Anfahrt: Innerlaterns - Rankweil - Autobahn - Feldkirch - Bludenz - Dalaas / Wald / Klösterle in 0:45 h
Wetter: Heiter mit Wolken auf den Südhängen, aber nicht auf den Nordhängen, um 0°C
Schnee: 30 cm Neuschnee auf genügend Alt- und Maschinenschnee
Anlagen geöffnet: Alle außer (höchste) Sesselbahn Glattingrat (Grund unklar - war auch schon am Vortag geschlossen)
Wartezeit: keine
Gefallen: Landschaft und Gelände am Sonnenkopf
Nicht gefallen: Fehlgeplante Pistentrassierung. Die meisten Abfahrten sind entweder Ziehwege quer zum Hang oder Steilstücke. Es gibt kaum Abfahrten in normaler Hangneigung.
Bewertung: 3 von 6 Punkten
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Dieser Bericht ist Bestandteil meiner dreitägigen Skifahrt durch Vorarlberg und Tirol im März 2024:
Innerlaterns 7. März 2024
Klösterle / Sonnenkopf 7. März 2024
Kappl 8. März 2024
See 8. März 2024
Hochoetz und Kühtai 9. März 2024
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Auf den gelungenen Skivormittag in Innerlaterns folgt nach 45 min Umsetzens der Skinachmittag im Gebiet Klösterle / Sonnenkopf, in dem ich auch noch nie war. Den Hauptparkplatz finde ich mittags wegen Vollauslastung gesperrt vor, also nehme ich den 2-3 Gehminuten entfernten Reserveparkplatz ... um beim Marsch zur Talstation über den Hauptparkplatz dort viele freie Parkplätze vorzufinden. Kann man dort nach Abreise der Vormittagsgäste nicht das Sperrschild entfernen? Das geht besser !! Zur Seilbahn läuft man vom Parkplatz ins ebenerdige Geschoss des Talstationsgebäudes, zur Kasse muss man eine Etage Treppe steigen. Also laufe ich nach dem Ticketkauf die Außentreppe wieder hinab ins Stationsgebäude, nur um an dessen Ende wieder eine Etage Treppe hinauflaufen zu müssen. Warum ist der Seilbahneinstieg an der Kasse nicht ausgewiesen? Das geht besser !! Die Talabfahrt ist unterhalb der Mittelstation offiziell wegen Schneemangels gesperrt, bei 20 cm Neuschnee im Tal für mich nicht wirklich bindend. Also achte ich bei der EUB-Bergfahrt auf Skifahrer auf dem Ziehweg unterhalb und werde fündig. Ich überlege, ob ich von der Mittelstation mit der EUB abfahre oder auf Ski. Doch in der Mittelstation stelle ich fest, dass man hier nur für die Bergfahrt zusteigen kann, jedoch nicht für die Talfahrt. Unglücklich gelöst - das geht besser !! Ich soll ernsthaft die Talfahrt mit der EUB einer schneebedeckten Talabfahrt von 1800 m auf 1000 m vorziehen? Nö.
An der EUB-Bergstation möchte ich eigentlich zur Sesselbahn Riedkopf wechseln. Das geht aber gar nicht, es liegt mindestens eine Kuppe dazwischen. Muss ich dafür einen der kleinen Verbindungsschlepper nehmen? Und welchen? Kapier ich nicht ... schlecht gelöst, das geht besser !! Der Handschuhmörderlift an der EUB-Bergstation bringt mich nicht zur Riedkopfbahn, sondern zur KSB Obermuri. Na gut, dann halt die. Von deren Bergstation möchte ich zur Sesselbahn Glattingrat wechseln. Die ist aber nicht in Betrieb, keine Ahnung warum. Es könnte ja netterweise mitgeteilt werden, um für Akzeptanz zu sorgen. Das geht besser !! Also weiter zur DSB Oberm ... Moment, was? Obermoos. Nicht Obermuri. Aha, zwei der wenigen Beschäftigungsanlagen heißen also zum Verwechseln ähnlich. Das geht besser !! Ich orientiere mich anhand des nächsten der immerhin zahlreich aufgestellten Wegweiser. Die Abfahrt zur DSB Obermoos wird in Richtung KSB Obermuri ausgewiesen. Ich schaue auf den mitgeführten Pistenplan. Kann nicht sein ... offenbar ein Fehler auf dem Schild. Das geht besser !! Also ignoriere ich den Wegweiser und komme tatsächlich über die reguläre, rote Abfahrt 4 zur DSB Obermoos. Abfahrt? Na ja ... eine lange Mischung aus aufgefahrenen, kurzen Steilhängen und vielen Ziehwegen ohne irgendeinen schönen Abfahrtsanteil. Das geht besser !! Die Talstation DSB Obermoos ist mit einer Zufahrt über eine Halbkreis-Brücke sehr individuell gestaltet! Die DSB fährt leider sehr langsam.
Um es kurz zu halten: Deutlich anders als die Abfahrten der DSB Obermoos sind auch die der KSB Obermuri nicht. Kaum eine folgt dem Hangverlauf, sondern quert diesen meistens per Ziehweg mit ein paar aufgefahrenen steileren Stücken drin. Das habe ich so unglücklich bislang kaum irgendwo erlebt. Es folgt der Wechsel über die einigermaßen nette, blaue Abfahrt 5 von der Bergstation Obermuri zur SB Riedkopf. Diese hat eine blaue und eine rote Abfahrt. Auf die rote Abfahrt der SB Riedkopf fährt niemand ... außer mir. Kein Wunder, sie besteht aus aufgefahrenem, angetautem und schon wieder gefrierendem Sulz. Nein danke. Zweiter Versuch ... mit der blauen, die ist viel besser. Mit ihr möchte ich, der Beschilderung folgend, wieder zur KSB Obermuri wechseln. Geht aber nicht, wahlweise landet man auf der Talabfahrt oder muss ein Stück zur EUB-Bergstation und dem Zubringerschlepplift aufsteigen. Das geht besser !! Auf dem Pistenplan fehlt mir noch die schwarze Abfahrt 10 zur Talstation DSB Obermoos. Deren Beginn am Schussziehweg zur KSB Obermuri übersieht man leicht. Und puuuh, die 10 ist steil! Zunächst rutsche ich haltlos über ein vereistes Steilstück in die Pistenkante, danach fährt sie sich besser. Eine der wenigen richtigen Abfahrten hier, denke ich ... doch auf den steilen Teil der Abfahrt 10 folgt auch bloß wieder ein Ziehweg. Nach der Fahrt mit der DSB Obermoos gebe ich die Suche nach vernünftigen Abfahrten im Skigebiet auf und verbringe noch 20 Minuten auf den Steilstück-Ziehweg-Kombinationen der KSB Obermuri. Dann geht es auf die im unteren Bereich gesperrte Talabfahrt. Die obere, geöffnete Hälfte fährt man zusammen mit den Gästen, die nicht kapiert haben, dass es an der Mittelstation keinen Talfahrt-Zustieg gibt. Der gesperrte Teil fährt sich bei 20-30 cm Pulverschnee so gut wie erwartet ... schließlich ist die blaue Talabfahrt bloß ein Serpentinenweg im Wald. An einer Gabelung ohne Ausschilderung (das geht besser !!) gibt es ein Entscheidungsproblem. Hier führt die scheinbare Abfahrt sichtbar sehr weit weg von der EUB-Trasse. Ein Dorfzubringer? Keine Ahnung, im Pistenplan ist das nicht zu erkennen, und zum Fragen ist keiner da. Ich fahre stattdessen einem anderen Skifahrer auf den Serpentinenweg durch den Wald hinterher. Der wird unter dem Bäumen immer schneeärmer, aber man kommt ohne Abschnallen und mit nur wenig Feindkontakt doch knapp durch. Irgendwann vereinigt sich der Waldweg wieder mit der vorher ins scheinbare Off führenden Trasse, die wohl doch die eigentliche Abfahrt war. Noch etwas vorsichtiges Rutschen über einen vereisten Ziehweg, dann stehe ich wieder an der Talstation der EUB Sonnenkopf. Talabfahrt geschafft.
Fazit: Das Skigebiet Sonnenkopf ist zwar landschaftlich schön, aber viele seiner Abfahrten sind nicht nachvollziehbar bzw. einfach nur schlecht trassiert. So offensichtlich findet man das selten. Darum und wegen der diversen erwähnten Defizite muss ich da nicht noch einmal hin. Für Off-Piste-Fahren nach Neuschnee scheint das Gebiet wesentlich besser geeignet zu sein.
40 Fotos aus dem Skigebiet Sonnenkopf in Klösterle:
Pistenplan Sonnenkopf. Alles geöffnet außer Skirouten, Talabfahrten und Sesselbahn Glattingrat.
Trasse EUB Sonnenkopf. Hinter der Talstation braust die Arlbergstraße. Keine Ahnung, wofür die sichtbar Trasse gegenüber ist. Laut Karte ist da eine Materialseilbahn, aber die braucht keine so merkwürdige Trasse mit Treppenverbauungen.
Mittelstation EUB Sonnenkopf. Leider kann man hier nur für die Bergfahrt zusteigen. Dumm, wenn die untere Hälfte der Talabfahrt schneemangelbedingt gesperrt ist. Dann muss man von der Bergstation ins Tal fahren. Fehlplanung.
Blick aus der EUB Sonnenkopf ins Skigelände. Das sieht vielversprechend aus! Blick auf Glattingrat und Ameisenspitze.
Bergstation Sonnenkopfbahn. Eigentlich möchte ich zur Sesselbahn Riedboden, finde aber nicht heraus, wie ich da hin komme. Man muss zunächst einen kleinen Schlepplift oder einen Handschuhmörderlift benutzen, ...
... um überhaupt zu irgendwelchen Beschäftigungsanlagen zu kommen. D.h. die EUB-Bergstation hat einen falschen Standort. Aber ein schöner Anblick ist das schon.
KSB Obermuri.
Abfahrt 3a Richtung der geschlossenen Sesselbahn Glattingrat. Leider ein Ziehweg quer zum Hang.
Tja ... warum ist die Sesselbahn Glattingrat geschlossen? Da oben ist alles von aufgestiegenen Freeridern zerfahren. Lawinengefahr kann es also nicht sein, und die Abfahrt ist sogar präpariert. Na ja, ein großer Verlust ist das nicht. Der unzugängliche Abfahrtsteil besteht nur aus Ziehweg und kurzem Steilstück. Aber ich hätte gern von oben hinuntergeschaut. Für die halbe Stunde Aufstieg über die Piste habe ich leider keine Zeit.
Ich folge einfach mal der Abfahrt mit dem Gefälle ...
... und lande auf der Nr. 4 zur DSB Obermoos. Die 4 besteht aus Steilstücken, die ich nicht rot, sondern schwarz klassifiziert hätte, und Ziehwegen.
Talstation DSB Obermoos. Interessante Konstruktion, vor allem die Zufahrt über eine kleine Brücke.
DSB Obermoos mit Abfahrt 4,
Da die DSB Obermoos langsam fährt, kommt einem ihre Länge deutlich größer vor als die tatsächlichen 1300 m.
Abfahrt 9, eine der Hauptabfahrten der KSB Obermuri. Ein Ziehweg quer zum Hang, was auch sonst.
Wieder in der KSB Obermuri.
Das ist die blaue Abfahrt 5 der KSB Obermuri. Endlich mal eine richtige Abfahrt, die dem Gefälle folgt.
Schöner Verlauf der leichten Abfahrt 5 auf einem Grat.
Die 5 führt zur Sesselbahn Riedboden, die ich eigentlich als erste Bahn benutzen wollte.
4SB Riedboden mit ihrer roten Abfahrt.
Blick von der Bergstation der 4SB Riedboden zur Valluga und zum Schindlergrat. Ein Foto voller Liftanlagen, deren Mehrzahl kaum zu erkennen ist, weil zu weit weg! Die deutlich erkennbare Bahn ist die Valfagehrbahn in Stuben. Über deren Bergstation die Bergstation Schindlergratbahn, ganz hinten rechts am Grat wahrscheinlich die Bergstationen auf dem Galzig. Die Bergstation auf der Valluga ist gut zu erkennen. Über den Kamm in der linken Bildhälfte fährt von rechts die abfahrtslose Flexenbahn. Ganz links im Bild noch die Zürser Trittkopfbahnen.
Rote Abfahrt 4SB Riedboden, leider versulzt, aufgefahren und schon wieder frisch angefroren.
Blick von der Abfahrt Riedboden aufs Bergstationsensemble EUB Sonnenkopf und gegen Valluga / Schindlergrat.
Abfahrt und Sesselbahn Riedboden gegen Ameisenspitze und Westliche Eisentälerspitze. Hinten links sieht man, wie weit die vorangegangen Zoomfotos vom Skigebiet Stuben / Zürs / St.Anton tatsächlich entfernt sind.
Die blaue Abfahrt Riedboden führt auch zurück zur EUB-Bergstation, aber nur mit Schieben.
Und um zu den Sesselbahnen Obermuri und Obermoos zurückzukommen, muss man einen der kurzen Zubringerlifte rund um die EUB-Bergstation nehmen.
Nun möchte ich die schwarze Abfahrt 10 zur DSB Obermoos nehmen. Die startet rechts der Bildmitte und führt unter der KSB entlang - man verpasst sie sehr gut.
Die Abfahrt 10 führt supersteil in einen Taleinschnitt hinunter, leider im Schatten und vereist.
Abfahrt 10 von unten.
Rückfahrt von der DSB Obermoos zur KSB Obermuri. Bei einer der Bahnen hätte man gern das "Ober" weglassen können.
Nun möchte ich zur Talabfahrt und muss dafür auch wieder einen der kurzen Zubringerschlepper nehmen. Irgendeine große italienische Baufirma wird den störenden Hügel zwischen der EUB-Bergstation und den Abfahrten bestimmt gern abtragen. Italiener bewegen gern große Mengen Gestein und Erde.
Beginn der Talabfahrt an der Bergstation EUB Sonnenkopfbahn.
EUB-Mittelstation an der Talabfahrt. Blöd, dass man bei gesperrter unterer Hälfte der Talabfahrt hier nur für die Bergfahrt zusteigen kann, aber nicht für die Talfahrt.
Beginn der gesperrten unteren Hälfte der Talabfahrt. Bei 30 cm Neuschnee im Tal fahr' ich nicht mit der Bahn runter.
Auf der gesperrten unteren Hälfte der blauen Talabfahrt bin ich nicht allein.
Weiterer Verlauf Talabfahrt.
Schon recht weit unten.
2 cm plattgefahrener Schnee auf den letzten Metern.
Schlusshang ...
... und geschafft!
[Edit 24.3.2024: Typos korrigiert.]