Der Begriff Paradies ist natürlich sehr subjektiv, und jedem gefällt es wo anders am besten, das ist ja auch vollkommen in Ordnung, sonst könnten die meisten Gebiete zusperren.
Aber warum ist es für mich ein Paradies:
Die Planneralm ist übersichtlich und dennoch sehr abwechslungsreich. Jede der 4 Liftanlagen erschließt mehrere Varianten, die allesamt interessante Abfahrten darstellen. Die Liftanlagen sind zweckmäßig, simple Stationen und keine zusätzlichen Ausstattungen wie Sitzheitzungen. Alles erweckt einen sehr natürlichen und bescheidenen Charakter des Schigebiets, und das gefällt mir ganz besonders.
Bis jetzt bin ich von NÖ kommend an der Abzweigung nie Richtung Donnersbach gefahren, sondern immer weiter nach Schladming, weil dort gibt es ja das viel größere Angebot was die etwas längere Anreise eher rechtfertigt. Vor einigen Jahren hab ich mal einen Abstecher nach rechts Richtung Bad Mitterndorf riskiert und besuchte mal die Tauplitz – ich war auf Anhieb begeistert. Dann informierte ich mich mal über die Riesneralm und die Planneralm, las einige Berichte hier im Forum und fasste schließlich den Entschluss: Das muss ich mir mal anschauen! Also bog ich heute links ab, und sollte es nicht bereuen.
Die Straße von Donnersbach auf die Planneralm ist eine ziemlich langwierige, enge und steile Angelegenheit, im oberen Viertel auch ausschließlich Schneefahrbahn. Bei der morgendlichen Bergfahrt im Auto wurde ich immer skeptischer, ob das Schigebiet diese lange Anfahrt herauf rechtfertigen könnte, doch da machte ich mir vollkommen umsonst Sorgen.
Ich möchte noch anmerken, dass ich seit bereits zwei Jahren keine neuen Skigebiete mehr kennengelernt hatte. Die letzten waren, soweit ich mich erinnern kann, 2015 der Kasberg und 2016 der Skizirkus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn. Diese Erkenntnis erschreckte mich schon ein wenig, und so freute ich mich umso mehr auf den Erstbesuch auf der Planneralm.
Wetter:
Der Himmel über der Planneralm war großteils wolkenlos, jedoch schaffte es den ganzen Tag über eine etwas entfernter liegende Wolkenbank die Sonne abzuschirmen. Deshalb lag das Gebiet bis auf wenige Ausnahmen zur Mittagszeit und ab ca. 15 Uhr im Schatten. Temperaturen laut Autothermometer um die -4°C. Tagsüber kam es mir mal etwas wärmer vor. An den Bergstationen, vor allem am Plannereck, herrschte ziemlich starker Wind, jedoch spürte man ihn ein paar Meter unterhalb schon nicht mehr. Das war somit kein großes Problem.
Geöffnete Anlagen:
4KSB Planner Jet/Rotbühel
4SB Plannereck
SL Gläserboden
SL Kleiner Rotbühel
Übungsbereich
->Also alles geöffnet
Der Andrang hielt sich heute wirklich in Grenzen. Zwischendurch mal ca. 1,5 min Wartezeit am Planner-Jet, ansonsten höchstens 3-4 FBM, oft konnte man direkt durchgehen. Wahrscheinlich mit ein Grund, warum die Pisten so lange gut aushielten.
Zu den Bildern:
(Manche sind leider etwas unscharf...

#1 Morgendlicher Blick vom Rotbühel ins Zentrum des Skigebiets.

#2 Blick zur Bergstation, ziemlich schlicht gehalten, mehr braucht man aber auch nicht. Im Bild erkennt man die frische Piste.

#3 Als nächstes ging es zur Plannereckbahn. Bei diesem Anblick freut man sich auch schon auf die Abfahrt.

#4 Blick vom Plannereck in Richtung des Tals, welches sich die Bergstraße herauf schlängelt.

#5 Die Piste 3 ist eine herrliche breite Carvingstrecke.

#6 Blick nach unten… Die Bilder entstanden wohlgemerkt schon bei der zweiten Fahrt knapp nach 10 Uhr.

#7 Nach einer Fahrt am Kleinen Rotbühellift, einem netten Kurzbügler, ging es anschließend zum Gläserbodenlift. Obwohl es ein Selbstbedienungslift ist, bekommt man von einem Angestellten den Bügel gereicht. Für etwas schwächere Personen ein toller Service, da sich manche Bügel doch stark gegen das Ausziehen wehren.

#8 An dessen Bergstation angekommen. Dieser Holzverschlag soll wahrscheinlich verhindern, dass das Spanngewicht vom Schnee vergraben wird.

#9 Ausstiegsstütze SL Gläserboden.

#10 Auf der schwarzen 7. Die Piste war im oberen Abschnitt etwas knollig, dafür war der untere Teil top präpariert.

#11 Steigt man am SL Gläserboden rechts aus, ergibt sich dieser Tiefblick zurück ins Skigebiet.

#12 Noch einmal die letzten beiden Stützen, welche etwas angeeist waren.

#13 Talstation vom Gläserbodenlift. Man sieht bis zur Bergstation hinauf.

#14 Piste am Kleinen Rotbühellift. Mit fortgeschrittener Zeit natürlich etwas zerfahrener.

#15 Und nochmal talwärts geknipst.
Zum Pistenzustand allgemein:
Ausnahmslos alle geöffneten Abfahrten waren wirklich gut präpariert. In den steileren Abschnitten hier und da zwar etwas knollig, aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob sie mittlerweile eine Beschneiungsanlage gebaut haben, gesehen hätte ich davon jedenfalls nichts was darauf hindeutet. Also gehe ich davon aus, dass ich heute zu 100% auf Naturschnee unterwegs war. Und mein Eindruck ist ein ausgesprochen positiver: Der Schnee ist bekanntlich etwas weicher als Maschinenschnee, es war also den ganzen Tag über sehr griffig. Minimale Haufenbildung am Nachmittag an der Piste 4 am Planner-Jet. Aber zwischen den Haufen waren nicht wie sonst üblich glatte Stellen oder gar Eisplatten, es war ein etwas zusammengefahrener Naturschnee. Ich bin den ganzen Tag über kaum einmal weggerutscht, und meine Kanten sind derzeit wahrlich nicht die besten. Die Pistenqualität hat mich also auch überzeugt.
Anmerken möchte ich noch, dass die Pisten kaum modelliert sind, sie führen schön kupiert den natürlichen Hang entlang. Hat mir jedenfalls sehr gefallen.

#16 Blick von der Plannereck-Talstation Richtung Rotbühel.

#17 Blick von der Seekaralm zum SL Kleiner Rotbühel. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass der talseitige Niederhalter vor der Umlenkscheibe kopfüber montiert ist, da der Seilabweiser nach oben schaut. Sollte aber kein Problem darstellen.
Essen waren wir kurz vor 12 in der Seekaralm. In einem älteren Bericht von der Planneralm riet ein User von besagter Hütte ab, da er nach längerer Zeit das Warten auf seine Mahlzeit aufgegeben hatte. Da der Andrang heute aber überschaubar war, sollte das heute flotter gehen. Ging es auch. Vielleicht sogar etwas zu flott. Die Käsespätzle, welche mein Vater aß, waren ein extrem weicher Batz, mein Seekaralm-Gröstl schmeckte nach fast gar nichts und ich habe noch nie eine so wenig liebevoll zubereitete Schnitzelsemmel gesehen, wie sie mein Bruder aufgetischt bekam. Am Nachbartisch war die Freude über die erhaltenen Speisen auch nicht größer, eine Dame musste der Bedienung zudem erklären, was ein Spritzer ist.

#18 Am frühen Nachmittag testete ich die Piste links vom kleinen Rotbühellift, hier fand man um 13 Uhr teils noch frische Raupenspuren vor.

#19 Stütze vom SL Kleiner Rotbühel. Alle Stützen besitzen Wechsellastrobas.
Generell hatte ich das Kurzbüglerfahren leichter in Erinnerung, den letzten fuhr ich glaub ich 2013 oder 2014 am Fanningberg. Ist doch eine Umstellung, wenn man nur Langbügel gewohnt ist. Jedoch klappte es mit jeder Fahrt immer besser.

#20 In der Route 5 am Rotbühel. War aber nicht wirklich das Wahre, so beließ ich es bei einer Fahrt.

#21 Zoom zum Grimming…

#22 … und zum Gläserboden, wo ich fast die nächsten 2 Stunden verbrachte.

#23 Blick vom Zwischenausstieg (ich kam selbstverständlich die Piste herunter und stieg nicht hier aus

#24 Oberes Stück Piste 7

#25 SL Gläserboden und Grimming. Man sieht, dass im Tal so gut wie kein Schnee liegt.

#26 Weiterer Verlauf der Piste 7, auch hier etwas knollig, im unteren Bereich aber wieder einwandfrei präpariert.

#27 Diese Wolkenbank verdeckte die Sonne.

#28 SL Gläserboden

#29 Route 8 talwärts, führt schön kupiert durch den Wald.

#30 Und nochmal bergwärts fotografiert.
Der SL Gläserboden hat es mir persönlich schon angetan, schließlich gibt es kaum mehr solche langen Schlepplifte. Auch die Trassierung finde ich recht schön, im unteren Bereich fährt man durch lichten Wald. Dazu noch die zwei Steilstücke, da wird einem bei der Fahrt auch nicht langweilig. Aufgefallen ist mir noch, dass er mit einem ziemlich starken Seil ausgestattet ist, schätze ich jetzt mal auf ca. 25mm. Hoffentlich bleibt uns dieser Lift noch länger erhalten, ein Sessellift würde das Flair in diesem Schigebietsteil komplett verändern. Zudem müssten die Pisten sicher verbreitert werden, und das sähe auch nicht schön aus. Wenn einem nach einigen Fahrten die Füße schmerzen, kann man zurück zu den nahen Sesselbahnen wechseln und sich dort ein bisschen entspannen. Das Schigebiet ist IMO sehr gut erschlossen, da bedarf es keinen Neu- oder Umbauten mehr.

#31 Kurz nach 15 Uhr im Planner-Jet. Rechts sieht man die ehemalige Trasse des SL zwischen den Latschen. Mittlerweile hat sich die Sonne wieder durchsetzen können.

#32 Piste 4 war am Schluss im schlechtesten Zustand. Aber da keine meterhohen Haufen wie andernorts entstanden und dazwischen griffiger Naturschnee lag, war es kein großes Problem sie zu befahren.

#33 Verlief hier zwischen den Bäumen unter dem talwärts fahrenden Sessel der ehemalige Seekar-SL?

#34 Im oberen Bereich der Plannereckbahn. Vorletzte Fahrt, danach nochmal Planner-Jet.

#35 Letzter Blick in die Umgebung.
Mein Fazit:
Positiv ist mir aufgefallen:
+ Naturbelassenes Skigebiet
+ Viele verschiedene Varianten bei nur 4 Liftanlagen
+ zwei schöne ältere SL, aber dennoch modernes Gebiet durch zwei Sesselbahnen
+ gute Präparierung
+ Gegend
+ Naturschnee
+ unmodelliertes Gelände
+ neues Gebiet kennengelernt
Negativ ist mir aufgefallen:
- Langsame Plannereckbahn
- Essen in der Seekaralm
- Wind bei den Bergstationen (kann aber keiner was dafür)
- Lange, unwegsame Zufahrtsstraße
In letzter Zeit bin ich ohnehin etwas vom Besuchen größerer Schigebiete abgekommen. In den kleineren geht es definitiv entspannter und familiärer zu, dazu stehen sie den großen punkto Pistenverhältnisse meist in nichts nach. Ich werde also auch in Zukunft wieder Richtung Tauplitz oder Donnersbach abbiegen.
Mein Eindruck von der Planneralm ist ein sehr positiver und ich kann sie nur jedem empfehlen, der etwas Entschleunigung sucht, aber dennoch nicht auf abwechslungsreiche Pisten verzichten will.