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glaser91 schrieb:am Vogelskopf gibt es ab dieser Saison ne neue Kanone, ne TF10 !
War auch zuletzt im Mai oben, habe aber nicht bewusst nachgeforscht. Zur Wiedereröffnung im Sommer 2012 scheint es jedenfalls nicht gekommen zu sein, sonst stünde das im Eichwälder-Archiv.HBB schrieb:Weiß eigentlich jemand, wie es es momentan um das Hundseck-Lokal bestellt ist - geht da jetzt was voran? Ich war schon seit ein paar Wochen nicht mehr oben.
Neueste Technik gegen die Launen der Natur
Von Gerold Hammes
Schwarzwaldhochstraße - Andreas Kern kann so schnell nichts mehr schocken. Er ist in seinem Job nun mal weitgehend fremdbestimmt, weil von den Launen der Natur abhängig. Seinen Unternehmergeist hat er deshalb aber nicht eingebüßt. Der Geschäftsführer des Freizeit- und Sport-Zentrums Mehliskopf rüstet nach zwei wirtschaftlichen Katastrophen-Wintern gerade mächtig auf: in hochmoderne Beschneiungstechnik und einen neuen Pistenbully mit Winde.
Im Jahr 2000 ist Andreas Kern in das Geschäft mit dem Freizeitsport eingestiegen, das er sukzessive zu einem Ganzjahresbetrieb mit Bobbahn, Klettergarten, Downhill-Carts, E-Bike-Verleih und Gastronomie ausgebaut hat. Kern schätzt, in dieser Zeit über drei Millionen Euro investiert zu haben. Im Schnitt waren es 200 000 Euro jedes Jahr.
Diese Summe wird für die technische Ertüchtigung im kommenden Skiwinter nicht ausreichen und allein für den Kässbohrer PB 300 Kandahar fällig. Das rote Kraftpaket, gestern Morgen ausgeliefert, hat 5000 Betriebsstunden auf dem Buckel und ist komplett generalüberholt. Von der Winde versprechen sich Kern und sein Betriebsleiter Udo Schmöger eine Optimierung der Pistenpflege, vor allem aber mehr Betriebstage. Mit der Winde, die auf manschettengeschützten Baumstämmen oben auf dem Berg eingehängt wird, können künftig bei einer Zugkraft von vier Tonnen jene Schneemengen, die beim Abrieb durch die Skier oder Snowboards hangabwärts verfrachtet wurden, wieder nach oben geschoben, punktuell auf der Piste abgelegt und einplaniert werden.
Der weiße Goldrausch funktioniert gleichwohl nur dann, wenn Schneewolken aufziehen und Flocken auf den Boden torkeln. Wenn nicht, aber dennoch Temperaturen von mindestens zwei Grad minus und eine Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent und weniger gemessen werden, wird maschinell nachgeholfen. Die Mehliskopf GmbH & Co. KG investierte also auch in neueste Beschneiungstechnik, computergesteuert und -überwacht. Damit, rechnet der Geschäftsführer vor, werde die Grenzbeschneiungskapazität verdoppelt. Die zehn Propeller-Geräte und drei Lanzen können im Idealfall pro Stunde aus 100 Kubikmeter Wasser Schnee produzieren. Mehr schaffen die beiden Hauptpumpen aus dem Sandsee nicht heran, mehr ist auch nicht genehmigt. Der Multiplikator zwei ergibt letztlich die Schneeausbeute.
Und die hat ihren Preis: Eine Faustregel besagt, dass die Erzeugung von einem Kubikmeter Schnee zwischen einem und zwei Euro kostet. Wird also auf dem Mehliskopf mit seinen vier Schleppliften eine Nacht bei Volllast durchgeschneit, laufen schnell mal bis zu 2000 Euro durch den Stromzähler.
Eine Alternative aber sieht Alexander Kern nicht. Im vergangenen Winter fiel das alles entscheidende Weihnachtsgeschäft ins Wasser. Als dann Schnee gefallen beziehungsweise produziert war, versaute ein sibirisches Bibber-Hoch mit minus 20 Grad und mehr das Geschäft. Und nach Fasnacht ist die Saison eh gelaufen. "Die letzten beiden Winter", blickt Kern im Frust zurück, "waren eine Katastrophe." Und das Pendel kann brutal ausschlagen: von 23 bis 104 Lifttagen. Das waren bislang die Ausreißer nach unten und oben.
Und doch lässt sich der gelernte Rechtsanwalt nicht entmutigen. Investieren in Qualität und Attraktivität, lautet seine Philosophie. Also feiert im kommenden Winter auch ein Snow-Park Premiere: mit Erd-Roller, Rails, Waves oder Ob-stcales. Die Boarder-Freaks wissen, was darunter gemeint ist.
Sieben Festangestellte beschäftigt Andreas Kern mittlerweile. Hinzu kommen im Winter bis zu zehn Aushilfskräfte pro Tag. Der Geschäftsführer spricht von einem Profitcenter, das gegenüber den Gesellschaftern in der Pflicht stehe. "Jetzt muss mal ein Punkt sein, an dem was rüberkommt." Udo Schmöger weiß, wie er seinen Chef bei Laune hält. Er berichtet von Computermodellen - und natürlich nur von solchen -, die einen strammen Winter prophezeien. Immerhin: Heute und in den nächsten Tagen soll es auf dem Mehliskopf schneien. Zumindest die neue Pistenraupe könnte man dann mal laufen lassen.
Vermutlich komplett abbruchreif
Von Gerold Hammes
Schwarzwaldhochstraße - Hodzic Saudin muss in seinem Beruf Sentimentalitäten ausblenden. Der Bosnier ist seit 15 Jahren Baggerfahrer. Wo er hinlangt, bleibt kein Stein, kein Balken auf dem anderen. Sein Arbeitsgerät hat 300 PS und ist 55 Tonnen schwer. Es ist mit seinem Ausleger von 21 Metern ein Langfinger. Und er macht ganz schön dicke Ärme. Gestern kurz nach 14 Uhr ging er dem ehemaligen Kurhaus Hundseck an den Kragen.
An viel größere und schwierigere Aufträge kann er sich nicht erinnern. "Alles morsch, alles kaputt", hat er eigentlich nur Verachtung für ein früheres touristisches Flaggschiff an der Schwarzwaldhochstraße übrig. Das soll nicht bedeuten dass es ihm am nötigen Respekt mangelt. Ganz im Gegenteil : "Diese Arbeit ist nicht ungefährlich, weil Du nicht abschätzen kannst, was auf einen Schlag alles umfallen kann." Das Objekt sei bis auf den Kellerboden runter komplett einsturzgefährdet. Er rechnet mit einem Arbeitsaufwand von drei bis vier Wochen.
Wolfgang Eller, Fachbereichsleiter Planen und Bauen bei der Stadt Bühl, sieht das etwas anders. Er kalkuliert mit acht bis zehn Arbeitstagen. Unter die Abbruchglocke soll nur das kommen, was nicht verkehrssicher und akut einsturzgefährdet ist. Er stellt sich vor, dass die Außenwände im Erdgeschoss stehenbleiben könnten, zumal das EG bereits "eingehaust" ist - ebenfalls auf Kosten der Stadt Bühl als der zuständigen Baurechtsbehörde. Die letzte Entscheidung aber treffen zwei Statiker, die die Stadt - unabhängig voneinander - eingeschaltet hat und die den Abbruch begleiten.
Das Spektakel will sich auch der Ottersweierer Bürgermeister Jürgen Pfetzer nicht entgehen lassen, auf dessen Gemarkung das ehemalige Kurhaus steht. Er spricht von einem "traurigen Anlass", der zugleich aber auch "skandalöse" Umstände habe. Seit Jahren habe er nichts mehr von den Eigentümern gehört. Deren Untätigkeit habe letztlich zum Verfall des Gebäudes geführt.
Was ihm ebenfalls missfällt: Der Bauschutt soll zunächst einmal an Ort und Stelle liegenbleiben und nicht abgefahren werden. Er lässt derzeit beim Umweltamt des Landratsamts Rastatt prüfen, ob dies im Außenbereich überhaupt statthaft sei. Er spricht vom sogenannten "Zustandsstörer" (Eigentümer) und "Handlungsstörer". Letzterer sei das Baurechtsamt der Stadt Bühl, das den Abbruch verfügt, aber nicht gleich auch die Entsorgung angeordnet habe. Noch in dieser Woche erwartet Pfetzer eine Entscheidung.
Den Baggermann muss das nicht interessieren. Sein Greifer kratzt, beißt, presst, ruckelt und zuckelt gnadenlos. Um 14.38 Uhr hat er das Türmchen enthauptet und das Blechdach humorlos zu Boden fallenlassen. So wie zuvor bereits einen Kleiderschrank, Dachbalken und Fenster. Dort liegt nun alles unsortiert herum, und die Schaulustigen - und nicht nur sie - fragen sich, wer das alles und auf wessen Kosten sortieren und abfahren soll. Eine vorherige Entkernung dieser Großimmobilie konnte nicht erfolgen, weil sie nicht mehr begehbar ist. Das Risiko wäre selbst für Abbruchspezialisten zu groß gewesen.
Nun also türmt sich auf dem asphaltierten Sträßchen Richtung Skihang bereits nach einer Stunde ein stattliches Volumen an Bauschutt. Hodzic Saudin vergreift sich mit seinem Langfinger unaufhaltsam an dem so geschichtsträchtigen einstigen Nobel-Hotel. Für Sentimentalitäten ist nun mal in seinem Job kein Platz.
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