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Der Euro

jene1 schrieb:
so, vorliegender Skipass vom 11.01.1999 "Hochkönig": 300 Schilling, umgerechnet 21,80 €, sagen wir 22 €. Vergleichbarer heute kostet, lt. Homepage, 51,50 €. Sind immer noch 135% mehr. Und deutlich mehr als die Inflation im gleichen Zeitraum von 26,6%
Wie kommst du auf die Inflation von 26,6% für den Zeitraum von 1999-2017?
 
i-Sl schrieb:
Hab noch die Sommerschipreisliste Sölden von 2001. Danach kostete eine Tageskarte Erwachsene am 23.06. (Frühjahrs Saison) 250 ATS, die 210 zwei Jahre früher kommen also hin.
... also schlappe 19% Preissteigerung in zwei Jahren (oder unter Zuhilfenahme des Finanzrechners http://www.finanzen-rechner.net/zinsrechner.php exakt eine Jahresrate von 9,11%) - wenn ich mit dieser Rate von 1999 auf 2019 (also 20 Jahre) hochrechne, komme ich auf 1.200 ATS (also eine Steigerung von 470%), umgerechnet 87 EUR gegenüber dem von jene genannten Preis von 49 EUR. Also war die Preissteigerungsrate zu ATS-Zeiten deutlich höher als zu EUR-Zeiten.
 
Sölden

Preise Tageskarte zur Hauptsaison

1984/85: 285 ATS (~ 20,71 Euro)
1994/95: 430 ATS (~ 31,25 Euro)
2005/06: 39,50 Euro
2014/15: 49,50 Euro
2017/18: 53,00 Euro

^^ Das macht dann eine Preiserhöhung von ca. 1 € pro Jahr auf Tageskarten, wenn ich jetzt richtig gerechnet habe.

[1 EUR = 13,7603 ATS]
 
Pancho schrieb:
jene1 schrieb:
so, vorliegender Skipass vom 11.01.1999 "Hochkönig": 300 Schilling, umgerechnet 21,80 €, sagen wir 22 €. Vergleichbarer heute kostet, lt. Homepage, 51,50 €. Sind immer noch 135% mehr. Und deutlich mehr als die Inflation im gleichen Zeitraum von 26,6%
Wie kommst du auf die Inflation von 26,6% für den Zeitraum von 1999-2017?
Was soll diese unsinnige Rechnung?
Da müsst ihr schon von Jahr zu Jahr rechnen und dann kommt eine Preiserhöhung von grob durchschnittlich 4% pro Jahr raus. Das mag zwar mehr sein als die von der EU empfohlene Inflationsrate von jährlich knapp 2% - ist aber bei der Steigerung des Angebotes durchaus akzeptabel.
 
Das nennt man gefühlte Inflation :mrgreen:

Verbesserungen bei der Qualität oder beim Angebot haben bei der Betrachtung der Inflation nichts verloren. Sie gehören zum allgemeinen technischen Fortschritt durch fortschreitende Rationaliserung, neue Techniken etc. Der aktuelle Golf 7 ist im Vergleich zum ersten Golf aus 1974 ein wahres Luxusauto. Dennoch ist ein Golf 7 im heutigen Vergleich immer noch ein Auto der unteren Mittelklasse. Selbst ein Sozialhilfeempfänger hat heute einen Standard in der Wohnung (fließend Wasser, eigenes WC, Bad, Elektro, Telefon) der vor 100 Jahren nur wenigen Privilegierten vorbehalten war. Dennoch ist seine karge Wohnung im aktuellen Vergleich halt auf Sozialhilfenineau und nicht im Luxussegment angesiedelt. Kurzum, der Hinweis auf eine angeblich veresserte Ausstattung wird meist dazu benutzt, um die tatsächliche Inflation kleiner zu reden als sie tatsächlich ist. Frage: Wieso will man den Bürgern überhaupt mit blumigen Worten die nackten Zahlen schöner rechnen als sie tatsächlich sind?

Hinzu kommt, dass die von den Statistikämtern herausgegebene Teuerungsrate keineswegs so eindeutig ist wie man immer wieder darzustellen versucht. Die einzelne Zahl ergibt sich alleine aus einem Dutzend einzelner Preisindizes, die zum Teil erheblich voneinander anbweichen. Deren Gewichtung erfolgt anhand eines Warenkorbs. Es ist allgemeine Praxis, aus politischen Gründen einzelne Posten im Warenkorb geringer zu gewichten, wenn deren Preis plötzlich ansteigt. Z.B. Energiepreise. Außerdem wird die offizielle Teuerungsrate seit einigen Jahren durch hedonische Berechnungsmethoden kleingerechnet. Ein Produkt wird also günstiger gerechnet als es tatsächlich ist, weil der technische Fortschritt einen Mehrwert ergeben soll. Frage: warum hatte man dies früher nicht nötig? An dieser Praxis ist vor allem zu kritisieren, dass im Gegenzug preistreibende Faktoren unberücksichtigt bleiben, etwa die geringere Haltbarkeit technischer Güter, die geringere Nutzbarkeit durch das Auslaufen technischer Standards oder die abnehmende Möglichkeit, einen Gebrauchsgegenstand im Fall eines Defekts zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen zu reparieren. Außerdem hatte ich eingangs ja schon auf die Unsinnigkeit / Unredlichkeit des Ansatzes verwiesen, die Qualität von Produkten aus unterschiedlichen Epochen miteinander zu vergleichen.

Nun habe ich den Begriff Teuerungsrate gebraucht. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Teuerungsrate mit Inflation gleichgesetzt. Das war nicht immer so. In früheren Zeiten hat man mit Inflation das Wachstum der Geldmenge M3 - Wachstum des BIP bezeichnet. Salopp gesagt ist die Geldmenge M3 die Summe allen Geldes. Genauer erklärt es Wikipedia. Nun hat die EZB in den letzten Jahren durch ihr Anleihenkaufprogramm in den letzten 10 Jahren die Geldmenge in der Eurozone um mehr als 20% erhöht, während das Wirtschaftswachstum in der Eurozone deutlich darunter liegt. Frage: Wieso werden mathematisch präsize berechenbare Zahlen plötzlich durch schwammige und unscharfe Begriffe und Methodem ersetzt und damit Manipulationen Tür und Tor geöffnet?

Wenn aber mehr Geld als Waren auf dem Markt verfügbar sind, dann steigen logischerweise die Preise. In diesem Fall für Aktien, Grundstücke, Immobilien, Handwerkerdiensteleitungen. Da ich ab und an mit Handwerkern zu tun habe und auch regelmässig Bau- und Installallationsmaterial einkaufe, kann ich die dortige Preisentwicklung eigentlich ganz gut beurteilen. Aus meiner Sicht steigen dort die Preise beständig im mittleren einstelligen Bereich. Jedenfalls liegt dort die Teuerung deutlich über dem, was man uns als offizielle Teuerungsrate verkaufen möchte.

Preisfrage: Wenn jemand sein Geld in Aktien anlegt die nach Jahren 20% höher notieren, im gleichen Zeitraum aber die Preise für Immobilien um 25% angezogen haben, hat er dann 20% Gewinn oder 5% Verlust gemacht? (bitte jetzt ohne mathematische Spitzfindigkeiten) :mrgreen:

Und wer das ganze für VT hält, der kann ja mal versuchen, in München in einer Randlage Eigentum zu erwerben. Zu Zeiten des Wirtschaftswunders war Wohneigentum für Familien der Mittelschicht noch erschwinglich. Heute hat der Kreis derer, die sich eine eigene Immobilie leisten können, deutlich abgenommen. Trotz Niedrigzinsen. Für eine E-Wohnung mittlerer Ausstattung von 100 qm zahlt man heute in den Ballungsräumen locker 500.000 Euro mit allen Nebenkosten. Wenn ich sehe, dass im IT-Bereich die Einstiegsgehälter bei 40k liegen (aber auch nur, weil wegen des Fachkräftemanges Angebot und Nachfrage die Löhne steigen lassen :mrgreen: :mrgreen: ), dann reichen da auch keine zwei Einkommen, um sich so eine Wohnung zu leisten. Wenn sich aber Menschen aus der Mittelschicht in einer Großstandt keine eigene Wohnung mehr leisten können, dann läuft irgendetwas grundsätzlich falsch. Oder?

[1] Entwicklung der Geldmenge in der Eurozone
[2] hedonische Bewertungsverfahren
[3] Abgrenzung Inflation zu Teuerungsrate
[4] gefühlte Inflation, Warenkorb
[5] alternative Berechnung der Inflation für die USA auf shadowstats
 
NeusserGletscher schrieb:
dann läuft irgendetwas grundsätzlich falsch. Oder?

Jetzt sei nicht so kleinlich.....

da lüppt alles richtig. die Tantalsklaven in den Minen in Homeland schaffen fürn Dollar am Tag. defekte Erdenbürger sterben an Hunger. wir sind eh schon zuviele.
und die Creme de la creme der Menschheit (haben sie auch verdient) hat das Geld.

http://money.visualcapitalist.com/worlds-money-markets-one-visualization-2017/

PS: (alle! Derivate stehen natürlich als Guthaben auf den jeweiligen Konten)
 
jo26861 schrieb:
NeusserGletscher schrieb:
dann läuft irgendetwas grundsätzlich falsch. Oder?

Jetzt sei nicht so kleinlich.....

da lüppt alles richtig. die Tantalsklaven in den Minen in Homeland schaffen fürn Dollar am Tag. defekte Erdenbürger sterben an Hunger. wir sind eh schon zuviele.
und die Creme de la creme der Menschheit (haben sie auch verdient und sind auch in echt meehr wert) hat das Geld.

http://money.visualcapitalist.com/worlds-money-markets-one-visualization-2017/

PS: (alle! Derivate stehen natürlich als Guthaben auf den jeweiligen Konten)
 
Prinzipiell geht's ja hier um den Euro - somit auch prinzipiell um Volkswirtschaft (bitte nicht verwechseln mit Betriebswirtschaft, die funktioniert komplett gegensätzlich!).

Da ca. 99,9% aller Politiker keinerlei Ahnung von VWL (auch Makroökonomie) haben, läuft in Europe nicht nur einiges schief - es könnte auch die Demokratie zerstören. Anbei mal ein Link auf einen sehr interessanten Artikel, welcher aktuell auf diesem ansonsten kostenpflichtigen Portal kostenlos angeboten wird: https://makroskop.eu/2018/05/o-bella-ciao-bella-ciao-bella-ciao-ciao-ciao/

Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen...
 
Ich finde es immer wieder lustig wenn behauptet wird, die Euro-Krise sei wieder da. Sie war nie weg. Aller Flickschusterei der letzten 10 Jahre hat das unvermeidliche Ende nur verzögert, aber die grundsätzlichen Probleme unseres Finanzsystems nicht gelöst. Ich bin gespannt, wieviele Milliarden diesmal "Alternativlos" gen Süden fliessen.
 
Unsere Interessenvertreter würden sicher wieder versuchen, dass ein Großteil der Mittel über das entsprechende Südland quasi im Kreis und schließlich an uns zurückfließt. Vieles wäre wohl auch wieder reines „Buchgeld“, das in erster Linie als Zahl in irgendwelchen Notenbankbilanzen auftaucht...
Mit Griechenland konnte man das offenbar machen. Dass es denen jetzt so richtig schlecht geht, ist ja auch eher wenig das Thema. Was bei der Größe der italienischen Volkswirschaft passieren würde - ich weiß nicht...
 
NeusserGletscher schrieb:
Ich finde es immer wieder lustig wenn behauptet wird, die Euro-Krise sei wieder da. Sie war nie weg. Aller Flickschusterei der letzten 10 Jahre hat das unvermeidliche Ende nur verzögert, aber die grundsätzlichen Probleme unseres Finanzsystems nicht gelöst. Ich bin gespannt, wieviele Milliarden diesmal "Alternativlos" gen Süden fliessen.
Viele ... Sehr viele ... !
 
3303 schrieb:
Unsere Interessenvertreter würden sicher wieder versuchen, dass ein Großteil der Mittel über das entsprechende Südland quasi im Kreis und schließlich an uns zurückfließt. Vieles wäre wohl auch wieder reines „Buchgeld“, das in erster Linie als Zahl in irgendwelchen Notenbankbilanzen auftaucht...
Mit Griechenland konnte man das offenbar machen. Dass es denen jetzt so richtig schlecht geht, ist ja auch eher wenig das Thema. Was bei der Größe der italienischen Volkswirschaft passieren würde - ich weiß nicht...

So ist es. Die deutschen und nordeuropäischen sowie anderen großen weltweiten Banken sind die großen Krisengewinnler, weil sie den Griechen etc. horrende Zinsen abknöpfen können. Auch die deutsche Bundesregierung knöpft den Griechen horrende Zinsen ab. Umgekehrt will man sie genau deswegen nicht pleite gehen oder aus dem Euro rauslassen - dann würde man das Geliehene Geld abschreiben müssen (also, so kriegt man es auch nie wieder, aber man kann wenigstens in der Bilanz "Forderung über X Mrd. an Griechenland" eintragen).

Ich frag mich auch, was immer diese Behauptung soll, wenn Griechenland aus dem Euro austreten würde, wäre das ne Katastrophe. Das wäre in erster Linie für die Gläubiger schlimm, aber für Griechenland selbst wäre es sogar ein Segen. Wenn die die Drachme zurückholen, wertet die massiv ab und Griechenland kann viel besser exportieren und viel mehr Touristen kommen.

So wie sie es in den letzten 10 Jahren gemacht haben würde ich jedenfalls eher als Katastrophal bezeichnen, und es wird auch kaum besser. So viel schlimmer kann es doch mit dem Austritt aus dem Euro gar nicht werden.

Bei Italien ist das etwas komplizierter. Eigentlich müsste man da im Süden (alles südlich von Florenz) die Lire wieder einführen, nördlich davon wärs umgekehrt schädlich.
 
j-d-s schrieb:
weil sie den Griechen etc. horrende Zinsen abknöpfen können.


und die Griechen und die Italiener werden bis zum sanktnimmerleinstag gerettet ... sollten Credit Default Swaps fällig werden und Lebensversicherungen ihre Staatsanleihen abschreiben müssen, gibt das einen Tsunami....
 
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