jwahl schrieb:
Letzten Endes gibt es derzeit doch zwei Lager: das der Vorsichtigen und das der Gegner. Das Problem ist: das Verhalten der Gegner hat aus der Sicht der Vorsichtigen Konsequenzen für diese (befürchteter Anstieg der Fallzahlen und entsprechende Konsequenzen wie Lockdown). Anders herum ist das nicht der Fall (das Tragen einer Maske hat keine unbedingten Konsequenzen für einen Masken-Gegner).
Übertrag mal Deine Aussage auf unser Hobby. Es gibt dort die vorsichtigen Pistenfahrer und die etwas wagemutigeren Geländefahrer. Aus Sicht der Pistenfahrer gefährden unvorsichtige Geländefahrer jedoch alle, weil sie durch ihr Verhalten Lawinen auslösen können. Für Freerider hätte es dagegen doch kaum Konsequenzen, wenn sie auf der Piste statt im Gelände fahren würden. Skifahren ist Skifahren. Wird deshalb das Fahren im Gelände verboten?
Aus der Sicht von Rettungssanitätern gefährden wiederum Pistenfahrer sich selbst und andere. Deswegen muss ständig die Bergrettung ausrücken, um verunfallte Pistenfahrer zu retten. Wird deswegen das Skifahren generell verboten?
Dass das Tragen einer Maske aus hygenischer Sicht keine Konsequenzen haben soll, beweifele ich. Aber es geht letztendich um den Nutzen. Welche Aussage von RKI und Bundesregierung darf ich denn glauben? Deren gleichlautenden Stellungnahmen vom
März, nachdem Masken als reine vorbeugende Masßnahmen nicht empfohlen werden oder deren aktuellen Haltung, nachdem sie sogar vorgeschrieben sind? Oder soll ich mich lieber an die
wissenschaftliche Zusammenfassung von Studien zur Wirksamkeit von medizinischen Masken gegen Viren halten, nach denen selbst zertifizierte Masken gegen Viren kaum eine Schutzwirkung haben? Kürzlich haben sich in einer Buchumer Klinik Ärzte und Pfleger mit Covid-19 infiziert. Obwohl sie nicht nur medizinische Schutzmasken trugen, sondern auch im Umgang mit diesen geschult sind.
Wir haben nun so viele und zu Teil sich widersprechende Aussagen der Politik in den letzten Monaten gehört, da darf man sich nicht wundern, wenn da einigen Bürgern langam der Geduldsfaden reisst. Doch egal, was die Politik gerade behauptet, heute noch hüh, morgen hott, der Bürger soll jede Kehrtwende brav schlucken, ansonsten wird man schnell zum Ziel persönlicher Angriffe und Diffamierungen. Die Stimmung hier im Forum hat sicherlich auch mit einem Politikstil zu tun, der nicht erklärt und mit Fakten zu überzeugen versucht, sondern der von oben herab diktiert, keinen Widerspruch duldet und sich zuweilen die Fakten so zurecht legt, wie sie gerade ins Konzept passen.
jwahl schrieb:
sehe nicht das große Problem, sein Leben mal für eine befristete Dauer durch das Tragen einer Maske und andere überschaubare Maßnahmen einzuschränken.
Du wirst nur derzeit von keinem der Verantwortlichen auch nur eine halbwegs verlässliche Aussage auf Deine Frage erhalten, nach welchen Kriterien denn die Maskenpflicht jemals wieder abgeschafft wird. Und so oft, wie Politik und RKI in den letzten Monaten ihre Ansichten geändert haben, zum Teil ins genaue Gegenteil, würde ich allen Beteuerungen nur eine geringe Halbwertszeit zubilligen.
jwahl schrieb:
Die Politikerschelte finde ich populistisch und zu einfach gedacht: ich möchte nicht in deren Haut stecken. Denn für die Verantwortung, und da bin ich bei Peer Steinbrück, werden die wirklich nicht entsprechend entlohnt.
Es ist aber nun einmal deren Job, den sie sich selbst ausgesucht haben. Krankenschwestern wie Pfleger werden gegenüber Poltiikern sicherlich deutlich schlechter entlohnt, obwohl auch sie eine hohe Arbeitsbelastung haben und ein hohes Maß an Verantwortung tragen.