USA, Südamerika, Spanien, französische Nordseite der Pyrenäen? Wo ist man hier eigentlich? Die Atmosphäre war auf jeden Fall cool und anders. Erinnerte also mit dem Personal an den Liften, mit grünen Liftstationen wie man sie aus Nordamerikaberichten kennt, den vielen Pistenvarianten je Lift und internationalem Marketing irgendwie an Nordamerika, ohne dass ich es bisher mal dorthin zum Skifahren geschafft habe und es genau einschätzen könnte. Auch das Publikum war hier erheblich internationaler als in den anderen Pyrenäenskigebieten, wo man teils nur die lokale Bevölkerung und keine Ausländer antraf. Klar, Baqueira/Beret wird international vermarktet, mit coolem Logo und Werbemaßnahmen. Uuund seit 2022 ist das Gebiet auch ein Austragungsort der Freeride World Tour, wobei das Event im Januar 2024 abgesagt werden musste – durch den dann noch vorherrschenden Schneemangel in den Pyrenäen.
Also, auf geht’s, vamos, ins spanische Großraumskigebiet bzw. das zweigrößte der Pyrenäen (hinter dem großen und ebenfalls international bekannten Grandvalira)!
Übersicht der Pyrenäentour:
10.03.2024: Super Besse – Mont-Dore
11.03.2024: Le Lioran
12.03.2024: Luz-Ardiden
13.03.2024: Grand Tourmalet Barèges – La Mongie
14.03.2024: Gourette
15.03.2024: Astún
15.03.2024: Candanchú
16.03.2024: Formigal
17.03.2024: Cerler
18.03.2024: Boí Taüll
19.03.2024: Baqueira/Beret
20.03.2024: Peyragudes
21.03.2024: Piau Engaly
22.03.2024: Saint-Lary-Soulan
> Skigebiet:
1.500-2.580 m
165 Pistenkm
2 EUB, 12 KSB, 6 SB, 8 SL
Pistenplan: https://www.baqueira.es/en/trail-map-2d
Tageskarte 66 €
> Wetter:
Erst sonnig, dann mal wieder ein paar Quellwolken
Schneelage in den oberen Bereichen gut, weiter unter geringer
Durch aufkommende Wärme und den ersten Schwall Saharasand nachmittags sehr klebrige Pisten
> Wartezeiten:
Keine
> Geschlossen:
Siehe Screenshots am Ende des Berichts
Insbesondere mehrere rote Pisten auf den Südhängen in Beret und ein paar steilere Varianten
> Positives:
+ Großes, weitläufiges und abwechslungsreiches Gebiet zwischen 1.500 und 2.580 m
+ Coole
+ Durch weitere Modernisierungen überwiegend schnelle Lifte in fast allen Bereichen
+ Hänge aller Expositionen, damit auch im Hochwinter sonnige Pisten und im Frühjahr für jede Uhrzeit noch gute Pisten
+ Sehr viele Pisten und Varianten je Lift! Dadurch verteilen sich die Skifahrerströme gut
+ Steilere Pisten rund um Jorge Jordana/Mirador/Maunaud
+ Skigebietserweiterung mit Lift Baciver
> Negatives:
- Wie in anderen Pyrenäenskigebieten auch hier wieder zwar erstaunlich lange Lifte, die häufig aber ziemlich flach verlaufen. Entsprechend sind auch viele Pisten flach, was sich insbesondere bei dem Bremsschnee negativ bemerkbar machte
- Wohl eines der bekanntesten Skigebiete der Pyrenäen, dadurch kann es hier (vermutlich) häufig sehr voll werden, da zusätzlichen zu den lokalen Tagesgästen auch viel internationales Publikum anreist
- Der Bereich Argulls ist mit vier 3SB (von denen in der Nebensaison nur zwei laufen), noch ziemlich umständlich und zeitraubend erschlossen
- Die Variantenvielfalt am Tuc de Costarjas ist nur umständlich über 4KSB+SL erschlossen
- Die Bereiche Jesus Sera (2.000 m Länge bei 300 Hm) und Clot de Os (2.000 m und 350 Hm) sind besonders flach
- Es gibt zwar einzelne, leicht bewaldete Pisten, aber für ein Großraumskigebiet gibt es nur wenig Pisten mit guter Bodensicht bei Schlechtwetter
> Fazit:
Auch wenn es am Nachmittag sehr warm und quasi unfahrbar klebrig wurde, war auch dieses Skigebiet wieder besonders spannend und anders! Ich erwischte zudem einen sehr leeren Tag, man merkte an der gesamten Infrastruktur (Liftkapazität, große Restaurants und Geschäfte, große Parkflächen), dass dieses Skigebiet für große Besuchermassen ausgelegt ist. Wie bei starkem Andrang allerdings das System mit den Liftpasskontrolleuren funktioniert, ist mir schleierhaft
> Morgens auf dem Weg nach Beret. Ich entschied mich spontan, in diesen hinteren Gebietsteil zu fahren, da man hier unkompliziert und kostenlos parken könnte
> Überraschend flach und weitläufig hier oben in Beret
> Pünktlich um 9 Uhr erstmal hoch auf den Südosthang, Blanhiblar
> Aussicht auf Hauptbereich rund um KSB Mirador
> Steile KSB Jorge Joradana mit spannender Trasse und über 600 Hm
> Blick talauswärts
> Weiter im Norden
> Gegenüber: Dera Reina mit Pistenvielfalt
> Weiter hoch geht’s mit dem Ankerlift Costarjas, wobei die zahlreichen südseitigen Pisten wegen Schneemangel schon geschlossen waren
> Deshalb auf der direkten Pisten am SL bergab
> Die beiden neuen 6KSB im Blick
> Auf der gegenüberliegenden Seite: 6KSB Dera Reina, eine der wichtigsten Anlagen hier
> Blick zurück zur KSB Blanhiblar
> Und weiter zur neuen D-Line Clot der Dos, in coolem, grünen Design
> Seehr flach, morgens lief es noch gut, nachmittags mit Bremsschnee eine Qual (man musste durchgängig schieben)
> In der zweiten neuen D-Line Dossau (2.300 m Länge, 600 Hm), hier links der langsame Vorgängerlift
> Und hier eendlich ein Foto, der Skipasskontrolleure. Was für ein entspannter Job an solch einem warmen, sonnigen und leeren Tag
> In der KSB Dossau. An diesem Tag sehr leer. Aber echt ein cooler Lift auf den zweithöchsten Punkt (2.500 m) mit vielen Varianten auf 600 Hm
> Rückseitenblick nach Osten
> Südosten
> Am Dossau
> Flache Piste am Jesús Serra
> Auch spannend: Manche Lifte sind nach wichtigen Persönlichkeiten des Skigebiets benannt. Jorge Jordana war einer der Gründer des Großraumskigebiets (wenn ich mich richtig erinnere)
> Wer Jesús Serra war, weiß ich nicht mehr
> Auf jeden Fall einer der interessantesten Lifte nach ihm benannt
> 6KSB Pla de Baqueira (1.850 m Länge, 475 Hm), eine der Hauptanlagen im Kernskigebiet
> Aussicht vom Mirador (2.460 m) mit gleichnamiger 4KSB
> Flaches und sehr weites Tal von Beret
> Im unteren Bereich vom Jorge Jordana ein paar Bäume, dort weiter oben der neue, per SL erschlossene Skigebietsbereich
> Noch eine Runde Jorge Jordana
> Zwei der vier langsamen Verbindungslifte im mittleren Bereich, wobei die kürzere Solei geschlossen war
> Aber erstmal mit der 3SB Teso dera Mina weiter in den Süden
> Vorne: 4KSB Bonaigua, hinten die sehr schöne Berglandschaft im Süden dieses Passes > Umweg über den Stangenschlepper Tuc de la LLanca, mit dem man die nette Piste Muntanyó erreicht
> Verbindung am Port de la Bonaigua (Bonaiguapass) per Tal-Berg-Tal-DSB, wobei die eigentlich eher nur in der Ebene verläuft
> Im hintersten, eher ruhigen Sektor: Bonaigua/Peülla, schon ein Tal weiter im Osten Kataloniens!
> Hier erschließt eine 4KSB ein paar nette Pisten
> Pistenvielfalt am Peülla
> Zurück mit der doch eher flachen 4KSB Bonaigua
> Passstraße
> Piste an der geschlossenen 3SB Argulls
> 3SB Manaud mit über 400 Hm
> Wechsel in den ganz neu erschlossenen Sektor Baciver, mit dem höchsten Punkt 2.580 m. Erreicht man lediglich über zwei Tellerlifte. Schneelage an diesen beiden Liften eher gering.
> Zurück geht’s über die kurvige Piste Eth Coret. Südseitig und noch nicht beschneit, deshalb schneearm und steinig
> Und einmal in den Ort runter musste ich natürlich auch, sehr nass und sulzig
> Die einzige EUB des Gebiets, mit Mittelstation
> Ort mit spannender Architektur
> Auch viele andere KSB in dem Grünton (so ähnlich wie in den USA?)
> KSB Mirador mit Aussicht und langen, breiten roten Abfahrten
> Äußere Piste an der KSB Pla de Baqueira
> Zum Abschluss noch mal ganz ans Ende: 6KSB Dossau
> Blick von der Beretstraße auf Baqueira und den Cap de Baqueira/Mirador links oben
> Talauswärts besuchte ich als letzten spanischen Ort noch Bossòst
> Mit dem Fluss Garonne, der im weiteren Verlauf auch durch Toulouse fließt
> Dann ging es über den kleinen und versteckten Pass Col du Portillon/Coll del Portillón zurück nach Frankreich. Dieser war glücklicherweise offen, nachdem er längere Zeit zum Unmut der lokalen Bevölkerung geschlossen war (Gründe wohl Sicherheit, Flüchtlinge, Schmuggel?)
> Nos vemos de nuevo España!
> Übernachtungsort war Saint-Mamet. Natürlich besuchte ich abends aber noch den spannenden Ort Bagnères-de-Luchon (kurz Luchon), mit seinem neuen Skigebietszubringer aus dem Ort. Da ich mich im Rahmen meiner Forschung mit solchen Seilbahnen beschäftigte, von besonderem Interesse!
> Spaziergang durch das eher ruhige Städtchen Luchon mit gutem Restaurant (Le Bistrot des Allees)
Und hier noch die geöffneten/geschlossenen Pisten: > Nicht geöffnet waren alle Pisten, bei denen man nur die weiße Grundierung, aber keine Linie sieht