




Ich weiß nicht mehr, welcher Forenbericht mich einst auf dieses Gebiet gebracht hat. Es ist bereits einige Jahre her, als ich das erste mal von jenem etwas aus der Mainstreamrolle fallenden Areal bei Grünau im Almtal gehört habe, ohne zu wissen, wo das eigentlich genau liegt.
Zwischenzeitlich rechnete ich schon fest damit, dass dort das LSAP-Virus einfallen ist, doch ich kam noch rechtzeitig – wenn auch ein Schlepper im Talbereich weggefallen ist und am Berg oben wohl zwei bzw. drei weitere Schlepper ersetzt wurden.
Anstatt morgens machte ich mich bereits nachmittags auf den Weg, da mir die Strecke für einen Tagesausflug von München aus zu weit war.
Doch diesmal blieb ich erst einmal im Feierabendverkehr auf der A 99 im Münchner Osten hängen und war eine Stunde nach Verlassen der Tiefgarage noch nicht einmal zur A 8 vorgestoßen. Später, als es schon dunkel war, lichtete sich der Verkehr und ich kam schneller voran. Doch irgendwo beim Mondsee musste ich in der Pension anrufen und die Wirtin bitten, noch ein lwenig länger aufzubleiben. Ich erntete unfreundliches Gemurmel und fuhr schleunigst weiter.
Doch beim Verlassen der Autobahn gab es mal wieder Probleme, weil das Navi noch auf Stand 2011 ist und sie dort anscheinend die Bundesstraße verlegt hatten. Einmal musste ich wenden, um dann aber erneut an einer Abzweigung zu landen, wo es definitiv nicht Richtung Almtal ging.
Sollte ich die Wirtin nochmal anrufen? Ich verwarf den Gedanken und versuchte es mit einer schmalen Landstraße, die aber auch nicht nach Grünau führen sollte. Doch ich hatte Glück und zwei angetrunkene Gestalten kamen durch die sternenklare Märznacht angeschwankt. Lallend beschrieben sie mir den Weg und amüsierten sich, dass ich aus München extra nach Grünau wollte. So fand ich dank den beiden doch noch die richtige Straße. Doch ich musste noch einige Kurven und Kaffdurchfahrten dieser mir völlig unbekannten Gegend über mich ergehen lassen, ehe ich endlich ans Ziel gelangte.


Wenigstens war die Wirtin in live dann doch recht freundlich und die Pension etwas außerhalb von Grünau genau so, wie ich es mir erhofft hatte – man reiste beim Eintritt mindestens in die frühen 80er Jahre zurück und so saß ich nach der anstrengenden Anreise noch gut gelaunt gemütlich in meinem Zimmer, während draußen das Wasser an einer Mühlschleuse rauschte und ein eiskalter Wind ums Haus pfiff. Von der Umgebung war kaum etwas zu sehen – außer dass sich direkt vorm Haus ein Weiher befinden musste.

In Windischgarsten war ich auch mal in so einer 1985-Unterkunft, wo sie die gleichen grünen Fliesen hatten. Dazu im Zimmer natürlich dunkles Holz – ledigliche der Flachbildfernseher und die fehlenden Aschenbecher deuteten auf unsere heutige Zeit hin

Nach der nächtlichen Brotzeit ging der Mond auf und trotz der eisigen Märznacht wagte ich noch eine Langzeitbelichtung. Der spätere Versuch klappte dann wegen dem Wind nicht und ich legte mich hin.

Erst am nächsten Morgen sah ich, wo ich eigentlich gelandet war.



Zoom zum Kasberg hinüber, wo man aber nur ein Stück Piste sehen konnte. Ich war natürlich voller Vorfreude und obwohl ich im Forum bereits Fotos vom Gebiet gesehen hatte gespannt, was mich da oben erwarten würde.

Tatsächlich kam ich mal zu früh an der Zubringerbahn an, was sonst fast nie klappt, wenn man von weiter her anreist. So konnte ich noch in Ruhe umhergehen – hier die EUB, die von einer Art Seitental mitten aus dem Wald heraus zum Kasberg hinauf geht. Bis 2003 stand hier auf gleicher Trasse eine 4KSB, die man bereits 1984 errichtet hat (lt. Liftworld). Und davor? ESL? Oder Passstraße?

Da ging früher wohl der Kohleraulift hinauf – gleich neben der Talabfahrt. Irgendwo im Forum steht, das sei ein Kurzbügler gewesen.

Dem wurde wohl die Höhenlage zum Verhängnis...
Leider war die Talabfahrt nicht mehr offen, sonst hätte ich noch den oberen Verlauf erkundigt. Aber einfach so wollte ich sie dann später nicht herunterfahren, obwohl man bestimmt noch durchgekommen wäre. Es waren noch genug Schneebänder jedenfalls vorhanden.

Einen Seillift entdeckte ich weiter hinten noch auf einer Lichtung....

Endlich Betriebsbeginn – zusammen mit einigen Einheimischen hatte ich schon sehnsüchtig gewartet. Zumeist waren es Rentner offenbar, die den Tag unter der Woche nochmals zum Skifahren nutzten.

Hier kommt es gut rüber – mitten im Nirgendwo steht die Talstation und so hat man einen schönen Blick auf die bewaldete Umgebung, während es recht steil nach oben geht.

Die gesperrte Talabfahrt.


Oben angekommen – das Gebiet befindet sich sich in diesem Bereich ausschließlich im Wald – eine Etage weiter eher im hochalpineren Bereich, doch erst einmal blieb ich hier.

Der Jagerspitzlift – einer von vielen kleinen, netten Schleppern, die es am Kasberg (noch) gibt.

Immerhin Wald und gut steil...

Außerdem vollkommen allein und das sollte sich auch nicht großartig ändern an jenem warmen, wolkendurchzogenen Märztag anno 2017...


Ich wollte dann noch zum Sonnenlift, der einen Südhang (oder zumindest der Sonne zugeneigten Hang) bedient und schön durch den Laubwald hinaufführt, doch er war noch außer Betrieb. Aber die Liftler schaufelten bereits an der Trasse herum und so konnte ich darauf hoffen, dass die Anzeige an der Talstation der EUB und auch die Angaben im Internet Recht behalten würden: Alles grün beim den Anlagen...einen dritten Schlepper konnte ich daher auch nicht fahren, da er sich auf der anderen Seite befinden musste (Hochberg-Nordlift).
Eine ältere Dame, Einheimische offenbar, die ebenso mit dem Sonnenlift fahren wollte und hinter mir stehen geblieben war, wusste es aber mal wieder besser: „Naa, da oben hat's keinen weiteren Lift. Ich bin nämlich von hier und kenn' mich aus!“

Hier noch ein Bild vom besagten Sonnenlift – allerdings vom späteren Vormittag, als Wolken aufzogen...man versteht, dass ich da in der Früh sehnsüchtig hoffte, da noch hinauffahren zu können. Der andere Lift endet oben übrigens an der gleichen Stelle und die Einheimische sollte mal einen Augenarzt behelligen...

Unterhalb der Bergstation der EUB gibt es noch diese beiden paralellen Schlepper „Farrenau“, die 2004 offenbar erst errichtet wurden (moderne Umlenkungen, aber alte T-Stützen) und flach durch den Wald gehen.



Da der Sonnenlift immer noch stand, beschloss ich, mit der GUB eine Etage höher zu fahren und sollte überrascht werden...



Keiner wollte sonst hier rauf, so konnte ich problemlos eine Kabine alleine haben und bald ruckelte die Bahn los...

Was stand hier vor 1987? Oder gab es da keine Bahn zu den alten Schlepper ganz oben, von denen mittlerweile ja nur noch einer steht...


Wie üblich einer der GUB-Zwischenhalte...

Dann diese Überfahrt übers Tal mit diesem spektakulären Ausblick – das hatte ich gar nicht gewusst bzw. im Forum überlesen und war erst mal positiv baff...
Unten sieht man den Skiweg zurück zur Talstation.





Auch wer die Schlepper doof findet – die GUB allein ist eine Reise wert...


Weiter oben hat man dann wieder einen guten Ausblick, der aber wg. der Scheibe und der Sonne nicht gut aufs Foto gepasst hat.




Der Lift heißt „Fun Jet“ und hat einen parallelen Doppellift mit Gitterportalmasten ersetzt




Nichts wie weg von diesem bescheuerten Schlepper – auf zum Spitzplanecklift!

Schon besser...


Die hinterste Ecke im Gebiet – irgendwo weit oben mit schönem Blick, dazu ein alter Gittermastler...



Leider ist der Lift sehr kurz, aber mir gefiehl es da hinten dennoch.


Mich beeindruckte der Flair dort oben irgendwie besonders...


Als die Sonne weg war, ging es noch zur Ochsenbodenbahn, einer modernen KSB, die auf der anderen Seite der Bergstation der Kasberg-GUB heraufkommt. Hier wurde einst wohl mal ein Schlepper ersetzt, wobei ich mir nicht sicher bin.


War dort der alte Ochsenbodenlift?


Schade, dass der Schlepper weg war, irgendwie passte die KSB nicht so recht dort hinauf...


Die GUB bei der Fahrt in die untere Etage...



Nun lief der Sonnenlift und alles war gut...

Das wäre echt schade gewesen, wenn der den ganzen Tag nicht gegangen wäre...



Ausblick...

Rückblick...

Der Hochberg-Nordlift, der dort von rechts raufkommt, stellte sich als steiler Schlepper mit sehr interessantem Hang heraus...
Hier war übrigens auch der Bereich, den ich in der Früh vom Balkon meiner Unterkunft aus erzoomt hatte.

Die Piste am Hochberg-Nordlift...


Zoom zur Talstation.

Nach einigem Gesuche fand ich die Unterkunft, die ja direkt an einem Weiher liegt und auch Forellenhof oder so heißt. (Kann man aber weiterempfehlen – auch das Frühstück mundete gut. Im Sommer könnte es dort halt viele Mücken haben, aber wer zum Skifahren herkommt...)



Im Hochberg-Nordlift


Nochmal zum Jagerspitzlift...



Nochmal in der GUB

Gebäude neben der Bergstation der EUB....immer der kritische Blick, ob das eine alte Sesselliftstation sein könnte, aber ich kenne mich hier mit der Historie nicht so aus.

Es war zwar erst mittags, aber ich fuhr wieder nach unten, da ich zwei Tage zuvor im Internet noch was vom Feuerkogel gelesen hatte und der so einigermaßen noch in der Nachbarschaft lag (für Freaks, normale Skifahrer machen sowas natürlich nicht


Man hätte die Talabfahrt wirklich risikieren sollen – leider sah man von der Gondel aus nichts mehr vom Kohleraulift und so hätte ich bestimmt noch das obere Ende der Trasse suchen können. Aber vielleicht besser für die Skibeläge...

Unten war es mittlerweile recht frühlingshaft geworden.

Nun – der Kasberg war total interessant und ich bin froh, dass ich das noch hinbekommen habe. Ein Gebiet, das wirklich aus der Rolle fällt vom Aufbau her und auch von den Anlagen. Dazu der Flair inmitten dieser waldigen, einsamen Gegend...
So lud ich unten die Ski ein und fuhr nach Ebensee hinüber...