder Reuters schon gar nicht.
Desweitern wurde vom ZDF im Interview auf das Foto reagiert.
 
Oscar schrieb:
Und alle, die jetzt Konsequenzen fordern, überlegt euch welche Risiken ihr jeden Tag eingeht und was ihr eurer Argumentation zu Folge dann einstellen müsstet ... was wird dann?, ihr dürftet gar nimmer aus dem Bett raus gehen und selbst da hat es schon Unfälle gegeben!
Bin derselben Meinung. Sonst müssten wir als Nächstes alle Autobahnen sperren, dann alle Skipisten, überhaupt müssen die ganzen Alpen eingezäunt werden weil diesen Sommer wieder ein paar Bergsteiger abgestürzt sind.
Wäre der gute Mensch privat beim Bungee Jumping ums Leben gekommen hätt's auch keine Sau interessiert. Allenfalls ne Randnotiz in der Lokalzeitung. Nur weil jetzt halt mal ein paar Mio. da zugeschaut haben...

Oscar schrieb:
Was ich richtig und gute finde ist die Reaktion von ZDF und Gottschalk gewesen und nicht weiter aufs Spektakuläre draufzuhalten sondern die Sendung abzubrechen und an den verunglückten zu denken, das hat Grösse gezeigt!
:top:
Allein schon dieser Thread ist eigentlich total überflüssig.
 
Das ist halt schwarzer Humor. Wer den nicht versteht sollte sich solche Dinger lieber nicht anschauen.

Also Bitte das nächste Mal vorm schwarzen Humor warnen!
 
"Niveauvoller", schwarzer Humor, wie zB auch der von mir sehr geschätzte Engliche [zB die (geniale) Kreuzigungsszene aus Life Of Brian oder das gegenseitige Abstechen verschiedener Widerstandsgruppen, die eigentlich gleiche Ziele verfolgen, als Satire mit historischem Hintergrund etc.], ist schwarz, wird aber nicht einfach auf Kosten einer direkt betroffenen Person in einer solchen Situation wie der des verunglückten Kandidaten angewandt.
Das ist eben der Unterschied zwischen Niveau und Niveaulos.
Der Unterschied sollte eigentlich begreifbar sein, was offensichtlich jedoch leider nicht bei allen usern der Fall ist.
Und vor Humor bitte nicht warnen, es nimmt ihm zu leicht die Pointe.
 
Muss 3303 da zustimmen, schwarzer Humor kann gut und schlecht gemacht sein. Der Tabubruch an sich hat noch keinen humoristischen Wert. Wenn jemand das als Niveaulos empfindet heißt das nicht, dass man diese Art von Humor nicht versteht. Sehe das übrigens ähnlich wie 3303: Ich musste nichtmal schmunzeln bei dem Link.
 
Oho, warum denn gleich so eingeschnappt, 3303?

Satire bewegt sich immer auf einem sehr schmalen Grat, für manche ist dieser früher, für manche später oder gar nicht überschritten. Eines ist die Titanic jedenfalls immer: provokant. Die Reaktionen hier beweisen das mal wieder eindrucksvoll.

Hier hat sie übrigens nochmal nachgelegt: Achtung: Satire
Wettkandidat will Neubeginn

Der bei "Wetten, dass...?" verunglückte Samuel K. ist inzwischen aus dem Koma erwacht, wird aber laut Ärzten wahrscheinlich gelähmt bleiben. Doch K. gibt sich kämpferisch: "Ich möchte möglichst bald aus dem Krankenhaus und mich dann neu orientieren. Sollte ich fit genug sein, bin ich im Februar wieder zurück bei Thommy in der Show und wette, daß ich mit meinem Rollstuhl über fahrende Autos springen kann."


Oh nein, wie können sie nur!

Wenn irgendein größenwahnsinniger Spinner meint, mit aller Gewalt Audi A8s überspringen zu müssen, um sich dann auch noch den Schutzhelm vom ZDF aufschwätzen lassen zu müssen, dann hält sich mein Mitleid doch sehr sehr stark in Grenzen.
Das einzig tragische dabei ist, dass Millionen Menschen dabei live zugesehen haben. Die Titanic scheint meine Meinung zu teilen und bringt das dann humoristisch verpackt auf den Punkt. Das ist nicht niveaulos, sondern ganz offensichtlich eine subjektive Meinung.

Zur Titanic allgemein will ich jetzt hier keine Diskussion mehr lostreten, jedoch sei gesagt, dass der zweifelsohne gute Krempel von Monty Python eine ganz andere Geschichte ist.
 
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