Nachdem die Schneefälle der letzten Tage endlich für eine halbwegs gute Schneelage sorgten, ging es heute zum "Alpen-Saisonstart" wieder einmal auf die Wurzeralm wo ich auch schon wieder ein paar Jahre nicht mehr war. Das mit 23 Pistenkilometer für ostösterreichische Verhältnisse durchschnittlich große Skigebiet wird vom Tal aus mit einer Standseilbahn erschlossen und bietet oben noch eine lange DSB, eine 4SB sowie drei kurze Schlepplifte. Verbunden über kurze Ziehwege sind die Lifte um den Almkessel aufgereiht. Beschneit werden nur etwa die Hälfte der Pisten was im Umkehrschluss für gute Naturschneepisten sorgt, entsprechende Schneelage natürlich vorausgesetzt.
Getan hat sich seit meinem letzten Besuch nicht das geringste, nur der Kundenservice wird (wie auch im Schwestergebiet Hinterstoder) zunehmend schlechter, mehr dazu im Laufe des Berichts. Das Wetter war traumhaft mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt. Die Pisten dementsprechend schön pulvrig und nur die wenigen Sonnenhängen firnten am Nachmittag kurz auf. Der Andrang war für die Wurzeralm, unter der Woche, üblich recht gering.
Wetter: sonnig, -5 - -1°
Schnee Piste: 40-170cm
Schnee Abseits: 30-170cm
Wartezeit: 0-3 FBM
Positiv:
Neuschnee
guter Pistenzustand
geringer Andrang
Negativ:
langsame Anlagen
schlechter Kundenservice
Noch vor der ersten Bergfahrt die erste Enttäuschung: Das Aufbuchen des Tickets im Onlineshop auf eine bestehende Karte hat nicht Funktioniert. Das Drehkreuz bei der Standseilbahn blieb rot. Also wieder zurück zur Kassa wo die Karte allerdings ohne Probleme mit den richtigen Daten + 2G Nachweis erkannt wurde.
Nach der ersten Fahrt der Standseilbahn nach oben folgt gleich die zweite Enttäuschung. Der Schwarzecklift läuft entgegen der Angaben vom Vorabend bzw. von 7 Uhr morgens nicht. Erst nach acht wurde der Liftstatus geändert. Für mich, der zu der Zeit schon längst im Auto sitzt, viel zu spät. Ist zwar nur ein kurzer Schlepper, aber bietet mit seinen drei Pisten bzw. ca. 2 Pistenkilometern eine schöne Abwechslung.
Naja, über den Ziehweg gings erstmal Richtung Hauptteil der Alm.
In der 4SB Gammering. Sie liegt den ganzen Tag im Schatten und ist zudem mit etwa 2m/s leider eine richtig langsame Angelegenheit.
Dazugehörige Piste (4), gut zu fahren mit ein interessanten paar Wellen im unteren Teil. Im laufe des Tages im oberen Teil etwas abgerutscht, der Rest blieb schön griffig.
Nach drei Fahrten gings weiter zur eigentlichen Hauptbeschäftigungsanlage der DS(B)-(Fr)Auenkar.
Unterer Teil der knapp 1700m langen Anlage von 1987, die eigentlich 2021 durch eine 10EUB ersetzt hätte werden sollen. Links der der Steilhang der schwarzen 3a.
Im oberen Teil lichtet sich schön langsam der Wald, ehe man...
...nach einer gefühlten Ewigkeit endlich oben angekommen ist und mit diesem Ausblick über die Alm belohnt wird. Bildmittig sind die Pisten vom Schwarzecklift zu sehen, rechts kann man die Gameringbahn erahnen. Auf den Kalksteinbänken links hielten sich den ganzen Tag ein paar Gämsen auf.
Ausblick Richtung Süden ins noch nebelige Ennstal.
Direkt hinunter auf der noch fast frischen 3. Im Bild kurz vor der Abzweigung der 3a, genialst zum hinunterbrettern. Generell waren alle Pistenvarianten am Frauenkar richtig schön zu fahren. Wenig Leute und durch 100% Naturschnee den ganzen Tag lang ultra griffig.
Kleiner Schwenk ins Gelände, leider recht windgepresst und darunter ein dicker Harschdeckel. Naja egal, viel wäre bei der heutigen Lawinenwarnstufe sowieso nicht gegangen.
Nach ein paar Wiederholungsfahrten am Frauenkar gings über die blaue (Naturschnee-)Gameringabfahrt (2) ins Tal.
Vorbei an den namensgebenden Almhäuschen.
In der Standseilbahn. Immerhin hat diese 2020 mal neue Züge bekommen.
Talstation des leider geschlossenen Schwarzecklifts. Am Vortag, bei dichtem Nebel und Schneefall, lief er, heute bei Kaiserwetter aber nicht.
Um trotzdem zumindest die schwarze 5a fahren zu können stieg ich die ~100hm auf der roten Piste auf.
Nach ca. 30min bei der Bergstation angekommen. Ein paar Tourengeher die oben Pause machten staunten nicht schlecht als ich mit meinen Ski in der Hand oben antanzte.
Belohnende Abfahrt an der schwarzen 5a mit Blick auf das Warscheneckmassiv. Im Vordergrund der Linzerhauslift, dahinter die DSB.
Schnelle Wiederholungsfahrt im Linzerhauslift. Ist zwar nur ein kurzer Übungslift, hat dafür aber eineinhalb vergleichsweise interessante Pisten.
Vor dem Mittagessen ging es auch die Standard-Talabfahrt hinunter.
Mittelteil neben der Standseilbahn. Irgendwie die langweiligste Piste im Gebiet zudem heute stellenweise etwas knollig.
Historische Fotos der noch neuen Standseilbahn sowie der Vorgänger-EUB im Bergrestaurant.
Leider wurde kein 2G-Nachweis verlangt, was gerade in der aktuellen Situation und wegen des eh schon angeschlagenen Images des Skisports echt nicht sein muss.
Am Nachmittag fuhr ich auch ein paar mal mit dem zweiten Übungslift, dem sehr langsamen und kaum befahrenen "Junior-Jet" um für die dortigen Funslopes und Tiefschneefleckerl nicht jedes Mal mit der 4SB fahren zu müssen.
Und mit diesem Ausblick vom Frauenkar beende ich meinen Bericht von einem eigentlichen Traumtag mit perfektem Wetter, genialem Schnee und geringem Andrang, dessen Eindruck durch den schlechten Service leider geschmälert wird.
Einfach schade wenn auf E-Mails nicht reagiert wird, man auf Social-Media erst nach Tagen eine Antwort bekommt, das Aufladen des Skitickets nicht funktioniert, der Liftstatus erst kurz vor Liftöffnung aktualisiert wird bzw. Lifte aus Spargründen nicht geöffnet werden, seit Jahren kaum was in die Infrastruktur investiert wird (abgesehen von der Standseilbahn ist die DSB mit 2,6m/s der schnellste Lift) und in der Gastronomie 2G nicht kontrolliert wird.
Einzeln wohl nicht tragisch aber in Summe fällt es einfach auf, vor Allem da es gegenüber in Hinterstoder das gleiche ist. Dort ist bis heute aufgrund zu schwacher Beschneiung die zweite Talabfahrt nicht geöffnet und unter der Woche wird an den Liften ebenfalls gespart wo es geht. Trotzdem wird denen dort jedes Wochenende die Bude eingerannt mit Wartezeiten von ganztags 10-20min an der 6KSB. Immerhin sollte im Sommer endlich der Neubau der Zubringerbahn angegangen werden, welche die Leute am morgen aber nur noch schneller hochschaufelt ohne die Situation oben zu verbessern. Freilich hilft dies der Wurzeralm nicht und für den Neubau des Frauenkarlifts gibts auch kein neues Datum.