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Maut

Vor allem, wenn man die österreichischen vierspurigen "Schnellstraßen" mitzählt, muss man unsere vierspurigen Bundes- und Kraftfahrstraßen auch mitzählen. Die sind oft genauso ausgebaut wie ne Autobahn und haben ebenso wie Autobahnen keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung.
 
gfm49 schrieb:
Und im übrigen geht es nicht um die km/Ew sondern und das Verkehrsaufkommen nicht zuletzt durch "Durchfahrer", das mit der Einwohnerzahl eben gerade nichts zu tun hat.
Wobei so gut wie alle, die durch Bayern durchfahren, auch durch Österreich durchfahren...

(Was auch immer das jetzt noch mit dem Thema zu tun haben mag)
 
Jetzt sickert etwas durch:

http://www.stern.de/politik/deutschland/dobrindt-konzept-pkw-maut-soll-nach-motorgroesse-gestaffelt-werden-2121973.html

Maximale Bürokratie für alle - besonders für einreisende Ausländer, die erst mal eine komplizierte Berechnungsprozedur durchführen lassen müssten, um den individuellen Preis zu ermitteln.
Dann müssten die Vignetten eigentlich auch personalisiert bzw. KFZ-gebunden gekennzeichnet werden, damit niemand mit der Zulassungsbescheinigung eines günstigen KFZ eine Vignette für einen teures Anderes kauft, der die gleiche Farbe benötigt.
Das Problem, dass jemand mit gesenkter KFZ-Steuer keine Vignette kauft und so günstiger wegkommen könnte wird geschickt vermieden, indem man die Gebühr einfach auf alle Straßen ausweitet.
Somit würden PKW auf Landstraßen zahlen, LKW aber ohne Maut fahren dürfen?
Weiter müsste dann ja an jedem Grenzübergang der komplizierte Vignettenverkauf ermöglicht werden, wenn man nicht die Reisefreiheit einschränken möchte, was wohl auch nicht möglich wäre. Das gälte auch für alle innereuropäischen rückgabauten Stationen.
Das KFZ-Steuersystem müsste ferner (schon wieder) umgebaut werden.

Ich persönlich bleibe dabei.
Wenn man die Infrastrukturfinanzierung unbedingt auch auf PKW aus anderen Nationalitäten ausweiten will, macht nur ein Europäisches Gesamtfinanzierungskonzept Sinn. Eine Maut braucht man dafür nicht.
 
Na das ist wieder typisch Deutsch... So kompliziert wie möglich.... Da freu ich mich schon auf meinen Vignettenkauf.... Könnte etwas längere Schlangen an den Tankstellen geben...
 
In dem Artikel steht etwas das man pro 100ccm einen Betrag bezahlen muss als Maut, aber bei 700ccm soll das alles gedeckelt werden. Welches Auto hat denn einen Motor kleiner 700ccm? Entweder ich mache einen Pauschalpreis für alle Hubräume oder aber ich lasse auch die 6 Liter Motoren voll durchlaufen mit der Staffelung je 100ccm.

Für mich hört sich das eher nach einer weiteren Ökosteuer an als nach Maut.

Bezahle ich dann mit einem neuen Ottomotor mit 1,6 Liter Hubraum 16x2€ also 32€ gesamt Maut? Das für ein ganzes Jahr? Oder werden da noch andere Beträge dazu kommen?
 
Sieht wohl fast so aus als hätten die Helden wirklich einen Weg gefunden. Die KFZ Steuer soll wohl in Steuer und Abgaben geteilt werden. Die Steuer ein ganz geringer Teil, die Abgabe dann eben für die Vignette. Da die Maut auf allen Strassen gilt, muss diese Vignette jeder kaufen. Der gesamte Betrag soll gleich bleiben wie bisher die Kfz Steuer. Da dann aber eben jeder die Abgabe bezahlen muss, ist es keine Bevorzugung der Deutschen Fahrer.

Nochmal ein Rechenbeispiel, Jahresvignette:

KFZ Steuer Deutsches Fahrzeug bisher: 150€

KFZ Steuer neu: 50€. Maut bzw. Infrastrukturabgabe: 100€

Gleiches Fahrzeug, Österreicher (oder Schweizer, etc). 100€ Infrastrukturabgabe.

KFZ Steuer Deutsches Fahrzeug 40€ (da sehr sparsam, wenig CO2)

KFZ Steuer neu: 0€ Infrastrukturabgabe: 40€

Gleiches Fahrzeug, Österreicher (oder Schweizer, etc). 40€ Infrastrukturabgabe.

Keine Mehrbelastung für Deutsche, und da es eine Abgabe ist, die alle zahlen müssen, auch keine Diskriminierung für Ausländer. Ich hoffe ich habe es so richtig verstanden. Näheres dann morgen. Kompliziert bleibt es allemal, und ob es so viel Mehreinnahmen bringt ist immer noch fraglich.
 
Auch wenn es sich erstmal kompliziert anhört, ich finde auch es ist gut durchdacht.
Hab auch selbst gerade mal gegengerechnet. Ich zahle für meinen 1,2-Liter Benziner (BJ 2011) momentan 26,-€ p.a. Mit der angegebenen Berechnung komm ich da mit der Maut auch in etwa hin. Also gleicher Betrag, heißt nur anders. Wenn da die EU wirklich nichts dagegen hat ist das ein guter Weg finde ich.


Na das ist wieder typisch Deutsch...
Solln wir lieber ein paar Tunnel o.ä. noch extra kostenpflichtig machen? Also eine zusätzliche Maut auf die Maut. Dann wärs nämlich typisch österreicherisch... :mrgreen:
Im Ernst: Eine Staffelung nach den versch. Fahrzeugen finde ich sinnvoll. Manche kaufen sich extra ein Auto wo sie wenig Steuern zahlen müssen, die darf man mit der Maut nicht bestrafen, sonst hätte das ganze bisherige KFZ-Steuersystem keinen Sinn gehabt.
 
Kann mich mal jemand erklären wieso ein Dieselfahrzeug 4-5 mal soviel zahlen soll als ein Pkw mit Bezinmotor?

Grundsätzlich bin ich für ein Benützungsgebühr, am besten nach gefahrene kilometer. Dieses System wird aber bestimmt ein paar ekligen Nebeneffekten haben. Ich wohn zum Beispiel grenznah, und fahre regelmässig nach Deutschland um einkaufen (z.B. Getränken) zu machen, Spritt zu tanken oder eben als Ausflüg. Da mit einen 'Abgabe' in einer Höhe von > 100 Euro für mich die Preisvorteilen teils wegfallen, wäre es wahrscheinlich nicht mehr interessant für mich dass zu machen. Also werde ich eher maximal 2 mal im Jahr eine 2-Monatsvignette kaufen. Also sind die Einnahmen nur 40 Euro anstatt 100 Euro. Wieviel Steuereinnahme generiert eine Vollbetankung Diesel? Konnte glatt mal ein Eigentor worden, dieser Maut. In dem Fall tun mir die Grenznahen Geschäften leid.
 
br403 schrieb:
.. und ob es so viel Mehreinnahmen bringt ist immer noch fraglich.
Besonders, da die tatsächlich für den Straßenbau verfügbaren Mehreinnahmen sich ja nur aus den
Mehreinnahmen allein durch Ausländerbelastung minus Verwaltungskosten ergäben.
Die Splittung in zwei Gesetze ist aber ein geschickter Kunstgriff, denn die Maut allein wäre sicher EU-Rechtskonform.
Der frawürdige Teil der Entlastung ist unklar. Man könnte also beide Gesetze erlassen, wonach die Entlastung dann von der EU gekippt werden könnte.
Bliebe die Maut allein und somit auch garantierte Mehreinnahmen.
 
Nuno schrieb:
Kann mich mal jemand erklären wieso ein Dieselfahrzeug 4-5 mal soviel zahlen soll als ein Pkw mit Bezinmotor?

Im Fall der Maut ist es ganz einfach: Weil man sich an der KFZ-Steuerberechnung orientiert hat und da bisher auch die Dieselfahrzeuge wesentlich höhere Steuern zahlen.

Diese Berechnung gibt es schon lange und hat den Grund dass Diesel als klimaschädlicher gelten als Benziner. Ob das stimmt kann ich nicht beurteilen, aber so hat man das mal von offizieller Seite begründet.
 
Nuno schrieb:
Kann mich mal jemand erklären wieso ein Dieselfahrzeug 4-5 mal soviel zahlen soll als ein Pkw mit Bezinmotor?
Weil Diesel bei der Mineralölsteuer um ca. 20 Cent je Liter begünstigt ist.
In der Schweiz ist es nicht so, da ist Diesel an der Tankstelle aber auch teurer als SuperPlus.
 
David93 schrieb:
Diese Berechnung gibt es schon lange und hat den Grund dass Diesel als klimaschädlicher gelten als Benziner. Ob das stimmt kann ich nicht beurteilen, aber so hat man das mal von offizieller Seite begründet.
Wird das ernsthaft so begründet?
Nach meinem Kenntnisstand ist das so, da die Kilometerintensiven Branchen wie Transport Diesel fahren und eine höhere KFZ-Steuer bei niedrigeren Verbrauchssteuern dann dennoch günstiger ist.
 
Ursprünglich hat man den Diesel subventioniert um ihn für Unternehmen, Landwirtschaft, etc. interessant zu machen.

Mit der Zeit hat sich das dann aber wie folgt geändert:
Mit der Änderung des Umweltbewusstseins änderte sich auch die Einstellung zu den Dieselfahrzeugen. Galten sie bis dato als sparsame Fahrzeuge, sind sie aufgrund ihres hohen Rußpartikelausstoßes inzwischen zu einem Umweltproblem geworden. Um bei Autofahrern den Anreiz zu schaffen, auf umweltfreundliche Fahrzeuge umzusteigen, wurde die Kfz-Steuer auch für Dieselfahrzeuge dem Schadstoffausstoß angepasst, sodass sich nur noch der Kauf eines emissionsarmen Dieselfahrzeuges rechnet. Lediglich der hohe Wiederverkaufswert und die günstigeren Dieselpreise sind geblieben, wobei geplant ist, den Dieselpreis Schritt für Schritt dem Benzinpreis anzugleichen.

Quelle: http://www.zurecht.de/ratgeber/kfz-steuer/diesel-benzin/
 
David93 schrieb:
Solln wir lieber ein paar Tunnel o.ä. noch extra kostenpflichtig machen? Also eine zusätzliche Maut auf die Maut. Dann wärs nämlich typisch österreicherisch... :mrgreen:
Im Ernst: Eine Staffelung nach den versch. Fahrzeugen finde ich sinnvoll. Manche kaufen sich extra ein Auto wo sie wenig Steuern zahlen müssen, die darf man mit der Maut nicht bestrafen, sonst hätte das ganze bisherige KFZ-Steuersystem keinen Sinn gehabt.
Macht ihr doch eh :mrgreen: . Warnowtunnel, Herrentunnel, geplante A281-Weserquerung, geplanter Albaufstieg neu.

Was mir viel besser gefallen würde in AT wäre die Vignettenpflicht auf alle Strassen auszuweiten und dafür die Sondermautstrecken aufzuheben.
 
Das wird dann eigentlich interessant, ob diese Maut bestehen bleibt. Wahrscheinlich auch, da privat. Genauso ein Käse wie eben die Sondermaut in Österreich.
 
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