Fusion der Oberengadiner Bergbahnen ist spruchreif
Die Verwaltungsräte der führenden Oberengadiner Bergbahnen sowie der Gemeindevorstand von St. Moritz haben sich für eine Fusion der Unternehmungen ausgesprochen. Die definitiven Ent-scheide sollen an den Generalversammlungen und an der Volksab-stimmung der Gemeinde St. Moritz im April 2007 gefällt werden.
Mit ihren Entscheidungen sind die Verwaltungsräte der Suvretta-Piz Nair AG (SPNAG), der Celeriner Bergbahnen AG (CBB) und der Diavolezza Bahn AG (DBAG) sowie der Gemeindevorstand und die Verwaltungs-kommission der St. Moritzer Bergbahnen (SMBB) konsequent den Emp-fehlungen des von ihnen eingesetzten Steuerungsausschusses gefolgt.
Die Oberengadiner Bergbahnen haben im Juli 2005 einen Steuerungs-ausschuss eingesetzt und die Beratungsunternehmung grischconsulta mit dem Projekt „EBB“, der Ausarbeitung von Lösungsmöglichkeiten für die Zusammenführung aller Bergbahnen, beauftragt. Nach intensiven Analyse-, Bewertungs- und Strategiearbeiten mit allen sieben Partnern haben sich schliesslich die vier Unternehmen SPNAG, CBB, SMBB und DBAG im Oktober 2006 für die Realisierung des Fusionskonzeptes „EBB“ ausgesprochen. Die umfassenden Projektarbeiten sind heute dem Gemeinderat St. Moritz vorgestellt worden.
Die Vorverhandlungen mit den drei Partnern AG Luftseilbahn Corviglia-Piz Nair (LCPN), Furtschellas Bahn AG (FBAG) und mit der Luftseilbahn Surlej-Silvaplana-Corvatsch AG (LSC) konnten noch nicht zu einem all-seits befriedigenden Endergebnis geführt werden.
Weitere Integration angestrebt
Darum sollen nun die fusionsbereiten Unternehmungen Suvretta-Piz Nair AG (SPNAG), Celeriner Bergbahnen AG (CBB) und Diavolezza Bahn AG (DBAG) durch Fusion sowie die St. Moritzer Bergbahnen (SMBB) durch Sacheinlage der Gemeinde St. Moritz integriert werden.
Diese vier Unternehmen generieren rund 75% der Umsätze und 85% der Cashflows der Oberengadiner Bergbahnen. Sie wollen nun die neue „EBB“ gründen. Die Bestrebung aller sieben Partner, eine Gesamtlösung zu erreichen und auch die weiteren Bergbahnunternehmen, die LCPN, die LSC und die FBAG zu integrieren, werden fortgeführt.
Für eine erste Phase haben nun aber die Verantwortlichen der LSC und der FBAG beschlossen, zuerst eine enge Zusammenarbeit im Teilgebiet Corvatsch-Furtschellas einzurichten und dies raschmöglichst voranzu-treiben.
Wieder neue Gäste gewinnen
Mit der Zusammenführung der Oberengadiner Bergbahnen wollen die Verantwortlichen interne Doppelspurigkeiten abbauen und mehr Mittel für die Gewinnung von neuen Gästen aufwenden sowie die Investitionen gezielter für die Positionierung der Teilgebiete und die Schneesicherheit einsetzen. In den vergangenen fünf Jahren haben die Bahnen einen Verlust von 23% an skifahrenden Gästen (Ersteintritten) hinnehmen müssen, ohne dass dieser Verlust im Sommer hätte kompensiert wer-den können. Sie sind heute mehrheitlich nicht mehr in der Lage, die notwendigen Erneuerungen der Anlagen aus eigener Kraft zu finanzie-ren. Die neue „EBB“ strebt eine enge Zusammenarbeit mit der neuen Destinationsorganisation Engadin St. Moritz an, die Marketingmittel sol-len gemeinsam gebündelt werden.
Gemeinde St. Moritz grösste Einzelaktionärin
Die neue Unternehmung wird Ihren Sitz in St. Moritz bei der Signalbahn haben. Grösste Einzelaktionärin wird die Gemeinde St. Moritz mit rund 21%, weitere wichtige Aktionärsgruppen sind die heutigen Hauptaktionä-re der Celeriner Bergbahnen, die Familien Wieser (17%) und die Famili-en Meili (4%). Rund 57% des Aktienkapitals wird von Kleinaktionären gehalten werden.
Die neue EBB wird rund 120 Jahresangestellte und im Winter 240, im Sommer 50, Saisoniers beschäftigen. Der Businessplan geht von mittel-fristigen Ertragszielen von CHF 52 Mio. und einem Cashflow von CHF 18 Mio. (36%) aus. Dank Kosteneinsparungen, die vor allem im Verwal-tungsbereich und bei den Sachkosten liegen, und finanziellen Restruktu-rierungen entsteht eine neue ertragsstarke touristische Leitunterneh-mung, die von einem 5- bis 7köpfigen Verwaltungsrat geführt werden soll.
Im Verlauf der Wintersaison werden die Aktionäre der Partner EBB und die Stimmbürger der Gemeinde St. Moritz mit einer ausführlichen Do-kumentation und an Orientierungsversammlungen über das Projekt in-formiert. Die Generalversammlungen und die Volksabstimmung der Gemeinde St. Moritz werden im April 2007 stattfinden.
Auskunftspersonen:
Luis Wieser, Vorsitzender Steuerungsausschuss im Projekt EBB und
Verwaltungsratspräsident Celeriner Bergbahnen AG
Tel. 081 851 20 30
Marco Biancotti, Präsident Verwaltungskommission St. Moritzer Bergbahnen
Tel. 081 830 00 80
St. Moritz, 14. Dezember 2006