Danke für die Bild Links des Seilkopfes.
ATV schrieb:
Ich persönlich würde zum aktuellen Zeitpunkt nicht mehr in eine klassiche grossen Eintragseil Pendelbahn der Generation I (Vor 45) und II (Vor 75) einsteigen.
Mittlerweile hätte ich sogar Vorbehalte bei der 2. Sektion der Aiguille du Midi PB, idealer Kandidat für Zugseilriss (hohe Zugseilschwingungen, extremes Längsprofils, nur ein Tragseil (allerdings gespleisste Schlaufe), fangbremsenlos, Dauerprobleme mit dem Zugseil (musste auffallend oft ersetzt werden), exotische technische Auslegung, usw.
Der Umbau muss erst in den letzten paar Jahren gemacht worden sein. Auf dem Video von Radim ist noch die alte Steuerung drauf. Wer hat den Umbau gemacht? Was wurde bei dem Umbau gemacht?
Siehe hier (wurde weiter oben bereits erwähnt):
https://genus.cz/Liberec/lanovka-na-jested-ma-vymeneny-pohon-rozjede-se-za-pet-tydnu-n451518.htm
Fotos im Anhang.
Touch in der Kabine sieht man in mehreren neueren Videos. FUA ist über Funk. Neue Videoüberwachung in den Stationen wurde ebenfalls installiert.
Elektrotechnik inkl. AC Antrieb und Steuerung entsprechen soviel ich sehen kann dem "aktuellen Stand der Technik".
Aber wie wird bei dieser Fangbremse ein Zugseilriss erkannt? Schlaffseilauslösung klassisch über Exzenter an der Zugseilbefestigung? Kann man nichts erkennen.
Habe nirgends was in Richtung Schlaffseilauslösung gesehen, was IMO ein absolut gravierender Grundkonzeptfehler ist.
Eine vollautomatische schlaffseilerkennungsbasierte Fangbremsenauslösung ist m.E. bei sämtlichen Pendelbahnfangbremsen absolut zwingend erforderlich.
Bin ich strikte gegen alleinige auf die Fahrgeschwindigkeit basierte Fangbremsenauslösesysteme (stets mit Fahrgeschwindigkeitserfassung am Laufwerk), da die Geschwindigkeitserfassung mit vertretbaren Mitteln nicht genügend zuverlässig ausgeführt werden kann. Z.B. können Laufwerks- oder spezifische reine Messrollen bei Vereisung versagen, auch Entgleisungen, usw. sind problematich. Zudem wird unnötige Komplexität eingeführt und der Wartungsaufwand ist ebenfalls grösser.
Unter gewissen Voraussetzungen ist eine Schlaffseilauslösung je nach Vorschriften leider nicht zwingend erforderlich, was m.E. jedoch auf einer schweren Fehlüberlegung beruht.
Die i.d.R. stets vorhandene Handauslösung ist nur in gewissen Situationen wirklich einsetzbar, bei Zugseilriss ist die Dynamik zu extrem (und der Glanzidee bei Zugseilriss auf der intakten Seite das andere Zugseil vom Laufwerk automatisch trennen (!!!) traue ich gar nicht, sowas gibt es sogar),
Meine Vermutung ist, dass die Fangbremse aufgrund der Fahrgeschwindigkeit (autark lokal am Laufwerk erfasst, nicht über FUA) hätte auslösen sollen, und dass dann irgendwas falsch lief.
Ob mechanisch, elektrisch oder hydraulisch, fahrgeschwindigkeitserfassungsbasierte Auslösung der Fangbremse ist ausführungsunabhängig komplexer, störungsanfälliger und gesamthaft weniger sicher als eine einfache klassische Schlaffseilauslösung mit ganz banaler Tellerfedernpaketvorspannung (nicht zu verwechseln mit der fragwürdigen hydraulischen Vorspannung wie in u.a. bei Mottarone und diversen weiteren Pendelbahnen).
Ob überhaupt eine automatische Auslösung der Fangbremse bei Jested vorhanden ist, weiss ich nicht. In zahlreichen Ländern war stets eine automatische Auslösung vorgeschrieben. Reine Handauslösung wäre völlig unverständlich, da eine solche eigentlich nur als zusätzliche Sicherheitsmassnahme dienen kann, da seit eh und je bekannt ist, dass bei Zugseilriss in den allermeisten Fällen eine in der betroffenen Kabine mitfahrende Person nicht mehr in der Lage ist, die Fangbremse von Hand auszulösen.
Noch idiotischer sind Auslösehebel mit mehreren Auslösestellungen, als hätte jemand im Ernstfall noch Zeit zu überlegen, ob man z.B den Hebel auf volle oder halbe Fangbremsenleistung stellt (siehe u.a. diverse Poma Pendelbahnen).
Wozu dient das Gestänge und der Hebel unterhalb des Laufwerks? Nur Pendeldämpfer?
Siehe hier: 00:06:39
https://www.youtube.com/watch?v=L1-uno0cOxU
Irgendwo ist noch ein Foto oder Video von den anderen Seite, muss ich suchen. Bin nicht sicher was es ist, muss nochmals hinschauen. Habe zwar auch zuerst an Längspendeldämpfer gedacht.
Kabine 1 (links auf) wird vermutlich nicht so stark beschleunigt haben da das Zugseil mit Eigengewicht durch den Antrieb gebremst wurde. Reichte wohl um aufzustehen und die FB manuell abzuziehen.
User Radim hat sicher bessere Fotos davon.
Wäre interessant sowas nachzurechnen oder ggf. gibt es CCTV Aufzeichnungen.
Jedenfalls ähnlich wie bei Mottarone riss ein oberes Zugseil und eine Fangbremse versagte während die andere schlimmeres verhinderte,
Fazit wäre eigentlich, dass endlos gespleisste Zugseilschlaufen zusammen mit fangbremsenbehafteten Laufwerken die sicherste Kombination darstellen sofern korrekt ausgeführt (die Nachteile der Fangbremsen kenn ich wohl, darüber diskutiere ich seit ca. 2007 in Alpinforum), also insbes. ohne überflüssige Komplexität.
Dass ein Seil jedoch katastrophal versagt, ohne dass man genügend frühzeitig Probleme erkennt scheint mir nach wie vor Rätselhaft. Ausser bei besonderen Einwirkungen wie Brand, Sabotage, usw. wird ein Seil allermeist mehr oder weniger progressive beschädigt, so dass in den allermeisten Fällen Probleme früh genug erkannt werden damit kein unzulässiges Risiko entsteht.
Ob stets fachgerecht vorgegangen wurde spielt da eine entscheidende Rolle, sowas wird auch entsprechend Untersucht da der Betreiber die Auflagen des Herstellers und die der Behörden befolgen muss.
Bilder im Anhang können ggf. von den Copyrigthinttegristen gelöscht werden, jedoch Texte bitte belassen.