Die Anordnung und Grösse der Ringnuten erscheint etwas merkwürdig für einen hydraulischen Schaltkolben, da würde ich eher sowas wie 3 Dichtungen sowie dazwischenliegende ringförmige Freiräume erwarten (Siehe als Vergleich die Hydrocombo Zeichnung im Mottarone Unfall Topic).
Zudem ist die Geometrie der Ringnuten recht grosszügig für eine Kolbenabdichtung (inkl. ggf. Stützring). Gehe dabei davon aus, dass logischerweise der Vergusskegel nicht im Druckölbereich lagert.
Habe mir dieses Video
https://www.youtube.com/watch?v=L1-uno0cOxU
ab ca. 00:06:25 Frame by Frame angeschaut und auch einzelne Frames als Bild exportiert. Zu beachten ist jedoch, das die Aufnahmen von 2017 stammen, also vor der Rehab der Elektrotechnik (AFAIK 2019).
Im Zusammenhang mit dem Bildmaterial nach dem Absturz ist mir weiterhin unklar, ob eine Schlaffseilauslösung vorhanden ist.
Ebenfalls unklar ist mir die Funktion des Bauteils, das aussensenseitig am Laufwerkchassis angeflanscht ist wo in der Mitte sowas wie ein Druckknopf aussieht. Könnte ein Tachogenerator sein, nur wäre der Einbauort merkwürdig (Verbindung zu einer Laufwerkrolle?). Kann auch was völlig anderes sein, jedenfalls sieht es alt aus.
Edit:
Ist vermutlich ein banaler Drucktaster in Aufbaugeäusem, ältere Bauart; in der Talstation sieht man ein ähnliches
Drucktastergehäuse für den Nothalt (Frontfarbe gelb).
(End Edit.)
Hier noch zweit Frames, die den Handabzug der Fangbremse darstellen. Das erste Frame (Kabine 1) wurde nach Mottarone jedoch vor dem Unfall aufgenommen, das zweite ist von Kabine 2 während den Bergungsarbeiten nach dem Absturz.
Klare Schlussfolgerungen sind unmöglich, da man nicht beurteilen kann, ob der Griff nach dem Seilriss vom Angestellten betätigt wurde (aufgrund der vermuteten Dynamik eher unwahrscheinlich) oder ob der Griff aus anderen Gründen so grob um die 40 mm in Betätigungsrichtung verschoben wurde (Aufprall, Bergungsarbeiten, usw.).
Wie die Übetragung erfolgt sieht man nicht genau, tippe hier auf Bowdenzug (siehe Fotos vom entsprechenden Dachbereich), das ein Hydraulikventil betätigt, kann jedoch auch anders sein.
Edit:
Am Seilkopfkörper sind verschiedene axial angeordnete Schrauben erkennbar, mindestens sind Schmieröffnungen bzw. Schmiernippel vorhanden und zudem gehe ich davon aus, dass bei dieser Ausführung ein tragendes Gewinde vorhanden ist, und somit muss dieses auch entsprechend gesichert sein.
Falls eine Schlaffseilauslösung vorhanden ist, gehe ich davon aus, dass die Auslöservorrichtung im Seilkopf integriert ist, da ich von aussen nichts klar erkennen kann. Aber wie gesagt, lediglich als educated Guess meinerseits... ATV kennt sich da weitaus besser aus!
Edit:
Kollisionsschäden an den Enden des Lauwerks sind keine ersichtlich, zumindest nichts, das auf eine Kollision der Laufwerksrollen oder Wippenteile der vordersten oder hintersten Wippe mit einem Teil der Stütze deutet. Aufgrund der vermutlich bereits ziemlich hohen Geschwindigkeit wären bei einer solchen Kollision massive Schäden am talseitigen Ende des Laufwerks entstande.
Gehe eher davon aus, dass das Laufwerk aus welchem Grunde auch immer bereits oberhalb der Stütze vollständig entgleiste. Offensichtliche Kollisionsschäden der Stütze unterhalb des Stützenkopfes sind auch keine zu erkennen.
Dass Fahrzeug 2 zwischen den Stützenbeinen durchschlitterte ohne die zu berühren ist zwar möglich, statistich jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Dazu müsste man die Spuren ab Boden auswerten können. Das lose Ende des gerissenen oberen Zugseils von Fahrzeug 2 hätte ggf. durch dynamische Effekte zwischen die Stützenbeine geschleudert werden können. Was genau passierte weiss ich jedoch nicht.
Interessant ist die massive Beschädigung am Gehänge und insbes. dass diese bergseitig ist. Talseitig weist die Kabinenfront einen klassischen Schaden der u.a. von einer oder mehreren Kollisionen mit dem Tragseil. Bergseite sieht aus wie nach einer Frontalkollision (Aufprall am Boden). Gehänge sieht zwar so aus als eine kollision bergseitig stattfand, was jedoch unmöglich scheint, demnach sollte der Schaden vom Aufprall am Boden stammen.