• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Neues am Grossglockner Heiligenblut

Als nächstes kann man noch die Panoramabahn abbauen und dann Schareck noch bis Konzessionsende laufen lassen...das war es dann.
 
Naja - daran glaube ich tatsächlich nicht (also panoramabahn) - die hatte man ja offiziell damals u.a. mit der Sommerfunktion begründet (btw. Nachdem ich das bis dato nicht wirklich verfolgt habe: war diese als Sommerbahn überhaupt viel in Betrieb?)
 
F. Feser schrieb:
Naja - daran glaube ich tatsächlich nicht (also panoramabahn) - die hatte man ja offiziell damals u.a. mit der Sommerfunktion begründet (btw. Nachdem ich das bis dato nicht wirklich verfolgt habe: war diese als Sommerbahn überhaupt viel in Betrieb?)

Laut einem Einheimischen, mit dem ich mich bei einem Besuch im Juli 2023 etwas über die 4er-Kabinenbahnen unterhalten konnte, war die Panoramabahn bis vor rund 2 Jahren im Sommer noch in Betrieb.
 
Carinthian_Ropeways schrieb:
F. Feser schrieb:
Naja - daran glaube ich tatsächlich nicht (also panoramabahn) - die hatte man ja offiziell damals u.a. mit der Sommerfunktion begründet (btw. Nachdem ich das bis dato nicht wirklich verfolgt habe: war diese als Sommerbahn überhaupt viel in Betrieb?)

Laut einem Einheimischen, mit dem ich mich bei einem Besuch im Juli 2023 etwas über die 4er-Kabinenbahnen unterhalten konnte, war die Panoramabahn bis vor rund 2 Jahren im Sommer noch in Betrieb.
Im Sommer 2021 nicht mehr.
 
Naja - wenn Corona der Killer für den Sommerbetrieb war…
 
Dass wenn man Lifte/Pisten ersatzlos schließt, das zu einer Spirale zum Ende des gesamten Skigebietes führt, ist ja bereits hinlänglich bekannt und kam schon öfters vor.

Beeindruckend ist nur, mit welcher Geschwindigkeit das hier geht. Meist gibt es ja ein paar Jahre Siechtum, dann kommt der große Knall und alles wird wegen Insolvenz geschlossen.

Das Resultat ist aber immer das gleiche, weil wenn man "wegen zu wenig Gästen" das Angebot reduziert, dann kommen noch weniger Gäste "wegen zu wenig Angebot" und so dreht sich der Kreis immer weiter, bis am Ende nichts mehr geht.

Deshalb sollten sich sowohl örtliche Gewerbetreibende als auch Politik sinnvollerweise darauf verständigen, dass man generell keine Angebotsreduzierungen an Liften oder Pisten vornimmt, auch wenn dafür dann ggf. Geld in die Hand genommen werden muss.
 
Gerade auf deinen letzten Absatz hin bezogen meinte ich ja dass da irgendwas komisch ist dort…
 
Wie ist denn die Eigentümerstruktur der Bergbahngesellschaft? Wenn das ein selbstständiges Unternehmen ist (also ohne Anteile von örtlichen Unternehmern), geht es womöglich einfach darum, dass man Anteile verkaufen will oder Zuschüsse bekommen will.
 
Die Schröcksnadel-Gruppe hat am Freitag das überraschende Aus für die Ötscherlifte im Skigebiet Lackenhof am Ötscher (Bezirk Scheibbs) verkündet. Die Lifte seien „wirtschaftlich nicht mehr zu führen“. Der Betrieb wird ab sofort eingestellt.
https://noe.orf.at/stories/3131779/#:~:text=Die%20Schr%C3%B6cksnadel%2DGruppe%20hat%20am,Betrieb%20wird%20ab%20sofort%20eingestellt.

Freitagausgabe der Tageszeitung: „Interessiert mich nicht. In meinem Alter muss ich nicht noch was dazunehmen. Mir reicht, was ich hab. Den Patscherkofel muss ich loswerden. Mit dem Geld, das ich dort jedes Jahr verliere, kauf ich mir ein Boot in der Karibik und lebe bis an mein Lebensende.“
https://tirol.orf.at/v2/news/stories/2570709/

Der Skibetrieb in Lackenhof ist für weitere zwei Jahre gesichert. Die Schröcksnadel-Gruppe zieht sich komplett aus Niederösterreich zurück und verkauft die Anteile an das Land. Ötscherlifte bekommen eine zweite Chance.
https://m.noen.at/niederoesterreich/wirtschaft/oetscherlifte-gerettet-land-uebernimmt-lackenhof-und-hochkar-zu-100-prozent-niederoesterreich-lackenhof-goestling-an-der-ybbs-st-poelten-hochkar-peter-schroecksnadel-skigebiet-oetscherlifte-lackenhof-land-noe-redaktionsfeed-redaktion-jochen-danninger-johanna-mikl-leitner-304162606


Riecht jemand den Braten??
 
j-d-s schrieb:
Dass wenn man Lifte/Pisten ersatzlos schließt, das zu einer Spirale zum Ende des gesamten Skigebietes führt, ist ja bereits hinlänglich bekannt und kam schon öfters vor.

Beeindruckend ist nur, mit welcher Geschwindigkeit das hier geht. Meist gibt es ja ein paar Jahre Siechtum, dann kommt der große Knall und alles wird wegen Insolvenz geschlossen.

Das Resultat ist aber immer das gleiche, weil wenn man "wegen zu wenig Gästen" das Angebot reduziert, dann kommen noch weniger Gäste "wegen zu wenig Angebot" und so dreht sich der Kreis immer weiter, bis am Ende nichts mehr geht.

Deshalb sollten sich sowohl örtliche Gewerbetreibende als auch Politik sinnvollerweise darauf verständigen, dass man generell keine Angebotsreduzierungen an Liften oder Pisten vornimmt, auch wenn dafür dann ggf. Geld in die Hand genommen werden muss.
Alles richtig bis auf den letzten Absatz.
Die Politik muß auch den Tod eines Skigebietes zulassen.
Was da in den letzten Jahrzehnten passiert ist ist falsch.
Es ist falsch unwirtschaftliche Skigebiete am leben zu lassen mithilfe von öffentlicher Unterstützung.
Auf der anderen Seite ist es auch falsch den Ausbau und die Vergrößerung der gutgehenden Skigebiete mittels Umweltgesetze zu verhindern.

Corona, Inflation, Klimaveränderungen wären gute Möglichkeiten die Tourismuswirtschaft und Seilbahnwirtschaft zu bereinigen.
Was hat die Politik in der Corona Zeit gemacht? Millionen Unterstützungen an Hotels und Seilbahnen statt Bereinigung der kranken und schwachen.
Und dann nochmals den gleichen Fehler mit dem Energiekostenzuschuss wegen der steigenden Energiepreise.
Mit einem solchen Verhalten löse ich keine Probleme sondern löse ich eine über Jahrzehnte dauerte Dauerkrise der Hotelerie und Seilbahnwirtschaft aus da ich die kranken Firmen am leben lasse. Im schlimmsten Fall stecken die kranken dann noch einige gesunde Firmen an!
Zuletzt noch die böse Klimaerwärmung. Die ist nicht böse. Statt unwirtschaftliche Kleinskigebiete in niedriger Höhenlage zu unterstützen sollte man es den Gletscherskigebiete erlauben Ihr Angebot auszubauen und zu vergrößern.

Und was kann man in Heiligenblut machen?
Wichtig ist den wirtschaftlich schlechten IST Zustand möglichst schnell zu verlassen. Was die Bergbahn ja derzeit versucht.
1. Einstellung und Abbau aller Liftanlagen und Reduzierung der Gästebetten im Ort. Daher in Zukunft nur mehr Nationalparktourismus vorwiegend im Sommer mit deutlich weniger Nächtigungen und Hotels. Nur mehr die Einheimischen hätten Arbeit im Ort. Eventuell müssten auch einige den Ort verlassen.
2. Massiver Ausbau des Skigebietes und der Hotelerie. Die Höhenlage und die Anzahl der Berge würden dies auch zulassen. Mehr Betten und mehr Nächtigungen. Massiver Zuzug von Arbeitskräften.

Der Ort muß sich nur entscheiden! 1 oder 2 und keinen Kompromiss. Denn der Kompromiss wäre der JETZT Zustand, und der ist wie man sieht nicht gut! Leider entscheidet man sich heute meist für den Kompromiss ( nichts tun ).
Offenbar hat man Angst wenn man sich für Weg 1 oder 2 entscheidet, Proteste auszulösen.

Und was für Heiligenblut gilt trifft auf den ganzen Alpenraum zu.
Einige Orte sollten den Weg 1 und einige Orte den Weg 2 gehen.
Nicht alle ein wenig von allem sondern alle einen klaren für jeden erkennbaren Weg in die Zukunft.
 
Im Grundsatz einverstanden. Aber dass du die Corona Nothilfe schlecht redest finde ich nicht gut. Man kann Unternehmern wie Hoteliers etc. nicht das Geschäften verbieten und ihnen gleichzeitig sagen, schaut zu wie ihr das überlebt!
 
@Tiroler Oldie
Mit deiner Variante 2 bin ich nur halb einverstanden. Es gibt nicht nur einen Markt für Megaskigebiete sondern auch für mittelgroße. Und nachdem das Skigebiet von Heiligenblut so klein nicht ist würde meiner Meinung nach ein kleinerer Ausbau reichen. Und die Infos die ich von dort habe sagen, dass die vorhandenen Betten schon nicht gut ausgelastet sind, also sollte man erstmal mit den bestehenden Kapazitäten arbeiten und sie besser auslasten.

Nach Aussage der Bergbahnen hat das Skigebiet in den letzten Jahren im Vergleich zur Konkurrenz an Attraktivität verloren, früher lief es besser. Als Ursache sehe ich in erster Linie das Schneeproblem: Wenn man an Weihnachten einen erheblichen Teil des Gebiets nicht oder nur mit schlechten Verhältnissen öffnen kann dann muss man zuerst da ansetzen: Beschneiung der 4 Schareck-Abfahrten und der beiden an der Fleißbahn. Das ist das Minimum. Und Öffnung des Hochfleißlifts mit der Skiroute - die Gratabfahrt ist extrem windausgesetzt und schwierig mit der Schneelage, aber in die Mulde der Skiroute bläst es den Schnee rein.
Mit der Beschneiung für Weihnachten können Sie dann auch an Ostern das Skifahren garantieren, mit entsprechend langer Saison.

Als nächstes wären die Schwarze am Fallbichl und eine punktuelle Beschneiung für die Skiroute Kasereck dran.

Wenn das alles funktioniert können weitere Schritte angedacht werden.
 
Schaut leider gar nicht gut aus fürs Skigebiet Heiligenblut :(

Was die Zukunft der Großglockner Bergbahnen Heiligenblut nach dem heurigen Winter anbelange, sei diese laut derzeitigem Stand nicht gesichert. Vorausblickend müsse und werde man im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die vorgeschriebenen Anzeigen beim Frühwarnsystem des AMS einbringen und alle weiteren Schritte einer allfälligen Schließung der Anlagen nach der heurigen Wintersaison vorbereiten, so die Vereinigten Bergbahnen.

https://www.derstandard.at/story/30...heiligenblut-und-mallnitz-koennten-schliessen

Viele Grüße
 
Damit Heiligenblut als Skigebiet überleben kann, muss der Ort geeignete Gästegruppen identifizieren, fokussieren, ansprechen und fördern. In meinen folgenden, nicht professionellen Ausführungen werfe ich Einiges an Statistik zusammen, die ich im Netz gefunden habe und die so natürlich nicht wirklich zusammen passt, aber eine grobe Orientierung gibt. Meine Erörterung soll eher eine Anregung für Andere sein, die das besser können und bessere Daten zur Verfügung haben.

Wie positioniert sich Heiligenblut im Portfolio österreichischer Wintersportgebiete? Über den Preis. In der Betrachtung "Preis für Skipass plus Unterkunft" war Heiligenblut in der Saison 2021/22 (ich weiß, erste Nach-Covid-Saison, darum nicht repräsentativ) das günstigste Skigebiet Österreichs. Da Heiligenblut in den Statistiken für günstige Skipässe aber nicht ganz vorn auftaucht, muss das an den Unterkunftspreisen liegen. Vergleichsstatistiken für andere Saisons habe ich auf die Schnelle nicht gefunden.

Woher bezieht man seine Skigäste bislang? Gemäß Gemeindestatistik für Heiligenblut kamen 2022 71% der Ganzjahresgäste von Heiligenblut aus dem Ausland, 29% aus Österreich. Für Details ziehe ich die übergreifende Statistik Februar 2023 für ganz Kärnten (S. 5) heran, weil die Gemeindestatistik 2022 das nicht hergibt. Ich unterstelle, dass im Februar vorwiegend Wintersportler nach Kärnten reisen. Länderanteile Ausland bei den Übernachtungen in Kärnten 2/2023 zusammengefasst und vereinfacht:

Deutschland + Niederlande ca. 40%
Benachbartes Osteuropa (CZ, HU, PL, SLO, HR): ca. 40%
Andere Länder ca. 20%

Persönliche Interpretation: Heiligenblut positioniert sich als Preisziel für Gäste des deutschsprachigen Raums (AT, DE) und der Niederlande, also für die tradionell / historisch stärkste Gästegruppe in Österreich. Dazu passt, dass die Homepage des Skigebiets Heiligenblut auf Deutsch und Englisch verfügbar ist, aber in keiner osteuropäischen Sprache.

Für Gästezielgruppen aus dem Süden und Osten Österreichs mag der Preisansatz teilweise funktionieren. Allerdings sprechen sich dort auch die Schwächen des Skigebiets (Schneesicherheit, Infrastruktur) am schnellsten herum.

Für die Profilitabilität eines mittelgroßen österreichischen Skigebiets mit Ausrichtung auf deutschsprachige und niederländische Gäste ist unerlässlich, dass es aus Deutschland und den Niederlanden per Pkw gut zugänglich ist. Das trifft auf Heiligenblut nicht zu, weil im Winter die Großglockner-Hochalpenstraße gesperrt ist. Die Anfahrt z.B. aus Süddeutschland ist mit min. 5-6 Stunden (Beispiele Nürnberg und Karlsruhe) unverhältnismäßig lang. Und davon muss man ab Kufstein zweieinhalb Stunden lang 135 km Landstraße fahren. Das kann nicht funktionieren. Weiteres Problem: Die Anreisestrecke passiert oder touchiert die Skigebiete Wilder Kaiser/Brixental, Kitzbühel/Kirchberg, den Pinzgau mit Bramberg/Neukirchen, Uttendorf/Weißsee und Zell am See/Kaprun und schließlich Matrei/Kals. Die meisten davon sind größer und - durch schlagkräftige Beschneiung - "schneesicherer" als Heiligenblut. Und die preisorientierten Skigäste greift vorher mindestens die Region Wilder Kaiser/Brixental ab, bei den anderen mittelgroßen Gebieten weiß ich es nicht.

Wozu sollte sich dann ein niederländischer oder deutscher Skigast die lange Fahrt nach Heiligenblut antun? Genau da steht Heiligenblut heute. Die Gästezahlen sinken, und ich gehe davon aus, dass es die traditionellen Gruppen sind. Vergleich Übernachtungen für ganz Kärnten Februar 2023 zu vor-Covid Februar 2020 (S. 3):

Österreichische Gäste -6,8%
Ausländische Gäste -14,9%

Um als Wintersportdestination überleben zu können, muss Heiligenblut m.E. weg von deutschen und niederländischen Preistouristen. Es muss sich den Markt Südost-Österreich (Kärnten, Steiermark, Wien) sichern und den Markt Osteuropa-EU ausbauen. Ob letzteres eher als Premium- oder als Preisziel funktionieren kann, müssen Tourismus-Statistiker herausfinden. Wie groß der Anteil osteuropäischer Skigäste beispielsweise in Kals/Matrei oder auf dem Mölltaler Gletscher im Vergleich ist, habe ich nicht geprüft. Aber zumindest die Homepage des Mölltaler Gletschers gibt es auf Tschechisch und Slowakisch.

Heiligenblut braucht für den Winter also dringend neue, andere Gästezielgruppen. Sowohl neuen Premium- als auch Preisgästen muss aber ein vollständig betriebenes und weitreichend beschneites Skigebiet angeboten werden, sonst wird das nichts. Damit steht Heiligenblut vor der Entscheidung: Aufrüsten oder umgehender Ausstieg aus dem Alpinski. Die temporäre Entscheidung "Downsizen"/Sparkurs führt nur zur weiteren Abwanderung traditioneller Gästegruppen und zu weiteren Verlusten.

Insofern unterstütze ich die Vermutung unseres Forenkollegen ATV, dass die Herren Schröcksnadel und Schmidl in Heiligenblut hier bewusst lautstark jammern und demonstrativ Notmaßnahmen ergreifen ... mit dem Ziel, dass kurzfristig ein "richtiger" Investor übernimmt und das langjährig Versäumte nachholt.
 
Tunnel- und Fleissbahn bleiben diesen Winter in Betrieb.

https://kaernten.orf.at/stories/3235778/

Unabhängig von der Entscheidung des Ministeriums beschlossen die Gesellschafter der Großglockner Bergbahnen im Sinne der Bergbahnen und der gesamten Region Oberkärnten die Tunnel- und Fleissbahn auch in diesem Winter in Betrieb zu nehmen, heißt es am Donnerstag in der Aussendung.
 
Allerdings wird die Fleiß nur an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag in Betrieb genommen. Täglicher Betrieb ausschließlich in den Weihnachtsferien und Semesterferien.
 
... 200k vom Land und 200k von Familie Schmidl... fehlt eigentlich nur noch jemand der auch Geld reinstecken könnte, wenn er wollte...
 
Zurück
Oben