ski-chrigel schrieb:
Wie oft willst Du es noch wiederholen? Freie Marktwirtschaft halt. Solange die Leute trotzdem kommen, lohnt es sich für die Bergbahnen und das ist ihr gutes Recht.
Naja also in meinen Augen hat freie Marktwirtschaft klare Grenzen bzw. sollten ihr klare Grenzen gesetzt werden.
Sonst könnten sich auch alle Landwirte/Supermärkte zusammentun und jegliche Lebensmittelpreise um Faktor 10 erhöhen. Wirkönnten alle sagen wir sehen keinen Sinn darin dass ihr mehr für Luxuskonsum augebt als für das was ihr zum Leben braucht. Da kann ich auch sagen, da keiner verhungern will, werden die Leute schon trotzdem kommen. Sollen gefälligst alle ihre kompletten Einnahmen für Lebensmittel ausgeben, schließlich ist das das einzige was man wirklich zum leben braucht.
Vielleicht gibt es in gewisser Weise einen Unterschied zum Tourismus, aber die Einstellung mir doch egal wenn 90% der Bevölkerung auf der Strecke bleiben geht dann doch schon in eine sehr ähnliche Richtung. Wie viel vom Leben und vor allem vom Lebenswert wird einem genommen wenn sich immer größere Teile der Bevölkerung das was vor 10 Jahren normal und für alle zugänglich war nicht mehr leisten können? Wir verlassen hier wie in vielen anderen Bereichen zunehmend die Grenzen der freien Marktwirtschaft und sprechen über eine soziale und gesellschaftliche Frage.
Bei allem Respekt, wenn mich nicht alles täuscht hast du hier im Forum schon mehrfach geschrieben, dass Skifahren für dich mehr oder weniger die Essenz des Lebens ist und ebenfalls so wie von dir hier berichtet wird hast du auch die finanziellen Möglichkeiten um dir unbesorgt vieles leisten zu können... und dir damit auch unbekümmert eine solche Aussage erlauben zu können.
Stell dir vor es wäre nicht so, stell dir vor man würde dir dein größtes Hobby, quasi den Sinn des Lebens nehmen, nur weils zunehmend finanziell nicht mehr drin ist.
Das soll übrigens keine Kritik an dir sein, nur ein kleiner Denkanstoß
Mag ja sein, dass die Skigebiete weiterhin voll sind, das liegt aber nur daran dass sich der Markt in den letzten 2 Jahrzehnten deutlich globaler entwickelt hat. Regional gesehen geht es für viele Leute seit Jahren immer weiter abwärts in der Gesellschaft. Ist es ihr Recht, ja, ist es gerecht, für die Betreiber vielleicht, für die meisten anderen ist es ungerecht.
Edit: Der springende Punkt ist hier für mich vor allem, dass es nicht darum geht dass sich einzelne Gebiete als Premiumskigebiet oder sonst etwas verstehen und damit hohe Preise aufrufen, das wäre in meiner Sicht ein klarer Fall von es gibt eine Lücke im Markt die von einzelnen Anbietern erschlossen wird. Beim Skitourismus sprechen wir aber zunehmend davon, dass eine ganze Branche gar nichts mehr mit der Masse zu tun haben will und lieber mit der Hälfte der Leute das 3 fache verdient. In jedem anderen Bereich würde man hier vielleicht sogar schon von Kartellabsprachen reden. Und an immer mehr Stellen wirken die Erklärungen der gestiegenen Preise zudem immer unglaubwürdiger. Man bekommt schon immer mehr das Gefühl einfach ausgenommen zu werden. Zumal kein Preis je wieder gesunken ist wenn Strom oder Diesel wieder billiger wurden und man die Preiserhöhungen selbst damit begründet hat. Irgendwo wurde auch mal gesagt wenn die Gastronomie mit den Skipasspreisen mitgehen würde, müsste das Schnitzel mit Pommes heute über 50€ kosten.