



https://www.skiresort.de/skigebiet/post ... istenplan/
https://www.postalm.ski/geschichte
Lägen die Postalmlifte in einem x-beliebigen Seitental inmitten einer typisch touristisch zugebauten Ortschaft, hätte mich das Skigebiet kaum interessiert. Denn rein liftemäßig muss man die Postalm eher unter „ganz nett“ einordnen - richtige Kracherlifte oder einfach nur ein netter Kurzbügler fehlen dort.
Vor einigen Jahren hätte es dort meinem alten Skiatlas nach noch einen Kurvenschlepper gegeben, der 2002 von einer 4SB ersetzt wurde – das wäre noch ein ersehntes I-Tüpferl gewesen. Auch der Pfeiflift wäre sicher interessant gewesen, aber der scheint seit einiger Zeit stillgelegt worden zu sein und gibt somit wenigstens noch ein interessantes Fotomotiv ab.
An der benachbarten Thoralm hätte man noch einen vermutlich interessanten Schlepper als Nebenziel aufsuchen können, doch der ist nicht mehr vorhanden und verblieben ist immerhin der abgelegene, wenn auch flache Stroblerlift, ein halbes Schmankerl wenigstens.

Endlich am Ziel irgendwo in Nirwana zwischen Abtenau und Strobl!
Die längst in und auswendig bekannte Strecke bis zur Tauernautobahn hatte ich schnell hinter mich gebracht – ehe aus auf mir unbekannten Landstraßen nach Abtenau weiter ging, froh darum, dass die Wegrouten von der Januar-Schneeflut wieder befreit waren.
Seit Ende der 80er Jahrte kann man auch vom Lammertal aus die Postalm erreichen, wie sich aus einer Doku bei Youtube ergab, die ich zuhause beim Frühstück am Folgetag entdeckte. Die Anfahrt zieht sich gefühlsmäßig ewig hin – vielleicht lag das aber auch nur an der Erstbefahrung und der großen Vorfreude auf dieses kleine, abgelegte Skigebiet. Von hohen Schneewänden umgeben schraubte sich der Fahrweg kurvenreich in die Höhe und irgendwann – außer mir kaum andere Autos – kam die kleine Kolonne vor der Mautstation zum Stehen.
Irgendwas an der Schranke oder dem Automaten war nicht in Ordnung, aber Hilfe unterwegs – so holte ich mir noch mal einen Kaffee aus dem Kofferraum und atmete durch – die Sonne schien und ein schöner Skitag wartete irgendwo da oben. Doch von einer Postalm war weit und breit nichts zu sehen – nur bewaldete Berghänge ohne Pisten.
Recht bald kam einer angeeilt, erledigte das technische Problem und wir konnten nach der Mautlöhnung, die teilweise auf den Skipaß angerechnet wird, weiter fahren. Die Straße wurde nun steiler und enger, aber wenigstens war sie trocken und schneefrei. Dies sollte sich dann oben ändern, denn zu meiner Verwunderung endete die Straße nicht an der Postalm, sondern führte erst einmal über einen Bergsattel drüber und schlängelte sich auf der anderen Seite wieder talwärts durch den Wald. Dort im Schatten hatte sich der Schnee gehalten und ich verfluchte es, keine Ketten mitgenommen zu haben. Zu oft hatte ich sie in den letzten Jahren dabei gehabt und nie benötigt, was sich an jenem Tag rächen sollte. Aber erst bei der Rückfahrt, denn am Vormittag war der Schnee etwas aufgeweicht und meine 15 Jahre alten Sommerreifen griffen vorzüglich. Nein – ich hatte wenigstens und selbstversändlich die Winterreifen aufgezogen und die Ketten liegen nun nie wieder im Keller, wenn es im Winter in die Berge geht.
So passierte ich die Schneestrecke in der Senke oben relativ problemlos und irgendwann nach ein paar weiteren Waldkurven endlich der Parkplatz erreicht, wo zu meinem Erstaunen viele Autos standen und reger Betrieb herrschte.

Zoom zur 4SB Gschlössl – hier wurde 2002 wohl ein Kurvenschlepper ersetzt, dessen Auffahrtstrasse sich links der jetzigen Bahnschneise befunden haben muss. Zumindest ist das in alten Skiatlanten so eingetragen und ich habe eine alte Postkarte im Netz gefunden, wo ein kleines Bild vom Ausstieg oben enthalten ist.

Rechts hinter einer Fläche mit den Parkplätzen, der Liftkasse und einigen anderen Gebäuden befindet sich das Übungsgelände für die Kinder – der linke der beiden Übungslifte (Edtlift) scheint jedoch stillgelegt worden zu sein. Genauso wie der Pfeiflift auf der Seite der 4SB, der noch (genug!) zu sehen sein wird. Im Skiatlas anno dazumal ist hier noch ein dritter, kurzer Lift verzeichnet... vielleicht auch nur ein noch immer existierender Seillift, den ich übersehen habe.





Ein paar Schnappschüsse, während ich mich langsam auf den rechten der beiden Übungslifte zubewegte, einem alten Portalmastenlift.

Besagter Lift, der schlicht Skischullift getauft wurde.


Einmal fuhr ich alleine hinauf, das zweite Mal mit einer Einheimischen, die hier mit der Familie einen total entspannten Skitag verbrachte. Keine Spur vom Muttistreß, der einem in der großen Stadt so oft begegnet und gleichzeitig wunderte die Frau sich, dass ich wegen der paar Lifte von München extra hergefahren bin. Vermutlich wurde ich für einen Spinner gehalten...

Jedenfalls fielen gleich bei der ersten Liftfahrt der Anfahrtsstreß und der beruflich bedingte Streß schnell weg. Auch wenn wie gesagt keine ultrasteilen Kurzbügler oder dergleichen dort oben verlaufen - die Lage allein gibt bei der Postalm den Ausschlag dafür, dass es sich um etwas Besonderes, in jedem Fall unbedingt zu besuchenden Skigebiet handelt. Außer man steht auf Ballermanngetöse, endlose Autobahnen und Höhenmeterkloppen. Hier fährt man hinauf, wenn man nur einen ganz gemütlichen Tag verbringen will und bekommt für die abenteuerliche Anreise – abenteuerlich für einen Großstädter zumindest – ein 1A Naturerlebnis.

Seitenblick...es sollten sich an jenem Tag, glaube ich, deutlich mehr Landschaftsaufnahmen wie Liftbilder ergeben. Dieses Almgebiet dort hinten, oben hatte es mir angetan und ich wahr sehr froh darüber, es noch zum Skifahren dorthin geschafft zu haben, nachdem ja lt. Internetberichten bereits die LSAP-Krankheit zugeschlagen hatte. Hoffentlich gelingt die Wiedergeburt am Grünten ebenso, wenn auch ich dort bereits zweimal Ski fahren bin. In Immenstadt dagegen hatte ich übles Pech und hab alle drei Skigebiete verpasst, zumindest was die Schlepper anbelangt (die Sesselbahnen laufen ja noch).

Stimmung am Ausstieg des sog. Skischullifts mit LSAP Pfeiflift im Hintergrund...

Am Welserlift, der 2005 einen älteren Schlepper ersetzt hat. Was der Vorgänger für einer gewesen ist – keine Ahnung. Verlief vermutlich auf gleicher Trasse...

Blick zurück auf das Postalmareal...

Flache Umgebung am Ausstieg...irgendwie gar nicht alpin, sondern eher wie an einem der immer rarer werdenden Alpenvorland bzw. Alpenrandschlepper.

Durch die Lärchen blickt man bereits auf den Stroblerlift, einem flachen Uraltschlepper, der ganz hinten sein einsames Dasein fristet. Gelangte man von diesem Lift eigentlich früher zum Thoralmschlepper rüber? Der verlief noch weiter hinten...Zoombild folgt. Ich hab das Gelände nicht mehr so gut in Erinnerung und das mit dem Thoralmlift habe ich erst im Nachhinein erfahren, als ich die jenem Postalmausflug folgende Woche wegen einer Infektion zuhause bleiben musste und Zeit hatte, alte Skiatlanten zu studieren.

Der Stroblerlift...



Noch ein paar Zoomeindrücke von der Talstation des Stroblerlifts aus betrachtet...


Zu dieser urigen Hütte hätte noch ein Eigenbau-Pendellift gepasst, dachte ich mir...

Der Pfeiflift...


Oben geht es beim Stroblerlift flach durch den Wald...

Später nochmal die Kamera hervorgeholt, als die Sonne schien...




Zoom zum Gschlössl, wo die 4SB heraufkommt. Am Waldrand müsste bis 2002 neben der Piste der Kurvenschlepper verlaufen sein.

Etwas weiter links davon...

Einer von vielen Zooms zum stillgelegten Pfeiflift gegenüber. Dessen Piste wird auch von der 4SB bedient, so dass er nicht unbedingt benötigt zu werden scheint.


Zoom zum Wieslerhorn (?), wo den ganzen Tag über Skitourengeher aufstiegen und hinabfuhren, wie Ameisen aus der Ferne betrachtet. Schade – so ein Schlepper dort hinauf oder eben der an der Thoralm wäre noch was gewesen.

Etwas später am Tag, als die Sonne wieder am Himmel lachte...

Auf der anderen Seite stieg eine Gruppe Tourengeher auf und fuhr synchron wieder hinab. Zuerst dachte ich noch an einen Pendellift dort und zoomte gleich mal mit dem Tele hinter...


Auf dem Weg zur 4SB kam ich am stillgelegten Edtlift vorbei...



In der 4SB, die nicht recht lang ist, aber eine sehr schöne Piste erschließt – außerdem kann man vom Gschlössl auch noch einmal herrlich die Postalm überblicken und auf die andere Seite des Hochalmkessels in Richtung Abtenau spähen.
Die Fahrt „außen rum“, bei der man dann auch am Pfeiflift vorbeikommt, ist völlig abgelegen und übte einen starken landschaftlichen Reiz auf mich aus. Immer wieder fuhr ich da und holte bei meinen Genusspausen die Nikon hervor.

Diesen Steilhang umging einst der Kurvenlift...vermutlich führten hier früher die Bügel wieder talwärts.

Oben angekommen...Blick Richtung Strobl...

Zoom zum Welserlift mit dem Stroblerlift im Hintergrund.

Der Stroblerlift

Zoom zur Bergstation des Pfeiflifts.

Zoom zur Thoralm – leider ist der Schlepper (wohl) nicht mehr existent. Verlief der einfach schnurstraks hinter der Hütte bergwärts?

Irgendwo dort müsste der Lift gestanden haben...wirklich sehr schade. Das hätte mich als Spätnachmittagsziel sehr gereizt. Kurz überlegte ich auch noch, zwischenzeitlich nach Abtenau abzufahren, aber das war mir dann doch zu viel Gegurke mit dem Auto. Lieber verbrachte ich dann die restlichen Stunden gemütlich auf der Postalm oben. Abtenau ist aber noch auf der Liste, solange es dort den alten Swobodalift gibt.
Links im Hintergrund müsste man den Schafberg (schon auf der anderen See-Seite) sehen... dort kann man sogar mit dem Zug auf den Berg hinauf fahren. Ich kanne den Berg bislang nicht und erst dieses Zoombild hat mich drauf gebracht.
Ein Bild vom Sommer (nicht von mir, daher nur der Link):
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... 3%B6he.jpg

Zoom zum Gipfel rechts oberhalb der Piste...

Irgendein Nirwana-Zoom.

Die Berghütte fiel mir erst zuhause am Rechner auf.


An dem monströsen Gipfel rechts oberhalb vom Gschlössl tummelten sich sogar ein paar Waghalsige.








Einmal unternahm ich dann auch einen Abstecher zum stillgelegten Pfeiflift, um diesen einmal aus der Nähe zu betrachten.





Schade, dass der Lift nicht lief, aber wenigstens gab es noch ein interessantes Fotoobjekt ab.





Durch den vielen Schneefall im Januar hatte sich am Antrieb ein Schneedach gebildet.


Später bin ich nochmal zum Stroberlift rüber und habe dort erneut das Tele hervorgeholt...





Wieder der Berg oberhalb des Pfeiflifts...


Am Schluss noch mal ein Dämmerungszoom zum Edtlift...

Bei der Rückfahrt hatte ich schon eine böse Vorahnung, dass der Schnee in der Senke und an der Auffahrt zu jenem Gipfel, der zwischen Abtenau und Postalm überwunden werden muss, nun gefroren sein würde. Ich überlegte noch kurz, den Weg über den Wolfgangsee zu wählen, doch dummerweise entschied ich mich dagegen. Ich erfuhr später, dass es dorthin vom Liftparkplatz aus nur bergab ging.
So kroch ich übervorsichtig in der Dämmerung bergwärts und vor einem steilen, langen Geradeausanstieg unterlief mir der entscheidende Fehler. Die Ortskundigen wussten um jene Passage und gaben schon vor der Kurve Stoff, um nicht hängen zu bleiben. Ich fuhr zu langsam und wurde dann auch noch von einem aggressiven SUV abgedrängt. So kam ich nach rechts in den Schnee und der Wagen bleib stehen.
Es war so glatt, dass an ein Anfahren nicht mehr zu denken war. Die anderen brausten an mir vorbei, während ich wie ein begossener Pudel neben meinem Wagen stand und dem SUV-Fahrer einen langen und qualvollen Tod noch am gleichen Abend wünschte. Hinzu kam, dass ich schon Vorboten meiner Infektion spürte, die mich dann die folgende Woche zuhause halten sollte...
Doch die Rettung nahte und ich bin jener einheimischen Familie für immer sehr dankbar. Sie kamen auch mit einem SUV angefahren und der Vater, der auf der Rückbank saß, bot gleich an, mich mit dem Seil nach oben zu ziehen. Leider funktionierte das nicht, weil ich in der Aufregung zwar das Seil, nicht aber den Haken fand und der des Helfers passte nicht. Andere Einheimische hielten an und boten mir ihre Ketten an, doch die passten alle nicht und ich hätte mich vor Scham, keine mitgenommen zu haben, am liebsten in den Wald gestürzt.
Aber andererseits war die Postalmstraße ja auch freigegeben worden – ohne Kettenpflicht. Der Haupthelfer ärgerte sich indes darüber, dass das Steilstück nicht gestreut war, denn wir hatten alle Mühe, uns auf den Beinen zu halten. Schließlich hatte er, nachdem auch das Anschieben unter vereinten Kräften und der Anfahrtversuch auf den Fußmatten fehlschlugen, eine Idee. Ich gab ihm meinen Autoschlüssel und nachdem die anderen Autos weg waren, jagte er meinen Kombi stuntreif im Rückwärtsgang den Berg hinauf, oben sogar noch die Kehren bis zum Scheitelpunkt der Passstraße besiegend. Auf der anderen Seite, so sein Kommentar, ginge es nur noch auf trockener Straße bergab.
Ich war natürlich grenzenlos erleichert und ob dieser Hilfsbereitschaft werde ich nie wieder was gegen Österreicher sagen
Ich wollte noch die Adresse des Helfers wissen, um mich mit einer Kiste Wein zu bedanken, doch er wich aus, winkte ab und hatte es auf einmal sehr eilig, weiter zu kommen. Zuhause konnte ich dann im Internet noch seine Identität ermitteln. Seitdem überlege ich, wenn nicht gerade der Beruf oder die Familie die Gedanken an die Berge verstellen, wie ich das mit dem Dankeschön anstellen sollte, denn eine Kiste Wein oder dergleichen hat sich der hilfsbereite Herr absolut verdient. Aber auch seine Frau und der erwachsene Sohn, die ebenso mitgeholfen haben, ganz zu schweigen von weiteren Einheimischen dort oben.
So hielt mich die erlebte Aufgregung wenigstens wach, um die weite Rückfahrt nach München zu überstehen - am dunklen Chiemsee noch eine Pause mit dem restlichen Kaffe aus der Thermoskanne...