Ganz richtig. Die sogenannte
benutzerseitige integrierte Rücklaufsperre, die ist ja bei Skilifte zusammen mit der
benutzerseitigen Selbsträumung (auch Selbstrettung genannt) im Grundlieferumfang der Bahn bereits enthalten.
Spass bei Seite, irgendwie doch merkwürdig, dass eine Bremse derart fehldimensioniert wurden konnte. Normalerweise ist eine Motoranbaubremse (werksseitig dimernsioniert gem. Bestellkatalog) in der Lage, die Last in jedem Fall zu halten da ansonsten das Anfahrdrehmoment des Motors zu gering wäre. um unter Volllast anzufahren.
Allerdings können bei Seilbahnen Bremsberechnungen in gewissen Fällen zu merkwürdigen Resultate führen, insbes. bei tiefen gesamten reduzierten Trägheiten (z.B. Direkantriebe).
Beispiel für hydraulische Bremsen mit BB (Betriebsbremse) geregelt und SB (Sicherheitsbremse)ungeregelt:
Vorgechrieben sind für BB und SB meist
minimale sowie maximale Verzög
erung
en in [m/s2] und die müssen unter den jeweils
ung
ünstig
sten Belastung
sbeding
unen eingehalten werden (dabei werden die Lastverteilung (inkl. ggf. Lage der Fahrzeuge), Spannungen (Zugseil(e), Förderseil(e), Tragseil(e)), Temperatur, usw., berücksichtigt).
Zudem wird mit dem Fehlerfall "Ausfall der BB-Regulierung" berechnet, d.h. "Schnellschluss BB", also ohne Gegendruck, was zu einer etwas höheren Verzögerung als "volle Bremsung mit geregelter BB" führt, da bei funktionstüchtiger BB-Regulierung, der Gegendruck (d.h. Lüftdruck, hier Restdruck) bei maximaler Verzögerungsvorgabe durch den BB-Bremsregler nicht auf 0 barg fällt, damit noch etwas Spielraum für die Bremskraftmodulierung verbleibt.
Sowiel ich weiss, wird der Restruck bei "Sollwert = Null" beim Druck-Servoventil oder Druck-Proportionalventil mechanisch voreingestellt.
Je nach Bremshydraulikaggregat wird für die BB Regelung eine echtes Druck-Servoventil (mit Prallplatte, usw.) oder ein Druck-Proportionalventil (mit Proportional-Hubmagnet) eingesetzt. Heutzutage werden diese Ventile auch z.T. mit integrierter Vorsteuerelektronik eingesetzt, was die Integration für den Steuerungshersteller vereinfacht, da nur noch z.B. 24 V DC Hilfsspannung und den Sollwert (meist analog, Feldbus wäre auch möglich aber heikler für Inbetriebnahme, Wartung und Komponenteaustausch) benötigt werden.
Über die Thematik der Kombibremsung "BB Schnellschluss + SB" im Fehlerfall bei Bahnen die nicht explizit dafür bemessen werden, könnte man noch weiter diskutieren, dies sollte jedoch in einem getrennten Topic über Bremskonzepte geschehen das es, wie ATV es bereits früher im Forum erklärt hat, zahlreiche verschiedene Bremsphilosophien gibt.
Die aktuellen CEN für Skilifte and andere Seilbahnen habe ich leider nicht, diese Normenreihen sind viel zu teuer (sollten eigentlich kostenlos sein, da
de facto gesetzlich vorgeschrieben!, Gesetze sind ja auch kostenlos zugänglich).
Bzgl. USA: dort gelten die ANSI Seilbahnregelwerke. Die kenn ich kaum, in der Praixs findet man u.a. merkwürdige zusätzlich zu den Bremsen eingebaute Rücklaufsperren (bin aber nicht sicher, ob es sich dabei um eine echte Rücklaufsperre oder einfach einer dritten Bremse handelt). Ferner sind auch Bahnen mit Diesel-Hilfsantrieb für gewerbsmässigen Betrieb nicht ganz selten und man findet auch Bahnen mit dreifach Dieselantrieb, usw.
Steuerungstechnisch weiss ich nicht was dort aktuell ist (ausser was wir Europäer dort bauen). Habe dort selbst nur wenige alte eher katastrophale Steuerungen gesehen.