Quis schrieb:
Solange die Bahn also dem Stand der Technik zum Zeitpunkt der Errichtung entspricht und die Konzession nicht erloschen ist, sollte sie auch in Österreich weiterbetrieben werden dürfen.
Legen wir das ganze mal auf die Eisenbahnbranche um: Annahme: ich habe einen Triebwagen, der aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts stammt. Ich muss, da sich das Traktionsnetz verändert hat, einen erheblichen Eingriff in die Fahrzeugtechnik (Traktionsstromkreis) machen (Einbau von Widerständen, Wechselrichter, Gleichrichter, andere Motoren, was auch immer). Ansonsten müsste ich aber nichts machen, auch wenn das Fahrzeug keine zwei unabhängigen Bremssysteme hat? Irrtum! Sobald ein schwerer Eingriff in die Fahrzeugtechnik von Nöten ist, muss das Fahrzeug neu zugelassen werden, und dann gilt meines Wissens auch nach dem Eisenbahngesetz von 1957, dass das Fahrzeug den jetzigen Richtlinien zu entsprechen hat. Folglich Komplettumbau der Bremsanlage, ev. eine Asbestsanierung, neue, halogenfreie Kabel, und, und, und.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, das dies bei einer Seilbahn auch so ist.
baeckerbursch schrieb:
Sondern eher von der Ersatzteilseite her.
So lange technisch nichts fehlt und entsprechende Ersatzteile vorhanden sind - kein Problem. Wenn aber die Ersatzteillage prekär wird, Einzelanfertigungen drohen, wird es eng. Und meist kommen früher oder später die Materialwerte hinzu. Nichts ist für die Ewigkeit gemacht. Freilich, man kann zum Flicken anfangen, nur das wird immer mehr, und mehr und mehr, irgendwann ist das ganze Ding ein Flickwerk; alte Arbeitstechniken die nötig werden können, weil das Personal fehlt, nicht mehr gemacht werden - ich kenne einige Verkehrsbetriebe, die längst pensionierte Mitarbeiter aus der Pension geholt hat, nur um gewisse Arbeiten durchführen zu können. Nur irgendwann sterben einem die auch weg. Es wird, je älter das Ding wird, immer schwieriger. Bei Oldtimer gibt es immerhin teilweise schon Nachbauteile, bei der Eisenbahn wird es schon schwieriger (siehe Schicksal 1018.05) und bei Seilbahnen wird es ein Ding der Unmöglichkeit.
Zu Bayern ist auch noch anzumerken, dass dort lange nicht der Investitionsdruck herrscht, wie in Österreich. Wenn in Österreich einige Jahre nichts investiert wird, wird es schwer - dann geht das nur mehr unter höchsten Anstrengungen aller Beteiligten.
MFG Dachstein