Nachdem die Wetterprognose die ganze Woche strahlenden Sonnenschein bei nicht übermäßig warmen Temperaturen vorhersagte, war klar dass ich einen Tag davon in den Bergen verbringen werde. Eigentlich stand auch schon das Ziel für den Skitag fest: der Ötscher. Nachdem das Gebiet im Dezember nur knapp dem LSAP-Status entgang wollte ich diese Saison mal hinfahren und da dort schon am 20.3. Schluss ist, hätte es gut gepasst. Blöderweise war am Vortag die DSB defekt und obwohl mir am Telefon (auf Social Media wurde nicht reagiert) versichert wurde, dass sie morgen wieder laufe war mir das dann zu Riskant vor geschlossenen Drehkreuzen zu stehen. Nachdem schließlich heute Morgen die DSB immer noch auf rot stand, wurde das Ziel während der Fahrt auf Hinterstoder geändert.
Das Skigebiet Hinterstoder besteht aus einer alten 6EUB als Zubringer und einer 6KSB sowie einer 10EUB als Beschäftigungsanlagen. Dazu kommen sieben eher kurze Schlepper und eine alte DSB zur Abwechslung.
Eigentlich meide ich ja Hinterstoder wo es nur geht, da sich im Grunde alles auf einem Hang abspielt und das Gebiet notorisch überlaufen ist. An jedem Tag mit halbwegs gutem Wetter gibts Wartezeiten über fünf, am Wochenende und in den Ferien gern mal bis zu 20 Minuten, im Tal entsprechend mehr. An solchen Tagen wird dann die Zufahrtsstraße gesperrt und die Zubringergondel fährt schon eine halbe Stunde früher um die Menschenmassen noch vor Mittag auf den Berg zu schaufeln. Ein weiteres Manko von Hinterstoder ist der schlechte Kundenservice (siehe die Bergfex Kommentare). Pisten werden nur langsam geöffnet, die Beschneiung ist vergleichsweise schlecht und investiert wird auch kaum. So waren auch heute vier Lifte nicht geöffnet. Deren Pisten sind zwar trotzdem erreichbar, aber mangels Alternativen staut sich dann alles an der 6KSB.
Nachdem mein letzter Besuch aber schon sechs Jahre her ist, ist es höchste Zeit dem Gebiet Mal wieder eine Chance zu geben.
Wetter: sonnig mit einigen Wolken; -5 - -1°
Schnee Piste: 25-120cm
Schnee Abseits: 15-120cm
Wartezeit: 1 bis 10min
Positiv:
kühle Temperaturen
Pistenbedingungen am Morgen
Negativ:
nicht alles geöffnet
relativ großer Andrang
schlechter Kundenservice
Aber nun zu den Bildern:
Los gehts an der Zubringeranlage "Hössbahn", die man über einen kurzen Skiweg vom Parkplatz aus erreicht. Dabei täuscht die modernisierte Fassade, im inneren dreht eine Svoboda 6EUB von 1985 ihre Runden.
Oben angekommen mit Blick auf das Zentrum des Gebiets. Links die schwarzen 11 & 10, mittig die kurzen Schlepper und rechts die Hauptabfahrten.
In der Hauptbeschäftigungsanlage, der 6KSB Hössexpress von 1999, darunter die superbreite Piste 14.
Erste Abfahrt auf der roten 6. Die Bedingungen waren am Morgen richtig gut, schön griffig. Im Laufe das Tages wars dann überall hart bzw. abgerutscht und teilweise eisig.
Rechts ist die Bergstation des geschlossenen Hösslifts zu sehen. Gerade er wäre praktisch um die Pisten 6 bis 8 schnell wiederholen zu können ohne immer bis zur 6KSB fahren zu müssen.
Zweite Abfahrt auf der schwarzen 8. Schön zum hinunterheizen.
Weils so schön ist gleich noch eine Fahrt. Bildmittig ist die Abfahrt an der 10EUB zu sehen.
Nachdem man am Hössexpress schön langsam anstehen muss gehts für eine Fahrt an die beiden Gipfelschlepper. Im Bild der 2000er Lift.
Dieser oberste Gebietsteil wurde 2007 mehr oder weniger als Marketingmaßnahme neu erschlossen.
Am höchsten Punkt des Gebiets auf fast 2000m angekommen. Der Ausblick reicht über das oberösterreichische Flachland bis ins Mühlviertel und den Böhmerwald.
Weiter gehts wieder hinunter, diesmal über die Piste 4 zur 10EUB Hirschkogel, der neuesten Anlage im Gebiet (BJ 2012).
Einfahrt in die schwarze 10 bzw. 11. Schön aus 100% Naturschnee.
Schwarz triffts definitiv. Links kommt man über die 10 wieder ins Zentrum, rechts über die 11 zur DSB bzw. zur außenrum Talabfahrt 2.
Unten angekommen im Lärchenlift, der die Pisten 9, 14 und 15 erschließt.
Auch der Schullift rechts daneben lief, dieser ist aber kürzer als der Lärchenlift und erschließt die selben Pisten.
Blick auf die Piste 9, wo die Bedingungen durch die geringe Kapazität der Schlepper den ganzen Tag über gut blieben.
Neben Lärchen- und Schullift und den heute geschlossenen Alm- und Hösslift, gibt es auf der Alm noch den kurzen Sonnkogellift.
Im Bild ist auch die mittlerweile deutliche Warteschlange an der 6KSB zu sehen. Gegen Mittag war sie dann noch ein paar Meter länger.
Vom Sonnkogellift gehts über die Piste 5a Richtung der schwarzen Talabfahrt. Im Bild die Kreuzung mit der 6EUB.
Erster Steilhang der noch wenig befahrenen Weltcuppiste. Die Piste wurde erst im Februar geöffnet und entgegen der Angaben war der Mittelteil gesperrt.
Wieder oben mit einem Abstecher ins Gelände neben dem 2000er Lift.
Ausblick Richtung Ennstal. Mittig sind die Pisten am Hauser-Kaibling zu erahnen, rechts sieht man die Spitzen des Dachsteinmassivs.
Wieder auf der schwarzen 10, wo es diesmal aber rechts hinunter geht. Links die DSB, welche heuer glaub ich noch keinen einzigen Tag gelaufen ist.
Einfahrt in die Außenrum-Talabfahrt 2. Während der obere Teil noch eine Richtige Piste ist...
...ist der untere Teil ein Skiweg, welcher zurück zu den anderen Talabfahrten führt.
Auf dem Weg ins Tal war dann auch klar warum der Mittelteil der Weltcup-Abfahrt nicht geöffnet ist: da wurde vergessen zu beschneien.
Im unteren, flacheren, Teil hat dann der Naturschnee für eine Öffnung ausgereicht.
Und mit diesem Bild von der Route "Riesenschneise" beende ich meinen Bericht von einem ein Summe recht guten Skitag mit guten Bedingungen und schönem Wetter. Leider hat auch dieser Tag, wie bereits mein Besuch im Schwesternskigebiet Wurzeralm einen leicht faden Beigeschmack. Angefangen von den nicht funktionierenden Ticketautomaten am Parkplatz über die trotz Wartezeiten geschlossenen Lifte bis hin zur nicht fertigen Weltcupabfahrt. Im einzelnen ist wohl keines der Probleme tragisch aber die Summe machts. Auch fehlt seitens der Betreiber offensichtlich jegliches Bestreben diese zu beheben und in den Kundenservice oder die Infrastruktur zu investieren. Immerhin soll im Sommer endlich die Zubringergondel erneuert werden, wobei allerdings auch noch nicht geklärt ist ob der Standort der Talstation zum Parkplatz versetzt wird. Zudem ändert dies nichts an der Situation oben auf der Alm. Somit bestätigt sich leider weiterhin meine Meinung vom Gebiet, welche auch von den Kommentaren auf Bergfex und Facebook geteilt wird.