Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

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bastian-m
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von bastian-m »

Jedes Unglück mit Todesfolge ist und bleibt tragisch, eine Nachtbetrachtung des Lawinenabgangs im Kühtai am Gaiskogel lohnt sich aber dennoch. Der Verstorbenen bzw. ihren Angehörigen mein aufrichtiges Beileid, ich möchte nicht ihre Entscheidung für diesen Berg an diesem Tag aburteilen, das steht mir auch nicht zu. Aber mir liegt daran, zum Schutz anderer kurz darzulegen, warum ich mich nicht für diesen Berg entschieden hätte:
Screenshot_20240128-190252~2.png
Im Winter war ich noch nicht oben, nur im Sommer mal über den Klettersteig. Die fahrbaren Flanken des Gaiskogel fallen alle mit >30° ab, die letzte aufzusteigende Rinne mit 40°. Der Gipfel liegt auf 2820m. Der Gipfel ist nicht unbeliebt, weil er von der Bergstation der Drei-Seen-Bahn in nur 410 Höhenmeter Aufstieg zu erreichen ist und man von dort knapp 1200 Höhenmeter im freien Gelände nach Haggen im Sellrain abfahren kann.
Gängige Tourenportale wie z.B. https://www.tourentipp.com/de/touren/ga ... _1725.html warnen explizit vor dem hohen Gefahrenpotential (Internes Ranking der Webseite 5 von 6):
Lawinengefahr: Mittel bis hoch. Für die riesigen Nord- und Nordosthänge ist eine sichere Lawinenlage absolute Voraussetzung.
Laut Bericht vom ORF kam es zu einem oder mehreren Lawinenabgängen im unmittelbaren Gipfelbereich incl. eines Wächtenabbruchs. Der heutige Lawinenwarnlagebericht (Oberhalb 2600m LWS 3) schreibt zum Bereich Kühtai/Sellrain heute folgendes:
Schwachschichten im oberen Teil der Schneedecke erfordern Vorsicht und Zurückhaltung. Zudem besteht eine latente Gefahr von Gleitschneelawinen.

Schwachschichten im oberen Teil der Schneedecke können stellenweise von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden. Dies vor allem an sehr steilen Sonnenhängen oberhalb von rund 2600 m. Wummgeräusche und Risse beim Betreten der Schneedecke sind Alarmzeichen und weisen auf die Gefahr hin. Die Lawinen sind teilweise groß.

Schon etwas ältere Triebschneeansammlungen können vor allem an sehr steilen Schattenhängen oberhalb von rund 2600 m teilweise noch ausgelöst werden. Vorsicht vor allem in Kammlagen im Hochgebirge.
Unter Vorbehalt der nicht exakten Kenntnis des wirklichen Hergangs scheint der LWD vor einem Szenario wie es sich heute ereignet hat, relativ explizit gewarnt zu haben.
Mir persönlich entgehen wahrscheinlich oft wirklich gute Abfahrten, weil meine Routenwahl sehr defensiv ist - vielleicht manchmal zu defensiv, aber ich hätte mich heute nicht für diesen Berg entschieden.
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Highlander
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Highlander »

Dieses Unglück ist besonders tragisch, da dieses nur durch ein Missgeschick passiert ist...
das der Frau ein Ski beim Abfellen durch den Wind zur falschen Seite heruntergeweht ist..
Es war geplant zur Nordseite abzufahren, und nicht den steilen Osthang wo es den Ski hinunter geweht hat...
da zu diesem Zeitpunkt Lawinenstufe 2 gegolten hat, war dieses Vorhaben von Hangneigung und Exposition eher nicht leichtsinnig.

Es ist einfach nur tragisch, das durch so ein Missgeschick eine 28 jährige Deutsche, Ihr Leben verloren hat

Nähere Details zum Unfallhergang auch unter nachfolgenden Link..

https://www.rosenheim24.de/rosenheim/in ... 00097.html
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von bastian-m »

Das erhöht die Tragik deutlich. Wobei die meisten Medienberichte trotzdem einen Fehler enthalten, LWS galt für < 2600m, darüber explizit 3. Formal hätte ich mich nicht für die 40°-Rinne unterhalb des Gipfels bei LWS 3 entschieden. Aber wie schon gesagt, ich bin in meiner Wahl auch sehr sehr defensiv.
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Firn77 »

Highlander hat geschrieben: 29.01.2024 - 00:31 Dieses Unglück ist besonders tragisch, da dieses nur durch ein Missgeschick passiert ist...
das der Frau ein Ski beim Abfellen durch den Wind zur falschen Seite heruntergeweht ist..
Es war geplant zur Nordseite abzufahren, und nicht den steilen Osthang wo es den Ski hinunter geweht hat...
da zu diesem Zeitpunkt Lawinenstufe 2 gegolten hat, war dieses Vorhaben von Hangneigung und Exposition eher nicht leichtsinnig.

Es ist einfach nur tragisch, das durch so ein Missgeschick eine 28 jährige Deutsche, Ihr Leben verloren hat

Nähere Details zum Unfallhergang auch unter nachfolgenden Link..

https://www.rosenheim24.de/rosenheim/in ... 00097.html
Puh, da wird einem ganz schlecht. Tragisch.
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von diesdas »

An dem Tag war ein 2er und kein Altschneeproblem im LWD. Erst nach dem Unfall haben sie für den nächsten Tag einen 3er ausgegeben mit Altschneeproblem in besonnten Hängen...
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bastian-m
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von bastian-m »

diesdas hat geschrieben: 29.01.2024 - 14:12 An dem Tag war ein 2er und kein Altschneeproblem im LWD. Erst nach dem Unfall haben sie für den nächsten Tag einen 3er ausgegeben mit Altschneeproblem in besonnten Hängen...
Oh, dann nehme ich alles zurück. Vielen Dank für die Korrektur!
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bastian-m
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von bastian-m »

https://lawinen.report/blog/at-07-de/9425

Mittlerweile ist die aufwändige Analyse des Unfalls im Blog des LWD veröffentlicht - wie immer sehr gut gemacht und bebildert. Das wirft in der Tat nochmal ein anderes Licht auf das Ereignis als ich es eingangs angenommen hatte. Was eine tragische Verkettung.
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Jay
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Jay »

Danke für den Link, sehr spannende und tragische Analyse.
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Highlander »

ja, absolut tragischer Unfallhergang... und sie wurde ja ewig weit mit dieser Lawine mitgerissen... :(

Hätten die beiden Begleiter wie ursprünglich vereinbart, oben am Gipfel etwas unterhalb an einer windgeschützten Stelle gewartet,
wäre vermutlich gar nichts passiert...

Aber vermutlich waren sie sich mangels Erfahrung, der Gefahr Ihres Unterfangens überhaupt nicht bewußt...
Vor allem mit nur einem Ski sinkt man ja so tief ein, das wäre niemals gut gegangen...
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Mt. Cervino »

Nauders - Deutscher Snowboarder stirbt bei Unfall auf Tiroler Skipiste

Im Skigebiet Nauders ist es am Montag gegen 15 Uhr auf der blauen Piste zu einem Unfall gekommen. Wie die Polizei berichtet, stießen ein 16-jähriger dänischer Skifahrer und ein 64-jähriger Snowboarder aus Deutschland zusammen. Die Ursache für den Zusammenstoß ist nicht bekannt.
Bei dem Unfall zog sich der Deutsche tödliche Verletzungen zu.
https://www.allgaeuer-zeitung.de/oester ... rid-693767
Last Destinations: Alpe Mondovi (I) / Lurisia (I) / Quattre Vallées-Verbier (CH) / Abetone (I) / Pragelato (I) / Via Lattea-Sestriere (I) / Zermatt-Cervinia-Valtournanche (CH/I) / Pila (I) / Venet (AT) / Hochzeiger (AT) / Hochoetz (AT) / Kühtai (AT) / Pitztaler Gletscher-Rifflsee (AT) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Obertoggenburg (CH) / St. Moritz (CH) / Arlberg-Lech-Zürs (AT) / Skiwelt (AT) / Cervinia-Zermatt (I/CH) / Serfaus-Fiss-Ladis (AT) / Kleinwalsertal-Ifen-Fellhorn-Söllereck (AT/DE) / Pila (I) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Bardonecchia (I) / Via Lattea-Sauze D`Oulx-Sestriere (I) / Serre Chevalier (F) / Kleinwalsertal-Ifen (AT) / Tignes-Val d`Isere (F) / Kaunertal (AT) / Gstaad (CH) / Kleinwalsertal-Ifen-Fellhorn (AT/DE) / Isola 2000 (F) / Valberg (F) / Rosiere-Thuile (I/F) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Portes du Soleil (CH/F) / Vars-Risoul (F) / Serre Chevalier (F) / Carezza (I) / Catinaccio-Vigo di Fassa (I) / Latemar-Obereggen (I)
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Firn77 »

Tödlicher Unfall in Ischgl

https://www.youtube.com/watch?v=q2OgE5570zE
Lagorce
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Lagorce »

Tödlicher Skiunfall am Pas de Chavanette (Mur Suisse), Portes du Soleil, Champéry, Schweiz; Piste war vereist und entsprechend gesperrt, geschah gestern Mittwoch 2024-02-07 um 09h45 Ortszeit (UTC+0100):

Brite (†47) stirbt bei Skiunfall im Wallis
https://www.blick.ch/schweiz/westschwei ... 14509.html

Un Anglais perd la vie après une chute sur une piste fermée
https://www.20min.ch/fr/story/champery- ... -103038843

Swisstopo Karte, Suchbegriff "pas de chavanette" eingeben:
https://map.geo.admin.ch

Piste ist insbes. im oberen Bereich viel steiler als man es aufgrund von Videos einschätzt und Schwierigkeitsgrad ist stark von den jeweils herrschenden Bedingungen abhängig. Der Anfang ist extrem Steil für eine offizielle öffentliche Piste, danach folgen grob 300 m in steilem Terrain, bevor es allmählich flacher wird (hier als horizontale Distanzen gemessen). Es sind zudem Felsen vorhanden.
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albe-fr
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von albe-fr »

Lagorce hat geschrieben: 08.02.2024 - 21:58Der Anfang ist extrem Steil
das hiesse ueber 40 Grad ueber mehr als 50 hm, ich war da jetzt ein paar Jahre nicht mehr, aber ich wage das zu bezweifeln. Aus meiner Erinnerung ist die Piste noch nicht mal sehr steil.
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Ron »

https://openskimap.org/?obj=9fa6018a7fa ... 815/6.8059
02-08-2024, 22-38-20.png
02-08-2024, 22-38-20.png (32.39 KiB) 2485 mal betrachtet
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Lagorce »

Das Längsprofil täuscht.

Wenn man in der Swisstopo Karte (siehe Link weiter oben) maximal zoomt, kann man mit den Tools Distanzen recht genau messen. Die Äquidistanz der Höhenkurven beträgt dabei 10 m, dickere Striche entsprechen 100 m Unterteilungen. Für genaure Auswertungen müsste man auf die Höhendatensätze zurückgreifen, die werden auch für die Planung von Seilbahnanlagen herangezogen (Erstellung des Längenprofils (Längsprofil)). Mit rechtem Mausclick werden Koordinaten und Höhe ü.M. des Terrains ohne Schnee an der Stelle des Mousepointers angezeigt.

Oben ist ein kleines Plateau mit dem Restaurant, dort verläuft auch die Landesgrenze, die Piste beginnt glücklicherweise anfängerhindernd sehr abrupt mit auf den allerersten paar Metern sehr steile Hügel (nicht erkenbar auf der Karte, ca. 90 % (ca. 42°)), also die heikelste Passage zuorberst, nach diesen paar Metern ist es weniger extrem, dennoch nichts für Anfänger. Wenn man lokal ganz oben misst könnte man möglicherweise auf ein paar Meter 100 % erreichen, ist jedoch von den Schneebedingungen abhängig. In Schneehängen über 50° war ich nur zu Fuss unterwegs, Extremskifahrer fahren bis über 55°. Gewisse betonierte Treppen sind noch steiler.

Tödliche Skiunfälle gab es auch früher, kann mich an einen Fall erinnern wo jemand ungebremst in einen Baum gefahren ist. Habe auch diverse Lawinen gesehen bei denen noch Opfer unter den Schneemassen begraben waren. In den Bergen ist stets ein Restrisiko vorhanden, sieht man auch an den zahlreichen Steinen auf den Bergstrassen.

Erdrutsche und Steinschläge wird es immer geben, von den kleineren ohne oder geringem reinem Saschaden hört man höchstens was lokal, wenn überhaupt. Meistens hat man Glück, leider jedoch nicht immer.
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von ralleycorse »

Der Einstieg ist in der Tat teilweise heftig. Die "Buckel" fallen quasi senkrecht ab, d.h. man springt von einem Buckel zum nächsten und das teilwweise recht hoch.
Ich habe aber auch schon mit eigenen Augen gesehen, wie da jemand bei guten Verhältnissen oben gefallen und und fast die gesamte Piste runtergefallen ist, auch über die felsigen Passagen die teilweise in der Piste sind...
Wie auch immer er stand danach wieder auf, war aber etwas von der Rolle und wolte wieder aufsteigen wovon wir ihn erstmal wieder abhalten konnten...

Wenn das vereist ist, ist die Piste tatsächlich Lebensgefährlich und war wohl zurecht gesperrt - tragisch.
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von MrGaunt »

Ein Problem mit der Schweizer Wand ist meiner Meinung nach, dass die als Mutprobe genutzt wird. "Ich bin die Schweizer Wand gefahren" ist wohl eine Art Schwanzvergleich. Da fahren so viele Skifahrer rein, die nicht annähernd die Skills dazu haben. Einschließlich kleiner Kinder. Keine Ahnung ob die da von den Eltern reingejagt werden oder das selbst unbedingt wollen.
Schön zu fahren ist die Piste eigentlich nie, da meist völlig ausgenudelt. Mir hat die einmal gereicht, da ich die Zerfahrenheit unterschätzt hatte. Danach bin ich auf gemütliches Herunterfahren mit dem Sessel umgestiegen, da kann man die kleinen Tragödien schön beobachten.
Sehr traurig, dass da jetzt jemand zu Tode gekommen ist. Leider kann man ihn jetzt nicht mehr fragen, warum er da unbedingt runter musste trotz Sperrung.

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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Ralf321 »

Tödlicher Alpinunfall bei Bregenz
Polizei findet vermissten Snowboarder tot in Schwarzenberg

https://www.allgaeuer-zeitung.de/oester ... rid-699182
Lagorce
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Lagorce »

ralleycorse hat geschrieben: 09.02.2024 - 08:20Wenn das vereist ist, ist die Piste tatsächlich Lebensgefährlich und war wohl zurecht gesperrt - tragisch.
Absolut. War mehrmals dort als die Piste stark vereist und entsprechend gesperrt war. Wäre mir niemals eingefallen, das Verbot zu umgehen. Der effektive Zustand vom Pas de Chavanette kann wirklich extrem stark variieren, zudem kann ausser unten nichts präpariert werden.

Vom Sessellift aus, sowie anhanden von Videos, kann man die Steilheit sowie die Beschaffenheit der Piste nicht realitätsnah einschätzen. Dasselbe gilt sinngemäss auch für Kletterrouten.

Zudem gehe ich davon aus, dass man nach dem Einstieg dann kaum mehr zurück kann, die ersten paar Meter sind derart steil, dass man je nach Bedingungen ohne Steigeisen möglicherweise gar nicht mehr rauf kommt. Gem. Internet sollen sich jährlich am Pas de Chavannette so um 20 -25 Unfälle ereignen, tödliche Unfälle sind IIRC seltener als im Creux du Van (z.B. mit Google Bilder suchen, es ist keine (ausser ein Steinmäuerchen für Tiere weiter hinten) Abschrankung vorhanden und hoffentlich wird auch nie eine gebaut).

Der obere Buckelteil wurde von Dominique Perret in der Rekordzeit von 17 s durchgefahren, bei einer Gesamtzeit von 39 s.
Klassenkameraden sowie Klassenkamerdinnen schafften die Piste non-stop, war entprechend spektakulär (wie in einem Film, leider gab's damals noch keine Consumer-Camcorders), für mich unmöglich, bin die Piste jedoch recht oft gefahren.
Bin selbst kein sehr guter Skifahrer, kann mich jedoch an keine schwarze Piste erinnern, die ich als irgendwie problematisch betrachtet hätte. Demnach gehe ich davon aus, dass technisch betrachtet der Pas de Chavanette für gute Skifahrer keine Extrempiste ist.

Allerdings hängt wie bereits aufgeführt der effektive Schwierigkeitsgard sehr stark von den jeweils vorliegenden Bedingungen ab. Auch wird heutzutage aus Cover-My-Ass-Gründen schnneller abgesperrt als früher, da leider immer mehr Mitarbeiter von Betreibern bei Zwischenfällen vor Gericht landen.
Wenn es so weitergeht, werden dann leider einfach mal solche Pisten offiziell geschlossen, ein weiterer Beweis wie Juristen moderne Gesellschaften allmählich ruinieren und sogar unter dem Vorwand der Verfassungswidrigkeit willkürlich demokratische Entscheide umwerfen.


Edit:
Ralf321 hat geschrieben: 09.02.2024 - 14:49 Tödlicher Alpinunfall bei Bregenz
Polizei findet vermissten Snowboarder tot in Schwarzenberg

https://www.allgaeuer-zeitung.de/oester ... rid-699182
Tragisch. Was kann man dazu sagen?

Unabhängig von diesem Fall, und insbes. bezugnehmend auf das Cabane des Vignettes Drama bei dem 7 Personen starben, frage ich mich, ob man heutzutage nicht zuviel auf GPS sowie (smartem) Mobiltelefon und Tablet setzt. IMO sollte man stets zumindest Kompass (ohne Elektronik) und 1:25'000 Papierkarte mitführen, idealerweise noch Altimeter (mechanisch, oder halt doch elektronisch). Bergführer sollten IMO entweder ein Satellitentelefon, REGA-Radio, oder Satelitten EPIRB mitführen.

Als ich auf dem Pigne d'Arolla war, gab's weder Mobiltelefon noch GPS. Wir hatten 1:25'000 Landestopographie Karten sowie mehrere rein mechanische Thommen Altimeter und Recta Klappspiegelkompasse. Aufgrund der z.T. schlechten Sichtverhältnisse wurde permanent die Position auf der Karte abgeglichen. Mit was Übung kann man recht gut seine Position einschätzen ,ist jedoch auch abhängig vom Gelände und was man vom Terrain noch sehen kann.
Wichtig ist dabei, im Zweifelsfalle nicht einfach weiter zu laufen (oder fahren), sondern falls erforderlich eine Denkpause einzuschalten und ggf. sogar etwas zurückgehen.
Beim Retour wollten wir eigentlich in der Cabane des Vignettes übernachten, da diese überfüllt war liefen wir bis zum Auto zurück und fuhren nach Hause.

Auch bei gutem Wetter ist es sinnvoll Kartenlesen zu üben. Man wäre erstaunt, wieviele Berggänger heute nicht mehr in der Lage sind Karten zu lesen und sich lediglich auf ein GPS-Fadenkreuz verlassen.

Sehr wichtig ist ebenfalls auf eine Tour zu verzichten falls das Wetter oder sonstige Bedingungen nicht ausreichend i.O. sind.
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von ralleycorse »

Am besten beides.
Mit der GPS Position weiss man zumindest wo man ist und kann eine der Fehlerquellen ausschließen.
Ich habe eine gute offline Karte ( die man natürlich lesen können muss) vor der man dann Tracks und die eigene Position einblenden kann.
Da ein Smartphone aber auch mal schlapp machen kann, bracht noch mindestens ein Backup (normale Karte, und zusätzlich noch weitere GPS Systeme die natürlich beherrscht werden müssen). DAS hätte auch der Gruppe damals auf der Haute Route geholfen!

Der Lange
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Bocky »

MrGaunt
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von MrGaunt »

2 Schwerverletzte in Gerlosstein bei nächtlichem Unfall mit Motorschlitten.
Verschiedene Versuche, nachts um 02:45 Uhr die rote Piste 2 Richtung Unterkunft hochzufahren, klappen offenbar nicht. Beim Herunterfahren gerät der mit 2 Personen besetzte Motorschlitten auf eine Rodelbahn und schiesst über diese hinaus gegen einen Baum. Ein Verletzter kann glücklicherweise Hilfe rufen, sonst wäre das wohl noch unschöner ausgegangen. Ob evtl. Alkohol eine Rolle gespielt hat wird nicht erwähnt
https://www.meinbezirk.at/schwaz/c-loka ... e_a6522035
Ralf321
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Ralf321 »

Nix Passiert aber gut :mrgreen:

Wanderer mit ungewöhnlichem Gepäck
Bei diesem Bergwacht-Einsatz am Schrecksee waren die Retter "absolut sprachlos"
https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgae ... rid-700841
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Gleitweggleiter »

Ralf321 hat geschrieben: 14.02.2024 - 11:03 Nix Passiert aber gut :mrgreen:

Wanderer mit ungewöhnlichem Gepäck
Bei diesem Bergwacht-Einsatz am Schrecksee waren die Retter "absolut sprachlos"
https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgae ... rid-700841
Mich wundert's ehrlich gesagt angesichts des extremen Schrecksee-Hypes eher, dass dort nicht viel mehr passiert.
Wobei der ganz große Hype ja vor allem während Corona war und eventl. schon etwas nachgelassen hat.
2025/25: 6 Tage - 4x Kleinwalsertal, je 1x GO, Buron
2024/25: 18 Tage - 11x Kleinwalsertal, je 1x GO, Buron, Warth/Lech, St. Anton, Zugspitze, See, Hintertux
2023/24: 24 Tage - 13x Kleinwalsertal, je 2x Zugspitze,Kappl/See, Fendels, Spitzingsee, je 1x Adelharz/Buron, Balderschwang, Hintertux
2022/23: 17 Tage - 13x Kleinwalsertal, je 1x Venet, Kampenwand, See, Hintertux
2021/22: 24 Tage - 19x Kleinwalsertal, 1x Bödele, 1x Kranzberg, 2x Kitzbühel, 1x See
2020/21: 5 Tage - 2x Samnaun, 3x Kleinwalsertal Spezial
2019/20: 8 Tage - 6x Kleinwalsertal, 1x Fendels, 1x Skijuwel
2018/19: 8 Tage - 4x Kleinwalsertal, 2x Hündle, 1x Venet, 1x Kitzbühel
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Kapi
Fichtelberg (1214,6m)
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Re: Lawinen- und Bergunglücke 2023/2024

Beitrag von Kapi »

Jugendliche stürzt in Ischgl aus 12m Höhe aus Sessellift:

https://www.all-in.de/polizei/unfall-im ... rid-321280
A bisserl woas gehd ollaweil.

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