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Seilbahnunglück in Liberec (CZE) - ein Toter

ATV schrieb:
Wozu dient das Gestänge und der Hebel unterhalb des Laufwerks? Nur Pendeldämpfer?
Den Fotos nach meinte ich, es wäre ein Längspendeldämpfer, was anderes kann ich mir momentan nicht vorstellen.
Aufgrund der Verhältnisse der Hebellängen sowie der Grösse des Dämpfers (erinnert mich an einen Türschliesser...) zweifle ich jedoch am erreichbaren Bremsdrehmoment (auf die Gehängetragachse bezogen).

Siehe Fotos.

Extern vom Seilkopf angebrachte Zugseilschwingungsdämpfer sind soviel man sehen kann keine vorhanden.

Kann nicht klar den genauen Aufbau der Seiköpfe erkennen (siehe Fotos der ausgestellten Teile). Irgendein im Seilkopf integriertes Schlaffseilvorspannsystem kann ich visuell nicht erkennen.
Kann mich jedoch selbstverständlich irren.

Im Anhang noch ein Frame aus einem bereits aufgeführtem Video. Ob Kameras den Zwischenfall auswertbar aufzeichneten weiss ich nicht, hängt von der Ausrichtung ab und dazu spielen Bildwinkel und Auflösung eine Rolle. Gewisse Stationsbereiche werden per CCTV überwacht, ist mittlerweile bei nahezu allen neuen oder sanierten Seilbahnanlagen der Fall.

Vermute, dass Smartphone Videos von Fahrgästen in Kabine 1 auftauchen werden.
 

Anhänge

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    Jested_Gehaenge_001.jpg
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Pád Lanovky na Ještědu: 2.11.2021 byla kabina převezena do depa SŽ HZS Liberec a přeložena na vagón

Google Übersetzung:
The fall of the cable car on Ještěd: November 2, 2021, the cabin was transported to the depot of SŽ HZS Liberec and transferred to a wagon


 
img.php


So wie es der Betreiber CESKY DRAHY verlauten lässt, soll die Bahn wieder in Betrieb genommen werden.
Das wäre vielleicht die Gelegenheit, die erste Kabinen-Generation noch einmal zu benutzen… 8O 8O 8O
Zwei sind zumindest noch vorhanden, eine von der Wiesner-Bahn in Janske Lazne und eine aus Tatranska Lomnica.
 
Fahrzeug 1 wurde in die Talstation zurückgeführt, das abgestürtzte Fahrzeug 2 wurde abtransportiert (siehe Video oben).

Vrak lanovky odtažen (2021-11-02)

Google translate: Cable car wreck towed away



Gehe davon aus, dass das Ganze für die Untersuchungsexperten vorort bereits ziemlich klar ist.

Wäre es interessant zu wissen, weshalb die Fangbremse versagte.

Falls das Zugseilversagen im Zusammenhang mit der Vergusskopftechnik steht, sollte man sich ggf. überlegen ob man für Zugseile nicht generell sinnollerweise Klemmköpfe einsetzen sollte (bei nicht gespleissten Zugseilen). Klemmköpfe wie in der Schweiz üblich kann man jederzeit zerlegen, das Seil vollständig kontrollieren und danach wieder Zusammenbauen.
 
Lagorce schrieb:
Wäre es interessant zu wissen, weshalb die Fangbremse versagte.

Für mich nicht ganz unerheblich, wie wurde die Fangbremse betätigt? Wenn sie effektiv nur von Hand ausgelöst würde, währe die Antwort schon klar.
Leider habe ich nicht rausfinden können, wie sie betätigt wird.
Was man aber sehen kann, auf dem Bild von der Zugseilbefestigung im Schaukasten an der Bergstation, das da Fellerfederpakete drin sind.
Zugseilbefestigung.jpg


Ich habe ein paar Fotos von einem ähnlichen Laufwerk mal zusammengestellt. Dort befindet sich die Auslösung mechanisch direkt in der Zugseilbefestigung. Über ein vorgespanntes Tellefederpaket vor dem Verguss wird dieses bei Schlaffseil entlastet und stösst einen Bolzen zurück, welcher Seitlich einen Abzug betätigt, welcher über ein Gestänge die Fangbremse auslöst.

DSC09367.jpg


P1130783.jpg


DSC07405.jpg


Eventuell eine elektrische Auslösung wie bei modernen Bahnen?
 
@ATV: Danke für die Detailfotos und Informationen dazu.

Es ist schon irgendwie unheimlich, dass nach einem monatelangen Lockdown an zwei konzeptionell baugleichen Pendelbahnen der Bauart Zuegg sehr ähnliche Unfallereignisse aufgetreten sind. Diese Bauart wurde von Luis Zuegg aus Lana bei Meran 1923 entwickelt und war in Europa mit Ausnahme der Schweiz (und vielleicht Frankreich) sehr stark verbreitet. Charakteristisch für diese relativ einfache Konstruktion ist ein Tragseil je Fahrbahn und eine Zugseilschleife, die unterhalb des Tragseils geführt wird. Nachteilig ist die Zugseilablage und das stark eingeschränkte Lichtraumprofil im Bereich der Rollbatterien auf den Stützen. Dies führt zwangsläufig zu einer sehr kompakten Zugseilbefestigung der beiden Zugseile an den Laufwerken mit integrierter Schlaffseilauslösung. Das Versagen der Zugseilschleife war aber in Jahrzehnten des Betriebes dieser Bahnen sehr selten bis gar nicht aufgetreten.

Am Mottarone und in Liberec hat es offensichtlich ein Versagen einer bergseitigen Zugseilbefestigung gegeben. Jeweils eine der Kabinen ist nach Versagen der Tragseilbremse bei Stützenüberfahrt mit überhöhter Geschwindigkeit abgestürzt. Die Gegenkabine konnte jeweils mit der Tragseilbremse gestoppt werden. Am Mottarone war die Tragseilbremse nach heutigen Kenntnissen absichtlich mit Gabeln mechanisch blockiert. In Liberec wissen wir bisher noch nicht, warum die Bremse versagte. Wir wissen aber auch nicht, ob die Tragseilbremsen der Gegenkabinen bei den beiden Ereignissen durch das Schlaffseil automatisch ausgelöst wurden, oder ob der Kabinenbegleiter aufgrund der verzögerten Beschleunigung der Kabine jeweils noch in der Lage war, den Notbremsgriff zu betätigen.

Am Mottarone wurden die alten Laufwerke von 1971 durch Neukonstruktionen ersetzt. Die Bahn in Liberec verfügt dagegen noch über die alten Laufwerke der Bauart Zuegg von 1975, deren Technik aus Italien übernommen wurde. Diese Tragseilbremse ist mittig im Laufwerk im Bereich des Gehängetragrohrs installiert und verfügt nur über eine bewegliche Bremsbacke, die in ihrer ursprünglichen Konstruktion über eine Spindel gespannt und mit einem Klinkenverschluss mechanisch verriegelt wird. Auf Videomaterial kann man aber erkennen, dass auf der Außenseite des Laufwerks offensichtlich ein Hydrauliksystem zum Öffnen und Betätigen der Bremsbacke nachgerüstet wurde. Die Schlaffseilauslösung (ich gehe davon aus, dass es eine gibt) kann man nicht erkennen und nachvollziehen.

Die konzeptionellen Fehler der noch heute überwiegend eingesetzten Tragseilbremsen sind seit den 1970er-Jahren bekannt. Bei beiden aktuellen Unfallereignissen waren die Kabinen aber nicht voll besetzt bzw. leer. Am Mottarone ist das Zugseil zudem nur bei Schrittgeschwindigkeit abgerissen. Mit diesen Rahmenbedingungen hätten die Tragseilbremsen eigentlich funktionieren müssen. Hydrauliksystem machen die Konstruktion aber oft kompliziert in Wartung und Bedienung. Bereits ein nicht zurückgelegter Kugelhahn nach dem Öffnen der Bremse kann zu deren Versagen führen, wenn dieser nicht elektrisch überwacht wird.

Ich hoffe, dass es bald Informationen zum Unfallhergang gibt, weil es dieser Seilbahntyp noch weit verbreitet ist. Auch in Deutschland fallen mir sofort einige Anlagen mit baugleichen Laufwerken ein.
 
@ATV sowie @Christoph Lütz: Danke für die diese Infos.

Die Tellerfedern sind mir auch aufgefallen, nur habe ich nirgends was gesehen, das auf das Vorhandensein einer Vorrichtung zur Schlaffseilauslösung deutet. Auf der Vorderseite sieht man ausser die elektrischen einadrigen Leitern nichts (vormals für FUA da mittlerweile FUA über Funk, vermute, dass das Zugseil wie üblich kapazitiv überwacht wird, ist jedoch nur eine Vermutung).

Auf den Fotos der abgestürtzen Kabine sieht man auf der Rückseite der Seilkopfs auch nichts besonderes.
Für eine Schlaffseilauslösung müsste entweder ein Auslösesystem im Kopf integriert sein (oder an dessen Aussenseite angeflanscht wie das Hydraulikventil bei Mottarone, oder ggf. Endschalter für elektrisch vorgesteuerte Auslösung der Fangbremse), oder eine externe mechanische Ankoppelung (wie beim ogigen Beispiel von ATV).
Jenseits vom Seilkopf angebrachte Klemme mit Auslösehebel zur Überwachung einer Längsbewegung des jeweiligen Zugseils ist nicht vorhanden.

Da ich keine Schlaffseilauslösunvorrtichtung erkenen kann, bin ich nicht sicher, ob eien solche vorhanden ist oder nicht.
Bei fehlender Schlaffseilauslöung gehe ich davon aus, dass bei Übergeschwindigkeit automatisch die Fangbremse automatisch ausgelöst wird, wobei auch dies mangels für mich klar erkennbare Einzelheiten ebenfalls eine Vermutung ist (siehe oben, solche Auslösysteme sind m.E. unzureichend zuverlässig um auf eine (ggf. zusätzliche) Schlaffseilauslösung zu verzichten).
Wie bereits erwähnt ist in zahlreichen Ländern eine vollautomatische Auslösung der Fangbremse vorgeschrieben. Ausschliesslich eine Handauslösung vorzusehen wäre onehin völligst absurd (siehe Aufführungen weiter oben).
 
Was ich mch noch frage,

Frage 1: Was ist das für ein Bauteil zwischen Verguss und Tellefederpaket. Sieht irgendwie aus wie ein Schieber für irgend eine Hydraulik? Mottarone hatte doch auch sowas ähnliches.
Zugseilbefestigung.jpg


Frage 2: Es ist aussen an der Zugseilbefestigung ein Bolzen zu sehen an welchen ein Kabel mit einem Kabelschuh angeschlossen ist. Das Kabel ist gelb. Das vond er FUA ist schwarz (Kann auch einfach nur schmutzig sein)
Entweder ist das Kabel der FUA welches direkt am Seil befestigt ist hier einfach abgeschlauft (Zugseilbefestigung ist MMN isoliert montiert)
Fangbremse1-Kopie.jpg

Oder es hat effektiv mit einer eventuell vorhandenen elektischen Auslösung der Fangbremse zu tun?
 
Das schaut in der Tat nach einem hydraulischen Sicherheitskreis aus, wohl ausgelösbar an unterschiedlichen Stellen, einer davon am oben gezeigten zylindrischen Schieber der Seilbefestigung?

Während am Mottarone das Zug/Gegenseil hydraulisch gegen einen im Normalzustand geschlossenen(?) Schieber gedrückt wird, wird diese Druckkraft als Gegenkraft zum zum minimalen/maximalen Seilzug hier durch ein einfaches Paket an Tellerfedern erzeugt.

Der zylindrische Schieber, sollte es tatsächlich einer sein, zeigt zwei Kreisrunde Kanäle, die bei zu niedriger und bei zu hoher Zugseillast auf Durchgang öffnen? Normalstellung wäre dann mittig, ohne Durchfluss. Anschluss Hydraulik Aussen durch die oben gezeigten Schraubkopähnlichem Gebilde?

Wenn das so ähnlich stimmen sollte: Sehr gut erkannt MM, akribisch genaues fachmännisches Auge und Geist wie gewohnt.
 
Die Anordnung und Grösse der Ringnuten erscheint etwas merkwürdig für einen hydraulischen Schaltkolben, da würde ich eher sowas wie 3 Dichtungen sowie dazwischenliegende ringförmige Freiräume erwarten (Siehe als Vergleich die Hydrocombo Zeichnung im Mottarone Unfall Topic).
Zudem ist die Geometrie der Ringnuten recht grosszügig für eine Kolbenabdichtung (inkl. ggf. Stützring). Gehe dabei davon aus, dass logischerweise der Vergusskegel nicht im Druckölbereich lagert.


Habe mir dieses Video
https://www.youtube.com/watch?v=L1-uno0cOxU
ab ca. 00:06:25 Frame by Frame angeschaut und auch einzelne Frames als Bild exportiert. Zu beachten ist jedoch, das die Aufnahmen von 2017 stammen, also vor der Rehab der Elektrotechnik (AFAIK 2019).

Im Zusammenhang mit dem Bildmaterial nach dem Absturz ist mir weiterhin unklar, ob eine Schlaffseilauslösung vorhanden ist.
Ebenfalls unklar ist mir die Funktion des Bauteils, das aussensenseitig am Laufwerkchassis angeflanscht ist wo in der Mitte sowas wie ein Druckknopf aussieht. Könnte ein Tachogenerator sein, nur wäre der Einbauort merkwürdig (Verbindung zu einer Laufwerkrolle?). Kann auch was völlig anderes sein, jedenfalls sieht es alt aus.

Edit:
Ist vermutlich ein banaler Drucktaster in Aufbaugeäusem, ältere Bauart; in der Talstation sieht man ein ähnliches
Drucktastergehäuse für den Nothalt (Frontfarbe gelb).
(End Edit.)

Hier noch zweit Frames, die den Handabzug der Fangbremse darstellen. Das erste Frame (Kabine 1) wurde nach Mottarone jedoch vor dem Unfall aufgenommen, das zweite ist von Kabine 2 während den Bergungsarbeiten nach dem Absturz.
Klare Schlussfolgerungen sind unmöglich, da man nicht beurteilen kann, ob der Griff nach dem Seilriss vom Angestellten betätigt wurde (aufgrund der vermuteten Dynamik eher unwahrscheinlich) oder ob der Griff aus anderen Gründen so grob um die 40 mm in Betätigungsrichtung verschoben wurde (Aufprall, Bergungsarbeiten, usw.).

Wie die Übetragung erfolgt sieht man nicht genau, tippe hier auf Bowdenzug (siehe Fotos vom entsprechenden Dachbereich), das ein Hydraulikventil betätigt, kann jedoch auch anders sein.


Edit:
Am Seilkopfkörper sind verschiedene axial angeordnete Schrauben erkennbar, mindestens sind Schmieröffnungen bzw. Schmiernippel vorhanden und zudem gehe ich davon aus, dass bei dieser Ausführung ein tragendes Gewinde vorhanden ist, und somit muss dieses auch entsprechend gesichert sein.

Falls eine Schlaffseilauslösung vorhanden ist, gehe ich davon aus, dass die Auslöservorrichtung im Seilkopf integriert ist, da ich von aussen nichts klar erkennen kann. Aber wie gesagt, lediglich als educated Guess meinerseits... ATV kennt sich da weitaus besser aus!

Edit:
Kollisionsschäden an den Enden des Lauwerks sind keine ersichtlich, zumindest nichts, das auf eine Kollision der Laufwerksrollen oder Wippenteile der vordersten oder hintersten Wippe mit einem Teil der Stütze deutet. Aufgrund der vermutlich bereits ziemlich hohen Geschwindigkeit wären bei einer solchen Kollision massive Schäden am talseitigen Ende des Laufwerks entstande.
Gehe eher davon aus, dass das Laufwerk aus welchem Grunde auch immer bereits oberhalb der Stütze vollständig entgleiste. Offensichtliche Kollisionsschäden der Stütze unterhalb des Stützenkopfes sind auch keine zu erkennen.

Dass Fahrzeug 2 zwischen den Stützenbeinen durchschlitterte ohne die zu berühren ist zwar möglich, statistich jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Dazu müsste man die Spuren ab Boden auswerten können. Das lose Ende des gerissenen oberen Zugseils von Fahrzeug 2 hätte ggf. durch dynamische Effekte zwischen die Stützenbeine geschleudert werden können. Was genau passierte weiss ich jedoch nicht.

Interessant ist die massive Beschädigung am Gehänge und insbes. dass diese bergseitig ist. Talseitig weist die Kabinenfront einen klassischen Schaden der u.a. von einer oder mehreren Kollisionen mit dem Tragseil. Bergseite sieht aus wie nach einer Frontalkollision (Aufprall am Boden). Gehänge sieht zwar so aus als eine kollision bergseitig stattfand, was jedoch unmöglich scheint, demnach sollte der Schaden vom Aufprall am Boden stammen.
 

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Tach in die Runde,

also irgendetwas passt nicht mit den Vermutungen hier bzgl. bergseitigem Zugseilrisses als einleitende Absturzursache.

Auf dem ersten wohl recht frühzeitig aufgenommenen Bildern ist zu erkennen, dass das Zugseil auf beiden Seiten der Stütze noch über selbige hängt. Wäre das Zugseil der abgestürzten Kabine im Bereich der Stützüberfahrung abgerissen, könnte da nix mehr über zig Meter herunterhängen.

Zweitens zeigt eins der ersten Bilder ein kurz vor dem Vergusskopf wie abgeschnittenes Zugseil. Ein Abreißen in dieser Art dürfte ausgeschlossen sein, am wahrscheinlichsten wurde hier gewollt gekappt, aber wohl nicht während der Fahrt.

Was wäre wenn die Kabine aus welchem kruden Grund auch immer bei der Überfahrt über die Stütze ausgescheert und deshalb abgestürzt ist? Könnte das noch über die Stütze verlaufende Zugseil den Absturz soweit gebremst haben, dass die Folgen nicht so dramatisch geworden sind? Dass bei der Absturzhöhe "nur" ein Insasse zu Tode gekommen ist, das finde ich schon irritierend, wenn die Kabine im freien Fall runtergerauscht sein soll.

Mit der Stützenhöhe wäre die Aufprallgeschwindigkeit schnell berechnet und dürfte allemal merklich >30km/h gewesen sein. Da überlebt sich nicht mehr viel.

Zum "Kappen" des bergseitigen Zugseiles. Wurde dies vlt bewußt durchtrennt (wenn nämlich nicht ge-/abgerissen war), um die zweite Kabine weiter nach unten zur Abbergung der Personen herunterlassen zu können?

Grüße
Nordseematze
 
Der glatte Schnitt spricht in der Tat nicht wirklich für ein Riss, dieses sieht wie auf den vorherigen Seiten beschrieben, wesentlicher "ausgefranst" aus. Was durchaus möglich ist, dass die Rettungskräfte, allen voran die Feuerwehr, das Seil links und rechts des Vergusskopfes durchgetrennt haben um z.B. die Bergung oder das erreichen des Verletzen zu ermöglichen. Man weiß ja nicht, wie das Seil direkt nach dem Absturz in oder um Kabine und Gehänge geformt war. Könnte auch durchaus sein, dass der Riss einige Meter von der Gondel entfernt stattgefunden hat (warum auch immer, wäre ja eher untypisch, da dort außer bei hohen Standzeiten eigentlich keine außergewöhnlichen Belastungen auftreten) und man den Rest am Gehänge deshalb entfernt hat.

Dass man das Seil durchgetrennt hat, um die talseitige Kabine zu bewegen halte ich für eher unwahrscheinlich. Sollte diese wirklich außerhalb der Reichweite der Drehleiter zum stehen gekommen sein würde man wohl eher die Höhenretter verständigen anstelle hier eine Bahn, welche gerade in einen schweren Betriebsunfall verwickelt war mit zahlreichen Menschen an Bord auch nur einen einzigen Millimeter zu bewegen. Zumindest nicht solange, bis man die Anlage technisch gesichert hat.


Für einige Interessant ist vielleicht auch der Artikel "Drahtseile vor Gericht". In diesem geht es auf knapp 50 Seiten detailliert um das Versagen von Drahtseilen und deren Ursachen:
https://docplayer.org/45807116-Drahtseile-vor-gericht.html
 
Folgende Bilder sind vielleicht von interessant:

St-tze-2.jpg

Stütze gut Zu sehen, dass das Gegenseil auf beiden Seiten runterhängt, oberhalb der Stütze aber zwischen dem Dreibein. Legt für mich die Vermutung nahe, dass das Laufwerk schon vor der Stütze entgleist ist und die Kabine zwischen dem Dreibein runtergefallen ist.

Seile markiert links Zugseil, rechts Gegenseil
St-tze-1.jpg

St-tze-1-Kopie.jpg


Vielleicht noch ein interessantes Foto:
Jaested1.jpg

Ob das weisse wirklich das Seil ist oder nur Gummireste des Schwingungsdämpfers? Theoretisch könnte auch der Vergusskopf versagt haben. Aktuell konnte ich keine Infos dazu finden ob Seilriss oder Verguss.

Nochwas interessantes. Hier sieht man auf einem Video der Bergung durch eine Bergepanzer, dass am Gehänge dieser komische "Türschliesser" an einem Hydraulikschlach angeschlossen ist.
Währe es theoretisch möglich, dass die Fangbremse über eine Art Beschleunigungssensor ausgelöst wird, sprich, wenn das Laufwerk schneller beschleunigt als die Kabine, dass über den Hebel die Bremse ausgelöst wird?
Jaested2.jpg

HDH7P.jpeg

https://www.novinky.cz/krimi/clanek/zkontrolujte-lana-a-poslete-terminy-oprav-vyzval-urad-vlekare-po-tragedii-na-jestedu-40376733
 
NordseeMatze schrieb:
Was wäre wenn die Kabine aus welchem kruden Grund auch immer bei der Überfahrt über die Stütze ausgescheert und deshalb abgestürzt ist? Könnte das noch über die Stütze verlaufende Zugseil den Absturz soweit gebremst haben, dass die Folgen nicht so dramatisch geworden sind? Dass bei der Absturzhöhe "nur" ein Insasse zu Tode gekommen ist, das finde ich schon irritierend, wenn die Kabine im freien Fall runtergerauscht sein soll.

Mit der Stützenhöhe wäre die Aufprallgeschwindigkeit schnell berechnet und dürfte allemal merklich >30km/h gewesen sein. Da überlebt sich nicht mehr viel.

Wenn ich die Medienberichte richtig mitbekommen habe, war diese Gondel auf Talfahrt und NUR mit dem Wagenbegleiter besetzt.
 
Stimmt ,der Wagen 2 war nur mit dem Wagenbegleiter besetzt und auf Talfahrt. Was wenn ein Rollenbord, ein Rollenlager des Fahrwerks gebrochen /f estgefressen war??? Nicht so abwegig finde ich. Vlt war der Waegn wirklich schon vor der Stütze entgleist und auf dem Seilschuh des Tragseiles entgültig in den Dreck gfahren. Niemand hat sich auf das Laufwerk kionzentriert,alle nur auf die Vergusskegel.

Greets Tom
 
Mal eine Zwischenfrage eines Nicht- Experten, falls das gestattet ist 8)
Was passiert eigentlich wenn die Tragseilbremse während ganz normaler Fahrt fälschlicherweise auslöst / ausgelöst wird? Zugseil zieht ja in dem Fall weiter, oder?
 
Kann leider Teil (noch) nicht näher identifizieren.

Habe zahlreiche Fotos und Videos lokal abgsepeichert, jedoch noch nicht alles genauer ansehen können.

Wie üblich kann man sich kaum auf die Berichterstattung der Medien beruhen. Am lächerlichsten ist der typische Agenturen-Depechenbrei, der allgegenwärtig ohne weitere Überprüfung übernommen wird.


Die "Türschliesser" Hypothese von ATV finde ich sehr interessant. Auf den anderen Bildern und Videos war mir vor ATV's Aufführung nirgends eine Schlauchverbindung aufgefallen (es sind effektiv 2 Anschlüsse (ein Stahlrohr sowie ein Schlauch, siehe Foto) vorhanden, vermutlich einer davon als Tankrücklauf). Umso realistischere Hypothese, da ich die Wirkungsweise als Längspendeldämpfer eines solchen Konstrukts als sehr fragürdig einstufte (siehe oben).

Technisch betrachtet bin ich jedoch von einem solchen Auslösesystem gar nicht überzeugt. Die Winkellage des Lauferkschassis bgzl. Gehänge als Fangbremsenauslösekriterium war mir in dieser Form bislang nicht bekannt. M.E. kann ein solches System eine klassische Schlaffseilauslösung keineswegs ersetzen.

Ob die Beschriebene Hydraulik mit dem Hebelarm effektiv der Fangbremsenauslösung dient, kann ich nicht mit 100%-er Sicherheit sagen, wie bereits erwähnt erscheint mir der Aufbau als Langspendeldämpfer jedoch sehr fragwürdig (aufgrund des Aufbaus wäre das Dämpfungsdrehmoment zu gering um eine effektive Dämpfung zu ermöglichen).

BTW Sicher ist, dass nur der Kabinenbegleiter in Kabine 2 mitfuhr. Gem. Medien fuhr (Unfall)Kabine 2 talwärts (z.T. liegen widersprüchliche Angaben vor).

Edit:
AW bzgl Fehlauslösung wird Ausnahmsweise überarbeitet.
 

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    Jested_VentilDetail_001.jpeg
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ATV schrieb:
Folgende Bilder sind vielleicht von interessant:

Vielleicht noch ein interessantes Foto:
Jaested1.jpg

Ob das weisse wirklich das Seil ist oder nur Gummireste des Schwingungsdämpfers? Theoretisch könnte auch der Vergusskopf versagt haben. Aktuell konnte ich keine Infos dazu finden ob Seilriss oder Verguss.
Hier noch zum Vergleich, allerdings Fahrzeug 1 (nicht abgestürzt) und vor der Sanierung von 2019, man beachte den Unterschied bei der Seilaustrittsabdichtung bergseitig bzw. talseitig.

Ein Trennen des Zugseils durch die Feuerwehr erscheint mir irgendwie eher unwahrscheinlich. Einerseits wäre es sinnvoll gewesen das Seil nicht so nahe am Seilkopf (bereits zur Sicherung der Beweismitlel) abzutrennen und andererseits ist ein solches Seil erstaunlich flexibel (6x19=114 Drähte und nicht metallische Seele, entweder Kunststoff oder, falls älter, ggf. Naturfaser), kann man problemlos von Hand wegbiegen.

Durchaus plausibel wäre ein Seilriss sehr Nahe am Vergusskegel, weshalb man dann wie bei Mottarone davon ausgehen kann, dass keine abgefranste Seilresten hinten beim Seilkopf herausragen. Möglich wären genügend infolge Materialermüdung gebrochene Einzeldrähte, allerdings vermute ich, dass die Vergussköpfe gar nicht so alt sind (Fotos zeigen wie ein saniertes Fahrzeug wieder eingesetzt wird, möglicherweise 2019). Wurde nach der Corona-Pause der Seilkopf neu kontrolliert und erfolgte die Wartung, insbes. Nachschmierung plangemäss?).

Sinnvollerweise hätten sämtliche Seilbahnbetreiber nach Mottarone etwa vorhandene Zugseil-Vergusskegel genau überprüfen sollen, insbes. bei Pendelbahnen mit nur einem Tragseil (mangels Seilreiter sind i.d.R. bei ähnlichem Längsprofil höhere Zugseilschwingungen zu erwarten als bei einer Doppeltragseilausführung mir Seilreiter).

(Bei Mottarone geht das Trauerspeil mit einem riesen Mikado weiter, siehe hier und Videos beginnend mit "STRESA" suchen: https://www.youtube.com/c/vigilidelfuocoofficialpage/videos .)
 

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Balu83 schrieb:
Mal eine Zwischenfrage eines Nicht- Experten, falls das gestattet ist 8)
Was passiert eigentlich wenn die Tragseilbremse während ganz normaler Fahrt fälschlicherweise auslöst / ausgelöst wird? Zugseil zieht ja in dem Fall weiter, oder?

Wie.bereits weiter oben geschrieben wird der Hauptantrieb sofort abgeschaltet. Das Einfallen einer Tragseilbremse ist bei geschlossener Zugseilschleife noch vergleichsweise undramatisch. Spektakulär wird es erst, wenn die Zugseilschleife auseinander reist. Dan werden die Laufwerke der Kabinen extremen Beschleunigungen ausgesetzt. Daher muss die Tragseilbremse bei Riss des in Fahrtrichtung hinteren Zugseil in Bruchteilen einer Sekunde ansprechen. Reißt hingegen das in Fahrtrichtung vordere Zugseil, soll die Bremse erst mit voller Kraft zupacken, wenn das Fahrzeug steht. So komplex sind aber nur moderne Tragseilbremsen großer Bahnen aufgebaut. Das hier in Liberec verwendete Laufwerk ist wesentlich einfacher konstruiert. Eigentlich hatte Luis Zuegg dieses Laufwerk 1923 nur für 5 m/s und Kabinen bis ca. 25 Personen entwickelt.
 
Noch was interessantes. Auf den beiden Fotos ist ein Seil zu sehen. Ich gehe davon aus, dass es sich im das Gegenseil handelt.
Jaested1-Kopie.jpg

Das Seil geht über das Laufwerk danach aber nicht zur Zugseilbefestigung sondern??

Laufwerk3-Kopie.jpg

Hier sieht man nochmals den Verlauf des Seiles über das Laufwerk zwischen Fangbremse und Laufwerk.
Das gelbe ist die Überwachung der Offenstellung der Fangbremse.
Das Ding rechts, welches wir bisher als Türschliessermechanik bezeichnet haben könnte meiner Meinung nach ein Schlüssel sein im Rätsel um die Auslösefunktion der Fangbremse.
Der Herr mit der Police Mütze hat seinen Finger direkt auf der Stelle wo das Seil gerissen ist.

Hier hätte es noch Fotos von vor der Renovation:
http://www.lanove-drahy.cz/fotogalerie/jestedfoto.htm

Scheinen effektiv Kabel zu sein an der Zugseilbefestigung. auch zu sehen, dass der "Türschliesser" mit dem Hydrauliksystem verbunden ist
jested112.jpg

jested123.jpg

http://www.lanove-drahy.cz/fotogalerie/jestedfoto.htm
Etwas besseres Foto vond er offenen Zugseilbefestigung.
jested116.jpg

Fotos stammen von der Webseite von Radim. Eventuel hat er bessere Auflösungen davon?

Edit:
Auf dem Bild sieht es so aus als ob Effektiv nur eine manuelle Auslösung der Fangbremse vorhanden ist
jested113.jpg

8O
Wie gut man in diesem Moment noch an den Hebel kommt kann man sich denken:
https://www.youtube.com/watch?v=z9ePAlICHRM
 
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