Anfahrt: Zams - Pians - See 0:17 h, Skibus Kappl - See 0:17 h
Wetter: Sonnig, Tal bis +7°C, Berg um 0°C
Schnee: Berg >100 cm teils Pulverschnee, Tal ca. 40 cm nasser Maschinenschnee
Anlagen in Betrieb: Alle außer SCHL Rauhkopflift (Parallelanlage zur KSB Zeinisbahn für Nachtski)
Wartezeit: keine
Gefallen: gute Abfahrten auf der Medrigalm, Landschaft
Nicht gefallen: Geländekammer Versing hat zu wenige Abfahrten, da ist mehr drin. Bis auf die Talabfahrt gibt es quasi keine Waldabfahrten - wichtig bei Schneefall.
Bewertung: 5 von 6 Punkten
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Dieser Bericht ist Bestandteil meiner dreitägigen Skifahrt durch Vorarlberg und Tirol im März 2024:
Innerlaterns 7. März 2024
Klösterle / Sonnenkopf 7. März 2024
Kappl 8. März 2024
See 8. März 2024
Hochoetz und Kühtai 9. März 2024
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Auf meinen sehr guten Skivormittag in Kappl folgt nach der Rückfahrt mit dem Skibus der Skinachmittag im Skigebiet Medrigjoch von See. Steil fährt die EUB Medrigjoch den auf 1000 m Höhe abgetauten, steilen Hang hinauf, zum Parkplatz hinuter führt - wie in Kappl - eine nasse Maschinenschneespur. Aber schon 200 Höhenmeter weiter oben ist am Nordwesthang der Neuschnee der Vortage teils dick liegengeblieben. Oben auf der Medrigalm muss man die KSB Zeinisbahn benutzen, anders kommt man nicht weiter. Der parallele SCHL Rauhkopflift, eine Gitterportalstützenanlage von 1972 ist leider außer Betrieb, weil er nur für Flutlichtskilauf genutzt wird.
Von der Bergstation Zeinisbahn fahre ich zunächst hinüber zur 4SB Rossmoosbahn mit hervorragender Ballerpiste, auf der nichts los ist. Das hätte ich gern wiederholt, doch bei der Rossmoosbahn ist im Einstieg das Förderband defekt, weshalb die ohnehin langsame Bahn für jeden einsteigenden Skigast heruntergebremst wird. So dauert die Fahrt arg lange, und die Sesselbahn wird bei meinem Besuch unattraktiv. Also geht es weiter in die Geländekammer Versing mit einer Fahrt mit der erst 2022 erbauten EUB Furglerblickbahn. Die Bahn ist schick, aber sie bietet nur eine langweilige, blaue Umrundungsabfahrt zur Bergstation SB Rossmoosbahn. Hoffentlich sind da noch mehr Abfahrten in Planung, im aktuellen Zustand ist das unlohnend. Ähnlich verhält es sich mit der EUB Versing, der Ersterschließung der Geländekammer von 2014. Wo das Gelände interessant wird, hört die Bahn auf. Und warum musste die Versingbahn eine EUB werden? Eine schnelle KSB würde hier einen besseren Job machen. Die Versingbahn hat nur eine einzige, immerhin nette rote Abfahrt. Aber die Geländekammer gibt mehr her, warum gibt es hier ansonsten nur unpräparierte Routen? Die eine rote Abfahrt ist man in 2 Minuten abgefahren, dafür dauert die EUB-Bergfahrt zu lange. Hier wird das Potenzial der Geländekammer bei weitem nicht genutzt. Mehr Abfahrten würden das Skigebiet von See deutlich aufwerten.
Nach dem Besuch der Geländekammer Versing gebe ich mir nochmals die guten Speedpisten der Sesselbahnen Rossmoos und Zeinisbahn. Mit Liftschluss um 16 Uhr geht es auf die Talabfahrt. Die ist geoßenteils eine typische Ziehwegabfahrt, verfügt aber auch über einige anspruchsvolle Zwischenhänge. Kurz vor Erreichen des Seilbahnparkplatzes quert die Talabfahrt eine Asphaltstraße. Hier liegt nur noch ein Zentimeter Nassschnee auf 30 Zentimeter Breite, was viele Skigäste nicht davon abhält, einfach daneben mit den Leihski auf dem Asphalt zu bremsen ... oh Mann. Die Talabfahrt bedient praktischerweise alle Parkterrassen des Seilbahnparkplatzes, so dass man fast direkt ans Auto fahren kann.
Fazit: Auch das Skigebiet Medrigjoch von See hat meine Erwartungen übertroffen, so wie Kappl. Das Duo See und Kappl eignet sich als Urlaubsdestination für Familie Harzwinter. Merkwürdig nur, wozu man die Geländekammer Versing erschlossen hat, ohne dort eine ausreichende Anzahl Abfahrten einzurichten. Im Ist-Zustand ist sie ein wenig obsolet.
40 Fotos aus dem Skigebiet See / Medrigjoch:
Pistenplan Skigebiet See / Medrigjoch. Alles geöffnet außer Rodelbahn, Flutlicht-Skilift und zweiter, unbeschneiter Talabfahrt.
Talstation EUB Medrigjoch.
Die EUB Medrigjoch ist eine Wopfner-Bahn. Davon gibt's nicht so viele.
Bergstation EUB Medrigjoch.
Das sieht der Skigast beim Verlassen der EUB-Bergstation. KSB Zeinisbahn, rechts daneben der SCHL Rauhkopflift von 1972, der leider nur für Flutlichtskilauf genutzt wird. (Warum nicht die KSB?)
Und rechts von der KSB-Talstation schaut man durchs Paznauntal bis zum Skigebiet von Kappl.
Den SCHL Rauhkopflift wäre ich gern gefahren. 420 Höhenmeter machen in Österreich nicht mehr viele Schlepplifte, in der Schweiz schon eher.
Drei Lifte nebeneinander: KSB Zeinisbahn, SCHL Rauhkopflift, ÜbungsSCHL Medrigalm.
Panorama von der Bergstation der drei Liftanlagen mit Blick durchs Paznauntal. Der prominentere Berg in der rechten Bildhälfte ist der Hohe Riffler zwischen Pettneu am Arlberg und Kappl.
Zuerst möchte ich auf die leere Abfahrt der 4SB Rossmoos. So leer ist sie eine richtig schöne Ballerpiste! Obendrüber der Hohe Riffler.
Da das Einstiegs-Förderband der 4SB Rossmoos defekt war, fuhr die Bahn leider arg langsam.
Blick von der Bergstation 4SB Rossmoos ins Versingtal mit den EUBn Versing und Furglerblick.
Mich lacht zunächst die EUB Furglerblick an, die nur einen Hang entfernt ist.
Die EUB Furglerblick wurde erst 2022 gebaut.
Schicke Kabinen in der Optik deutscher Briefkästen. An dieser Bergkante macht eine EUB durchaus Sinn.
Rückblick Trasse EUB Furglerblick. Durchaus ansprechend!
Aber warum hat man dieser tollen, neuen EUB denn lediglich eine leichte, uninteressante Außenrum-Abfahrt spendiert statt einer schwarzen Abfahrt unterhalb der Seilbahn?
Anschließend kommt die EUB Versing an die Reihe. Deren Talstation versteckt sich hinter der mächtigen Lawinenschutzmauer am Ende der Abfahrt.
Talstation EUB Versingbahn mit Garagierhalle für die Kabinen.
Die Versingbahn hat eine Infinity-Piste.
Trasse Versingbahn weiter oben. Warum musste man hier im Sesselbahngelände unbedingt eine EUB bauen?
Aussicht an der Bergstation Versingbahn, mal wieder mit Hohem Riffler. Die einzige Piste von hier ist zwar schön, aber weitgehend eine eher flache Angelegenheit. Man sollte eine der Skirouten als zweite Piste ausweisen und präparieren.
Die Abfahrt der Versingbahn führt an der abgelegenen Ascherhütte vorbei.
Zoom aus dem Skigebiet Medrigjoch ins Skigebiet von Kappl. Unten links die Station Diasalpe, rechts oberhalb der Bildmitte die Bergstation Alblittkopf, rechts im teils schattigen Tal die Lattenabfahrt.
Zoom aus dem Skigebiet Medrigjoch ins Skigebiet von Kappl mit EUB-Bergstation Diasalpe und SCHL Mardinalift.
Der dominante Hohe Riffler im Zoom in seiner ganzen Pracht.
Die Holzgauer Wetterspitze überm Tiroler Lechtal.
Nach der Runde durchs Versingtal geht es nochmals zum Brettern auf die Abfahrt der 4SB Rossmoos.
Auch die westlich anschließenden Alphänge wären ideale Skihänge!
Zurück an den Bergstationen Zeinisbahn, Rauhkopflift, Medrigalmlift.
Unterhalb der 4SB Rossmoosbahn führt die Piste mal ein kleines Stückchen durch Wald.
Bergstation EUB / Talstationen Zeinisbahn und Rauhkopflift.
Da ich die Hauptabfahrt der Zeinisbahn noch gar nicht gefahren bin, geht es mit ebendieser wieder hinauf. An der Bergstation der Zeinisbahn steht das Bergrestaurant Gratli. Wenn darin Fisch serviert wird, hat der dann Grätli?
So wie die Abfahrt der benachbarten Rotmoosbahn zieht sich die rote Zeinisabfahrt breit und konsequent in Falllinie einladend zu Tal ...
... und geht im unteren Teil gefällebedingt in die schwarze Panoramaabfahrt über. So macht Skifahren Spaß!
Nach Liftschluss geht es zwangsläufig auf die rote Talabfahrt.
Die hat nette Abschnitte, ...
... aber auch ein paar ziehwegähnliche Stücke ...
... und bedient kurz vor ihrem Ende praktischerweise den Parkplatz, so dass man nicht weit zum abgestellten Auto laufen muss. Ein insgesamt hervorragender Skitag in Kappl und See geht zuende.
[Edit 24.3. & 29.3.2024: 3x Typos und vertauschte Bildbeschreibungen korrigiert.]