Da jeder Arbeitnehmer dessen Arbeitsplatz einer Gewerkschaft zugehört, und das ist ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung, in den letzten beiden Jahren ordentliche Lohnerhöhungen bekommen hat. Sind die Preise relativ doch gar nicht gestiegen. Warums sollte es also aus finanziellen Gründen leerer werden.
Als Arbeitnehmer in der österreichischen Metall Gewerkschaft hab ich beispielsweise in den letzten beiden Jahren 7,6 und 10 Prozent mehr Lohn bekommen, macht absolut 18,3 Prozent mehr, das ist ja kein Geheimnis.
In Deutschland ist es nicht groß anders.
Wer nicht in einer Gewerkschaft ist oder ein ohnehin geringes Einkommen hat, leistet sich Skifahren doch schon lange nicht mehr.
Für die verbliebenen Skifahrer ist es nicht teurer geworden. Die TSC ist fast exakt so gestiegen wie mein Lohn.
Was aber letztlich noch zählt ist das was man fürs Geld bekommt im Vergleich zur Konkurrenz. Und wenn ich dann sehe was die Silvretta Montafon an Geld will und dass ich fürs gleiche oder weniger Geld doppelt so viele Pistenkilometer in Ischgl bekomme mit aufgrund der Höhenlage tendenziell besserem Schnee, dazu transparenter und besser kalkulierbar dann ist das Montafon allgemein die letzten Jahre halt komplett abgestürzt wenns um die Attraktivität geht.
Aber solange es genug Leute gibt denen das völlig wurst ist, läuft es auch weiterhin.
Wenn alle anderen Gebiete irgendwann nachziehen, was sie wohl werden, finde ich das System dynamische Preise insgesamt zwar immernoch mist, aber die Gebiete die es momentan schon haben werden dann wieder attraktiver.
Der Wert eines Hobbys wie Skifahren ist für mich halt extrem hoch und solange es nicht komplett unleistbar wird, geht man halt viele Kompromisse ein solange man im Kern immernoch die Leistung bekommt die man will. Und so denken wohl auch sehr viele andere Skifahrer.
don pipone schrieb:
Meine Maklerspezln in München haben mir die letzten Jahre bspw. auch immer wieder von Immoverkäufen in teurer Innenstadtlage berichtet, bei denen Objekte für 1 Mio oder mehr Cash gezahlt wurden. Nix Kredit. Cash.....!
Ist zwar OT aber ich denke mir ja eh immer wieder warum so viele Leute leichtfertig und schnell Kredite nehmen, wo sie sich das sparen könnten, wenn sie ihr Leben einfach etwas anders strukturieren würden. Das Geld zahlt man eh, oft sogar mit Zuschlägen. Einen vermeidbaren Kredit aufzunehmen nur um sich Luxusartikel leisten zu können, was heute ja sehr viele Leute machen, halte ich für extrem dämlich, aber ist ja nicht mein Geld.
Oder es gibt heute auch eine Menge 18 jähriger die über hohe Mieten jammern, solche Leute sind vor 30 Jahren nichtmal auf die Idee gekommen sich direkt eine eigene Wohnung zu suchen. Früher haben 3 Generationen ein Haus besessen, heute meint jede Generation sie müsste ein eigenes besitzen. Klar die Gesellschaft hat sich gewandelt, aber da ist in meinen Augen viel hausgemacht und müsste mit ein wenig mehr bodenständigkeit nicht sein. Wenn man es uncool findet heute mit 25 noch zu Hause zu wohnen hat man das Recht dazu, dann darf man aber auch nicht jammern dass das selbstständige Leben plötzlich doch nicht so traumhaft ist wie man sichs vielleicht vorgestellt hat.
Ich kann da nur aus eigener Erfahrung sprechen, ich wohne momentan mit 27 immernoch im Elternhaus und will daran zeitnah auch nichts ändern...und auch meine Eltern nicht. Im Gegenteil die kommen langsam in ein Alter wo sie über Unterstützung froh sind. Der Tod meiner Schwester hat psychologisch auch nochmal einiges über den Haufen geworfen.
Wir wohnen in einem eh viel zu großen Einfamilienhaus mit über 200m² jetzt nur noch zu dritt, das ist Luxus pur in meinen Augen. Hätte ich seit ich 18 bin monatlich 500€ Miete gezahlt wären jetzt 54.000€ einfach futsch. Ich hätte bescheidener gelebt und meine Eltern hätten auch noch mehr Arbeit weil sie selbst mehr Arbeit hätten im Haushalt und auf dem Hof. Diese Win Win Angelegenheit schmeißen heute so viele Leute leichtfertig viel zu früh zum Fenster raus und das sind oft die dann wieder jammern, es ist mir schleierhaft.
Ja ich habe nicht das Leben wie alle anderen und ich ticke auch nicht wie alle anderen, aber nicht jeder da draußen zieht aus weil er Streit hat mit den Eltern. Es geht um ganz viel haben wollen. Und wir jammern auch über ganz viel haben wollen. Aber natürlich ist mir auch bewusst dass man wenn man einmal in einer Zwickmühle ist, aus dieser auch nicht mehr rauskommt. Ich will nicht überheblich wirken mit dem was ich schreibe und mir ist klar, dass ich in einer dankbaren Situation bin.