20.1.2025
We walked these streets like kings, our faces in the wind
And everywhere we were, we made the city sing
We sang "forever young, " we had our fingers crossed
And when the city sleeps, it dreams of us
(aus: "We were here" von BOY)
Die ist die Fortsetzung zu viewtopic.php?t=70528
Um sieben Uhr hat sich die Truppe des Vorabends unverabredet wieder zum Frühstück eingefunden. Waren wir beim Abendessen alle in "zivil" gewesen, ist der Kontrast jetzt im "Arbeitsdress" für den anstehenden Tag deutlich größer. Preisfrage: Eine von diesen fünf Personen geht gleich nicht nach Davos aufs WEF. Wer?
Die wirklich gute Alpinisten-Unterkunft. Da ich heute Abend in Lenzerheide sein muss, habe ich nach dem Frühstück ausgecheckt.
Ich hätte die Tour direkt vom Hotel aus beginnen können, aber ich konnte mich für den flachen unattraktiven Pfad direkt neben der strasse nicht ausreichend motivieren und bin wenige Minuten talaufwärts gefahren bis zum vorletzten Tourengeher-Parkplatz in Weiler Litzirüti.
Die zwei Handvoll Autos, welche jetzt schon unterwegs sind, sind noch ein Stückchen weiter bis zum allerletzten Parkplatz hochgefahren. Hier ist ausser mir fast niemand.
Der Aufstieg beginnt entspannt über offene Almwiesen zwischen ein paar Häusern hindurch.
Die Südhänge werden bereits besonnt.
Dann geht die Aufstiegsspur mitten durch das Gehöft und quasi den Vorgarten.
Der Pfad führt hübsch ein Stückchen durch den Wald.
Dann zeigt sich zum ersten Mal die Sonne.
Die unteren Hänge sind ordentlich zerfahren, aber selbst hier schon schön pulverig.
Ich ahne, was für eine wundervolle Schneeschüssel später auf mich wartet.
Erstmal geht's aber etwas steiler rechts in ein paar Kehren hoch.
Und dann tut sich das erste Mal die Verheißung für später auf. Wobei das hier eher die Hänge des Eggberg sind, ich muss noch ein ganzes Stück weiter links rum.
Links über den Rücken geht's weiter hoch.
Vorfreude...
In ein paar Kehren geht es durch das etwas felsiger werdende Gelände weiter bergauf. Auf diesem Bild ganz klein in gedachter Verlängerung der Spur zeigt sich ein kleiner Felszacken. Das wird der Gipfel des Tages sein, auch wenn er später dann gaaanz ander aussieht als von hier unten aus der Ferne.
Nämlich so. Der rechte der beiden prominenten Türme ist der Gipfel des Hasenflüeli. Eine Besteigung mit Ski ist unmöglich, hier gibt es keine flache Rückseite. Man traversiert rechts ein Stückchen vorbei, lässt seine Ski dann im Depot und kraxelt durch eine steile scharte empor und erreicht so den schmalen Grat zum Gipfel.
Aber zuerst genieße ich kurz den Ausblick in die andere Richtung. Links der lange Grad gehört zum Jägglischhorn, rechts der flache Gipfel mit den bewaldeten Hängen ist der Chrüz. Beides ebenfalls klassische Tourenziele.
Wäre ich morgen noch hier, wahrscheinlich hätte ich das zum Tagesziel gemacht.
Da geht's jetzt zu Fuß hoch.
Ich hatte die Steigeisen für alle Fälle eingepackt, ging aber, wenn auch phasenweise kurz etwas eisig, ganz gut ohne. Der Fels bietet aber auch sehr wohlwollende Griffmöglichkeiten. Bis da oben zum Himmelblau noch, dann bin ich auf dem Grat zum Gipfel.
Fast geschafft.
Kreuz erreicht.
Als ich zurück am Skidepot bin, haben mittlerweile auch ein paar andere die Scharte erreicht. Bis eben war ich noch alleine.
Ich werde ein Stückchen den Grat entlang fahren und dann an geeigneter Stelle nach rechts in den Pulver abbiegen.
Ein bisschen noch in etwa bis zur Sonne und dann habe ich ein paar wirklich perfekte Minuten vor mir.
Irgendwie geht runter immer schneller als rauf. Ich erreiche die kleine Ansiedlung als Zeichen für mich, nach einem geeigneten Durchschlupf nach rechts Richtung Parkplatz Ausschau zu halten.
Ich fahre zurück durch das kleine Dörfchen. Hier wäre ich wirklich gerne noch ein paar Tage geblieben. Aber in Lenzerheide warten Freunde aus der Heimat und Arbeit. Auch okay
Als ich im gestrigen Bericht geschrieben habe, das St. Antönien ein wirklich kleines Dorf ist und ich mir vorher nicht vorstellen konnte, dass es WEF-Teilnehmer hier hoch verschlägt, habe ich nicht übertrieben. Das ist der komplette Ort.
Der Tag war perfekt, die Verhältnisse hätten für diesen schneearmen Hochwinter nicht besser sein können.
Ich muss noch kurz zwei kleine Missionen auf Ski erledigen, dann geht's den Rest des kurzen Weges nach Lenzerheide.
St. Antönien, ich komme wieder!