(Edit: Im Foto entrance-usa.JPG erkennt man den Flachkopf-Schmiernippel. (End Edit.)
Der axial nach unten versetzte Seilaustritt des oberen Zugseils ist mir ebenfalls aufgefallen, habe es weiter oben bereits erwähnt.
Jedenfalls ist sowas unzulässig, da am Seilaustritt des Seikopfes eine sehr gute Abdichtung gegen Wasser (sowie Schmutz) erforderlich ist, um Korrosionsschäden zu minimieren. Zudem muss der Hohlraum stets vollständig mit Fett gefüllt sein, diesbzgl. sind Schmiernippel vorhanden, Anzahl und Anordnung ist abhängig von der Ausführung des Seilkopfes. Bein gewisse Seilköpfen wird das Fett intern weiter geleitet, damit es sich nicht zuerst hinter dem Schmiernippel ablagert, gewisse Seilköpfe weisen wiederum eine Art kleine Kontrollöffnung auf, die während dem Betrieb verschlossen ist.
Sowas wie im Foto ist doppelt nachteilig: Einerseits kann Wasser eindringen und andererseits wird die Wirksamkeit des Schwingsungsdämpfung des Zugseils beeinträchtigt. Aufgrund des Versatzes gehe ich davon aus, dass falls mehrteilig abgedichtet wird, ebenfalls das oder die weiter nach innen liegende

Elastomerabdichtung(en) bereits soweit abgenutzt sind, dass weder die Abdichtung noch die Schwingungsdämpfung die jeweiligen Anforderungen erfüllen.
Ein derartiges Problem beruht auf progressive Abnützung über einige Monate bzw. mehrere Jahre, sollte jedoch bei der täglichen Routintenkontrolle bereits auffallen. Hier handelt es sich um eine sehr progressive Abnutzung, nicht um ein Teil, das plötzlich herausgefallen ist.
Abgenutze Zusgseilschwingungsdämpfer-Elastomerteile habe ich allerdings bereits bei anderen Pendelbahnen beobachtet, was mich jedoch nicht davon abhielt mitzufahren (na ja, würde auch hier mitfahren, nur nicht den Kopf herausstrecken (
https://www.youtube.com/watch?v=kQyI6VaJ1nI).
Materialfehler bzgl. Zugseil betrachte ich ebenfalls als recht unwahrscheinlich. Die Frage ist IMO eher, ob der Seilkopf fachgemäss ausgeführt wurde, und ob Wartung sowie Kontrollen beanstandungslos erfolgten.
Wäre ich Pendelbahnbetreiber, würde ich konsequent überall wo technisch vernünftig möglich, Zugseil-Klemmköpfe anstelle von
Zug
seil-Vergussköpfen einsetzen, sowas wäre vorrangig zusammen mit dem Hersteller (bzw. dessen "Nachfolger") sowie mit den Aufsichtsbehörden abzuklären.
Trag
seil-Vergussköpfe sind m.E. wiederum problemlos, dort sehe ich keinen Handlungsbedarf.
Beim Vergusskopf verkürzt sich nach jeder Erneuerung die nutzbare Länge des Zugseils, irgendwann muss demnach das Zugseil ersetzt werden, oder ein Stück eingespleisst werden. Besonders nachteilig ist die Tatsache, dass man im Gegensatz zum Klemmkopf, das Seil nicht auf der gesamten Länge visuell sowie magnet-induktiv prüfen kann, dazu kommt der abrupte Übergang vom starr eingegossenen Abschnitt zum frei liegendem Abschnitt des Seils. Leider kann der besonders kritisch beanspruchte Teil des Zugseils am Austritt des Vergusskegels aufgrund der Anordnung der Spulen im Prüfgerät nicht magnet-inuktiv geprüft werden. Ob genau in diesem Bereich das Zugseil bei Mottarone und/oder Jested versagte ist (noch?) nicht bekannt.
Drážní inspekce žádá veřejnost kvůli vyšetřování neštěstí o fotografie kabiny lanovky na Ještěd
https://ekonomickydenik.cz/drazni-inspekce-zada-verejnost-kvuli-vysetrovani-nestesti-o-fotografie-kabiny-lanovky-na-jested/
Am besten online übesetzen, verstehe leider gar nichts.
Nichts besonderes, gibt dennoch einen Überblick über die Kontrollen in CZ, eigentlich wie anderswo ähnlich.
Hier noch ein Artikel zum Thema Vergusskopf, erschien damals in der NZZ (13/14. Dezember 1975) zu einer Zeit als Journalismus noch Journalismus war:
https://www.seilbahnen.org/de/index.php?section=downloads&download=9305
Artikel wurde möglicherweise bereits im Mottarone Topic erwähnt, solche sachliche Fachartikel sucht man heute in den Mainstreammedien vergeblich.
Ob bzgl. Erstursache irgendwie ein Zusammenhang mit Mottarone besteht ist unbekannt und wenn man sieht wie schlampig bei den Untersuchungen in Mottarone vorgegangen wird, bin ich nicht einmal sicher, ob man je genau erfahren wird, was sich wirklich abspielte. Sowohl Fehler bei der Erstellung des Vergusskopfes wie auch langfristige Einwirkungen die Materialermüdung sowie Korrosion hervorrufen könnten da eine Rolle gespielt haben.
Weshalb die Fangbremse beim Pic de Bure sowie Mottarone versagte ist auf menschliches versagen zurückzühren (wurde unerlaubterweise beim Pic de Bure ausgebaut, was 20 Menschenleben forderte, bei Mottarore wurde die Fangbremse bekannterweise vom Betreiber willentlich blockiert).
Bei Jested (Liberec) ist noch nicht bekannt weshalb die Fangbremse vom Unfallfahrzeug versagte. Sowas sollte jedoch vorort ziemlich einfach zu ermitteln sein.
Weiss jemand, wie die Fangbremse aufgebaut ist und wie sie nachträglich abgeändert wurde. Gibt es Bahnen mit identischer oder nahezu identischer Fangbremse?
Auf dem Bildmaterial ist nicht zu erkennen wie die Freischaltung der Verriegelung erfolgt, ausser evtl. mittels Bowdenzug (Handgriff). Talseitig am Gehäuse des Betätigungssystems sollte die hydraulisch angesteuerte Auslösung ("Türöffner"-ähnliche aussehendes Ventil am Gehänge) angeordnet sein, die kann man jedoch nicht gut erkennen, und genau auf einem interessanten Foto steht jemand davor. Wie üblich sind die Journalierende sowie die Fotoreporter nicht in der Lage die richtigen Fragen zu stellen und, bzw., noch wichtiger, relevantes Bildmaterial zu erstellen.
Etwas versierte Forummitglier hätten da mit einem guten 400 mm f/2.8 (2.8 weil die Optik gut ist, nicht weil man hier bei f/2.8 arbeiten würde) Tele und Stativ aufschlussreiches Bildmaterial (ab ca. 20 MPixels aufwärts full-frame DSLR) erstellen können.
Wie ATV es erläuterte ist das elektrische Bauteil vermutlich ein Endschalter um die Endlage Offen zu überwachen (hinten erkennt man eine Kabelsverschraubung sowie ein Kabel). Etwas merkwürdig erschien mir allerdings das vordere Teil davon, vermute jedoch nicht, dass es sich um eine Hydraulikteil handelt (siehe Kabelsverschraubung).